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Rezension: Zu viel und nie genug- Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf- Mary L. Trump-Heyne


Die Autorin dieses Buches ist die promovierte Psychologin Mary L. Trump. Sie ist die Nichte Donald J. Trumps und macht durch ihr Werk die Untiefen der Persönlichkeit des derzeitigen US-Präsidenten begreifbar. 

Mary L. Trump berichtet in ihrem Buch von ihrem Großvater Fred Trump, einem eiskalten, materiell überaus erfolgreichen Egomanen, dem Gerechtigkeit nichts bedeutete, der alle Mittel, auch illegale einsetzte, um reich zu werden und wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Einfluss zu haben. 

Marys Großmutter war oft krank- wen wundert es- und die 5 Kinder blieben sich in vieler Hinsicht selbst überlassen. 

Wie die Autorin schreibt, ging keines der Trump-Geschwister unbeschadet aus der Soziopathie ihres Großvaters und den sowohl physischen als auch psychischen Erkrankungen ihrer Großmutter hervor.

Bei Donald Trump sieht sie die Kriterien einer "antisozialen Persönlichkeitsstörung erfüllt, die sich auch auf chronische Kriminalität, Arroganz und die Missachtung der Rechte anderer bezieht. Zudem erfülle er auch einige Kriterien, die eine "Abhängige Persönlichkeitsstörung" ausmachen. Hier nennt sie die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung zu übernehmen, die Angst vorm Alleinsein und die übermäßigen Bemühungen, die Unterstützung anderer zu gewinnen. Des Weiteren diagnostiziert sie bei ihm eine Lernschwäche, die seine Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, beeinträchtige. Sie schreibt von seinem Schlafmangel und vom Konsum von bis zu 12 Diät-Colas täglich, die diese Schlafstörung möglicherweise hervorgerufen habe. 

Donald Trump sei das einzige Kind, das seinem Vater Fred etwas bedeutet habe und sei genau deshalb nicht liebenswert geworden. Fred habe in seiner Familie durch seine mangelnde Gerechtigkeit eine Atmosphäre der Spaltung erzeugt, die Donald heute in seinem Amt fortsetze und damit das Land zermürbe, genauso wie es in der Trump-Familie, beispielsweise Marys Vater zermürbt habe. 

Donald Trump bewerte alles genau wie sein Vater nur aus der Perspektive des Geldes, deshalb auch seien für ihn Sozialprogramme des Landes suspekt. Ähnlich wie sein Vater schare er Speichellecker um sich und gehe mit Kritikern gnadenlos um. Hybris und Ignoranz sind entscheidende Persönlichkeitsmerkmale von Vater und Sohn. Das macht das Buch sehr deutlich. 

Untergliedert ist das Werk in vier Teile. Hier schreibt die Autorin zunächst über die Symptome für Soziopathie und nennt u.a. Mangel an Empathie, ein Talent zum Lügen und der Tatsache, dass Soziopathen keinen Sinn für Richtig oder Falsch haben. Fred Trump habe seine Kinder in die Isolation gezwungen, nicht nur vorm Rest der Welt, sondern auch innerhalb der Geschwister. Solidarität wurde auf diese Weise untergraben, deshalb auch sei Marys Vater, der von seinem Vater immerfort gedemütigt wurde und mit 42 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb, am Ende von seinen Geschwistern im Stich gelassen worden. 

Mary schreibt von der Entwicklung der Kinder Fred Trumps ausführlich, schreibt davon, dass ihrem Vater das Lügen als Überlebensstrategie im Hinblick auf seinen Vater diente, seine einzige Verteidigungsmöglichkeit gewesen sei, seine Sensibilität, seinen Sinn für Humor und Abenteuerlust zu schützen, hingegen sei Lügen bei Donald eine Methode der Selbstverherrlichung, andere davon zu überzeugen, besser zu sein als er ist. 

Ihr Großvater habe Menschen bewundert, die den Anschein erweckten, unverwundbar zu sein- er nannte sie Killer und sah in seinem Sohn Donald eine solche Person. Dies auch sei der Grund gewesen, dass er dessen zahllose Misserfolge durch seine Millionen vertuscht habe. Jede Story (Erfolgsstory) Donalds sei in Wirklichkeit eine Story Freds. Rückblickend sei Fred Trump ein Marionettenspieler gewesen, bei dem keiner sehen konnte, wie er die Fäden seines Sohnes Donald hielt. Fred sei bereit gewesen, viele Millionen Dollar auf seinen Sohn zu setzen, weil er glaubte, er könne die Kompetenzen, die Donald habe - als Inselbegabter für Eigenwerbung, schamloser Lügner, Marketingspezialist und Markenentwickler -, nutzen, um etwas zu erreichen, das ihm versagt geblieben war: "Einen Bekanntheitsgrad, der zu seinem Ego passte und seine Ambitionen auf eine Art befriedigte, wie Geld allein es niemals vermochte."

Ab Ende der 1980er Jahre sei die "gnadenlose Unfähigkeit" Donalds unübersehbar gewesen. Jetzt ging es Fred offenbar nur noch darum, den Schaden zu begrenzen und Geld am Fließen zu halten und einen anderen zu finden, dem er die Schuld in die Schuhe schieben konnte, so die Autorin. Während Trump von seinem Vater mit Millionen gestopft wurde wie eine Weihnachtsgans mit Äpfeln, erhielt Marys Mutter einen monatlichen Scheck von 600 Dollar für den Unterhalt ihrer Kinder. 

Kälte, Kulturlosigkeit, Geiz bei gleichzeitiger Verschwendungssucht sind neben Lügen, was Trumps vermeintlichen Erfolg anbelangt, Hauptthemen dieses Buches, das sich ausführlich mit dem Werdegang des mächtigsten Mannes der Welt befasst, dem die Autorin ein entfesseltes Ego bescheinigt. 

Sein Vater habe von Anfang an von den Spielchen, die Donald spielte habe, gewusst, denn er selbst habe sie ihm beigebracht. Mary L Trump schreibt: "Öffentlichkeit und Presse blenden, lügen, andere über den Tisch ziehen-all das waren, in Freds Augen, legitime Geschäftspraktiken." Der Unterschied zwischen Vater und Sohn habe darin bestanden, dass "Fred trotz seiner Unaufrichtigkeit und mangelnden Seriosität ein solides, gewinnbringendes Unternehmen aufgebaut hatte, während Donald lediglich die Fähigkeit hatte, mithilfe des Geldes von seinem Vater Luftschlösser zu bauen."

Als Marys Großvater im Alter von 93 Jahren im Juni 1999 stirbt, war Unrecht in der Familie Trump schon lange zum Programm geworden. Dies auch dokumentiert das Testament, das sie und ihren Bruder als Vermächtnisnehmer gestrichen hatte. Ihr Vater und seine gesamte Linie seien damit faktisch ausgelöscht worden. 

2018 habe die New York Times einen vierzigseitigen Artikel veröffentlicht, in dem sie eine lange Litanei von möglicherweise betrügerischen und kriminellen Tätigkeiten, die ihr Großvater, ihre Tanten und Onkel betrieben, enthüllte. Durch die außerordentliche Berichterstattung habe sie mehr erfahren als sie je gewusst habe, so auch das Donald Trump noch zu Lebzeiten den Gegenwert von 412 Millionen Dollar von ihrem Großvater  erhalten habe, einen Großteil auf zweifelhafte Weise: "Darlehen, die er nie zurückgezahlt hatte, Investitionen in Immobilen, die nie fertig wurden, im Grunde Geschenke, die nie versteuert worden waren."

Es führt zu weit, an dieser Stelle die gesamten Mauscheleien um das Riesenvermögen Fred Trumps  hier aufzulisten. Gelernt habe ich: Wenn es ums Erben geht, ist jede Schweinerei möglich, noch weit größere als sie mir bisher bekannt waren. 

Gelernt habe ich aber auch, Donalds Trumps Persönlichkeit zu begreifen, die weit mehr als nur Narzissmus beinhaltet. Mary l. Trump weiß, wenn sie sagt, dass Fred Trump die Psyche seines Lieblingskindes, Donald J. Trump, bis zur Unheilbarkeit geschädigt hat und begründet dies auch mit viel Fachwissen. 


Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Altern wird heilbar- Jung bleiben mit der Kraft der 3 Zellkompetenzen- Nina Ruge/ Dr. Dr. med. Dominik Duscher-GU


Das Autorenteam Nina Ruge/ Dr. Dr. med. Dominik Duscher hat ein bemerkenswertes Buch verfasst, welches Einblicke in die zellbiologischen Ursachen des Alterns ermöglicht. Dabei werden die kardiovaskulären und neurologischen Degenerationsprozesse  für den Laien verständlich gemacht. 

Das Buch ist in drei große Abschnitte untergliedert: 

I    Zellkompetenz Erneuerung 
II   Zellkompetenz Energieerzeugung 
III Zellkompetenz Entgiftung 

Hier entfalten die Autoren ein breitangelegtes Faktenwissen, wie altersbedingte Phänomene in unserem Körper zusammenhängen und unsere Gesundheit bestimmen. Sobald die drei oben angeführten Zellkompetenzen mit zunehmendem Alter gestört werden oder ausfallen, erkrankt oder stirbt die Zelle. In der Folge erkrankt das Organ alsdann stirbt der Mensch früher oder später. 

Zur Zellkompetenz Erneuerung

Je älter man wird, umso weniger sind die Zellen in der Lage, sich zu teilen. In diesem Zusammenhang lassen die Fähigkeit zur Wundheilung und die gesamte Regenerationsleistung in allen Organen nach. Sobald die Reparaturleistungen der Zellen immer mehr eingeschränkt sind, erhöht sich die Gefahr, dass spontane Entgleisungen nicht mehr korrigiert werden können. In diesem Fall drohe Schlimmeres, z.B. Krebs. Nach neueren Erkenntnissen tragen unsere Stammzellen maßgeblich zu unserem Altern bei. Der Verlust von Stammzellen im Gewebe und der Verlust der Balance von Stammzellpools zugunsten weniger regenerativer Stammzellenuntergruppen schwächen unsere Selbstheilungskräfte. Es gibt allerdings Antioxidantien, die die DNA-Reparaturmechanismen unterstützen. Diese sind im Buch aufgelistet. 

Hinterfragt wird, ob auch durch Medikamente, junges Blutplasma oder neuen Stammzellen dem Alter entgegengewirkt werden kann und wann es z. B. für Haarwachstum zu spät ist. 

Zellkompetenz: Energieerzeugung 

Die Kleinkraftwerke unserer Zellen- die Mitochondrien- arbeiten zunehmend ineffizient. Man kann ihre Effizienz messen und weiß, dass ältere Mitochondrien nur halb so viel Energie erzeugen wie junge, jedoch genau so viel Sauerstoff verbrauchen. Man erfährt u.a. wie es zum Gau in den Zellkraftwerken kommt, weshalb sie immer mehr freie Radikale produzieren und der Muskelschwund – dies gilt auch für den Herzmuskel- durch die unzureichende Neubildung von Mitochondrien zu beklagen ist. 

Auch andere Krankheiten wie Diabetes, Parkinson und Alzheimer sind u.a. eine Folge der mangelnden Leistungsfähigkeit von #Mitochondrien. 

Fasten und Intervallfasten scheint die Zellkraftwerke zu stärken, aber auch Bewegung, Schlaf sowie Kälte und Hitze. 

Spannend ist das Kapitel mit dem Titel "Aktivierung körpereigener Mitochondrien-Booster" und hier speziell die Infos zu Q 10, Coenzym PQQ, Leucin, Kreatin und Glycin sowie die Empfehlung eines Langlebigkeitscocktails. 

Zellkompetenz: Entgiftung 

Junge Zellen verfügen über ein perfekt funktionierendes System der Abfallbeseitigung. Alles, was an Spaltprodukten bei den vielen Stoffwechselprozessen übrig bleibt und nicht benötigt wird, wird über das Blut und die Lymphe abtransportiert und ausgeschieden. Bleiben sie liegen, entstehen beispielsweise Altersflecken. 

Was tun im Hinblick auf Entgiftung? Hier erfährt man viel Wissenswertes, nicht zuletzt auch eine Auflistung von Lebensmitteln, die unserem Kopf gut tun. 

Heilmittel des Alterns, die man sofort ausprobieren kann, werden zum Schluss genannt. Dabei sollte man wissen, dass 150 Minuten Sport in der Woche, nicht rauchen und eine gehirngesunde Nahrung das Risiko an Alzheimer zu erkranken um 60 Prozent senken.

Alles in allem ein spannend zu lesendes Buch, das dokumentiert, dass älter werden nicht bedeutet, ständig krank sein zu müssen. 


Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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The Adidas-Archive- Christian Habermeier/Sebastian Jäger -Taschen



Dieses reich bebilderte Buch vermittelt eine beispiellose Chance, die Marke adidas (Adi Dassler war der Gründervater) zu verstehen, dabei in Archive einzutauchen, um auf diese Weise mehr über ihren Gründer, ihre Ursprünge, ihre Kultur und ihr Vermächtnis in Erfahrung zu bringen. 

Neben der beeindruckenden visuellen Chronik der Sportschuhe, geht es darum, den Leitgedanken und die menschliche Seite der Marke begreifbar zu machen. Dabei wird den Personen, die zur kulturellen Identität des Unternehmens beigetragen haben, Anerkennung gezollt. 

Man erfährt wie im Werk jedes der abgebildeten Modelle entstand und welche treibende Kraft dahintersteckt. Für die Schöpfer, so Jacques Chassaing,  ist nicht allein das Design die Antriebsfeder, sondern es gehe auch um sich wandelnde Bedürfnisse und verschiedene Lebensphasen und einen Beitrag zu gemeinsamen Zielen. 

Die Texte zu diesem Prachtbildband sind in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt und stammen von unterschiedlichen Autoren. Dabei wird man zunächst mit der Geschichte der Marke vertraut gemacht, die mit dem Namen Dassler und dem Ort Herzogenaurach verbunden ist und in den 1920er Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Anfang nahm. 

50 Jahre später, nach spannend zu lesenden Gründer- und Erfolgsjahren, avancierten gleich mehrere adidas Schuhe zu Bestsellern, die noch heute unverändert produziert werden. In den 1980ern dann versuchte der neue Firmenchef Horst Dassler neue Ideen umzusetzen, adidas auch als Freizeitmarke zu etablieren und mit professionellen Werbeträgern auch außerhalb des Sports zusammenzuarbeiten. Horst Dasslers früher Tod im Jahre 1987 führte dazu, dass das Projekt offenbar nicht mit der nötigen Energie vorangetrieben wurde und die Firma Nike adidas vom Spitzenplatz in der Branche verdrängte. 

Anfang 2000 kam es dann in den USA zu respektablen Zuwächsen. Gezielte Partnerschaften mit Designern, die ein modernes Verständnis von Mode und Lifestyle mitbrachten, waren der Ausgangspunkt, um #adidas als Freizeitmarke zu etablieren und mit dem wachsenden Sneaker-Markt kamen dann sogenannte Sneakerheads in den Mittelpunkt, so etwa der Rapper #Kanye_West, der 2005 die "#Ultraboost-Schuhe" vorstellte, was dazu führte, das die Verkaufszahlen explodierten. 

Heute nun stehen Digitalisierung und der Ausbau des Onlinehandels wie auch die Globalisierung der Marke im Vordergrund. So ändern sich die Zeiten. Adi Dassler (1900- 1978) der einst in seiner Werkstatt an neuen Modellen tüftelte, das war Vorvorgestern. Für ihn markierte jedes Modell nur einen bloßen Entwicklungsstand. Ihm ging es stets um Optimierung. Deshalb auch studierte er getragene Modelle von Athleten und bewahrte die Schuhe in seinem Archiv auf. 

Betont werden muss, dass auf Adi Dassler die im Buch vorgestellte Sammlung zurückgeht. Diese wächst bis zum heutigen Tage weiter und bietet immer neue Möglichkeiten der Analyse. 

Im vorliegenden Werk wird deutlich, dass diese Firma von Anbeginn an vom Lernen und durch Wandlung gelebt hat und auf diese Weise immer wieder neue Erfolg feiern kann. Den Sportlern unterschiedlicher Disziplinen hat adidas durch ihre ausgefeilte Schuhtechnik zweifelsohne zu herausragenden Erfolgen verholfen und kann deshalb auch entspannt und glaubhaft damit werben. Der Erfolg gibt ihnen Recht. 

Maximal empfehlenswert .

Helga König

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Rezension: Die schönsten Restaurants & Bars- Franziska Horn- Callwey



In diesem Bildband werden 44 herausragende Interiordesign-Konzepte vorgestellt. Ausgewählt wurden diese sehr sorgfältig von einer hochkarätigen Jury. 

Fokussiert werden exklusive Geheimtipps, spektakuläre Neueröffnungen aber auch gelungene Umgestaltungen und Renovierungen gastronomischer Betriebe

Zunächst wird das Auswahlgremium vorgestellt. Dann hat man die Gelegenheit die Laudatio von Franziska Horn für den ersten Preis im Segment "Restaurant" zu lesen, der an die Berliner "TISK Speisekneipe" ging, die mit klar durchdeklinierter Schlichtheit nicht nur kulinarisch von sich reden macht. Die Inneneinrichtung der Kneipe wird anhand von Fotos und eines ausführlichen Textes den Lesern sehr gut nahe gebracht, zudem gibt es eine Skizze des Raums, der Architekt wird vorgestellt und es werden Projektdetails aufgelistet. Fernerhin wird die Grundidee mit wenigen Worten übermittelt. Das alles ist sehr spannend, nicht nur für Architekten und  Gastronomen.

Anschließend hat man die Chance die Laudatio von Claudia Schütz zum 1. Preis im Segment "Bar" zu lesen, die man im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting besuchen kann. Diese Bar nennt sich übrigens "Karl". Auch hier gibt es wieder Fotos von Detailansichten, eine gute Beschreibung und Projektdetails. Die Grundidee wird ebenfalls mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht, sodass klar ist, womit man sich anfreundet oder auch nicht.

Weiter geht es dann mit der Laudatio von Franziska Horn für den 1. Preis für "Café & Bistro", den das "Im Kult" in Marling erhalten hat. Auch hier wird wie bei den anderen Preisträgern verfahren.

Nach den Gewinnern folgen 7 Auszeichnungen und mehr als 30 ausgewählte Projekte, alle sehr gut vorgestellt.

In Zeiten von Corona  ist dies eine gute Chance, überall mal reinzuschnuppern und sich klar zu machen, dass der Zeitgeist viele Facetten hat, die sich in höchst unterschiedlichen Designkonzepten wiederspiegeln, auch im "Seerestaurant Tracht Rüchlikon", das einen Hauch von ZEN sein eigen nennt.

Ganz zum Schluss lernt man eine Reihe von Innovationen des Jahres kennen, darunter tolle Gartenmöbel, auch Wandfliesen und ein Heißluftgerät. 

Ein Planer und Fotografenverzeichnis runden diesen Bildband ab, der für Gastronomen ebenso inspirierend ist, wie für potentielle Gäste, die sich nicht nur für das interessieren, was auf dem Teller oder im Glas auf sie wartet, sondern auch für die Innenarchitektur und das Design des Ortes, wo sie sich aus Genussgründen aufhalten 

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Quarantäne!- Eine Gebrauchsanweisung- So gelingt friedliches Zusammenleben zu Hause- Anselm Grün –Herder



Der Benediktinermönch Dr. OSB Anselm Grün hat gemeinsam mit dem Philosophen Simon Bialowons diesen Ratgeber verfasst, der besonders jetzt in Coronazeiten hilfreich ist, um ein friedliches Zusammenleben zu Hause zu ermöglichen. 

Es geht darum, auszuloten, wie wir mit unseren Emotionen umgehen, wie wir zueinander stehen und welche Ziele wir uns setzen möchten. 

Der Begriff "Quarantäne", steht, so die Autoren, für eine Zeit der Abgrenzung, der Isolation und zwar  zeitlich begrenzt. 

Die Benediktiner haben von ihrem Ordensgründer, dem heiligen Benedikt, klare Kriterien erhalten, wie ein friedliches Zusammenleben möglich wird, - auch in stürmischen Zeiten- . Zuhören sei eine wichtige Benediktinerregel. Diese Kunst drohe, so die Autoren, in unserer Gesellschaft vergessen zu werden. Das Hören, auf sich und die anderen, sei wesentlich für das Einfühlen, in die eigene Seele und in die anderer. Wer nicht höre, der fühle nicht und habe keine Offenheit für die Emotionalität. Dies offenbare sich beim Zusammenleben besonders deutlich. Speziell jetzt in Coronazeiten könnten wir das Hören einüben und zwar im Hören auf Sorgen und Nöte, auf Wünsche, Ziele und auch Träume. Wenn wir bemerkten, dass uns jemand zuhöre, könne die innere Resilienz gestärkt werden. Wer über gemeinsame Träume und Ziele spricht, kann besser auf Krisen reagieren, so die Autoren. 

Das Einhalten von Regeln, auch eine Benediktinerregel, ist wichtig, Nicht über Regeln klagen, die notwendig sind, sondern sie aus Vernunft zu befolgen, ist ebenso wichtig, wie Widerstände auszuhalten. Wichtig sind in Krisenzeiten „Rituale“, liest man, denn durch sie können Untätigkeit und Langeweile unterbrochen werden. Auch körperliche Betätigung eignet sich dazu, ritualisiert zu werden. 

Rituale seien das Geländer für die Seele. Sie nämlich strukturierten unser Leben im Ganzen und unseren Tagesablauf im Kleinen. Sie sind in der Lage zu entschleunigen und dabei zu helfen, uns selbst und die Wirklichkeit bewusster und achtsamer wahrzunehmen. Rituale vermögen das Gefühl zu geben, dass wir bei allen Bedrohungen von außen, bei uns selbst sind, dass wir unser Leben selbst leben. 

Die Autoren schreiben vom sogenannten "Lagerkoller" und was man gegen diesen unternehmen kann. Mit Lagerkoller gemeint sind Wutausbrüche, Panikattacken und auch depressive Zustände. Dieser Koller drücke sich aus in Aggressivität, Gereiztheit, Empfindlichkeit, Unzufriedenheit und auch in Ziellosigkeit. Deshalb sei es wichtig, Ziele zu entwickeln, denn diese helfen uns, den äußeren Stillstand zu ertragen, ja sogar zu nutzen und zu durchbrechen. 

Wichtig vor allem ist, die Trägheit des Herzens zu überwinden, im Augenblick zu leben, sich nicht selbst überdrüssig zu werden, die Freiräume mit Leben ausfüllen. Ach ja, entrümpeln ist  ebenfalls bedeutsam. Wir brauchen Raum und Luft zum Atmen, dann fällt es einfacher, friedlich zu sein. 

Notwendig auch ist Balance zu halten, zwischen Nähe und Distanz. Wie das funktioniert, ist auch ein Thema des Ratgebers. Dabei sollte man wissen, dass Reden entscheidend ist, um Nähe und Distanz in ein richtiges Verhältnis zu rücken, zu viel reden jedoch zerstöre die Balance. 

Was noch? Man erfährt, wie man sich und andere in Quarantäne aushält und wie man es schafft, die eigene Balance und die des Miteinanders unter einen Hut zu bringen. 

Ein hilfreiches Buch also, um entspannt durch die Corona-Zeit zu kommen und bei aller Enge gut gelaunt  und friedlich zu bleiben. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Das große Buch der Manufakturen- Olaf Salié (Herausgeber)- Callwey



An diesem wunderbaren Werk haben wichtige Vertreter von #Manufakturen und entsprechenden Initiativen mitgewirkt. Herausgeber ist #Olaf_Salié

#Manufakturen sind ein Garant für Hochwertiges, Nachhaltiges und Individuelles.

Das Anliegen dieser Publikation besteht darin, dass die Leser in punkto Manufakturen überraschende Entdeckungen machen und mit den Herstellern wunderbarer Produkte Kontakt aufnehmen können.

Untergliedert sind die im Buch vorgestellten rund 300 Manufakturen in die Abschnitte:

Wohnen&Leben
Bekleidung& Accessoires 
Freizeit &Interessen
Ernährung &Genuss 

Diese vier Abschnitte enthalten jeweils unterschiedliche Kapitel, in denen man dann die sorgfältig ausgewählten Manufakturen findet. 

Wohnen & Leben ist beispielsweise untergliedert in: 
Möbel 
Leuchten 
Bauen& Gestalten 
Tischkultur& Küche
Kunst&Dekoration 
Textilien 
Körperpflege &Bad 

Die einzelnen Manufakturen in den oben angeführten Rubriken  werden mittels eindrucksvoller Fotos und erläuternder Texte vorgestellt. Zudem gibt es immer auch Daten& Fakten zu jedem Unternehmen und hier Hinweise zur Branche,  auch welche Produkte hergestellt werden, wo die Manufaktur ansässig ist; der Gründer und der Inhaber werden genannt und man erfährt auch wie der Vertrieb organisiert ist. 

Im Bereich von Möbeln ist die in Frankenberg/Hessen ansässige Manufaktur #Thonet z.B. aufgeführt. Die Geschichte dieses Unternehmens ist 200 Jahre alt. Über dessen Geschichte wird man aufgeklärt wie auch über die Schwerpunkte der Manufaktur im Hier und Jetzt. Genauso wird bei allen anderen Manufakturpräsentationen in den vorgestellten Bereichen vorgegangen. 

Besonders angetan bin ich von den vielen Porzellanmanufakturen, allen voran #Fürstenberg. Diese Manufaktur wurde bereits 1747 gegründet. Bis heute ist ein Großteil der Porzellanherstellung auf Handarbeit begründet. Unter anderem ist auch die Höchster Porzellan-Manufaktur aufgeführt. Sie wurde 1746 gegründet und ist die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands. Ob #Meissen oder #Nymphenburg, #Augarten oder #Rosenthal, alle sind vertreten. 

Spannend zu erkunden, auch sind die Manufakturen im Bereich Kunst und Dekoration und hier die Manufakturen für Kunsthandwerk im Erzgebirge.

Der Bereich von Bekleidung&; Accessoires ist untergliedert in: Mode, Accessoires, Uhren,  Schmuck & Brillen. Hut- und Handschuhmacher werden im Bereich der Mode vorgestellt, natürlich das Unternehmen #Roeckel, das es seit 1839 bereits gibt. Wunderschöne Uhren, so etwa aus dem Manufaktur Lacher und Co, gegründet 1925 oder aus der Ascania AG lassen den Blick lange verweilen, weil das Design der Uhren einfach außergewöhnlich ist. Das auch gilt für Brillen, die in speziellen Brillenmanufakturen hergestellt werden. 

Eine Fülle von Manufakturen wartet in dem Abschnitt Freizeit &Interessen auf die Leser. Sehr schön hier sind die Schreibgeräte, so etwa von Otto Hutt im Segment Schreibkultur &; Künstlerbedarf. Vorgestellt werden zudem in diesem Abschnitt Manufakturen für Werkzeug & Verpackung, Instrumente & Soundsysteme aber auch Spielwaren, nicht zuletzt die Käthe Kruse Manufaktur, in der seit 1911 Puppen hergestellt werden. 

Was noch? Der Abschnitt Ernährung & Genuss und hier Manufakturen für Alkoholika &; Genussmittel, für Süsswaren und für Delikatessen. Hier gibt es viel Köstliches zu entdecken. 

Doch überzeugen Sie sich bitte selbst. 

Ganz zum Schluss werden noch Initiativen & Verbände vorgestellt und man erhält die Adressen all der vorgestellten Manufakturen, um sich vor Ort weiter informieren zu können. 

Ein sehr gutes Nachschlagewerk. 

Maximal empfehlenswert

Helga König

Maximal empfehlenswert

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Rezension: Debrett´s - Die feine englische Art von A-Z- Klett-Cotta


Dieses geistreiche und dabei humorvolle Buch befasst sich mit Umgangsformen. 

In Zeiten rüpelhaften und auch ungeschliffenem Benehmens, wie man es derzeit all überall beklagt, sollte der Inhalt dieses Werks im Grunde Thema in Schulen sein, um zu erlernen, was  als Verhalten akzeptabel ist und was eher nicht. 

Alphabetisch geordnet, erhält man zu bestimmten Stichpunkten spannende Informationen, so etwa zur #Angeberei, die als Gipfel schlechten Benehmens gilt. 

Wann ist es schicklich, zu applaudieren und wie zerlegt man eine Artischocke bei Tisch? Weshalb ist Zurückhaltung angesagt, wenn jemand ein Wort falsch ausspricht und wie verspeist man stilvoll eine Avocado? Dieses und vieles mehr erfährt man im Rahmen der Stichpunkte unter dem Buchstaben A.

Das Texte müssen nicht chronologisch gelesen werden, sondern man kann durchaus entspannt im Buch blättern und bei den Stichpunkten innehalten, die einen besonders neugierig machen, weil man vielleicht sich in bestimmten Angelegenheiten nicht wirklich sicher ist, so z.B.  bei der #Sitzordnung. 

Beim Stichpunkt "#Stimmungsschwankungen" wird empfohlen, sich zum Ziel zu machen, jederzeit Gleichmut auszustrahlen und beim Thema "#Streit", dass die Faustregel gilt, stets höflicher zu bleiben als die Person, mit der man streitet, weil dies die moralische Überlegenheit garantiert. 

Damit Sie einen Eindruck erhalten, worum es insgesamt in etwa geht, nenne ich an dieser Stelle die Stichpunkte unter dem Buchstaben U: #Übellaunigkeit; #Überreaktion/Überreagieren; #Umwelt, Respektvoller Umgang mit der Natur; #Underdresses; #Understatement; #Unfairness, sportliche; #Unterbrechen; #Unterhosenlinie, sichtbare; #Unterwäsche; #Untreue; #Unverbindlichkeit; #Unzuverlässigkeit.

Bei manchen Begriffen ist eine ganze Seite Erläuterndes nachzulesen, bei anderen nur ein paar Zeilen. So liest man bei #Kerne: Kerne (von Kirschen, Oliven etc. sollten in die geschlossene linke Hand gespuckt und dann auf dem Tellerrand ablegt oder gleich ganz entsorgt werden.“

Ein tolle Lektüre für Zwischendurch, sehr informativ und nützlich. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben- Klaus Brinkbäumer, Samiha Shafi- S. Fischer



Das Autorenteam Klaus Brinkbäumer und Samiha Shafi hat ein bemerkenswertes Buch verfasst. Dort versuchen sie herauszufinden, wie man ein langes Leben führen kann, das selbst im hohen Alter Glück und Zufriedenheit verheißt. 

Überall auf der Welt haben die beiden mit sehr alten Menschen gesprochen, auch mit der Buchhändlerin #Helga_Weyhe (97) aus Salzwedel, mit der ich vor einigen Jahren bereits auf "Buch, Kultur und Lifestyle" ein Interview realisieren konnte. Sie, wie viele andere der im Werk vorgestellten, hochbetagten Menschen, wartet mit einer Altersweisheit auf, die ich stellvertretend für alle anderen klugen Gedanken der Protagonisten  jetzt erst einmal wiedergeben möchte: 

"Versuchen sie zufrieden zu sein. Nutzen sie ihre Chancen, aber seien Sie niemals zu ehrgeizig. Ehrgeiz macht krank. Und pflegen Sie Freundschaften. Freundschaft ist eine gemeinsame Erinnerung."

Brinkbäumer/Shafi haben des Weiteren Wissenschaftler aufgesucht, die in Erfahrung gebracht haben, was uns Menschen lange gesund und glücklich leben lässt. So liest man beispielsweise von Dr. Suzuki, einem 85 jährigen japanischen Wissenschaftler, der diesbezüglich zehn wichtige Verhaltensmuster beobachtet hat, die  im Buch aufgelistet sind. 

Bei den Geschichten über die uralten Menschen stößt man auf  Miniaturen wie diese: "Im Garten stand Kuchwalek, 98 Jahre alt, auf einer Leiter in der Krone eines Apfelbaums, mit einer Kettensäge in der Hand „Ich schaff halt gerne“ sagt er und grinst.“ 

Auch erfährt man von einer Studie aus Heidelberg, wonach immer mehr Hundertjährige in Deutschland leben werden. Wichtig für diese Menschen wird Bewegung sein, weil sie das Altern verlangsamt. Zudem benötigen alte Menschen Zuwendung und hier vor allem Wärme sowie Gespräche. Einsamkeit mache krank. 

Je intensiver alte Menschen in das soziale Leben eingebunden sind, umso besser würde es ihnen gehen. Bei Hundertjährigen ticke die Uhr nicht nur anders, sondern wie neu aufgezogen. Das hänge damit zusammen, dass diese Menschen über bestimmte Genvarianten verfügten, die Krankmacher gleichsam unschädlich machen. Vereinfacht dargestellt, sorge eines der Gene für die Ausschüttung eines Proteins, das den Insulinstoffwechsel reguliere. 

Auch über sehr berühmte alte Menschen liest man und hier  z.B. über Marcel Reich Ranicki, der im Alter von 93 Jahren in einem Pflegeheim verstarb. Seine Bücher hatte er weggeben, weil er nicht mehr gut sah und die Literatur zudem nicht mehr mochte. Das Alter fand er sehr unangenehm und den Zustand des Glücklichseins habe er nie gekannt. Dies zu lesen,  fand ich sehr traurig.

Gefallen haben mir die Weisheiten von Irving Fields, einem hundertjährigen Pianomann. Sehr sympathisch. Doch auch der 107 Jahre alte Menschenliebhaber Joe Binder ist ein Sympathieträger. Solche Menschen werden geliebt und das fühlen sie auch.  Das lässt länger leben. 

Dann liest man von Metformin, das die Zellen verjüngen könne, später von der Sinnsuche der Philosophen und immer wieder leuchtet der Begriff "#Zufriedenheit" auf.  Ohne sie gibt es kein Glück.

7 Faktoren- sie sind im Buch aufgelistet, führen im Alter zur Gesundheit. Dazu gehören auch gesunde Strategien, um Probleme und Schicksalsschläge zu bewältigen. 

Verheiratete haben eindeutig bessere Chancen auf ein langes, gesünderes Leben, daraus ließe sich ableiten, dass menschliche Nähe eine lebensverlängernde Wirkung habe. 

Dies und manch anderes macht das Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. 

Sich an den Menschen von Okinawa (Japan) ein Beispiel zu nehmen, scheint mir erstrebenswert. Wer über diese Menschen mehr wissen will, darf ihre Lebensweise im Buch bestaunen,

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Rezension: Individuation- Christina Berndt- dtv



Dr. Christina Berndt arbeitet als Wissenschaftsredakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung" und hat für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen erhalten. 2013 wurde sie unter die Top 3 der Wissenschaftsjournalisten des Jahres gewählt.

Thema des Buches ist unsere Persönlichkeitsentwicklung und hier die Tatsache, dass wir uns im Laufe des Lebens über die Jahre immer wieder wandeln, wir unsere Vorlieben ändern, die Art zu leben, die Dinge, die uns wichtig sind, auch das Aussehen, so die Autorin. Selbst unser Gehirn und unsere Gene verändern sich. So kann das Erwachsenengehirn noch Zellen ausbilden, wodurch neue Verknüpfungen ermöglicht werden, die unser Denken und unser Bewusstsein mitbeeinflussen können. Die vielgepriesene #Authentizität wird dadurch fraglich, wenn das Selbst sich durch Resonanz immerfort ändert.

Dr. Berndt verdeutlicht, dass es nicht nur mit unserer #Authentizität, sondern selbst mit unseren Erinnerungen nicht weit her sei, weil unser selektives Gedächtnis unsere Vergangenheit so trimmt, dass es zu unserem Leben von heute passt. Die Identität sei sehr biegsam, und persönliche Vorlieben entstünden im jeweiligen Moment. Wir passen uns Gegebenheiten an, was dazu führen kann, sofern die Umstände es erfordern, dass wir  sogar unsere Ideale über Bord werfen.

Ein Test, aus dem hervorgeht, wie authentisch man  tatsächlich ist, ist recht spannend und macht klar, dass wirkliche Authentizität, nicht gerade wenig von dem abverlangt, der  sie wirklich auch besitzt.

Man liest von drastischen Veränderungen der Persönlichkeit und davon, dass selbst alte Menschen diese noch verändern. Die einen werden resilienter, andere über- oder unterkontrolliert. Die Persönlichkeit wird demnach nicht automatisch stabiler.

Man liest Wissenswertes zu den "Big Five", sprich zu #Neurotizismus, #Extraversion, #Offenheit für Erfahrungen, #Verträglichkeit und #Gewissenhaftigkeit und hat Gelegenheit, einen Test zu machen, der über die eigene Persönlichkeit Auskunft gibt, um sich alsdann intensiv mit #Resonanz zu befassen.

Für alle Menschen gelte: "Wir verändern uns, wenn sich die Welt um uns verändert." Wir und die Welt, das sei ein Resonanzsystem. Sobald wir eine neue Rolle in der Gesellschaft einnehmen würden, veränderten wir uns ein Stück weit. Weil sich die Welt immerfort verwandelt, wandele sich auch unser Selbst. 

Fortwährend erhielten wir Rückmeldungen und würden daraus unsere Konsequenzen ziehen. Deshalb schwingen wir mit dem mit, was uns von außen entgegengebracht wird oder wir leisteten Widerstand, weil uns nicht behage, was wir ausgelöst haben. Auf diese Weise veränderten wir unsere Persönlichkeit. 

Auch auf körperlicher Ebene gehen wir in Resonanz und unser Gehirn schwingt mit dem Gehirn des anderen mit, so die Autorin, die dies im Buch näher ausführt. 

Unsere Selbstwahrnehmung werde stets gestört, beflügelt, verändert durch die Reaktion der anderen. Immerfort erhalten wir Feedback. Was uns stark prägt, liegt offenbar eher in der jüngsten Vergangenheit und weniger in der Kindheit. 

Veränderungen in der Persönlichkeit entstünden durch Erfahrungen und neue soziale Rollen. Vieles verändert uns, auch unser Essen und der Schlaf. Schlafmangel mache unter anderem ängstlich und aggressiv. Zudem würden unausgeschlafene Menschen auf andere erschreckend wirken, wie Untersuchungen zeigten. Schlafmangel könne den Teufelskreis von Einsamkeit auslösen. 

Wie man seine Persönlichkeit durch kleine veränderte Handlungen schon verändern kann, wird im Buch auch gezeigt und dass es Trainingsmöglichkeiten für das Selbst gibt ebenfalls. Die Übungen, die zur Veränderung unseres Selbst führen, lohnt es zu auszuprobieren, sei es um offener, verträglicher, gewissenhafter oder emotional stabiler zu werden. 

Ein spannend zu lesendes Buch. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König
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Rezension: Hat das Stil?- Ein Ratgeber für das Leben von heute- Henriette Kuhrt - MIDAS


Henriette Kuhrt besuchte ein humanistisches Gymnasium in Hamburg und ein Mädcheninternat in England. Anschließend studierte sie in München und Salamanca Journalistik, Politik und Soziologie und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Sie arbeitete als Redakteurin bei der Bunten und als Autorin bei der Neuen Züricher Zeitung am Sonntag. Dort ist sie seit 2013 Kolumnistin im Stilbund und hält Vorträge über Stil und Lebensart. 

Das Buch versammelt 200 NZZ-Kolumnen aus der Reihe "Hat das Stil?" von Henriette Kuhrt. Diese sind in zehn Rubriken untergliedert, so etwa Feste, Mode, Freunde, Familie, die Liebe, auch Sport sowie die Arbeit und bestechen durch den Esprit als auch die weltgewandte, entspannte Lebensart der Autorin.

Dabei sind es Fragen von verunsicherten Lesern, wie sie sich ganz unterschiedlichen Situationen verhalten sollen, die Henriette Kuhrt nonchalant beantwortet. 

Wer unbekümmert einschlafen möchte, sollte vor dem Zubettgehen stets einige der mitunter schon etwas skurrilen Fragen aber stets stilsicheren und dabei bemerkenswert geistreichen Antworten (Kolumnen) lesen. 

Menschen mit Sinn für feine Ironie kommen hier voll auf ihre Kosten und amüsieren sich nach wenigen Sätzen bereits sehr. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Sei gut zu Dir, wir brauchen dich-Horst Conen-Campus

Horst Conen, der Autor des vorliegenden Buches, gilt seit Jahren als einer der renommiertesten Coachs mit den Schwerpunkten Leben, Beruf und Erfolg. 

In seinem Werk  widmet er sich dem sogenannten "Take-Care-Prinzip", welches bedeutet, wenn man es im Alltag lebt, dass man das Prinzip der "Selbstwirksamkeit" anwendet. Das heißt, dass man sich niemals ausgeliefert fühlen muss, wenn man erlebt, was man aus eigener Kraft bewirken kann. Sobald man sich nicht als Opfer, sondern Gestalter begreift, kann man, so der Autor, seine Gefühle positiv verändern. Das sei ein Schlüssel zur steten Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Conen geht es neben dem Appell um mehr Selbstfürsorge, auch um mehr Selbstbestimmung und darum, sein Bestes zu geben, anstelle sich halbherzig zu engagieren. Der Autor zeigt, wie man ermutigende Lebensbotschaften entwickelt und stellt einige negative,  entsprechenden positiven Botschaften gegenüber, um zu dokumentieren, worum es ihm geht. 

Er nennt zehn Strategien, mit denen positive Erlebnisse verstärkt und verlängert werden können. Der Autor macht zudem deutlich wie man gegen den inneren Nörgler vorgeht, sich mittels eines Selbsttests unerledigte, seelische Probleme bewusst macht, zudem zeigt er wie man inneren Druck abbaut, das gesunde Maß findet und auch mal NEIN sagen kann. 

Zu seinen Take-Care-Übungen gehört auch, dass man ein wenig nachlässig ist und sich nicht unter Zwang setzt. Durch einen Tests kann man seine Stressoren ermitteln, auch wird gefragt, was man für seine Gesundheit, seine Seele und auch für die Lebenseinstellung getan hat. All das dient der Bewusstwerdung und macht offen für Strategien gegen Stress, so etwa tägliche Rituale, auch Abstand gewinnen oder den Tunnelblick loswerden. 

Conen fragt, ob andere uns das Leben schwer machen und zeigt wie man eine neutrale Haltung einnimmt, auch wie man konstruktiv kommuniziert und wie man  sich den Umgang mit schwierigen Leuten erleichtert. Schwierig sind nicht nur Klatschmäuler und Vielredner, auch aggressive Menschen und notorische Miesmacher sind es, ganz zu schweigen von Egomanen. 

Hinterfragt wird, ob man einem unguten Antrieb folgt und man lernt mittels eines Selbsttests herauszufinden, was einen motiviert. In der Folge dann begreift man den Sinn und Unsinn des eigenen Tuns besser. 

Verdeutlicht wird, wie man seine Intuition optimiert, dies auch im Umgang mit Entscheidungen. Gezeigt wird zudem, wie man seine Veränderungsfähigkeit trainiert, den eigenen Fähigkeiten Beachtung schenkt, authentisch lebt, von Mal zu Mal klüger wird, das Leben zu genießen lernt und deshalb wieder lachen kann, mit sich selbst einen Take-Care-Freundschaftsvertrag schließt und endlich gut zu sich ist. 

Wer gut zu sich ist, ist kein Egoist, solange er auch gut zu anderen ist. Wer gut zu sich ist, hat die Kraft auch viel für andere zu tun, weil er nicht ausgepowert ist. 

"Selbstwirksamkeit" schützt vor "Selbstausbeutung".Das sollte  man bedenken.

 Sehr empfehlenswert 

 Helga König

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Rezension: Die Königin von Saba- Düfte aus dem Orient- Christian Rätsch- atVerlag

Dr. Christian Rätsch, der Autor dieses Buches hat Altamerikanistik, Ethnologie und Volkskunde studiert und erlernte die Mayasprache der in Chiapas, Mexiko, lebenden Lakandoindianer, bei denen er sich drei Jahre aufhielt. Seit mittlerweile über vierzig Jahren erforscht er in aller Welt schamanische Kulturen und deren ethnopharmalogischen, ethnomedizinischen und rituellen Gebrauch von Pflanzen. Der vielbeschäftigte Wissenschaftler lebt heute als freischaffender Ethnopharmatologe, Referent und Autor in Hamburg. 

Mit seinem Buch möchte er zum Verstehen der orientalischen Kulturen beitragen und berichtet zunächst  über die Geschichte der frühen Nutzung von Räucherstoffen. Es handelte sich hierbei in erster Linie um Fichtenharz, Kiefernharz und Kiefernzweige, Wacholder, Eibe, Bernstein und Beifuß. Diese Stoffe werden heute noch rituell geräuchert und im Schamanismus genutzt. 

Man liest von dem Volk von Saba, das von einer Frau geführt wurde. In diesem Kulturraum gab es viele Tempel,  in denen im Staatskult #Olibanum und #Myrre geräuchert wurde. Berühmt ist die Königin von Saba durch die Bibel geworden. Dort wird im ersten Buch der Könige berichtet wie sie mit einer Karawane mit kostbaren Duftstoffen zu König Salomon reiste. Davon und von der altorientalischen Götterwelt, dem Beräuchern mit jeweiligen Räuchermischungen erzählt der Autor, bevor er die orientalischen Räucherstoffe aus Pflanzen von A bis Z vorstellt. 

Unter diesen auch #Olibanum, der echte Weihrauch. Dieser Räucherstoff, der der Königin von Saba zugeordnet wird, soll gut für den Kopf sein, weil er die Gedanken klärt.

Dass man auch Safran räuchern kann, hat mich schon sehr erstaunt. Er ist eine Zutat des Laudanum, einer medizinischen Opiumtinktur. 

Es führt zu weit, alle aufgelisteten Räucherstoffe hier zu erwähnen. Dass Tierdrogen und Mineralien Beigaben zu orientalischen Räuchwerk sein können, bleibt nicht unerwähnt und wie man am besten dem "Bösen Blick" begegnet,  wird auch thematisiert. 

Alles in allem ein sehr spannend zu lesendes, empfehlenswertes  Buch und nützlich für alle, die zur Tat schreiten möchten. Warum nicht mit einem Rezept aus dem Oman beginnen? Sie finden es auf Seite 169. 

Helga König

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Die Königin von Saba: Düfte aus dem Orient. Räucherstoffe, Rezepte, Rituale

Rezension: Raus aus der Demenzfalle!-Gerald Hüther- Goldmann

Der Autor dieses bemerkenswerten Buches ist der Hirnforscher #Gerald_Hüther. Er ist Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung. Gerald Hüther begreift sich als "Brückenbauer" zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis.

Vor geraumer Zeit habe ich ein Buch rezensiert, das sich damit befasst, wie man mit dementen Menschen sinnstiftend umgeht, anbei der Link zur Rezension:  Der Demenz-Knigge

Gerald Hüther nun fragt sich, wie es gelingen kann, die Selbstheilungskräfte des Gehirns rechtzeitig zu aktivieren, um nicht dement zu werden. Nach seiner Ansicht sind für Demenz nicht irgendwelche Ablagerungen im Gehirn verantwortlich, sondern sehr ungünstige, im Gehirn vieler Menschen abgelagerte Vorstellungen.

Der Hirnforscher berichtet von der sogenannten #Nonnenstudie, wonach über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten seitens des Forschers #David_Snowdon an etwa sechshundert über siebzigjährige Nonnen aus verschiedenen Klöstern in den USA jährlich die international anerkannten standardisierten Demenztests durchführt wurden. Nur wenige der bis zu ihrem Ableben untersuchten Nonnen zeigten in den Tests Anzeichen von Demenz.

Bei vormals untersuchten später dann verstorbenen Nonnen ergab sich allerdings, dass ebenso wie bei den Personen aus der Normalbevölkerung erkennbar demente degenerative Veränderungen nachweisbar waren, sie aber offenbar nicht zu Verhaltensänderungen führten. Man erfährt in der Folge, weshalb die Personen innerhalb des Klosters die Plastizität und Regenerationsfähigkeit des Gehirns behalten haben. Es hängt offenbar mit der als sicher empfundenen Umgebung zusammen, in der sie leben und dem geringeren Stress, dem sie ausgesetzt sind.

Neubildungs- und Regenerationsprozesse gelängen nur unter sehr günstigen Bedingungen. In Klöstern sind sie offenbar gegeben.

Neugierde und eine besonders gute Bildung verminderten zudem das Demenzrisiko und schlussendlich verhindere der Zustand der Kohärenz nicht nur Demenz, sondern auch Diabetes, Hypertonie, Adipositas, chronische Schmerzen und Haltungsschäden.

Wer sein Leben mit Leichtigkeit und Freude lebe, habe eine gute Chance nicht an Demenz zu erkranken  Mit Freude lebt man, wenn man sein Leben als verstehbar, gestaltbar und sinnhaft erfahre. Ohnmachtsgefühle und Angst erhöhen das Demenzrisiko und nicht nur das.

Wenn unsere Beziehungen zu anderen Menschen inkohärent geworden seien, breite sich in unserem Gehirn und Körper eine zunehmende Inkohärenz aus und genau diese mache Angst. Die Verwandlung in einen kohärenten Zustand löse  jedoch Glück aus und genau diesen Zustand brauche man, um die Umbau- und Regenerationsfähigkeit des Gehirns nicht so rasch zu verlieren.

Gesund zu leben, bedeutet mithin im Zustand der Kohärenz zu leben, sich mit anderen verbunden zu fühlen und seine Lust am Lernen nicht zu verlieren.

#Verstehbarkeit, #Gestaltbarkeit und #Sinnhaftigkeit lauten die drei salutogenetischen Grundprinzipien, die uns helfen, das Gefühl für Kohärenz zu entwickeln, das die Voraussetzung für die im Körper angelegten Selbstheilungskräfte ist, die letztlich auch der Demenz entgegenwirken.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Rezension: Die Steine von Venedig- John Ruskin- Corso

Die Herausgeber dieses Buches sind Catharina Berents und Wolfgang Kemp. Frau Berents leitet seit nunmehr 10 Jahren das Detlefsen-Museum in Glückstadt. Wolfgang Kemp lehrte bis 2011 Kunstgeschichte an der Universität Hamburg. Beide Herausgeber lehren heute an der Leuphana-Universität Lüneburg.

Die beiden haben das berühmte, dreibändige Werk des Schriftstellers, Malers, Kunsthistorikers und Sozialphilosophen John Ruskin (1819- 1900) mit dem Titel "The Stone of Venice" auf seine zentralen Passagen konzentriert und mit einem ausführliche Vorwort versehen.

Dabei zeigt dieses Werk über Venedig neben Motiven John Ruskins erstmals in einer deutschsprachigen Buchpublikation einige frühen Fotos, die Ruskin realisierte und die man erst 100 Jahre nach seinem Ableben zufällig entdeckte.

Das Werk ist nach Aussage der Herausgeber ein großes und bis heute nicht ausgeschöpftes Denkmalrepertorium, ein Werk des Empirismus und der Sachforschung, zudem ein Traktat, eine Geschichtserzählung, mitunter eine Predigt und ein großes Stück englische Prosa.

Spannend zu lesen sind neben Ruskins Texten die Erläuterungen der Herausgeber zu Ruskins methodischen Voraussetzungen,  Fragestellungen und Begrifflichkeiten als er  seine Arbeit in Venedig aufnahm.

Die Stones erschienen  übrigens 1851 bis 1853.

Ziel Ruskins war  die sterbende Schönheit der Serenissima mittels Bilder und Texte festzuhalten. Er sah diese Schönheit durch die Industrialisierung bedroht. Mit dem Werk  leistete er wichtige Beiträge zur Architekturtheorie.

Nicht nur für Venedig-Liebhaber interessant.

Von daher empfehlenswert.

Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken:. Corso oder Amazon Die Steine von Venedig (Corso)

Rezension: ZEN MAGIC- Shunmyo Masuno -O.W.Barth

Shunmyo Masuno, der Autor dieses Buches, ist ein japanischer Zen-Mönch und Gartendesigner. Der Tempelpriester des Soto-Zen-Klosters Kenko-ji ist in seinem weltlichen Leben Professor an der Tamara Art Universität. Er gilt als Japans führender Gartenbauarchitekt und ist Präsident eines international tätigen Gartenbauunternehmens.

Wie er eingangs schreibt, lehrt uns der ZEN-Buddhismus, wie wir im Alltag in Körper und Geist Ordnung schaffen und auf diese Weise unser Leben positiv beeinflussen.

Wer also seine Umgebung in Ordnung bringt, schafft Ordnung in seinem Herzen und auf diese Weise in seinem Leben. Dies stellt einen grundlegenden Gedanken im ZEN- Buddhismus dar.

Shunmyo Masuno gibt diesbezüglich sehr gute Tipps wie man durch bestimmte Praktiken im Alltag ein innerlich erfülltes Leben führen kann und erläutert ZEN-Techniken fürs Putzen und Aufräumen, wie er des Weiteren auch verdeutlicht, wie Veränderungen im Wohnen das Leben verändern. Das klingt alles sehr plausibel und lohnt, umgesetzt zu werden.

Da ich derzeit dabei bin, meinem Leben eine andere Richtung zu geben, habe ich das Buch mit viel Neugierde gelesen. Vieles geht ums Loslassen, ums Ordnen, um den Blick aufs Wesentliche. Dinge, die bei Neuorientierungen wichtig sind.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Rezension: Der Demenz Knigge- Markus Proske

Markus Proske ist Demenzberater und Humortherapeut. In seinem Buch vermittelt er seine langjährigen Erfahrungen mit Demenzerkrankten. Dabei befasst er sich zunächst mit ersten Auffälligkeiten und erläutert in diesem Zusammenhang den Unterschied zwischen primärer und sekundärer Demenz. 

Das sehr gute Aufklärungsbuch enthält eine Fülle von Tipps und auch Hintergrundwissen, so etwa wie man Demenzerkrankte zum Essen und Trinken bewegt und hier auch, weshalb sie besonders gerne Süßes essen. 

Verhaltensauffälligkeiten wie Vergesslichkeit, Unruhe, Aggression, Niedergeschlagenheit, Misstrauen bis hin zu Wahnvorstellungen sind typisch für Menschen mit Demenz, aber auch das Unvermögen Objekte zu erkennen, sie adäquat zuzuordnen und zu verwenden. Schlecht zu hören, verstärkt übrigens die Demenz. 

Wie geht man damit um als Angehöriger (m/w), wie kann man weiterhin ein entspanntes Zusammenleben gestalten? Vor allem, indem man sich zunächst einmal informiert, was in diesen Menschen vorgeht. Hier eignet sich der vorliegende Ratgeber bestens.

In der ersten Phase fühle sich der Demenzkranke verunsichert, in der zweiten verwirrt und in der dritten verrückt und verändert, schreibt der Autor. 

Aufgeklärt wird man nicht zuletzt über die Psyche und Verhaltensänderungen von Demenzkranken, auch über Kommunikation und Sprache und hier gibt es dann einen lesenswerten Sonderteil über die Kompensationsmechanismen in diesem Zusammenhang. 

Sehr spannend zu lesen, ist das Kapitel über Realitätsverschiebungen. Wahnhafte Verkennungen können wirklich fatal sein, wenn das Umfeld nicht wohlwollend ist und manipulativ vorgeht. Fremdbeschuldigungen sind bei Demenzerkrankten nicht unüblich. Wie man damit umgeht oder auch mit deren Mobilität, dem An- und Ausziehen und Zubettgehen wird gut beschrieben und es gibt auch Tipps zur Körperpflege. 

Wichtig ist, den Demenzerkrankten nicht zu entmündigen, indem man ihm alles abnimmt. Helfen ist angesagt, aber so, dass der Erkrankte sich nicht schämt und unnütz fühlt. 

Zum Schluss des Buches gibt es noch viele wichtigen Tipps auf einen Blick, auch Leitsätze zur täglichen Beschäftigung und Anregungen zu konkreten Tätigkeiten im Alltag sowie erhellende Begriffserläuterungen. 

Mir sind in den letzten Jahren einige Demenzerkrankte begegnet. Zu Beginn der Erkrankung lässt sich der Zustand nur schwer ausloten, wenn man die Menschen selten sieht. Erst wenn man täglich mit einem solchen Menschen lebt, wird klar, was Demenz bedeutet und wie wichtig es ist, gut beraten mit der Person umzugehen, die schubweise desorientierter wird und uns immer fremder erscheinen kann in ihren Verhaltensmustern und Entscheidungen, die ihrer verwirrten Welt geschuldet sind 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Demenz Knigge: Praktische Tipps für den Umgang mit Demenzerkrankten, Nachschlagewerk für Pflege Personal und pflegende Angehörige, mit Glossar mit medizinischen Begriffserläuterungen

Rezension: Zahl, Farbe, Trumpf- Die Geschichte der Spielkarten- Gerstenberg

Dieses bemerkenswerte, reich bebilderte Buch befasst sich mit der Geschichte der Spielkarten, die vermutlich im 13. Jahrhundert in China entstanden sind. In Europa sollen sie in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in China aufgetaucht sein und haben in der 1370er Jahren in Norditalien und in Katalonien ihre ersten Spuren hinterlassen. 

Von Südeuropa aus gelangten sie rheinabwärts in die Niederlande und waren kurz darauf in den meisten europäischen Staaten verbreitet, mit Ausnahme von Großbritannien und Irland sowie den skandinavischen und slawischen Randgebieten des Kontinents. 

Aufgrund regionaler Einflüsse entwickelten sich rasch Kartensätze, die sich im Hinblick auf die Bildsprache als auch auf die Anzahl und Symbolik der Karten stark voneinander unterschieden, wobei das Grundprinzip der Kartenspiele bald feststand und allgemeingültig war. Über dieses Prinzip erfährt man im Buch Näheres.

Für die außergewöhnlich rasche Verbreitung der Karten war zeitliche Zusammentreffen mit zwei Erfindungen und technischen Erneuerungen verantwortlich: das Herstellen von Papier und neuen Druckverfahren. Von den Tarockkarten des Humanismus bis zu den einfachen modernen Entsprechungen versinnbildlichen Spielkarten auf ihre Art die Welt der jeweiligen Zeit. Wie Jude Talbot schreibt, versetzen Karten uns in Parallel- sowie Temporärgesellschaften und bereichern damit die Fiktion, die dem Spiel innewohnt. Diese besteht darin, im Rahmen des von festen Regeln bestimmten Spiels frei, sich mit König, Dame oder Bube zu identifizieren und sich für die Dauer der Partie eine eigene Rolle zu erschaffen.

Zunächst lernt man den Ursprung und die Frühzeit der Spielkarten näher kennen, fokussiert wird das 15.- 16. Jahrhundert. Thematisiert werden das Druckverfahren, auch die Farben und Bilder der Karten und das Tarock. Man lernt u.a. das Tarock Karls VI kennen und auch die Karten des Francois Clerc. Dann erfährt man Wissenswertes über die Namen der #Karten, lernt eine Fülle unterschiedlicher Spiele und Karten kennen,  bevor man Näheres über Karten zum Lernen und zum Spielen zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert kennenlernt, so etwa künstlerische und pädagogische Karten oder ein Kartenspiel mit Schweizer Farbzeichen. 

Das Herstellen der Spielkarten  bleibt nicht ausgespart und fokussiert werden immer wieder interessante künstlerische Gestaltungen von Karten wie etwa portugiesische Karten aus Malta aus dem Jahre 1693. Auch über die #Spieler erfährt man Wissenswertes, so etwa zu #Casanova, der das Glück gerne etwas "korrigierte" und genau darin Geschick besaß.

Ein Adelsvergnügen war das aus Spanien stammende Kartenspiel L`Hombre, das sich zu Zeiten Ludwigs XIV. großer Beliebtheit erfreute. 

Es führt zu weit alle Spiele zu benennen. Beeindruckend sind  übrigens die  Motive des Kartenspiels mit dem Namen  das "Venezianische Bild" und das aus Japan stammende "Spiel der Hundert Dichter"

Was noch? Die Karten zwischen 1789-1822 und hier wie das Tarot republikanisch wurde kommen zur Sprache. Man erfährt zudem Wissenswertes über die Karten des Revolutionsmalers Jaques –Louis David, lernt ferner Karten von 1804- heute kennen und hier auch aberwitzige Pin-ups auf Spielkarten. Zudem wird der #Joker thematisiert, auch die wunderschönen Karten von #Salvador_Dali. 

Alles in allem ein wirklich gelungenes Buch und ein schönes Geschenk für #Kartenspieler mit Niveau.

Maximal empfehlenswert 
Helga König 
Im Fachhandel erhältlich 

Rezension: Zauber der Schrift: Sammlung Pedro Corrêa do Lago- The Morgan Library & Museum-TASCHEN

#Christine_Nelson ist Drue-Heinz-Kuratorin für literarische und historische #Handschriften  im Morgan Library& Museum. Sie ist zudem die Autorin des vorliegenden Buches, dessen Vorwort Colin B. Bailey, der Direktor des Morgan Library & Museums verfasst hat.

Pedro_Corrêa_do_Lago, Sammler sowie u.a. einer der  Essayisten  dieses Werkes und #John_Pierpont_Morgan (1837-1937) haben- zwar in unterschiedlichen Jahrhunderten- beide die gleiche Mission gehabt. Sie bestand darin, die beste #Autografensammlung der Welt zusammenzustellen.

Colin B. Bailey skizziert im Vorwort den Verlauf der Sammlerleidenschaft der beiden, deren Höhepunkte man im vorliegenden Buch bewundern kann.

Nach dem Vorwort folgen vier Essays, darunter der Essay mit dem Titel "Von der Liebe und Magie" von #Christine_Nelson, die auch die informativen Texte, die den 140 präsentierten Dokumenten beigefügt sind, verfasst hat.

Die aus über 100.000 Autografien ausgewählten Dokumente sind solche von namhaften Persönlichkeiten aus #Politik, #Literatur, #Kunst, #Philosophie,#Film, #Musik und #Wissenschaft.

Wie Nelson schreibt, ist die Handschrift eine zutiefst soziale Kunst. Dabei zeigten die im Buch dokumentierten Seiten alle Arten von erinnerungswürdigen Verbindungen, also nicht nur Handschriften, sondern #Briefe, #Notizen, #Beschriftungen zwischen berühmten Freunden, Kollegen, Liebhabern und Partnern im Laufe der Geschichte.

Der  Essayist #Declan_Kiely merkt an, dass viele Manuskripte, Briefe und beschriebene Fotografien in mit Bedeutung aufgeladen sind und  uns  mit der Vergangenheit verbinden. Einige der Verbindungen sind  überaus persönlich und andere für die Allgemeinheit bestimmt.

Spannend zu lesen, ist der Essay von  Pedro Correa do Lago, mit dem Titel "Eine geteilte lebenslange Leidenschaft", der dem Leser die gezeigten Objekte sehr nahe bringt. 

Der Reigen beginnt mit einer Skizze einer Marmorbestellung Michelangelo Buonarrotis für seinen ersten großen Architekturauftrag. Dann bietet #Claude_Monet wenig später 35 Gemälde als Sicherheit für einen bescheidenen Kredit von Èdouard Manets Bruder an. Der im Original dokumentierte Brief ist wie alle anderen gezeigten Dokumente - sofern in Fremdsprachen verfasst - in deutscher Übersetzung abgedruckt.

Es macht immerfort Staunen, welche Handschriften in diesem Buch versammelt sind, übrigens auch Jean-Paul Sartres Entwurf eines Briefes an die Schwedische Akademie, in dem er schwört, den #Nobelpreis abzulehnen. 

Berührend ist der Brief Sir Winston Churchills, denn er gerade aus dem öffentlichen Leben zurückgetreten, an seine erste große Liebe schreibt.

In Handschriften schwingt immer Emotion mit.

Ein wunderbares Buch, das man stets aufs Neue gerne zur Hand nimmt, nicht zuletzt, weil die handgeschriebenen Zeilen uns Menschen und ihre Gedanken viel näher bringen als die maschinengeschriebenen.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Jeder Kunde zählt! Kundenzentrierung einfach umsetzen. Dana Arzani- Das Workbook- Hanser

#Dana_Arzani, die Autorin dieses bemerkenswerten Workbooks gilt als Expertin für Kundenzentrierung und vermittelt dem Leser Strategien für erfolgreichen Kundenkontakt. Dabei geht es ihr darum, aufzuzeigen wie man die Kunden in den Mittelpunkt stellt und zugleich die wirtschaftliche Entwicklung und das Wohlergehen der Mitarbeiter sichert.

Das Werk enthält
- Die vier Erfolgsfaktoren der Kundenzentrierung
-Schritt für Schritt- Anleitung zur direkten Umsetzung
- Konkrete Tipps aus der Praxis und unterhaltsame Beispiele
- Bonuskapitel So stellen Sie Ihre Kunden nicht nur zufrieden, sondern bringen sie zum Strahlen.

Wie die Autorin so treffend bemerkt, ist es einfacher und günstiger einen Kunden zu halten und sich um ihn zu kümmern als Ersatzkundenakquise zu betreiben. Die Kosten um einen neuen Kunden zu akquirieren liegen fünf bis sieben Mal so hoch wie einen alten Kunden zu halten. Einigen Studien zufolge soll der Wert sogar zehnmal so hoch liegen. Einen Bestandskunden zurückzugewinnen, soll noch aufwendiger sein. Ihn jedoch zu halten, erhöht den Unternehmensgewinn.

Die Autorin erwähnt die Unternehmensberatung Bain & Company, der zu Folge eine fünf Prozent höhere Kundenbindung den Unternehmensprofit um bis zu 75% steigert. Dabei ist #Freundlichkeit für die #Kundenbindung und #Kundenzentrierung nach wie vor äußerst wichtig. Unfreundliche Mitarbeiter reduzieren die Kundenbindung um 23 %.

Die meisten Unternehmen seien produkt- aber nicht kundenorientiert. Kundenzentrierte #Unternehmen dächten in #Beziehungen und #Mehrwert anstelle in #Produkten. Für sie erfüllten Produkte nur den Zweck, dem Kunden einen echten Mehrwert zu bieten und dies über eine möglichst lange Zeit.

Die Autorin zeigt wie es zur Kundenloyalität kommt, wie man Kundenbeziehungen aktiv gestaltet, wie man zu einem zuverlässigen Partner für den Kunden wird.

Arzani reflektiert das, was eine gute Unternehmenskultur ausmacht und verdeutlicht, weshalb Kundenzentrierung eine #Fehlerkultur und eine #Vertrauenskultur benötige. Seite für Seite lernt man immer mehr über die Kundenbeziehung und welche Fragen man sich diesbezüglich stellen sollte. Unmöglich ist es aber, dies alles im Rahmen eine Rezension zu benennen.

Sehr gut wird dargestellt, auf welche Weise man die eigenen Produkte und Prozesse beim Kunden tatsächlich anspricht. Wichtig: Der Kunde braucht selbstverständlich einen Mehrwert. Wichtig auch ist, möglichst alle Störfaktoren aus dem Weg zu räumen, die das #Kundenerlebnis beeinträchtigen könnten.

Kundenzentriertheit bedeutet  jedoch nicht, dass ein Kunde Leistungen umsonst erhält, denn alles was der Kunde nicht bezahlt, zahlt das Unternehmen.

Kundenzentriertes Arbeiten an Produkten und Prozessen bedeute, dass alles konsequent aus Sicht der Kunden gedacht und gestaltet ist. Gemeinsam mit echter Menschlichkeit und mit Beziehungsaufbau könne man so in die Zukunftssicherheit des Unternehmens investieren.  Das leuchtet ein.

Dass man #Neugier, #Können, #Leidenschaft und #Sinnhaftigkeit benötigt, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, dass die Mitarbeiter diese Eigenschaften ebenfalls besitzen sollten,  ist nur logisch, wenn man Kunden zufriedenstellen und sie langfristig behalte möchte. 

Das Buch gibt gute Denkanstöße in Sachen Kundenbindung, die in Zeiten digitaler Kommunikation nicht einfach  zu bewahren ist.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Jeder Kunde zählt: Kundenzentrierung einfach umsetzen. Das Workbook