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Rezension: Eine Frau wird älter- Ulrike Draesner

Ulrike Draesner zählt zu den profiliertesten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen. Die 56 jährige Schriftstellerin wurde für ihre Romane und Gedichte mehrfach ausgezeichnet. Im vorliegenden Buch befasst sie sich mit dem Älterwerden von Frauen und wie man damit am besten zurechtkommt, fernab von den gängigen Klischees und kränkenden Erfahrungen aufgrund des Nicht- mehr –jung-Seins. 

Die Autorin hat eine solche kränkende Erfahrung mit ihrem Lebenspartner gemacht als sie bereits in ihrem 6. Lebensjahrzehnt stand. Diese Erfahrung scheint sie mittels des Buches zu verarbeiten, wobei die in die Brüche gegangene Beziehung, nicht ständig thematisiert wird, aber für den aufmerksamen Leser immer mitschwingt. 

Die Schriftstellerin erzählt von ihren Erlebnissen mit alternden Menschen in ihrer Kindheit und Jugend in ihrer Familie,  berichtet von den altersbedingten Veränderungen, die sie an ihrem Körper wahrnimmt, von dem Totschweigen der Menophase allerorten und dem verkrampften Umgang mit dem Älterwerden  besonders von Frauen. 

Für sie heißt die Frage: "Wie verstehe ich mich in der Entfaltung der Zeit, die ich noch haben mag, wenn es nicht um ein Abwärts nach einem Aufstieg geht?" Gemeint ist "ein planes Fortschreiten in der Zeit als Möglichkeit, als Mensch Facette um Facette ins Leben zu treten."

Nach Auffassung der Autorin war es für Menschen von einst problemloser, "der eigenen Gestalt kontinuierlich weitere Farbe, einen zusätzlichen Aspekt hinzuzufügen." In diesem Zusammenhang habe man früher von der Gnade es Alters gesprochen. Diese aber scheint es nicht mehr zu geben.

Ulrike Draesner hat sich daran bereits gewöhnt, dass ihr Innen- und Außenbild auseinanderklaffen. Sie bemerkt, dass das innere Alter sich bewegt, wenn sie es erlaubt, ohne es von vornherein festzuschreiben. Sie stellt fest, dass mit fortschreitendem Alter, ihre Vorfahren in ihrem Gesicht sichtbar werden und will sie erscheinen lassen. 

Sie weiß, dass Alter sich vollzieht und jeden trifft, hormonale Veränderungen ein Teil davon sind. Sie weiß aber auch, dass diese Jahre eine Frau nicht definieren. Wieso aber kommt sie auf die fixe Idee, dass Frauen für Männer aufgrund ihrer fortgeschrittenen Alters unsichtbar werden? 

Sind diese Vorstellungen es, die Frauen in chirurgische Runderneuerungen treiben? Sie schreibt, was sie unternimmt, um ihren Körper fit zu halten, auch wo ihre Grenzen liegen. 

Ihr  nachdenklicher Text liest sich stets flüssig, obschon man in ihren Gedanken unterschwellig die Irritation einer zutiefst gekränkten Frau erkennt. Sie ist intelligent, schön, wird es auch noch in 20 Jahren sein. Männer werden sie nach wie vor attraktiv finden, doch sie selbst kann das offenbar nicht glauben, weil sie sich mit den Augen ihren Verflossenen sieht, wie es scheint.. 

Sie schreibt, "Wechseljahre rühren an unserer Sterblichkeit". Wieso denn? Frauen können nach den Wechseljahren theoretisch noch 60-70 und mehr Jahre leben. Die Frage der Sterblichkeit stellt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich. Wenn eine Frau das Gebären von Kindern nicht in den Mittelpunkt ihres Lebens stellt, dann kann sie spielend leicht einen anderen Weltbezug herstellen und das Ende der Wechseljahre als Aufbruch in etwas Geistiges erleben.

Gefallen hat mir, dass die Autorin sich an ihre 98 jährige, verstorbene Tante erinnert, die so anders war  als das Angstbild vieler Frauen, die Furcht vor dem Altern haben: "Aus ihrem Körper schien eine Art Harmonie zu dringen. Sie verlieh ihrem Gesicht, trotz aller Falten und Alterszeichen, wie ihren Bewegungen ein Ebenmaß, das man nicht anders als Schönheit wahrnehmen konnte."

Was ist wichtig?  Seinen eigenen Weg zu gehen und die Vergänglichkeit als gegeben zu akzeptieren,  präsent zu sein. Dann  gibt es auch keine Unsichtbarkeit.

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Eine Frau wird älter: Ein Aufbruch

Rezension: Schokolade macht schlau und andere Medizinmythen- Stiftung Warentest

Dieses Buch ist eine Publikation von Stiftung Warentest. Die Stiftung wurde 1964 auf Beschluss des Deutschen Bundestages gegründet, um dem Verbraucher durch vergleichende Tests von Waren und Dienstleistungen eine unabhängige und objektive Unterstützung zu bieten. Autoren des vorliegenden Buches sind Dr. Marleen Finloust und Prof. Dr. Patrik Vankrunkelsven. 

Thematisiert werden wissenschaftliche Studien, die die Grundlage für die sogenannte evidenzbasierte Medizin darstellen. Gemeint ist damit eine Heilkunde, die sich auf wissenschaftliche Belege stützt. Leider werden Befunde solcher Studien in den Medien oft übertrieben dargestellt. Dabei sollte man sich bewusst machen, dass ungenaue oder falsche Grundinformationen weitreichende Folgen haben können: Genannt werden: unnötige Ängste, überflüssige Behandlungen und Geldverschwendung. 

Das belgische Zentrum für Evidenzbasierte Medizin (Centrum voor Evidence-Based Medicine, CEBAM) hat die Studien, die in diesem Buch  zur Sprache gebracht werden, auf ihren Wahrheitsgehalt hin analysiert und bewertet. 

CEBAM und Stiftung Warentest greifen Medienberichte auf, tragen Studien und Fakten zusammen und relativieren durch ihre Untersuchungen übertriebene Hoffnungen und überzogene Ängste. 

Leider ist es unmöglich im Rahmen der Rezension auf  die vielen interessanten Untersuchungen näher einzugehen. Soviel nur: Zunächst liest man jeweils in kurzen Sätzen, was in den Medien über eine bestimmte Untersuchung geschrieben wird. Dann  nehmen die Autoren den Ball auf und  fragen  beispielsweise "Ist Rosmarin gut fürs Gedächtnis?" Anschließend erfährt man Näheres über die besagte Untersuchung und zum Schluss dann wird die eigentlich gute Nachricht präsentiert. 

Was z.B. tatsächlich stimmt, ist, dass Fettzellen unter Einfluss von Stress zu Vermehrung neigen und Menschen, die anderen helfen und für sie sorgen,  mental und physisch länger fit bleiben. 

Interessant auch ist, was man über ein möglich erhöhtes Demenzrisiko durch das Wohnen an einer befahrenen Straße herausgefunden hat und ob Pillen gegen Haarausfall tatsächlich Potenzprobleme verursachen können. 

Eine gute Nachricht einer schwedischen Forschergruppe besagt, dass körperlich fitte Frauen über 50 ein um 88 Prozent geringeres Demenzrisiko haben. Auch wenn die Autoren hier -  wie bei allen anderen Untersuchungen-   ihre Bedenken anmelden, meine ich, dass der Versuch fit zu bleiben,  ganz gewiss nicht schaden und der Glaube  bekanntermaßen Berge versetzen  kann. 

Empfehlenswert.

Helga  König
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Schokolade macht schlau und andere Medizinmythen: Gesundheits- und Ernährungsmythen auf dem Prüfstand I Von Stiftung Warentest

Rezension: Petticoat, Dauerwelle, Schulterpolster- Prestel

Die Zeitschrift freundin feiert ihr 70 jähriges Jubiläum. Der vorliegende Bildband nimmt seine Leser (m/w) und Betrachter (m/w) mit auf eine Zeitreise durch diese Zeitschrift in die sieben vergangenen Jahrzehnte. 

Neben vielen Fotos und Textbeiträgen aus alten Ausgaben der freundin kann man zudem Texte von Guido Maria Kretschmer, Judith Williams, Judit Milberg, Peter Praschl und freundin-Chefredakteur Nikolaus Albrecht durch das deutsche Frauenleben lesen. 

Wie Guido Maria Kretschmer bemerkt, sind schöne Handschuhe in den letzten Jahrzehnten nahezu völlig verschwunden. Er vermutet, dass es daran liegt, dass sie etwas Distanziertes haben. Auch Hüte haben heute keinen hohen Stellenwert mehr. Mag vieles, was als elegant und modisch galt, dem Zeitgeist zum Opfer gefallen sein, so ist eines aber geblieben: "die Sehnsucht der Menschen, gut angezogen zu sein."

Aufnahmen aus dem Jahre 1959 zeigen sehr bunte Kleider, unter denen man offenbar die damals hochmodernen Petticoats trug. 1965 dann waren geometrische Muster à la Mondrian angesagt und 1976 schließlich die bunten Overalls. Der Zeitgeist hatte sich eindeutig in eine ganz neue Richtung bewegt und die Modeschöpfer interpretierten ihn auf ihre Weise. 

Man lernt Bademoden aus längst vergessenen Zeiten kennen, auch Handtaschen und Schuhe und freut sich, als in den frühen 1990er Jahren, die Frauen ihren Körper zu modulieren begannen. Jetzt war Bodystyling angesagt. 

Die Bräute aus den frühen 1970ern wirkten in ihren romantischen, weißen  Kleidern rückwärtsgewandt, ganz anders 2012, wo die Bräute augenscheinlich ein Standing haben, wie man sich dies im letzten Jahrhundert hätte nicht träumen lassen. 

Dann darf man sich an die Seidenblusen erinnern, die man 1991 trug. Sie sahen toll zu hautengen Jeans aus. Schade, dass diese Mode dem Gestern angehört.

Im Kapitel "Beauty" lernt man Frisuren aus anderen Zeiten, lernt Utensilien für schöne Haare kennen, liest Wissenswertes über "Sieben Tage für die Schönheit" aus dem Jahre 1960 und  "Vorher-Nachher-Verblüffende Verwandlungen"  durch ein anderes Haarstyling aus dem Jahre 1994. 

Auch über "Food" wird berichtet. Ein Buffet aus dem Jahre 1964 lernt man kennen, das heute befremdlich wirkt und die Speisen aus dem Jahre 1960 gar, liegen jenseits der Grenzen des heute Vorstellbaren. Selbstgemachtes scheint gleichbleibend "in" zu sein, aber es hat heute ein anderes Niveau. Vor allem ist es viel raffinierter. 

Erinnert wird an die Phase, wo alles in Aspik gehüllt wurde und an Zeiten, wo ein "Baskischer Eintopf" als akzeptables Essen für Freunde galt, das die Gastgeberin als  weltoffen outete.

Genuss hat sich entschieden verändert.

Wohnen und Reisen ist ein weiteres Thema. Man fällt tot um, wenn man sich Schrankwände betrachtet, hergestellt in den 1960er Jahren. 

Reisen nach Venedig aus dem Jahre 1956 waren schon luxuriös, gemessen an dem Ferienleben im Freien in Zelten damals....

Lebensfragen werden in der Rubrik "Lieben und Leben" beantwortet. Auch liest man, welche Namen die begehrtesten für Neugeborene waren und dass eine Ehe im Schnitt derzeit 15 Jahre hält. 

1987 gab es einen Beitrag von Frauen, die an Computer arbeiten, damals noch ungewöhnlich, heute Gang und Gäbe...

Alles in allem ein gelungenes Buch, in dem man gerne blättert, wenn man über vergangene Zeiten und sich selbst ein bisschen lachen möchte. 

Empfehlenswert.

Helga König

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Petticoat, Dauerwelle, Schulterposter: Mit freundin auf Zeitreise

Rezension: Mitfühlen- Melanie Mühl- Hanser

Melanie Mühl ist Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Autorin schreibt in diesem Buch, wie sie im Untertitel schon andeutet, über eine wichtige Fähigkeit in unruhigen Zeiten.  Damit bezieht sie bereits Position und bewertet diese Fähigkeit wie auch die Zeiten, in denen wir Leben, in einer Weise, die neugierig macht, weiterzulesen.

Antisemitismus und Islamfeindlichkeit erstarken und der Populismus blüht, schreibt sie zu Recht und es ist auch wahr, dass das gesellschaftliche Klima kälter und der Ton aggressiver wird. "Im Netz tobt ein Shitstrom den nächsten".

Shitstorm ist tatsächlich zur Normalität geworden, nicht weil die Nerven blank liegen, sondern weil es immer mehr Menschen gibt, die den Schmerz der Angegriffenen nicht mehr mitfühlen können. Der Niedergang des Mitgefühls, so Melanie Mühl, die soziale Verrohung und der unversöhnlich polemische Ton, der allen in der Öffentlichkeit entgegenschlägt und uns alle betrifft, sollte dazu führen, dass wir diese Entwicklung besser zu begreifen lernen.

Mitgefühl könne es ohne Anstand nicht geben. Mitgefühl sei die Grundlage einer gelingenden sozialen Kultur. Mitgefühl kann man - dies die gute Nachricht- kultivieren, es sei denn man ist ein Psychopath, dann kann man es nicht. 

Die Autorin erläutert den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl. Beide Begriffe werden oft in einem Atemzug genannt. Sie sind allerdings nicht miteinander identisch. Im Gegensatz zum nur empathischen Menschen, möchte der mitfühlende handeln.

Die Autorin zitiert Paul Bloom, der den Unterschied wie folgt ausdrückt: "Empathie heißt, ich fühle das, was ein anderer Mensch fühlt, Mitgefühl bedeutet, ich kümmere mich um den anderen, ich sorge für ihn."

Melanie Mühl erwähnt viele kluge Autoren und bezieht sich in ihren Reflektionen zum Thema Mitgefühl  immer auch auf diese. So kommt  u.a. Hans Magnus Enzensberger zur Sprache und  auch die von mir sehr geschätzte Susan Sontag, deren Essay "Die Leiden anderer betrachten" ich vor einigen Jahren rezensiert habe und den Frau Mühl nicht grundlos erwähnt.

Die Theorie des "Homo oeconomicus"- auch sie bleibt nicht ausgeklammert, wonach der Mensch nur darauf abzielt, stets seinen Nutzen durch sein Tun zu erhöhen, gilt als veraltet, weiß die Autorin und wirbt überzeugend in ihrem abwägend, lobenswert eloquenten Buch für die tatkräftige Eigenschaft des Mitfühlens, durch die viel Gutes bewegt werden kann.

Durch Mitgefühlstrainig schafft man es, die Basiskompetenzen zu schulen, die jeder braucht, um eine verantwortlicher, toleranter Weltbürger zu werden. Ein solches Mitgefühlstraining an Schulen zum Pflichfach zu machen, wäre eine sinnstiftende Maßnahme für einen kultivierteren Umgang miteinander.Warum nicht jetzt damit beginnen? Morgen könnte es schon zu spät sein, wie Anstieg des Rassismus und Antisemitismus in diesem Land deutlich machen.  Morgen könnte 1933 sein und was dann?

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Mitfühlen: Über eine wichtige Fähigkeit in unruhigen Zeiten

Rezension: Wie umwerfend darf ein Lächeln sein?- Rainer Erlinger- S. Fischer

Rainer Erlinger, der Autor dieses Buches, ist promovierter Mediziner und Jurist. Als Publizist arbeitet er primär auf dem Gebiet der Ethik. Vielen ist er durch seine Kolumne "Die Gewissenfrage" im Magazin der Süddeutschen Zeitung bekannt, wo er allwöchentlich, kleine und große Ethikprobleme seiner Leser überdenkt.   

Im vorliegenden Buch kann man sich eine Auswahl der besten Fragen und Antworten rund um die Liebe und das Leben zu Gemüte führen und sich Denkanstöße für eigenes Abwägen und Handeln geben lassen. 

Wie der Autor in seinem Vorwort bekundet, lassen sich die Fragen rund um die Liebe vier größeren Themenbereichen zuordnen:
1. Anbahnung: Suchen, Rendezvous, Flirts, Verlieben. 
2. Der Lauf einer Partnerschaft mit ihren Licht und Schattenseiten. 
3. Die schon genannten besonderen Schattenseiten Seitensprung und Eifersucht 
4. Die Nachwirkungen einer Beziehung.

Zusätzlich handelt Rainer Erlinger in diesem Buch auch Fragen zur Alltagsmoral aus anderen Lebensbereichen ab. Es gibt also viel Stoff zum Nachdenken und zur geistigen Bereicherung. 

Umfangreiche Literaturangaben hinter jeder Kolumne regen zum Weiterrecherchieren an, besonders wenn man sich möglicherweise mit ähnlichen Fragen beschäftigt. Kolumnen zu lesen,wie Rainer Erlinger sie schreibt, halte ich für wichtig, gerade in einer Zeit, wo ethische Verhaltensmuster immer mehr als gestrig abgetan werden und an erster Stelle das Ich und seine Begehrlichkeiten stehen. 

Empfehlenswert. 

Helga König
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Wie umwerfend darf ein Lächeln sein?: 111 Gewissensfragen rund um die Liebe und das Leben

Klingt logisch-Mach ich aber nicht!- Rüdiger Schache- Nymphenburger

Rüdiger Schache ist Weisheitslehrer, Coach, Seminarleiter, Vortragender und Autor mehrerer Bestseller zu lebensbestimmenden Themen. Seine Bücher sind weltweit in 26 Sprachen erschienen. 

In seinem neuen Werk geht es darum zu zeigen, wie man Fremdbeeinflussung löscht und eigene Vorstellungen stärkt. Dies geschieht in drei Schritten: 

1. Erkennen und durchleuchten 
2. Anhalten und abwägen 
3. Neu entscheiden und persönlich umsetzen. 

Zunächst thematisiert Schache wie man seine guten Gedanken zurückholt und zeigt an Beispielen, welche Erlebnisse diese Gedanken manipulieren können. Merksätze und Checklisten am Ende vieler Reflektionen und Übungen sollen helfen, sich das eigene Leben zurückzuholen, das aufrund von Dauermanipulation, leicht zu entgleiten droht. 

Anschließend erfährt man Wissenswertes über die acht Naturgesetze unseres Gehirns und wie man sich hier die Kontrolle zurückholt. "Zurückholen" ist übrigens einer der Kerngedanken im Buch. Wichtig ist, dass man bereit ist, auf alles zu verzichten, was ein Manipulator zu bieten hat, gegebenenfalls auf die gesamte Beziehung. 

Sich selbst schlau machen und Dinge auch nachzuprüfen, ist das A und O, wenn man Manipulationen entgehen möchte. 

Reflektiert wird u.a. der Selbstwert und wie man diesen aber auch seine Zeit zurückholt. Das ist möglich, wenn man sich z. B. von Zeiträubern befreit. Auch hier gibt es viele Denkanstöße, wie man sich Raum schafft, den man mit Sinnvollem füllen kann. 

Zudem wird man über Selbstboykott  aufgeklärt und lernt sich von einer fragwürdigen Aufopferungsrolle zu befreien.  Auch wird man über die Nachteile von Rechtfertigungen aufgeklärt,  kurzum man lernt wie man sich immer mehr  Manipulationsversuchen entledigt. Rechtfertigungen zeigen übrigens, dass man  sich bereits in der Falle eines Manipulators befindet.

Dabei sollte uns bewusst werden, dass nicht nur andere, sondern auch wir selbst uns manipulieren und  uns von unseren eigenen Zielen abhalten. 

Weshalb dieses Buch zu lesen sinnvoll ist? Weil es dabei hilft,  zu einem selbstbestimmten Leben zu gelangen. Ein solches Leben macht oft ein NEIN erforderlich, um nicht zu Spielball der Interessen anderer zu werden. 


Empfehlenswert

Helga König

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Klingt logisch! Mach ich aber nicht

Rezension: Weltmedizin- Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer-S.Fischer

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer gründete 1997 das interdisziplinär ausgerichtete Institut für Mikrotherapie in Bochum. Seit Jahrzehnten bittet er weltweit Kollegen, Schamanen und Heilerinnen, ihr Wissen mit ihm zu teilen und genau dieses Wissen hat er in dem vorliegenden Buch zusammengefasst.

Zunächst schreibt der weitgereiste Mediziner über die Kunst des Heilens und fragt, wie viel altes Wissen bereits verloren gegangen ist. Für Grönemeyer hat jede Medizinschule ihre Berechtigung. Deshalb führt er nicht grundlos an, dass man schon vor fast 4000 Jahren den sogenannten "Grauen Star", eine meist altersbedingte Linsentrübung, behandelt hat. Bei mangelndem Erfolg des Eingriffs sollten dem Augenoperateur die Hände abgehackt werden, wie man damaligen Gesetzestafeln entnehmen kann.

Der Autor unterstreicht, dass ihn seine Erfahrung gelehrt hat, dass man nachhaltige Heilungserfolge nur erzielen kann, wenn man sich menschlich auf den Patienten einlässt, ihn individuell wahrnimmt. 

Alte Heilerkenntnisse mit neuen zu verbinden, das ist das zentrale Thema des Buches. Deshalb erfährt man in der Folge mehr zur Akupunktur, zu Ayurveda, zu arabisch-persischer Medizin, zu Heilkräutern, zu Heilzauber, zu Hightech-Medizin, Klostermedizin, Massagen, Medizin der Mayas, Naturheilkunde, Qui Gong, Reflexzonentherapie, Schamanismus. Tai Chi, Traditionelle Chinesische Medizin, Trance, Tuina/Shiatsu, Yoga.

Zu all den Heilmethoden gibt es natürlich zwischenzeitlich viele Bücher, doch ist mir bislang keines bekannt, das so kompakt einen Überblick verschafft. Mit großem Interesse habe ich das Kapitel über das verlorene Wissen der Azteken, Inkas und Mayas gelesen, die ohne das chirurgische Instrumentarium von heute bereits Schädeloperationen durchführten.

Chili und Kakao wurden von diesen Völkern zu Heilzwecken eingesetzt, über die der Autor auch informiert. Zudem liest man u.a. über Weihrauch, von dem man heute weiß, dass er eine hemmende Wirkung auf Tumorzelllinien hat. 

Es führt zu weit, im Rahmen der Rezension all die Heilmethoden kurz anzureißen, fest steht auch  hier: Das Rad wurde nicht erst heute erfunden.

Sehr gut auch ist der sogenannte medizinische Pfadfinder zum Schluss, in der alle traditionellen und alternativen Heilweisen alphabetisch geordnet, kurz erklärt werden. So findet man z.B. unter dem Buchstaben "M" u.a. Näheres zu Makrobiotik, Meditation, Mineralien /Kristalle, Moorbäder, Musiktherapie und Muskelentspannung nach Jacobsen.

Wer das Buch aufmerksam liest, erkennt, dass Mediziner und Patienten klug beraten sind, sich ganzheitliche Heilkunst zu entscheiden. Auch hier gilt es voneinander zu lernen und nicht gegeneinander zu konkurrieren.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich.

Rezension Peter J. König: Tom Holland- Mohammed Der Koran und die Entstehung des Arabischen Weltreichs Klett-Cotta

Noch nie hat der Islam so viel Aufmerksamkeit, aber auch Ablehnung hierzulande erlebt, wie zuletzt, als durch die Wirren und Kriege im Nahen Osten sich Millionen von Menschen auf den Weg nach Mitteleuropa und hier ganz besonders nach Deutschland gemacht haben. Der überwiegende Teil dieser Personen sind als Araber islamischen Glaubens. Um zu verstehen, was es mit dem Islam und dem arabischen Weltreich auf sich hat und wie dieser Glaube entstanden ist und wie er sich explosionsartig über die ganze Welt verbreitet hat, dazu hat der britische Historiker Professor Tom Holland dieses sehr aufschlussreiche und überaus informative Buch mit dem Titel "Mohammed" veröffentlicht. Um ein solches Werk zu verfassen und noch viel wichtiger, es einer breiten, weniger sachkundigen Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bedarf es neben der schier endlosen Fülle von geschichtlichen Fakten und Einordnungen, der richtigen Sprache die geeignet ist, den interessierten Leser zu erreichen und zu fesseln, um immer wieder diese Neugierde zu wecken, die es schafft auch noch so komplexe Zeitgeschehen zu verstehen und miteinander zu verbinden. Dies ist dem Autor bestens gelungen und wenn das eine oder andere nach der Lektüre dieses Buches auch wieder aus dem Bewusstsein verloren geht, nach aufmerksamen Lesen und Gebrauch der umfangreichen Zeittafel, der Dramatis Personae, dem Glossar, der Bibliographie, den Anmerkungen und dem Verzeichnis der Karten besitzt man doch einen fundierten Überblick über die Geschichte des Islam von seinen Anfängen bis zu den Tagen eines ausgedehnten arabischen Weltreiches unter der Ägide der islamischen Religion.

Es war keineswegs abzusehen, dass um die Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert die Araber eine weltgeschichtliche Revolution herbeiführen sollten. Alles begann mit dem Propheten Mohammed und den Kalifen, ihrem politischen Wirken und schließlich mit der Gründung Bagdads im Jahre 762. Tom Holland analysiert die geistig-politischen Umwälzungen jener Zeit in der Region und die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Großmächten der damaligen Zeit. Zugleich spürt er den tiefer liegenden Gründen nach, warum und wie Mohammeds Offenbarungen in einem abgelegenen Winkel der damaligen Welt und seine unbedingte Forderung nach Unterwerfung unter Allah der menschlichen Zivilisation ein neues Gesicht gaben. Im Gegensatz zu Jesu Christus, dessen Leben durch die Evangelisten nur vergleichsweise unzuverlässig überliefert wurde, weiß man über das Leben Mohammeds mehr oder weniger fast alles. Bekannt sind seine genauen Lebensumstände, seine Vermögensverhältnisse und seine Liebesbeziehungen. Zudem ist auch recht viel bekannt über die damaligen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Alles hat enorme Bedeutung um zu verstehen, warum der Islam sich auf solch rasante Weise verbreiten konnte. Welche Bedeutung dabei der allmähliche Untergang des Römischen Reiches gespielt hat und welche Rolle das bereits lange bestehende Judentum und die aufstrebende christliche Gemeinde gespielt hat und welche Rolle das Persische Reich dabei einnahm, alles wird hier profunde geschichtlich nachvollzogen. Trotz aller wissenschaftlicher Gelehrtheit bleibt es doch ein Mysterium, warum der Islam so erfolgreich agieren konnte, um sich auf der ganzen Welt zu etablieren. 

"Mohammed" von Tom Holland ist keineswegs ein Buch, das für Wissenschaftler geschrieben worden ist. Ganz im Gegenteil, es vermittelt Wissen auf verständliche und anregende Weise, um verstehen zu lernen, was es mit dem Islam auf sich hat, um die Hintergründe zu erfahren, warum und wie eine neue Welt-Religion entstanden ist und auf welcher intellektuellen Basis sie agiert. Ein solches Wissen erleichtert den Zugang zu den Menschen und ihren religiösen Anschauungen, die durch das politische Chaos nach Europa geflüchtet sind. Zugleich erweitert das Werk den Horizont des Lesers und gibt die Chance diesen Menschen tolerant auf Augenhöhe zu begegnen, denn der Islam ist eine Religion mit positiven intellektuellen Wurzeln und hat nichts mit der politischen Abartigkeit zu tun, die sich zuletzt durch den "IS" gezeigt hat.

Maximal empfehlenswert.

 Peter J. König

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Mohammed, der Koran und die Entstehung des arabischen Weltreichs

Rezension: Die schönsten Bibliotheken der Welt-Massimo Listri- TASCHEN

In diesem reich bebilderten Prachtband von TASCHEN werden die schönsten Bibliotheken der Welt vorgestellt. Dabei sind diese untergliedert in vier Rubriken und zwar in: 

Südeuropa
Italien, Spanien und Portugal 
West- und Nordeuropa 
Irland, England, Frankreich, die Niederlande und Schweden 
Zentral Europa 
Deutschland, Schweiz, Österreich Tschechien 
Amerika
USA, Mexiko, Brasilien und Peru 

Den vier Rubriken vorgeschaltet ist eine umfangreiche Einleitung von Georg Ruppelt mit dem Titel "Gedächtnis der Welt". Dieser und alle weiteren Texte im Buch sind in englischer, deutscher und französischer Sprache abgedruckt. 

In der Einleitung erfährt man u.a., dass die ältesten noch existierenden Bibliotheken Europas aus dem Mittelalter stammen. Doch der Beginn einer allgemeinen Sammeltätigkeit setzte bereits früher ein. Etwa 14 Generationen umfassen diese Jahrhunderte seit dem frühen Mittelalter. Dabei kennen große Bibliotheken idealerweise keine Grenzen und stellen in ihrer Gesamtheit ein Wunder dar, so Ruppelt, weil sie auf vergleichsweise kleinem Raum die Welt abbilden, "wie sie ist, wie sie war, wie sie möglicherweise sein wird, aber auch wie sie sein sollte und wie sie sein könnte."

Ruppelt bezeichnet Bibliotheken als Speicher für die Tatsachen der realen Welt ebenso wie für die vielen Alternativwelten der Fantasie. Sie bilden den Geist vieler Individuen ab. Darüber hinaus lassen sie geistige Prozesse von einzelnen Gesellschaften wie auch Gemeinschaften oder der gesamten Welt erahnen. 

Das Wort Bibliothek kommt aus dem Griechischen und bedeutete ursprünglich eine Bücherkiste für Papyrusrollen. Heutzutage wird allerdings damit eine Bücher- und Mediensammlung bezeichnet. Diese dient zumeist nicht kommerziellen Zwecken und steht einem eingeschränkten Benutzerkreis oder der Allgemeinheit für Information, Wissenschaft, Bildung und Unterhaltung zur Verfügung. 

Wissen sollte man, dass Bibliotheken seit alters her vier Hauptaufgaben  zu bewältigen haben: 

1. Informationen als Texte, Bilder oder Daten planvoll zu sammeln 

2. Diese zu konservieren und zu schützen 

3. Sie zu ordnen und zu erschließen 

4. Sie bereitzustellen und zu vermitteln

Man erfährt Wissenswertes über das Bibliothekswesen im Alten Orient und in der Antike, des Weiteren im Mittelalter, im Humanismus und in der Reformation, im Barock, im 18. Jahrhundert wie im 19. und 20 Jahrhundert. Thematisiert werden zudem die Gefahren, die Bibliotheken ausgesetzt waren und es noch immer sind. So haben Kriege und Unruhen Bibliotheken stets gefährdet und Bücherdiebstähle hat es leider auch immer gegeben. Auch darüber erfährt man Wissenswertes. Schlussendlich erfährt man Näheres über die Bibliotheken der Zukunft, bevor man in die traumhaften Bilderwelten einsteigen kann, die die schönsten Bibliotheken der Welt präsentieren. Das Staunen lässt selbst  bei mehrfachem Studieren der Seiten nicht nach, zumal die Fotos von ausgesuchter Qualität sind.

Im Rahmen von interessanten Texten erfährt man dann Näheres über die gezeigten Bibliotheken, deren Schönheit Seite für Seite überwältigt. Natürlich hat man die Herzogin Amalia Bibliothek in Weimar nicht vergessen und auch nicht die Stiftsbibliothek in St. Gallen, die seit 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. 

Für Bücherliebhaber hat dieser Bildband natürlich einen besonderen Reiz und macht neugierig, die eine oder andere Bibliothek persönlich aufzusuchen, um vor Ort nachzuvollziehen, was uns Menschen eigentlich ausmachen sollte und wozu wir auf dieser Welt sind: Um uns zu bilden, Bildung weiterzugeben und dadurch Frieden und Wohlstand für alle zu ermöglichen. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Massimo Listri. Die schönsten Bibliotheken der Welt

Rezension: Innovation- Streitschrift für barrierefreies Denken- Wolf Lotter- Edition Körber

Der Journalist und Autor Wolf Lotter ist Gründungsmitglied des Wirtschaftsmagazins "brand eins" und verantwortet dort seit 2000 die Leitartikel zu den Schwerpunkten. Der Autor gilt als Vordenker in der Entwicklung von der alten Industriegesellschaft hin zur neuen Wissensgesellschaft. 

Sein neues Buch hat Wolf Lotter in vier große Abschnitte untergliedert, dem er einen einleitenden Text mit dem Titel "Der Stoff, aus dem das Neue ist" vorangestellt hat. Er verdeutlicht hier u.a., dass die Auseinandersetzung von Alt und Neu nicht zwangsläufig die zwischen Alt und Jung sei. Es handele sich um einen Mythos, dass Erneuerung, Innovation und Veränderung stets der Kampf der Ungestümen, der Jungen, der Revolutionäre gegen die Alten, Verstockten, Unbelehrbaren sei. Dieser Mythos müsse durch eine neue Innovationskultur beseitigt werden, übrigens keineswegs nur, weil der Rohstoff "Erfahrung" in der Wissensgesellschaft von größter Bedeutung sei. 

Eine Innovationskultur für die Wissensgesellschaft, die tatsächlich barrierefrei sei, sei eine inklusive Innovationskultur- oder keine. Sie nütze alle geistigen und kreativen Ressourcen. Sie verbinde Erfahrung und Experiment. Auf diese Weise werde Innovation zu einem Prozess, der auf Gemeinsamkeit, auf Austausch, auf Kooperation und Konsens beruhe. 

In der Wissensgesellschaft verlasse das Individuum die Zone der Massenkultur. Nun werden Selberdenker und Selbstermächtiger benötigt. Menschen müssen sich jetzt frei entwickeln können. Hierarchien seien nun untauglich geworden. Nun bedürfe es einer Vertrauenskultur. Totale Kontrolle und totale Fixierung seien eine schlechte Umgebung für Innovation. Diese habe zum Ziel, mehr Freiraum zu schaffen, denn sie sei der Gegensatz zur Normalität, eine Alternative zur Regel sozusagen und mithin das Andere. 

Da die statische Wohlstandswelt primär aus Besitzstandswahrern und Verteidigern der Normalität ihrer Machtbereiche und Regeln bestehe, werde jeder, der ernsthaft Innovation betreibe, ein Außenseiter, jemand, den man nicht besonders gerne sehe. 

Innovation sei dynamisch und nicht dogmatisch. Querdenken helfe der Innovation nur selten, sondern diene dem Systemerhalt. Man liest von Scheininnovationen und solchen, die den Namen verdienen. Wirkliche Innovationen lösten oder verringerten Probleme und erhöhten die Chancen. Wichtig sei, dass man Innovationen verstehe und annehme. 

Wolf Lotter erinnert an die Brille als zentrale Innovation der Neuzeit, gewissermaßen war dies der Computer der Renaissance. Hier wurde ein Defizit zu einer Chance, ein Nachteil wurde in einen Vorteil verwandelt. Genau dies sei das Grundmuster der Innovation. 

Für die Innovation benötige man Erwachsene, ganz gleich, welchen Alters, Menschen eben, die eigenständig denken, solche die Mut haben, sich ihres Verstandes zu bedienen. Im Gegensatz zum Opportunismus sei Innovation nicht ausgrenzend und keine Denkbarriere. 

In den Transformationsphasen der Gesellschaft  hin zur Wissensgesellschaft benötige man  allerdings Grundsicherungen, um diese erträglicher zu gestalten, aber diese Innovation müsse sein, nicht zuletzt weil innovationsarme Gesellschaften auch materiell verarmen. 

Man erfährt äußerst Erhellendes zu den Kondratjew-Wellen der Erneuerung. Sie helfen beim Denken über Innovation, weil sie entschleunigen. Man lernt durch diese Theorie, das Ganze gründlicher zu betrachten und sich nicht von Moden und kurzlebigen Trends ablenken zu lassen. Wir sind nun an dem entscheidenden Punkt angelangt. So viel nur dazu. Dann erfährt man Näheres über die sieben Archetypen der Innovatoren und liest schließlich mehr zur Innovationsgesellschaft und was diese auszeichnet. Es sind die Räume, die hier geschaffen werden, auf die es ankommt, wenn kreativ, talentiert und innovativ gearbeitet werden soll. In diesen Räumen ist Routine fehl am Platz. 

Allerdings muss man wissen, dass das Streben nach Innovation all das ausschließt, wonach sich Menschen elementar sehnen: Gewissheit, Eindeutigkeit und Sicherheit. Innovation  erfordert also Mut.

Innovation möchte eine nachhaltige Veränderung und möchte keinesfalls die Leistungsfähigsten an das Mittelmaß anpassen, denn dies wäre kontraproduktiv. Innovation will barrierefreies Denken, möchte Vielfalt, vielleicht weil diese ein Garant dafür ist, dass der Raum sich immer mehr erweitert und damit die Möglichkeit eröffnet, immer mehr Probleme zu lösen und Chancen zu eröffnen. Das klingt sehr reizvoll.

Willkommen in der Wissensgesellschaft, in der keiner mehr Angst hat, sich seines Verstandes zu bedienen, sondern ihn als das begreift, was er ist: ein  Raumöffner.

Sehr empfehlenswert
Helga König

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Innovation: Streitschrift für barrierefreies Denken

Rezension: Die Angstprediger- Liane Bednarz- Droemer

Liane Bednarz ist promovierte Juristin und Publizistin. Ihre Schwerpunkte sind Populismus und religiöse Bewegungen. Sie schreibt Kolumnen und andere Artikel in den Printmedien und in Online-Magazinen sowie auf den Autorenblogs Starke Meinungen und Carta.

Als ich den Untertitel ihres hier vorliegenden, neuen Buches  las, war ich zunächst etwas irritiert. Die Irritation wandelte sich aber sogleich in Neugierde. 

Rechtslastigkeit ist in der Regel mit Fremdenfeindlichkeit verbunden und diese widerspricht der Nächstenliebe. Kann sich jemand Christ nennen, der rechtslastigen Gedanken anhängt? Nach meinen Vorstellungen ist das nicht möglich. So meine ersten Gedanken beim Anblick des Buchdeckels.

Die Autorin reflektiert zunächst im ersten Teil ihres Werkes wie aus konservativer Frömmigkeit bei einem bestimmten Personenkreis von sogenannten Christen ein Denken in Feindbildern wurde. Sie erwähnt u.a. Thilo Sarrazin, dessen 2010 erschienenes Buch "Deutschland schafft sich ab" eine Schlüsselrolle im christlichen Milieu und anderenorts spielt, wenn es um das Vordringen rechter Ideen in die bürgerliche Mitte geht. Die Neue Rechte begreift Sarrazin, so Bednarz, nicht grundlos als Türöffner für die Verankerung ihrer eigenen Ideen im Bürgertum. Ohne diesen Autor gäbe es die AfD wohl nicht, so Bednarz und ebenso wenig die Pegida-Bewegung.

Dass Sarrazin Anfang 2018 zu den Erstunterzeichnern einer AfD-nahen "Gemeinsamen Erklärung 2018", zählt, in der es heißt: "Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird", möchte ich hier zur Illustration dieses Herren nicht unerwähnt lassen.

Die Autorin betrachtet konservativ versus rechts nach 1945. Dabei vergisst sie nicht zu erwähnen, dass es neben gemäßigten Konservativen weiterhin Rechte gab, die von ihren Vordenkern Carl Schmitt und Arthur Moeller van der Bruck nicht ablassen wollten. "Rechtsintellektuelle" bezeichneten sich im Hier und Heute regelmäßig als "konservativ", obschon sie tatsächlich der Neuen Rechten angehören. Der Begriff "konservativ" wurde also gekapert und verhilft  nun dazu, dass vormals konservative Christen meinen, sich  bei der Neuen Rechten gut aufgehoben zu fühlen. Liane Bednarz verdeutlicht, in welcher Weise sich die Neue Rechte hierzulande auf das Christentum beruft und schreibt vom sogenannten Ethnopluralismus unter rechten Christen. Dieser möchte eine strikte räumliche Trennung von Rassen bzw. Völkern. Dabei zählt zu den radikalsten Vertretern des Ethnopluralismus die "Identitäre Bewegung".  Diese stellt den jüngeren Teil der Neuen Rechten dar.  Diese Bewegung geht von einer geschlossenen "europäischen Kultur" aus, deren "Identität" vor allem von einer Islamisierung bedroht sei.  Auch für diese Gruppierung gibt es Zuspruch seitens christlicher Seite, wie Liane Bednarz belegt.  

Des Weiteren liest man von einer antipluralistischen Grundhaltung als ein Grundpfeiler der Ideenwelt der Neuen Rechten, der zugleich das Kernelement rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien sei.

Im zweiten Teil des Buches geht es um Themen Feindbilder und Akteure. Dass man in diesen Kreisen sogar Putin als "Garant christlicher Werte" sieht, zeigt wie aberwitzig diese sogenannten rechten Christen ticken. Homosexuelle sind ein Reizthema und man glaubt sogar, dass diese "geheilt" werden können. Des Weiteren, wie sich denken lässt, wird die "Ehe für alle" abgelehnt. So wird Intoleranz auf der ganzen Linie  rasch erkennbar und man beginnt zu beten, je mehr man von diesem ganzen Unsinn erfährt: "Lieber Gott, schicke diesen verblendeten Zeitgenossen bitte etwas mehr Hirn und befreie sie von ihrer Borniertheit."

Größtes Feindbild der Angstprediger, davon gibt mehr als man glauben will, ist der Islam und entsprechend gibt es krude Mythen im Hinblick auf die Islamisierung unseres Landes. Gegend die Moderne wird zu Felde gezogen, auch gegen die "Politische Korrektheit" und schlussendlich sehen die Verblendeten in Bewegungen wie der Pegida "Retter des Abendlandes". 

Wohl dem, dem solche Möchtegernchristen persönlich noch nicht begegnet sind. Eines ist gewiss, Sie schaden dem guten Ruf aller wirklicher Christen, die sich der Nächstenliebe verpflichtet fühlen und für ein positives Miteinander stark machen.

Was bleibt zu sagen? Die Kirchen sind angehalten, Aufklärung zu betreiben und ihre Schäfchen nicht vom bösen Wolf fressen zu lassen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Die Angstprediger: Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern

Rezension: Bluthochdruck Gefahr muss nicht sein- Michael Petersen

Michael Petersen ist Heilpraktiker, Online-Redakteur und Autor. Nach langjähriger Tätigkeit in einer großen Praxis, vermittelt er heute seine Erfahrungen auf publizistischem Wege weiter. Diese basieren auf Erkenntnissen, die er über fünfzehn Jahre durch einen ganzheitlichen orientierten Ansatz gewonnen hat. 

Wie der Untertitel des Buches bereits verrät, geht es um clevere Lösungen und intelligente Ansätze, Bluthochdruck natürlich und nachhaltig zu senken.

Das Buch ist in insgesamt 8 Kapitel untergliedert und enthält einen Anhang, der in die ursachenorientierte Regulationsmedizin einführt. 

Michael Petersen erläutert in seinem Ratgeber, was Bluthochdruck tatsächlich bedeutet und macht dem Leser klar, dass der Hauptgrund, weshalb Menschen mit Blutdruck dauerhaft Tabletten schlucken müssen, in der Tatsache begründet liegt, dass die Ursachen dafür zu wenig Beachtung finden. 

Zum Verständnis für alle, die sich mit dem Thema noch nicht befasst haben, definiert Petersen den Blutdruck als Arbeitsdruck, der in den Blutgefäßen vorherrscht, oder präziser vorherrschen muss, damit seine Funktionen gewährleistet sind. Es geht darum, die Versorgung des Körpers mit Nährstoffen sicherzustellen. 

Man erfährt Wissenswertes über grundlegenden Funktionsweisen unseres Körpers beim Blutdruck und lernt zu begreifen, dass der Bluthochdruck stets zwingende Gründe hat. Die Schulmedizin erkenne diese Gründe allerdings nur in 5% aller Fälle. 

Heute wird der Blutdruck mit digitalen Messgeräten gemessen. Die Maßeinheit, so Petersen, ist geblieben. Der Normalwert liegt im Regelfall bei 120/80. 

Mediziner mit ganzheitlichem Ansatz betrachten den Bluthochdruck als Folge einer ganzheitlichen Regulationsstörung und überprüfen die gesamten Regulationsmechanismen des Blutdrucks und zwar im energetischen Sinn. Was damit gemeint ist, wird im Buch näher erläutert. Man erfährt Wissenswertes über äußere Einflüsse, die zu einem erhöhten Blutdruck beitragen und liest von diversen Einzelbeispielen aus der Praxis und Wissenschaft, primär aus der jüngeren Vergangenheit. 

Thematisiert wird  u.a. das gefährliche Trio Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht, das das Risiko im Hinblick auf Folgeerkrankungen wie etwa Schlaganfall erhöht. Dabei sehen ganzheitlich orientierte Mediziner in verschiedenen Regulationsstörungen des Organismus den gemeinsamen Nenner für die tieferen Ursachen aller drei Erkrankungen. 

Spannend ist, was man hinsichtlich von Salz liest, dem bekanntermaßen nachgesagt wird, dass es den Blutdruck erhöht. Das Salz, so wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse, sei wichtig für unser Immunsystem. Es stärke unsere Immunabwehr in infektiösem Gewebe. Vermindern Menschen mit überhöhtem Blutdruck ihren Salzkonsum, können sie zwar den Blutdruck senken, aber möglicherweise die chronischen Krankheitsprozesse nicht ausreichend bewältigen. 

Die Ursachen für Bluthochdruck sind vielfältig. Das wird bei der Lektüre des Buches immer klarer. So liest man u.a. im Hinblick auf Cholesterin, dass energetische Regulationssysteme den Cholesterin-Haushalt mit beeinflussen. 

Es führt zu weit, auf die vielen, sehr interessant zu lesenden, erkenntnisreichen,  medizinischen Details des Buches im Rahmen einer Rezension  einzugehen. Wichtig scheint zu sein, mögliche energetische Regulationsstörungen des Organismus zu identifizieren und zu harmonisieren. 

Der Autor zeigt zunächst, welche Möglichkeit die Schulmedizin bei Bluthochdruck anbietet. So weiß man, dass Wasser den Blutdruck erhöht und Wassertabletten ihn senken. Schulmedizinische Blutdrucksenker sind aber bloß Notmaßnahmen, die nicht dazu geschaffen sind, die tatsächlichen Ursachen des Bluthochdrucks zu verändern. Weil das so ist, empfehlen immer mehr Ärzte: Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung, Stressabbau, auch vermehrtes Sonnenlicht. 

Thematisiert werden in der Folge eine Reihe natürliche Helfer und Therapien, wobei in diesem Fall auf die individuellen Ursachen abgestimmt werden muss. Dann gibt es da noch ein spezielles Verfahren aus der biogenetischen Medizin. Es handelt sich dabei um die Bioresonanz. Sie wirkt in einer Tiefe und Feinheit wie keine andere Methode. Hier stellt der Therapeut fest, in welchen Bereichen der Patient Regulationsstörungen aufweist und welchen Belastungen der individuelle Organismus ausgesetzt ist. Wichtig sind dabei die Analyse der Stoffwechselprozesse und  in der Folge die Entgiftung. Michael Petersen verweist hier auf  eine Website und einen  speziellen Blog, wo man sich weiter informieren kann. 

Erörtert werden ferner die Möglichkeiten selbst etwas gegen einen erhöhten Blutdruck zu unternehmen. Zur Sprache gebracht wird hier u.a. die Ernährung.  

Menschen mit schlechtem Stoffwechsel neigen zur Übersäuerung. Harnsäure, Phosphate und Fette werden dann zuhauf in den Zellen abgelagert, führen zur Gewichtszunahme und u.U. zu Bluthochdruck. Der Säure-Basen-Haushalt ist existentiell wichtig für die Stoffwechselprozesse. Stimmt das Verhältnis nicht, kommt es zur Übersäuerung. Wer den Blutdruck senken möchte, sollte seine Blutgefäße entlasten, indem er der Übersäuerung vorbeugt. Man erhält Tipps wie man den Säure-Basen-Haushalt verbessert und erfährt, dass noch weitere Mittel  zur Blutdrucksenkung hilfreich sein sollen. Genannt wird u.a.  auch klassische Musik. 

Dauerhaft erhöhter Blutdruck ist stets ein Zeichen dafür, dass der Organismus den Bluthochdruck wegen einer vorhandenen Regulationsstörung benötigt. Diese Störung gilt es aufzuspüren und zu behandeln am sinnvollsten mittels Bioresonanztherapie. Das ist meines Erachtens die wichtigste Lehre des Buches. 

Spannend zu lesen ist die "Einführung in die ursachenorientierte Regulationsmedizin" im Anhang des Werks, doch hier möchte ich nicht vorweggreifen, um die Neugierde nicht zu mindern. Bioresonanztherapien scheinen einen Versuch wert zu sein.  Was Michael Peters dazu schreibt, überzeugt mich.


Das Buch ist überaus lehrreich 
Maximal empfehlenswert. 
Helga König

Rezension: Peter J. König: Nie die Lust aus den Augen verlieren- Lebensthemen- Ulrich Wickert- Hoffmann und Campe

Ulrich Wickert besonders vorzustellen, heißt eigentlich "Eulen nach Athen tragen". Und doch ist es eine Hommage an ihn, seine journalistische und schriftstellerische Tätigkeit noch einmal Revue passieren zu lassen, so wie sein neustes Buch: "Nie die Lust aus den Augen verlieren" es höchst interessant vermittelt. Wickert gilt noch heute, obwohl schon einige Jahre seiner beruflichen Tätigkeit als Moderator der Tagesthemen in der ARD passé sind, als der Journalist, den die Deutschen mit am meisten lieben und vertrauen. Dies liegt nicht allein an seiner entspannten, ruhigen und bisweilen ironischen Art, der weltläufige Journalist hatte zumeist ein gutes Näschen für aktuelle Themen in Politik und Kultur besessen, um dies seinen Zusehern und Zuhörern anschaulich zu vermitteln. 

Ulrich Wickert ist Weltmann und als solches ist er prädestiniert die großen Zusammenhänge zu erkennen und sie aus seiner Warte aus zu erklären. Seine journalistischen Stationen haben ihn rund um den Globus gebracht, ob in die USA, nach China, Frankreich oder sonst wo hin. Als Sohn eines bekannten Diplomaten hat er das Kosmopolitische mit der Muttermilch eingesogen, und selbst im diplomatischen Dienst anzuheuern, schien vorprogrammiert. Sein Studium der Politischen Wissenschaften und der Juristerei in Bonn war da nur eine notwendige Zwischenstation, die ihm aber bewusst machte, dass die Neugierde und diese zu stillen sein eigentliches Ziel war. So landete er nach bestandenem Examen und auf der Suche nach einer bezahlten interessanten Tätigkeit beim WDR in Köln und als freier Mitarbeiter bei der Sendung "Monitor", dem Beginn seines Fernsehschaffens. 

Publiziert hat Ulrich Wickert schon mit 14 Jahren, als er als Schüler in Paris einen Artikel über den Eiffelturm verfasste. Hier in Paris begann auch seine Liebe zu dieser Stadt, den Franzosen und Frankreich zu wachsen, die ihn nie mehr losgelassen hat. So kam es, dass in seinem Herzen zwei Lieben sich verbanden, zwei Kulturen ihn geprägt haben, die deutsche und die französische. Wir alle kennen seine wunderbaren Reportagen über das Leben in Frankreich, seien es die mondänen aus Paris oder an der Cote d´Azur oder die stillen, nachdenklichen vom Leben in der französischen Provinz und ihren liebenswerten Besonderheiten, wobei man zu erkennen glaubt, dass es gerade diese Erfahrungen sind, die ihn zu einem französisch-geprägten Deutschen gemacht haben. Welch wunderbare Symbiose, zumal er jeweils die besten Seiten dieser Kulturen lebt. So ist es nicht verwunderlich, dass er als Vermittler und Botschafter beider Nationen geliebt und anerkannt wird. 

Die Franzosen schätzen besonders seinen Sinn für das "savoir vivre", sodass er für diese Intention von ihnen höchst dekoriert wurde, seine Aufnahme in der Gilde der allerbesten "Maitre fromager affineur" für französischen Käse zeugt davon und vieles anderes mehr. Die Deutschen hingegen schätzen sein kosmopolitisches Wissen, seine schriftstellerische Produktivität, die zu einigen Bestsellern geführt hat, aber auch seine entspannte Lockerheit, sein kühler Charme und seine angenehme Ausstrahlung, die nie anbiedernd, doch immer verbindlich ist. Die deutsch-französische Freundschaft ist sein Thema und er lebt sie bedingungslos. Wen wundern da, dass sich der frankophile Hanseat mit einer Bleibe auf den Hügeln in der Nähe von Vence oberhalb der Cote d´Azur geerdet hat. 

Hier spürt er dem Zeitgeist nach, der die einfachen Franzosen so umtreibt. Die großen politischen Strömungen erfährt er von seinen vielen Freunden aus der Zeit als er Fernsehkorrespondent in Paris war oder auf offiziellen Einladungen der französischen Staatsspitze. Ulrich Wickert ist auch mit fünfundsiebzig ein überaus gefragter Mann, sei es in Talk-Shows, bei Symposien oder bei Staatsbesuchen französischer Präsidenten in Deutschland oder wenn der Bundespräsident oder die verschiedenen Kanzler oder die Kanzlerin in Paris zur Visite weilen. Wickert ist dann stets ein gern gesehener Gast, und es ist ihm immer ein Anliegen, seine Eindrücke aus der Sicht eines "Deutsch-Franzosen" zu vermitteln. Seine Leidenschaft für Kriminalromane hat er nicht alleine durch das Lesen befriedigt, nein er hat selbst welche geschrieben, gleich sechs davon, höchst erfolgreich, und alle handeln vom Pariser Untersuchungsrichter Jacques Ricou, einem Individualisten, Wickert nicht unähnlich.

In Wickerts neustem Buch "Nie die Lust aus den Augen verlieren", zeigt bereits der Titel, wie der Journalist tickt. Seine Maxime: Bei allem Verdruss des täglichen Lebens sollte man jedoch niemals die Lust am Leben in all seinen wunderbaren Facetten außer Acht lassen. Da sind die Franzosen den Deutschen bei weitem voraus, und doch ist die Erkenntnis "Leben und leben lassen" ein unverzichtbares Element in den Augen dieses erfahrenen Europäers. Dass dieser auch die Kehrseiten kennt und benennt, hat er in einigen sehr beachteten Sachbüchern thematisiert. Dabei liegt Ulrich Wickert Ethik und Moral, Gesetzestreue und Philosophie zutiefst am Herzen, seine intellektuellen Ausführungen in seinen Büchern zeugen davon. Das aktuelle Werk nun gibt einen wunderbaren Einblick in das facettenreiche Schaffen des Autors. 

Episoden aus seinen Büchern werden verbunden mit bisher nicht veröffentlichten Erzählungen und Erlebtem aus seiner Zeit als Korrespondent an verschiedenen Orten. Interviews z.B. mit Politikern wie Richard von Weizäcker und Schriftsteller wie Günther Grass zeigen die Vielseitigkeit des Journalisten und auch ganz besondere Geschichten, wie etwa das Leben des deutschen Arztes, der zum Führungskader der chinesischen Volksversammlung avancierte, sind absolut lesenswert. Ganz besonders beeindruckend sind seine philosophischen Gedanken die im Buch einen breiten Raum einnehmen, immer auch in Anlehnung an seine früher verfassten Einlassungen. 

So ist eine sehr beachtliche Bandbreite von Ullrich Wickerts Leben und seinem Denken hier entstanden, die zeigt, das bei aller Lust zum Leben die Tiefe des Denkens und der ethischen Besinnung nie zu kurz gekommen sind. Und da das Ganze im Buch nie belehrend und doch immer auch kurzweilig erzählt wird, ist es einfach nur spannend und anregend Ulrich Wickert zuzuhören.

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König 

Überall im Fachhandel erhältlich 

Onlinebestellung hier klicken: Hoffmann und Campe oder Amazon Nie die Lust aus den Augen verlieren: Lebensthemen

Rezension: Gerade gestern- Vom allmählichen Verschwinden des Gewohnten- Martin Meyer-Hanser

Der Autor dieses hervorragenden Buches ist der Schweizer Martin Meyer, der bis 2015 das Feuilleton der Neuen Züricher Zeitung leitete. Bereits 2004 erhielt er den Europäischen Essay-Preis Charles Veillon. Im Hanser Verlag sind einige bemerkenswerte Bücher von ihm erschienen.

Geboren wurde Martin Meyer 1951. Er kann also  schon recht lange auf den sich ständig verändernden Zeitgeist zurückblicken und scheint daraus eine Art Hobby gemacht zu haben.

Wie man der Vorbemerkung zu der hier vorliegenden spannend zu lesenden Textsammlung entnehmen kann, versucht das Werk zwischen Nostalgie und Gegenwartspathos eine Mitte zu finden. Dabei schreibt Martin Meyer so, dass man immer wieder innehält und begeistert ist wie er Vergangenes in seinen Sätzen ohne Larmoyanz einfängt.

Loslassen ist heute nicht einfach, das erfährt man im Essay "Zeitverlust" ganz nebenbei. Hier beginnt Meyer seinen Text mit den Worten: "Der entfesselte Narzissmus, der in den Spiegelbildern kristallisiert, die die bild- und tongebenden Digitalverfahren ermöglichen, wäre kein massiver Grund zur Sorge, wenn er nicht eine weitere der klassischen Todsünden bedienen würde: die Gier oder Sucht, davon nicht loslassen zu können und die Umwelt zu Dauerzeugen dafür aufzurufen."

Für den Autor sind handgeschriebene Briefe unendlich wertvoll geworden, weil sie Höhepunkte der Kommunikation zwischen Menschen darstellen, obschon sie für uns heute fast künstlich erscheinen und man in ihnen verdeckte Motive vermutet in unserer schönen neuen Welt des entfesselten Narzissmus, dem Dialoge offenbar fremd sind.

Martin Meyer besinnt sich vieler Dinge, die an Bedeutung verloren haben. Ganz klar, der Zeitgeist hat an Tempo zugelegt und wir mit ihm. Unmöglich die Texte an diesen Stelle im Einzelnen unter die Lupe zu nehmen. Man braucht sie nicht chronologisch zu lesen, aber selbst wenn man es tut, findet man sich sehr oft selbst wieder, erkennt wie man war, was man liebte und wie man heute nicht mehr  sein kann.

Nichts verändert uns mehr als der Zeitgeist. Sich ihm zu entziehen, ist noch nicht einmal möglich, wenn wir auf einer einsamen Insel leben, seit der Klimawandel uns zwingt, egal wo wir  uns hin verkrochen haben, auf die durch ihn bedingten Veränderungen vielschichtig  zu reagieren.

Dass Charismatiker dem Gestern angehören, wusste ich bislang noch nicht, wohl aber dass die Schönschrift ganz ähnlich wie der handgeschriebene Brief den Schlager "Marina, Marina" keine Lichtjahre überdauern konnten. Warum?  Vermutlich weil  die Wertschätzung des Du ein Ladenhüter geworden ist

Im Gegensatz zum Autor erhalte ich hin und wieder noch Ansichtskarten und freue mich über die Menschen, die entspannt und ohne Scham solchen alten Gewohnheiten nachgehen. Ansichtskarten zu versenden ist ja fast schon schrullig, aber man sollte bedenken: Schrulliges ist fast immer liebenswert.

Wer nicht schrullig, aber dennoch liebeswert sein möchte,  kann den Hula-Hoop kreisen lassen. Eine sportliche Übung steht nie im Verdacht gestrig zu sein, selbst wenn der Zeitgeist Kapriolen schlägt...

Empfehlenswert

Helga König

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Gerade gestern: Vom allmählichen Verschwinden des Gewohnten

Rezension: Die Meinungsmaschine- Petra Gerster, Christian Nürnberger- Ludwig

Das Autorenteam Petra Gerster und Christian Nürnberger haben mit "Die Meinungsmaschine" ein Buch verfasst, in dem sie zeigen, wie Informationen gemacht werden und wem wir noch glauben können. 

Petra Gerster moderiert seit 1998 die "heute"- Sendung und wurde mit dem Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für Fernsehjournalismus und mit der goldenen Kamera ausgezeichnet. Der Publizist Christian Nürnberger schreibt u.a. für die Zeit und die "Süddeutsche Zeitung“"  Gemeinsam hat das Ehepaar  bereits mehrere Bücher verfasst u.a. den Bestseller "Der rebellische Mönch", den ich auf "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert habe. 

Das vorliegende Werk ist in sechs Teile untergliedert. Als da sind: 
-Die sogenannte Informationsgesellschaft 
-Die Medienmaschine 
-Macht und Ohnmacht der Journalisten 
-Macht und Ohnmacht der Medien
-Die fünfte Gewalt 

Medien, so die Autoren, wirken an der Persönlichkeits- und Charakterbildung jedes Einzelnen mit. Was aus einem Kind werde, hänge im hohen Maße davon ab, mit welchen Medien es seitens seiner Erziehungsberechtigten gefüttert worden sei. Dabei seien es die Medien., die jedem Einzelnen helfen, sich in einer stets komplexeren Welt zu orientieren. 

Eine Flut neuer Buchtitel, dazu 6000 Magazine, deren Inhalten rund 85 Prozent aller Leser vertrauten, sind nicht die einzigen Informationsquellen, derer man sich bedienen kann. Es kommen über 400 Radiosender und 74 TV-Sender und das Internet hinzu, welches immerhin bereits 63% aller Haushalte erreicht. Die Frage, die sich daraus ergibt, lautet: Leben wir tatsächlich in einer Informations- oder doch eher in einer Desinformationsgesellschaft? Seit zu Beginn der Jahrtausendwende die Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenwelt von der Digitalisierung stark in Bedrängnis geraten sind und  sich Werbeerlöse drastisch minimiert haben, auch die Zahl der Abonnenten gesunken ist, stellt sich obige Frage plötzlich.

Kann weiterhin seriöser Qualitätsjournalismus garantiert werden, wenn die Finanzierungsquellen versiegen? Kann man den sozialen Medien trauen, wo doch mittlerweile allgemein bekannt ist, dass dort Fake Accounts, Fake News, Meinungsroboter, Propagandeschleudern, Hoaxes und Trolle für ständige Verwirrung sorgen? 

Ja, man kann, wenn man lernt wie Medien funktionieren, welchen Mechanismen sie gehorchen und welchen Zwängen sie unterliegen. Erkennen muss man Übertreibungen und hinwegsehen sollte man über Zynismus. Dabei sollte man sich nicht beirren lassen vom Medien-Bashing, sondern genau hinschauen, was gesagt und  was verbreitet wird. 

Die Autoren nennen die Ursachen für ein begründetes Misstrauen vieler Bürger dem Establishment gegenüber. Dabei sei allerdings gerade ein starkes Indiz für die Funktionsfähigkeit der Medien die Tatsache, dass man noch immer über Missstände unterrichtet wird. Dennoch ist von Main-Stream-Medien die Rede. Trotz alledem wird die Art wie informiert wird, von verschiedenen Kreisen durchaus in Frage gestellt. Offenbar ist Vertrauen und Misstrauen gleichermaßen gewachsen und zwar auf Kosten der Unentschiedenen. 

Man liest von den ökonomischen Schwierigkeiten der Medienmacher, sinnstiftenden Lesestoff zu vermarkten. Es ist weitaus einfacher, den Voyeurismus und die niederen Instinkte  von Lesern zu bedienen wie auch, sich als Ratgeber für alle Lebenslagen einen Namen zu machen. Die Großen im Medienbusiness sind gewinnorientiert und müssen es wohl auch sein. ARD und ZDF finanzieren sich aber über Gebühren und werden von Gremien kontrolliert. Das macht sie eindeutig unabhängiger. 

Man erfährt Wissenswertes über Medienmilliadäre wie Rupert Murdoch, Haim Saban und Silvio Berlusconi und auch Näheres über die deutschen Pressezaren. Die meisten von ihnen leben nicht mehr, wohl aber noch Hubert Burda und Frank Otto, die von den Autoren mehr als Kaufleute denn als politisch agierende Verleger einschätzt werden. 

Man erfährt in der Folge auch, wer genau die Medienmaschine bedient. Weltweit gibt es etwa 180 Nachrichtenagenturen. Genannt werden die vier wichtigsten Agenturen, die keinem Medienmogul angehören. Man erfährt  zudem nach welchen Regeln die Maschine bedient wird und auch wie sich Regeln ändern können. Weshalb manche Wahrheiten Zeit benötigen, wird auch thematisiert.

Die Autoren machen klar, weshalb es für Journalisten so schwierig ist, Fehler, Lügen, Machtmissbrauch, Korruption und unverantwortliches Handeln aufzudecken und weshalb so selten über Positives berichtet wird. Man liest weiterhin  Wissenswertes über den Treibstoff der Maschine und hier auch, wann eine bestimmte Nachricht Relevanz hat. 

Zudem wird natürlich die Pressefreiheit  thematisiert und aufgezeigt, wo sie endet und wo der Selbstmord der Medienmacher beginnt. Die Medien leben u.a. von den Einnahmen ihrer Anzeigenkunden und je weniger Abonnenten es gibt, umso mehr sind sie auf andere Quellen angewiesen.  Das macht sie nach Ansicht der Autoren zurückhaltender als früher. 

Wie kann in Zukunft in unserer Demokratie journalistische Qualität finanziert werden? Wenn diese Antwort nicht gefunden wird, wird die freie Presse bald der Vergangenheit angehören, so die Autoren.  

Es ist unmöglich, an dieser Stelle alle Facetten dieses klugen Buches auch nur zu streifen. Lesenswert sind u.a. die fünf wichtigsten Regeln und Methoden, Objektivität im Hinblick auf journalistisches Arbeiten zu erlangen. 

Nicht nur nach der Macht und Ohnmacht der Journalisten, sondern auch der Medien wird gefragt. 

Spannend für alle, die im Netz aktiv sind, ist der fünfte Teil des Buches. Hier geht es um die so genannte 5. Gewalt. Sie ist neu und bekanntermaßen sehr unterschiedlich im Niveau. Es handelt sich um Facebook, Twitter, die Foren der sozialen Netzwerke, die Blogs, Instagram etc. Alle sind geschützt durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Dabei kann Macht ausgeübt werden durch anarchische Äußerungen. Wer sich intelligent im Netz bewegt, kann, so die Autoren, es als Instrument der Demokratie einsetzen, d.h. man ist keineswegs ausschließlich Propaganda- und Desinformationskampagnen ausgesetzt. Was alles möglich ist, wird kurz skizziert, so etwa auch Online-Petitionen, die durchaus etwas bewirken können. Verdeutlicht wird, dass der neuartige Bürgerjournalismus, dem professionellen Journalismus nicht schaden muss. Im Gegenteil.

Was noch? Lesen und sich klar machen sollte man zum Schluss die wichtigsten Regeln für Mediennutzer. Sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, schadet auch im Falle der Meinungsmaschine nicht. 


Sehr informativ, von daher  sehr empfehlenswert. 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Die Meinungsmaschine: Wie Informationen gemacht werden - und wem wir noch glauben können

Rezension: The Art and Science of Ernst Haeckel- TASCHEN

Die Texte dieses reich bebilderten Prachtbandes von TASCHEN sind in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt. Um sich einen ersten Überblick über das Leben des deutschen Mediziners, Zoologen, Philosophen und Freidenkers Ernst Haeckels zu verschaffen, empfiehlt es sich, die biographischen Daten zu Ende des Buches zuallererst zu lesen, um sich alsdann in den Aufsatz von Rainer Willmann mit dem Titel "Ernst Haeckel- Kunstformen des Lebens" zu vertiefen. 

Ernst Haeckel (1834-1919) war einer der einflussreichsten Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts und schuf ein wissenschaftliches und philosophisches Monumentalwerk, das seinesgleichen sucht. Dabei verwob er ausgehend von Darwins Überlegungen und seinen eigenen biologischen Untersuchungen sein Wissen um die Entwicklung des Lebens zu einem ganzheitlichen Weltbild. Sein Werk "Welträtsel" von 1899 erschien in 30 Sprachen und erzielte Auflagen, die in die Hunderttausende gingen. 

Als begnadeter Zeichner hat er seine künstlerische Befähigung in den Dienst der Wissenschaft gestellt. So schuf er u.a. Tafelwerke und biologische Atlanten, die, was Anmut und Präzision anbelangen, bislang unerreicht geblieben sind. Konzipiert waren sie allesamt vor dem Hintergrund,  die durch die Evolution entstandene grenzenlose Vielfalt des Lebens aufzeigen zu wollen.

Zudem hat Haeckel die Literatur mit neuem Gedankengut bereichert. Mit seinem Radiolarien-Werk, über das man im Buch Näheres erfährt, wurde der Wissenschaftler 1864 mit der Cothenius-Medaille ausgezeichnet. Es folgten weitere Publikationen, zunächst 1866 die "Generelle Morphologie der Organismen" in zwei Bänden, in deren Zentrum das Wissen um die Evolution und nicht zuletzt die Herkunft des Menschen stand. 

Nach der Drucklegung des Werks arbeitete Haeckel an weiteren Publikationen zur Vielfalt der Arten und publizierte 1872 eine Monografie über Kalkschwämme.

Willmann erläutert in seinem Aufsatz u.a. Haeckels Artenbegriff. Der Wissenschaftler verstand Arten nicht als natürliche Einheiten. Deshalb auch beschrieb er Formen ein und derselben biologischen Art mitunter mit mehreren Namen. 

Bereits 1866 hatte Haeckel eine wichtige Erkenntnis zu Papier gebracht, als er im Zellkern den Träger der Vererbung sah und betonte im Hinblick auf die Herkunft des Menschen, dass dieser sich ebenso aus den Affen entwickelt habe, wie diese aus niederen Säugetieren und ging von einem Übergang des Menschen im Tertiär aus. Für Haeckel stand fest, dass alles untrennbar miteinander in Verbindung steht und ergänzte den Monismus durch das "ethische Grundgesetz" kompromissloser Nächstenliebe. Da es nach seinen Kenntnissen keinen Beweis für ein Leben nach dem Tode gab, war es für ihn selbstverständlich, dass jeder sein Leben im Hier und Jetzt so gut und glücklich wie möglich gestalten solle. 

Der Wissenschaftler setzte sich übrigens für Pazifismus ein, indem er 1910 einen "Aufruf zur Begründung eines Verbandes für internationale Verständigung" unterzeichnete. Zudem unterstützte er Bertha von Suttner und gründete eine Friedensvereinigung, die für einen andauernden Frieden zwischen Deutschland und Frankreich eintreten sollte. 

Julia Voss schreibt in ihrem Aufsatz über Ernst Haeckel und die Evolution der Modernen Kunst, der dann eine Fülle von künstlerisch wertvollen Darstellungen Haeckels folgen,  untergliedert in:

Monographie der Radiolarien 
Siphonophoren 
Atlas der Kalkschwämme 
Arabische Korallen 
Monographie der Medusen 
Bericht über Tiefsee-Keratosoa 
Kunstformen der Natur 

Den einzelnen Kapiteln gehen textliche Erläuterungen voran, die Haeckels Werke begreifbarer machen. Dabei findet sich im Anhang ein weiterer bemerkenswerter Beitrag Rainer Willmanns zu "Verwandtschaftsbeziehungen der Organismen und dem Biologischen System".  Haeckel hatte 1904  seine "Kunstformen zur der Natur" durch eine Übersicht hierzu ergänzt, auf die Willmann Bezug nimmt. 

Ernst Haeckel beeindruckt in diesem Buch vor allem durch seine visuellen Darstellungen, die sogar die Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts beeinflussten. 

Das Werk veranlasst den Betrachter (m/w) zu einem  nicht enden wollenden Staunen. Haeckels weltanschauliche und wissenschaftliche Positionen hier allerdings im Rahmen der Rezension auszudiskutieren, führt zu weit. Die Kunstformen der Natur  zu bewundern, scheint mir zumindest ergiebiger.

Sehr empfehlenswert .

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

Hardcover, 28,5 x 39,5 cm, 704 Seiten

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The Art and Science of Ernst Haeckel