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Rezension: Das große Buch der Manufakturen- Olaf Salié (Herausgeber)- Callwey



An diesem wunderbaren Werk haben wichtige Vertreter von #Manufakturen und entsprechenden Initiativen mitgewirkt. Herausgeber ist #Olaf_Salié

#Manufakturen sind ein Garant für Hochwertiges, Nachhaltiges und Individuelles.

Das Anliegen dieser Publikation besteht darin, dass die Leser in punkto Manufakturen überraschende Entdeckungen machen und mit den Herstellern wunderbarer Produkte Kontakt aufnehmen können.

Untergliedert sind die im Buch vorgestellten rund 300 Manufakturen in die Abschnitte:

Wohnen&Leben
Bekleidung& Accessoires 
Freizeit &Interessen
Ernährung &Genuss 

Diese vier Abschnitte enthalten jeweils unterschiedliche Kapitel, in denen man dann die sorgfältig ausgewählten Manufakturen findet. 

Wohnen & Leben ist beispielsweise untergliedert in: 
Möbel 
Leuchten 
Bauen& Gestalten 
Tischkultur& Küche
Kunst&Dekoration 
Textilien 
Körperpflege &Bad 

Die einzelnen Manufakturen in den oben angeführten Rubriken  werden mittels eindrucksvoller Fotos und erläuternder Texte vorgestellt. Zudem gibt es immer auch Daten& Fakten zu jedem Unternehmen und hier Hinweise zur Branche,  auch welche Produkte hergestellt werden, wo die Manufaktur ansässig ist; der Gründer und der Inhaber werden genannt und man erfährt auch wie der Vertrieb organisiert ist. 

Im Bereich von Möbeln ist die in Frankenberg/Hessen ansässige Manufaktur #Thonet z.B. aufgeführt. Die Geschichte dieses Unternehmens ist 200 Jahre alt. Über dessen Geschichte wird man aufgeklärt wie auch über die Schwerpunkte der Manufaktur im Hier und Jetzt. Genauso wird bei allen anderen Manufakturpräsentationen in den vorgestellten Bereichen vorgegangen. 

Besonders angetan bin ich von den vielen Porzellanmanufakturen, allen voran #Fürstenberg. Diese Manufaktur wurde bereits 1747 gegründet. Bis heute ist ein Großteil der Porzellanherstellung auf Handarbeit begründet. Unter anderem ist auch die Höchster Porzellan-Manufaktur aufgeführt. Sie wurde 1746 gegründet und ist die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands. Ob #Meissen oder #Nymphenburg, #Augarten oder #Rosenthal, alle sind vertreten. 

Spannend zu erkunden, auch sind die Manufakturen im Bereich Kunst und Dekoration und hier die Manufakturen für Kunsthandwerk im Erzgebirge.

Der Bereich von Bekleidung&; Accessoires ist untergliedert in: Mode, Accessoires, Uhren,  Schmuck & Brillen. Hut- und Handschuhmacher werden im Bereich der Mode vorgestellt, natürlich das Unternehmen #Roeckel, das es seit 1839 bereits gibt. Wunderschöne Uhren, so etwa aus dem Manufaktur Lacher und Co, gegründet 1925 oder aus der Ascania AG lassen den Blick lange verweilen, weil das Design der Uhren einfach außergewöhnlich ist. Das auch gilt für Brillen, die in speziellen Brillenmanufakturen hergestellt werden. 

Eine Fülle von Manufakturen wartet in dem Abschnitt Freizeit &Interessen auf die Leser. Sehr schön hier sind die Schreibgeräte, so etwa von Otto Hutt im Segment Schreibkultur &; Künstlerbedarf. Vorgestellt werden zudem in diesem Abschnitt Manufakturen für Werkzeug & Verpackung, Instrumente & Soundsysteme aber auch Spielwaren, nicht zuletzt die Käthe Kruse Manufaktur, in der seit 1911 Puppen hergestellt werden. 

Was noch? Der Abschnitt Ernährung & Genuss und hier Manufakturen für Alkoholika &; Genussmittel, für Süsswaren und für Delikatessen. Hier gibt es viel Köstliches zu entdecken. 

Doch überzeugen Sie sich bitte selbst. 

Ganz zum Schluss werden noch Initiativen & Verbände vorgestellt und man erhält die Adressen all der vorgestellten Manufakturen, um sich vor Ort weiter informieren zu können. 

Ein sehr gutes Nachschlagewerk. 

Maximal empfehlenswert

Helga König

Maximal empfehlenswert

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Rezension: Debrett´s - Die feine englische Art von A-Z- Klett-Cotta


Dieses geistreiche und dabei humorvolle Buch befasst sich mit Umgangsformen. 

In Zeiten rüpelhaften und auch ungeschliffenem Benehmens, wie man es derzeit all überall beklagt, sollte der Inhalt dieses Werks im Grunde Thema in Schulen sein, um zu erlernen, was  als Verhalten akzeptabel ist und was eher nicht. 

Alphabetisch geordnet, erhält man zu bestimmten Stichpunkten spannende Informationen, so etwa zur #Angeberei, die als Gipfel schlechten Benehmens gilt. 

Wann ist es schicklich, zu applaudieren und wie zerlegt man eine Artischocke bei Tisch? Weshalb ist Zurückhaltung angesagt, wenn jemand ein Wort falsch ausspricht und wie verspeist man stilvoll eine Avocado? Dieses und vieles mehr erfährt man im Rahmen der Stichpunkte unter dem Buchstaben A.

Das Texte müssen nicht chronologisch gelesen werden, sondern man kann durchaus entspannt im Buch blättern und bei den Stichpunkten innehalten, die einen besonders neugierig machen, weil man vielleicht sich in bestimmten Angelegenheiten nicht wirklich sicher ist, so z.B.  bei der #Sitzordnung. 

Beim Stichpunkt "#Stimmungsschwankungen" wird empfohlen, sich zum Ziel zu machen, jederzeit Gleichmut auszustrahlen und beim Thema "#Streit", dass die Faustregel gilt, stets höflicher zu bleiben als die Person, mit der man streitet, weil dies die moralische Überlegenheit garantiert. 

Damit Sie einen Eindruck erhalten, worum es insgesamt in etwa geht, nenne ich an dieser Stelle die Stichpunkte unter dem Buchstaben U: #Übellaunigkeit; #Überreaktion/Überreagieren; #Umwelt, Respektvoller Umgang mit der Natur; #Underdresses; #Understatement; #Unfairness, sportliche; #Unterbrechen; #Unterhosenlinie, sichtbare; #Unterwäsche; #Untreue; #Unverbindlichkeit; #Unzuverlässigkeit.

Bei manchen Begriffen ist eine ganze Seite Erläuterndes nachzulesen, bei anderen nur ein paar Zeilen. So liest man bei #Kerne: Kerne (von Kirschen, Oliven etc. sollten in die geschlossene linke Hand gespuckt und dann auf dem Tellerrand ablegt oder gleich ganz entsorgt werden.“

Ein tolle Lektüre für Zwischendurch, sehr informativ und nützlich. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben- Klaus Brinkbäumer, Samiha Shafi- S. Fischer



Das Autorenteam Klaus Brinkbäumer und Samiha Shafi hat ein bemerkenswertes Buch verfasst. Dort versuchen sie herauszufinden, wie man ein langes Leben führen kann, das selbst im hohen Alter Glück und Zufriedenheit verheißt. 

Überall auf der Welt haben die beiden mit sehr alten Menschen gesprochen, auch mit der Buchhändlerin #Helga_Weyhe (97) aus Salzwedel, mit der ich vor einigen Jahren bereits auf "Buch, Kultur und Lifestyle" ein Interview realisieren konnte. Sie, wie viele andere der im Werk vorgestellten, hochbetagten Menschen, wartet mit einer Altersweisheit auf, die ich stellvertretend für alle anderen klugen Gedanken der Protagonisten  jetzt erst einmal wiedergeben möchte: 

"Versuchen sie zufrieden zu sein. Nutzen sie ihre Chancen, aber seien Sie niemals zu ehrgeizig. Ehrgeiz macht krank. Und pflegen Sie Freundschaften. Freundschaft ist eine gemeinsame Erinnerung."

Brinkbäumer/Shafi haben des Weiteren Wissenschaftler aufgesucht, die in Erfahrung gebracht haben, was uns Menschen lange gesund und glücklich leben lässt. So liest man beispielsweise von Dr. Suzuki, einem 85 jährigen japanischen Wissenschaftler, der diesbezüglich zehn wichtige Verhaltensmuster beobachtet hat, die  im Buch aufgelistet sind. 

Bei den Geschichten über die uralten Menschen stößt man auf  Miniaturen wie diese: "Im Garten stand Kuchwalek, 98 Jahre alt, auf einer Leiter in der Krone eines Apfelbaums, mit einer Kettensäge in der Hand „Ich schaff halt gerne“ sagt er und grinst.“ 

Auch erfährt man von einer Studie aus Heidelberg, wonach immer mehr Hundertjährige in Deutschland leben werden. Wichtig für diese Menschen wird Bewegung sein, weil sie das Altern verlangsamt. Zudem benötigen alte Menschen Zuwendung und hier vor allem Wärme sowie Gespräche. Einsamkeit mache krank. 

Je intensiver alte Menschen in das soziale Leben eingebunden sind, umso besser würde es ihnen gehen. Bei Hundertjährigen ticke die Uhr nicht nur anders, sondern wie neu aufgezogen. Das hänge damit zusammen, dass diese Menschen über bestimmte Genvarianten verfügten, die Krankmacher gleichsam unschädlich machen. Vereinfacht dargestellt, sorge eines der Gene für die Ausschüttung eines Proteins, das den Insulinstoffwechsel reguliere. 

Auch über sehr berühmte alte Menschen liest man und hier  z.B. über Marcel Reich Ranicki, der im Alter von 93 Jahren in einem Pflegeheim verstarb. Seine Bücher hatte er weggeben, weil er nicht mehr gut sah und die Literatur zudem nicht mehr mochte. Das Alter fand er sehr unangenehm und den Zustand des Glücklichseins habe er nie gekannt. Dies zu lesen,  fand ich sehr traurig.

Gefallen haben mir die Weisheiten von Irving Fields, einem hundertjährigen Pianomann. Sehr sympathisch. Doch auch der 107 Jahre alte Menschenliebhaber Joe Binder ist ein Sympathieträger. Solche Menschen werden geliebt und das fühlen sie auch.  Das lässt länger leben. 

Dann liest man von Metformin, das die Zellen verjüngen könne, später von der Sinnsuche der Philosophen und immer wieder leuchtet der Begriff "#Zufriedenheit" auf.  Ohne sie gibt es kein Glück.

7 Faktoren- sie sind im Buch aufgelistet, führen im Alter zur Gesundheit. Dazu gehören auch gesunde Strategien, um Probleme und Schicksalsschläge zu bewältigen. 

Verheiratete haben eindeutig bessere Chancen auf ein langes, gesünderes Leben, daraus ließe sich ableiten, dass menschliche Nähe eine lebensverlängernde Wirkung habe. 

Dies und manch anderes macht das Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. 

Sich an den Menschen von Okinawa (Japan) ein Beispiel zu nehmen, scheint mir erstrebenswert. Wer über diese Menschen mehr wissen will, darf ihre Lebensweise im Buch bestaunen,

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Rezension: Individuation- Christina Berndt- dtv



Dr. Christina Berndt arbeitet als Wissenschaftsredakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung" und hat für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen erhalten. 2013 wurde sie unter die Top 3 der Wissenschaftsjournalisten des Jahres gewählt.

Thema des Buches ist unsere Persönlichkeitsentwicklung und hier die Tatsache, dass wir uns im Laufe des Lebens über die Jahre immer wieder wandeln, wir unsere Vorlieben ändern, die Art zu leben, die Dinge, die uns wichtig sind, auch das Aussehen, so die Autorin. Selbst unser Gehirn und unsere Gene verändern sich. So kann das Erwachsenengehirn noch Zellen ausbilden, wodurch neue Verknüpfungen ermöglicht werden, die unser Denken und unser Bewusstsein mitbeeinflussen können. Die vielgepriesene #Authentizität wird dadurch fraglich, wenn das Selbst sich durch Resonanz immerfort ändert.

Dr. Berndt verdeutlicht, dass es nicht nur mit unserer #Authentizität, sondern selbst mit unseren Erinnerungen nicht weit her sei, weil unser selektives Gedächtnis unsere Vergangenheit so trimmt, dass es zu unserem Leben von heute passt. Die Identität sei sehr biegsam, und persönliche Vorlieben entstünden im jeweiligen Moment. Wir passen uns Gegebenheiten an, was dazu führen kann, sofern die Umstände es erfordern, dass wir  sogar unsere Ideale über Bord werfen.

Ein Test, aus dem hervorgeht, wie authentisch man  tatsächlich ist, ist recht spannend und macht klar, dass wirkliche Authentizität, nicht gerade wenig von dem abverlangt, der  sie wirklich auch besitzt.

Man liest von drastischen Veränderungen der Persönlichkeit und davon, dass selbst alte Menschen diese noch verändern. Die einen werden resilienter, andere über- oder unterkontrolliert. Die Persönlichkeit wird demnach nicht automatisch stabiler.

Man liest Wissenswertes zu den "Big Five", sprich zu #Neurotizismus, #Extraversion, #Offenheit für Erfahrungen, #Verträglichkeit und #Gewissenhaftigkeit und hat Gelegenheit, einen Test zu machen, der über die eigene Persönlichkeit Auskunft gibt, um sich alsdann intensiv mit #Resonanz zu befassen.

Für alle Menschen gelte: "Wir verändern uns, wenn sich die Welt um uns verändert." Wir und die Welt, das sei ein Resonanzsystem. Sobald wir eine neue Rolle in der Gesellschaft einnehmen würden, veränderten wir uns ein Stück weit. Weil sich die Welt immerfort verwandelt, wandele sich auch unser Selbst. 

Fortwährend erhielten wir Rückmeldungen und würden daraus unsere Konsequenzen ziehen. Deshalb schwingen wir mit dem mit, was uns von außen entgegengebracht wird oder wir leisteten Widerstand, weil uns nicht behage, was wir ausgelöst haben. Auf diese Weise veränderten wir unsere Persönlichkeit. 

Auch auf körperlicher Ebene gehen wir in Resonanz und unser Gehirn schwingt mit dem Gehirn des anderen mit, so die Autorin, die dies im Buch näher ausführt. 

Unsere Selbstwahrnehmung werde stets gestört, beflügelt, verändert durch die Reaktion der anderen. Immerfort erhalten wir Feedback. Was uns stark prägt, liegt offenbar eher in der jüngsten Vergangenheit und weniger in der Kindheit. 

Veränderungen in der Persönlichkeit entstünden durch Erfahrungen und neue soziale Rollen. Vieles verändert uns, auch unser Essen und der Schlaf. Schlafmangel mache unter anderem ängstlich und aggressiv. Zudem würden unausgeschlafene Menschen auf andere erschreckend wirken, wie Untersuchungen zeigten. Schlafmangel könne den Teufelskreis von Einsamkeit auslösen. 

Wie man seine Persönlichkeit durch kleine veränderte Handlungen schon verändern kann, wird im Buch auch gezeigt und dass es Trainingsmöglichkeiten für das Selbst gibt ebenfalls. Die Übungen, die zur Veränderung unseres Selbst führen, lohnt es zu auszuprobieren, sei es um offener, verträglicher, gewissenhafter oder emotional stabiler zu werden. 

Ein spannend zu lesendes Buch. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König
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Rezension: Hat das Stil?- Ein Ratgeber für das Leben von heute- Henriette Kuhrt - MIDAS


Henriette Kuhrt besuchte ein humanistisches Gymnasium in Hamburg und ein Mädcheninternat in England. Anschließend studierte sie in München und Salamanca Journalistik, Politik und Soziologie und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Sie arbeitete als Redakteurin bei der Bunten und als Autorin bei der Neuen Züricher Zeitung am Sonntag. Dort ist sie seit 2013 Kolumnistin im Stilbund und hält Vorträge über Stil und Lebensart. 

Das Buch versammelt 200 NZZ-Kolumnen aus der Reihe "Hat das Stil?" von Henriette Kuhrt. Diese sind in zehn Rubriken untergliedert, so etwa Feste, Mode, Freunde, Familie, die Liebe, auch Sport sowie die Arbeit und bestechen durch den Esprit als auch die weltgewandte, entspannte Lebensart der Autorin.

Dabei sind es Fragen von verunsicherten Lesern, wie sie sich ganz unterschiedlichen Situationen verhalten sollen, die Henriette Kuhrt nonchalant beantwortet. 

Wer unbekümmert einschlafen möchte, sollte vor dem Zubettgehen stets einige der mitunter schon etwas skurrilen Fragen aber stets stilsicheren und dabei bemerkenswert geistreichen Antworten (Kolumnen) lesen. 

Menschen mit Sinn für feine Ironie kommen hier voll auf ihre Kosten und amüsieren sich nach wenigen Sätzen bereits sehr. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Sei gut zu Dir, wir brauchen dich-Horst Conen-Campus

Horst Conen, der Autor des vorliegenden Buches, gilt seit Jahren als einer der renommiertesten Coachs mit den Schwerpunkten Leben, Beruf und Erfolg. 

In seinem Werk  widmet er sich dem sogenannten "Take-Care-Prinzip", welches bedeutet, wenn man es im Alltag lebt, dass man das Prinzip der "Selbstwirksamkeit" anwendet. Das heißt, dass man sich niemals ausgeliefert fühlen muss, wenn man erlebt, was man aus eigener Kraft bewirken kann. Sobald man sich nicht als Opfer, sondern Gestalter begreift, kann man, so der Autor, seine Gefühle positiv verändern. Das sei ein Schlüssel zur steten Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Conen geht es neben dem Appell um mehr Selbstfürsorge, auch um mehr Selbstbestimmung und darum, sein Bestes zu geben, anstelle sich halbherzig zu engagieren. Der Autor zeigt, wie man ermutigende Lebensbotschaften entwickelt und stellt einige negative,  entsprechenden positiven Botschaften gegenüber, um zu dokumentieren, worum es ihm geht. 

Er nennt zehn Strategien, mit denen positive Erlebnisse verstärkt und verlängert werden können. Der Autor macht zudem deutlich wie man gegen den inneren Nörgler vorgeht, sich mittels eines Selbsttests unerledigte, seelische Probleme bewusst macht, zudem zeigt er wie man inneren Druck abbaut, das gesunde Maß findet und auch mal NEIN sagen kann. 

Zu seinen Take-Care-Übungen gehört auch, dass man ein wenig nachlässig ist und sich nicht unter Zwang setzt. Durch einen Tests kann man seine Stressoren ermitteln, auch wird gefragt, was man für seine Gesundheit, seine Seele und auch für die Lebenseinstellung getan hat. All das dient der Bewusstwerdung und macht offen für Strategien gegen Stress, so etwa tägliche Rituale, auch Abstand gewinnen oder den Tunnelblick loswerden. 

Conen fragt, ob andere uns das Leben schwer machen und zeigt wie man eine neutrale Haltung einnimmt, auch wie man konstruktiv kommuniziert und wie man  sich den Umgang mit schwierigen Leuten erleichtert. Schwierig sind nicht nur Klatschmäuler und Vielredner, auch aggressive Menschen und notorische Miesmacher sind es, ganz zu schweigen von Egomanen. 

Hinterfragt wird, ob man einem unguten Antrieb folgt und man lernt mittels eines Selbsttests herauszufinden, was einen motiviert. In der Folge dann begreift man den Sinn und Unsinn des eigenen Tuns besser. 

Verdeutlicht wird, wie man seine Intuition optimiert, dies auch im Umgang mit Entscheidungen. Gezeigt wird zudem, wie man seine Veränderungsfähigkeit trainiert, den eigenen Fähigkeiten Beachtung schenkt, authentisch lebt, von Mal zu Mal klüger wird, das Leben zu genießen lernt und deshalb wieder lachen kann, mit sich selbst einen Take-Care-Freundschaftsvertrag schließt und endlich gut zu sich ist. 

Wer gut zu sich ist, ist kein Egoist, solange er auch gut zu anderen ist. Wer gut zu sich ist, hat die Kraft auch viel für andere zu tun, weil er nicht ausgepowert ist. 

"Selbstwirksamkeit" schützt vor "Selbstausbeutung".Das sollte  man bedenken.

 Sehr empfehlenswert 

 Helga König

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Rezension: Die Königin von Saba- Düfte aus dem Orient- Christian Rätsch- atVerlag

Dr. Christian Rätsch, der Autor dieses Buches hat Altamerikanistik, Ethnologie und Volkskunde studiert und erlernte die Mayasprache der in Chiapas, Mexiko, lebenden Lakandoindianer, bei denen er sich drei Jahre aufhielt. Seit mittlerweile über vierzig Jahren erforscht er in aller Welt schamanische Kulturen und deren ethnopharmalogischen, ethnomedizinischen und rituellen Gebrauch von Pflanzen. Der vielbeschäftigte Wissenschaftler lebt heute als freischaffender Ethnopharmatologe, Referent und Autor in Hamburg. 

Mit seinem Buch möchte er zum Verstehen der orientalischen Kulturen beitragen und berichtet zunächst  über die Geschichte der frühen Nutzung von Räucherstoffen. Es handelte sich hierbei in erster Linie um Fichtenharz, Kiefernharz und Kiefernzweige, Wacholder, Eibe, Bernstein und Beifuß. Diese Stoffe werden heute noch rituell geräuchert und im Schamanismus genutzt. 

Man liest von dem Volk von Saba, das von einer Frau geführt wurde. In diesem Kulturraum gab es viele Tempel,  in denen im Staatskult #Olibanum und #Myrre geräuchert wurde. Berühmt ist die Königin von Saba durch die Bibel geworden. Dort wird im ersten Buch der Könige berichtet wie sie mit einer Karawane mit kostbaren Duftstoffen zu König Salomon reiste. Davon und von der altorientalischen Götterwelt, dem Beräuchern mit jeweiligen Räuchermischungen erzählt der Autor, bevor er die orientalischen Räucherstoffe aus Pflanzen von A bis Z vorstellt. 

Unter diesen auch #Olibanum, der echte Weihrauch. Dieser Räucherstoff, der der Königin von Saba zugeordnet wird, soll gut für den Kopf sein, weil er die Gedanken klärt.

Dass man auch Safran räuchern kann, hat mich schon sehr erstaunt. Er ist eine Zutat des Laudanum, einer medizinischen Opiumtinktur. 

Es führt zu weit, alle aufgelisteten Räucherstoffe hier zu erwähnen. Dass Tierdrogen und Mineralien Beigaben zu orientalischen Räuchwerk sein können, bleibt nicht unerwähnt und wie man am besten dem "Bösen Blick" begegnet,  wird auch thematisiert. 

Alles in allem ein sehr spannend zu lesendes, empfehlenswertes  Buch und nützlich für alle, die zur Tat schreiten möchten. Warum nicht mit einem Rezept aus dem Oman beginnen? Sie finden es auf Seite 169. 

Helga König

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Die Königin von Saba: Düfte aus dem Orient. Räucherstoffe, Rezepte, Rituale

Rezension: Raus aus der Demenzfalle!-Gerald Hüther- Goldmann

Der Autor dieses bemerkenswerten Buches ist der Hirnforscher #Gerald_Hüther. Er ist Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung. Gerald Hüther begreift sich als "Brückenbauer" zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis.

Vor geraumer Zeit habe ich ein Buch rezensiert, das sich damit befasst, wie man mit dementen Menschen sinnstiftend umgeht, anbei der Link zur Rezension:  Der Demenz-Knigge

Gerald Hüther nun fragt sich, wie es gelingen kann, die Selbstheilungskräfte des Gehirns rechtzeitig zu aktivieren, um nicht dement zu werden. Nach seiner Ansicht sind für Demenz nicht irgendwelche Ablagerungen im Gehirn verantwortlich, sondern sehr ungünstige, im Gehirn vieler Menschen abgelagerte Vorstellungen.

Der Hirnforscher berichtet von der sogenannten #Nonnenstudie, wonach über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten seitens des Forschers #David_Snowdon an etwa sechshundert über siebzigjährige Nonnen aus verschiedenen Klöstern in den USA jährlich die international anerkannten standardisierten Demenztests durchführt wurden. Nur wenige der bis zu ihrem Ableben untersuchten Nonnen zeigten in den Tests Anzeichen von Demenz.

Bei vormals untersuchten später dann verstorbenen Nonnen ergab sich allerdings, dass ebenso wie bei den Personen aus der Normalbevölkerung erkennbar demente degenerative Veränderungen nachweisbar waren, sie aber offenbar nicht zu Verhaltensänderungen führten. Man erfährt in der Folge, weshalb die Personen innerhalb des Klosters die Plastizität und Regenerationsfähigkeit des Gehirns behalten haben. Es hängt offenbar mit der als sicher empfundenen Umgebung zusammen, in der sie leben und dem geringeren Stress, dem sie ausgesetzt sind.

Neubildungs- und Regenerationsprozesse gelängen nur unter sehr günstigen Bedingungen. In Klöstern sind sie offenbar gegeben.

Neugierde und eine besonders gute Bildung verminderten zudem das Demenzrisiko und schlussendlich verhindere der Zustand der Kohärenz nicht nur Demenz, sondern auch Diabetes, Hypertonie, Adipositas, chronische Schmerzen und Haltungsschäden.

Wer sein Leben mit Leichtigkeit und Freude lebe, habe eine gute Chance nicht an Demenz zu erkranken  Mit Freude lebt man, wenn man sein Leben als verstehbar, gestaltbar und sinnhaft erfahre. Ohnmachtsgefühle und Angst erhöhen das Demenzrisiko und nicht nur das.

Wenn unsere Beziehungen zu anderen Menschen inkohärent geworden seien, breite sich in unserem Gehirn und Körper eine zunehmende Inkohärenz aus und genau diese mache Angst. Die Verwandlung in einen kohärenten Zustand löse  jedoch Glück aus und genau diesen Zustand brauche man, um die Umbau- und Regenerationsfähigkeit des Gehirns nicht so rasch zu verlieren.

Gesund zu leben, bedeutet mithin im Zustand der Kohärenz zu leben, sich mit anderen verbunden zu fühlen und seine Lust am Lernen nicht zu verlieren.

#Verstehbarkeit, #Gestaltbarkeit und #Sinnhaftigkeit lauten die drei salutogenetischen Grundprinzipien, die uns helfen, das Gefühl für Kohärenz zu entwickeln, das die Voraussetzung für die im Körper angelegten Selbstheilungskräfte ist, die letztlich auch der Demenz entgegenwirken.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Rezension: Die Steine von Venedig- John Ruskin- Corso

Die Herausgeber dieses Buches sind Catharina Berents und Wolfgang Kemp. Frau Berents leitet seit nunmehr 10 Jahren das Detlefsen-Museum in Glückstadt. Wolfgang Kemp lehrte bis 2011 Kunstgeschichte an der Universität Hamburg. Beide Herausgeber lehren heute an der Leuphana-Universität Lüneburg.

Die beiden haben das berühmte, dreibändige Werk des Schriftstellers, Malers, Kunsthistorikers und Sozialphilosophen John Ruskin (1819- 1900) mit dem Titel "The Stone of Venice" auf seine zentralen Passagen konzentriert und mit einem ausführliche Vorwort versehen.

Dabei zeigt dieses Werk über Venedig neben Motiven John Ruskins erstmals in einer deutschsprachigen Buchpublikation einige frühen Fotos, die Ruskin realisierte und die man erst 100 Jahre nach seinem Ableben zufällig entdeckte.

Das Werk ist nach Aussage der Herausgeber ein großes und bis heute nicht ausgeschöpftes Denkmalrepertorium, ein Werk des Empirismus und der Sachforschung, zudem ein Traktat, eine Geschichtserzählung, mitunter eine Predigt und ein großes Stück englische Prosa.

Spannend zu lesen sind neben Ruskins Texten die Erläuterungen der Herausgeber zu Ruskins methodischen Voraussetzungen,  Fragestellungen und Begrifflichkeiten als er  seine Arbeit in Venedig aufnahm.

Die Stones erschienen  übrigens 1851 bis 1853.

Ziel Ruskins war  die sterbende Schönheit der Serenissima mittels Bilder und Texte festzuhalten. Er sah diese Schönheit durch die Industrialisierung bedroht. Mit dem Werk  leistete er wichtige Beiträge zur Architekturtheorie.

Nicht nur für Venedig-Liebhaber interessant.

Von daher empfehlenswert.

Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken:. Corso oder Amazon Die Steine von Venedig (Corso)

Rezension: ZEN MAGIC- Shunmyo Masuno -O.W.Barth

Shunmyo Masuno, der Autor dieses Buches, ist ein japanischer Zen-Mönch und Gartendesigner. Der Tempelpriester des Soto-Zen-Klosters Kenko-ji ist in seinem weltlichen Leben Professor an der Tamara Art Universität. Er gilt als Japans führender Gartenbauarchitekt und ist Präsident eines international tätigen Gartenbauunternehmens.

Wie er eingangs schreibt, lehrt uns der ZEN-Buddhismus, wie wir im Alltag in Körper und Geist Ordnung schaffen und auf diese Weise unser Leben positiv beeinflussen.

Wer also seine Umgebung in Ordnung bringt, schafft Ordnung in seinem Herzen und auf diese Weise in seinem Leben. Dies stellt einen grundlegenden Gedanken im ZEN- Buddhismus dar.

Shunmyo Masuno gibt diesbezüglich sehr gute Tipps wie man durch bestimmte Praktiken im Alltag ein innerlich erfülltes Leben führen kann und erläutert ZEN-Techniken fürs Putzen und Aufräumen, wie er des Weiteren auch verdeutlicht, wie Veränderungen im Wohnen das Leben verändern. Das klingt alles sehr plausibel und lohnt, umgesetzt zu werden.

Da ich derzeit dabei bin, meinem Leben eine andere Richtung zu geben, habe ich das Buch mit viel Neugierde gelesen. Vieles geht ums Loslassen, ums Ordnen, um den Blick aufs Wesentliche. Dinge, die bei Neuorientierungen wichtig sind.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Rezension: Der Demenz Knigge- Markus Proske

Markus Proske ist Demenzberater und Humortherapeut. In seinem Buch vermittelt er seine langjährigen Erfahrungen mit Demenzerkrankten. Dabei befasst er sich zunächst mit ersten Auffälligkeiten und erläutert in diesem Zusammenhang den Unterschied zwischen primärer und sekundärer Demenz. 

Das sehr gute Aufklärungsbuch enthält eine Fülle von Tipps und auch Hintergrundwissen, so etwa wie man Demenzerkrankte zum Essen und Trinken bewegt und hier auch, weshalb sie besonders gerne Süßes essen. 

Verhaltensauffälligkeiten wie Vergesslichkeit, Unruhe, Aggression, Niedergeschlagenheit, Misstrauen bis hin zu Wahnvorstellungen sind typisch für Menschen mit Demenz, aber auch das Unvermögen Objekte zu erkennen, sie adäquat zuzuordnen und zu verwenden. Schlecht zu hören, verstärkt übrigens die Demenz. 

Wie geht man damit um als Angehöriger (m/w), wie kann man weiterhin ein entspanntes Zusammenleben gestalten? Vor allem, indem man sich zunächst einmal informiert, was in diesen Menschen vorgeht. Hier eignet sich der vorliegende Ratgeber bestens.

In der ersten Phase fühle sich der Demenzkranke verunsichert, in der zweiten verwirrt und in der dritten verrückt und verändert, schreibt der Autor. 

Aufgeklärt wird man nicht zuletzt über die Psyche und Verhaltensänderungen von Demenzkranken, auch über Kommunikation und Sprache und hier gibt es dann einen lesenswerten Sonderteil über die Kompensationsmechanismen in diesem Zusammenhang. 

Sehr spannend zu lesen, ist das Kapitel über Realitätsverschiebungen. Wahnhafte Verkennungen können wirklich fatal sein, wenn das Umfeld nicht wohlwollend ist und manipulativ vorgeht. Fremdbeschuldigungen sind bei Demenzerkrankten nicht unüblich. Wie man damit umgeht oder auch mit deren Mobilität, dem An- und Ausziehen und Zubettgehen wird gut beschrieben und es gibt auch Tipps zur Körperpflege. 

Wichtig ist, den Demenzerkrankten nicht zu entmündigen, indem man ihm alles abnimmt. Helfen ist angesagt, aber so, dass der Erkrankte sich nicht schämt und unnütz fühlt. 

Zum Schluss des Buches gibt es noch viele wichtigen Tipps auf einen Blick, auch Leitsätze zur täglichen Beschäftigung und Anregungen zu konkreten Tätigkeiten im Alltag sowie erhellende Begriffserläuterungen. 

Mir sind in den letzten Jahren einige Demenzerkrankte begegnet. Zu Beginn der Erkrankung lässt sich der Zustand nur schwer ausloten, wenn man die Menschen selten sieht. Erst wenn man täglich mit einem solchen Menschen lebt, wird klar, was Demenz bedeutet und wie wichtig es ist, gut beraten mit der Person umzugehen, die schubweise desorientierter wird und uns immer fremder erscheinen kann in ihren Verhaltensmustern und Entscheidungen, die ihrer verwirrten Welt geschuldet sind 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Demenz Knigge: Praktische Tipps für den Umgang mit Demenzerkrankten, Nachschlagewerk für Pflege Personal und pflegende Angehörige, mit Glossar mit medizinischen Begriffserläuterungen

Rezension: Zahl, Farbe, Trumpf- Die Geschichte der Spielkarten- Gerstenberg

Dieses bemerkenswerte, reich bebilderte Buch befasst sich mit der Geschichte der Spielkarten, die vermutlich im 13. Jahrhundert in China entstanden sind. In Europa sollen sie in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in China aufgetaucht sein und haben in der 1370er Jahren in Norditalien und in Katalonien ihre ersten Spuren hinterlassen. 

Von Südeuropa aus gelangten sie rheinabwärts in die Niederlande und waren kurz darauf in den meisten europäischen Staaten verbreitet, mit Ausnahme von Großbritannien und Irland sowie den skandinavischen und slawischen Randgebieten des Kontinents. 

Aufgrund regionaler Einflüsse entwickelten sich rasch Kartensätze, die sich im Hinblick auf die Bildsprache als auch auf die Anzahl und Symbolik der Karten stark voneinander unterschieden, wobei das Grundprinzip der Kartenspiele bald feststand und allgemeingültig war. Über dieses Prinzip erfährt man im Buch Näheres.

Für die außergewöhnlich rasche Verbreitung der Karten war zeitliche Zusammentreffen mit zwei Erfindungen und technischen Erneuerungen verantwortlich: das Herstellen von Papier und neuen Druckverfahren. Von den Tarockkarten des Humanismus bis zu den einfachen modernen Entsprechungen versinnbildlichen Spielkarten auf ihre Art die Welt der jeweiligen Zeit. Wie Jude Talbot schreibt, versetzen Karten uns in Parallel- sowie Temporärgesellschaften und bereichern damit die Fiktion, die dem Spiel innewohnt. Diese besteht darin, im Rahmen des von festen Regeln bestimmten Spiels frei, sich mit König, Dame oder Bube zu identifizieren und sich für die Dauer der Partie eine eigene Rolle zu erschaffen.

Zunächst lernt man den Ursprung und die Frühzeit der Spielkarten näher kennen, fokussiert wird das 15.- 16. Jahrhundert. Thematisiert werden das Druckverfahren, auch die Farben und Bilder der Karten und das Tarock. Man lernt u.a. das Tarock Karls VI kennen und auch die Karten des Francois Clerc. Dann erfährt man Wissenswertes über die Namen der #Karten, lernt eine Fülle unterschiedlicher Spiele und Karten kennen,  bevor man Näheres über Karten zum Lernen und zum Spielen zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert kennenlernt, so etwa künstlerische und pädagogische Karten oder ein Kartenspiel mit Schweizer Farbzeichen. 

Das Herstellen der Spielkarten  bleibt nicht ausgespart und fokussiert werden immer wieder interessante künstlerische Gestaltungen von Karten wie etwa portugiesische Karten aus Malta aus dem Jahre 1693. Auch über die #Spieler erfährt man Wissenswertes, so etwa zu #Casanova, der das Glück gerne etwas "korrigierte" und genau darin Geschick besaß.

Ein Adelsvergnügen war das aus Spanien stammende Kartenspiel L`Hombre, das sich zu Zeiten Ludwigs XIV. großer Beliebtheit erfreute. 

Es führt zu weit alle Spiele zu benennen. Beeindruckend sind  übrigens die  Motive des Kartenspiels mit dem Namen  das "Venezianische Bild" und das aus Japan stammende "Spiel der Hundert Dichter"

Was noch? Die Karten zwischen 1789-1822 und hier wie das Tarot republikanisch wurde kommen zur Sprache. Man erfährt zudem Wissenswertes über die Karten des Revolutionsmalers Jaques –Louis David, lernt ferner Karten von 1804- heute kennen und hier auch aberwitzige Pin-ups auf Spielkarten. Zudem wird der #Joker thematisiert, auch die wunderschönen Karten von #Salvador_Dali. 

Alles in allem ein wirklich gelungenes Buch und ein schönes Geschenk für #Kartenspieler mit Niveau.

Maximal empfehlenswert 
Helga König 
Im Fachhandel erhältlich 

Rezension: Zauber der Schrift: Sammlung Pedro Corrêa do Lago- The Morgan Library & Museum-TASCHEN

#Christine_Nelson ist Drue-Heinz-Kuratorin für literarische und historische #Handschriften  im Morgan Library& Museum. Sie ist zudem die Autorin des vorliegenden Buches, dessen Vorwort Colin B. Bailey, der Direktor des Morgan Library & Museums verfasst hat.

Pedro_Corrêa_do_Lago, Sammler sowie u.a. einer der  Essayisten  dieses Werkes und #John_Pierpont_Morgan (1837-1937) haben- zwar in unterschiedlichen Jahrhunderten- beide die gleiche Mission gehabt. Sie bestand darin, die beste #Autografensammlung der Welt zusammenzustellen.

Colin B. Bailey skizziert im Vorwort den Verlauf der Sammlerleidenschaft der beiden, deren Höhepunkte man im vorliegenden Buch bewundern kann.

Nach dem Vorwort folgen vier Essays, darunter der Essay mit dem Titel "Von der Liebe und Magie" von #Christine_Nelson, die auch die informativen Texte, die den 140 präsentierten Dokumenten beigefügt sind, verfasst hat.

Die aus über 100.000 Autografien ausgewählten Dokumente sind solche von namhaften Persönlichkeiten aus #Politik, #Literatur, #Kunst, #Philosophie,#Film, #Musik und #Wissenschaft.

Wie Nelson schreibt, ist die Handschrift eine zutiefst soziale Kunst. Dabei zeigten die im Buch dokumentierten Seiten alle Arten von erinnerungswürdigen Verbindungen, also nicht nur Handschriften, sondern #Briefe, #Notizen, #Beschriftungen zwischen berühmten Freunden, Kollegen, Liebhabern und Partnern im Laufe der Geschichte.

Der  Essayist #Declan_Kiely merkt an, dass viele Manuskripte, Briefe und beschriebene Fotografien in mit Bedeutung aufgeladen sind und  uns  mit der Vergangenheit verbinden. Einige der Verbindungen sind  überaus persönlich und andere für die Allgemeinheit bestimmt.

Spannend zu lesen, ist der Essay von  Pedro Correa do Lago, mit dem Titel "Eine geteilte lebenslange Leidenschaft", der dem Leser die gezeigten Objekte sehr nahe bringt. 

Der Reigen beginnt mit einer Skizze einer Marmorbestellung Michelangelo Buonarrotis für seinen ersten großen Architekturauftrag. Dann bietet #Claude_Monet wenig später 35 Gemälde als Sicherheit für einen bescheidenen Kredit von Èdouard Manets Bruder an. Der im Original dokumentierte Brief ist wie alle anderen gezeigten Dokumente - sofern in Fremdsprachen verfasst - in deutscher Übersetzung abgedruckt.

Es macht immerfort Staunen, welche Handschriften in diesem Buch versammelt sind, übrigens auch Jean-Paul Sartres Entwurf eines Briefes an die Schwedische Akademie, in dem er schwört, den #Nobelpreis abzulehnen. 

Berührend ist der Brief Sir Winston Churchills, denn er gerade aus dem öffentlichen Leben zurückgetreten, an seine erste große Liebe schreibt.

In Handschriften schwingt immer Emotion mit.

Ein wunderbares Buch, das man stets aufs Neue gerne zur Hand nimmt, nicht zuletzt, weil die handgeschriebenen Zeilen uns Menschen und ihre Gedanken viel näher bringen als die maschinengeschriebenen.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

Onlinebestellung bitte hier klicken: TASCHEN oder Amazon Zauber der Schrift. Sammlung Pedro Corrêa do Lago

Rezension: Jeder Kunde zählt! Kundenzentrierung einfach umsetzen. Dana Arzani- Das Workbook- Hanser

#Dana_Arzani, die Autorin dieses bemerkenswerten Workbooks gilt als Expertin für Kundenzentrierung und vermittelt dem Leser Strategien für erfolgreichen Kundenkontakt. Dabei geht es ihr darum, aufzuzeigen wie man die Kunden in den Mittelpunkt stellt und zugleich die wirtschaftliche Entwicklung und das Wohlergehen der Mitarbeiter sichert.

Das Werk enthält
- Die vier Erfolgsfaktoren der Kundenzentrierung
-Schritt für Schritt- Anleitung zur direkten Umsetzung
- Konkrete Tipps aus der Praxis und unterhaltsame Beispiele
- Bonuskapitel So stellen Sie Ihre Kunden nicht nur zufrieden, sondern bringen sie zum Strahlen.

Wie die Autorin so treffend bemerkt, ist es einfacher und günstiger einen Kunden zu halten und sich um ihn zu kümmern als Ersatzkundenakquise zu betreiben. Die Kosten um einen neuen Kunden zu akquirieren liegen fünf bis sieben Mal so hoch wie einen alten Kunden zu halten. Einigen Studien zufolge soll der Wert sogar zehnmal so hoch liegen. Einen Bestandskunden zurückzugewinnen, soll noch aufwendiger sein. Ihn jedoch zu halten, erhöht den Unternehmensgewinn.

Die Autorin erwähnt die Unternehmensberatung Bain & Company, der zu Folge eine fünf Prozent höhere Kundenbindung den Unternehmensprofit um bis zu 75% steigert. Dabei ist #Freundlichkeit für die #Kundenbindung und #Kundenzentrierung nach wie vor äußerst wichtig. Unfreundliche Mitarbeiter reduzieren die Kundenbindung um 23 %.

Die meisten Unternehmen seien produkt- aber nicht kundenorientiert. Kundenzentrierte #Unternehmen dächten in #Beziehungen und #Mehrwert anstelle in #Produkten. Für sie erfüllten Produkte nur den Zweck, dem Kunden einen echten Mehrwert zu bieten und dies über eine möglichst lange Zeit.

Die Autorin zeigt wie es zur Kundenloyalität kommt, wie man Kundenbeziehungen aktiv gestaltet, wie man zu einem zuverlässigen Partner für den Kunden wird.

Arzani reflektiert das, was eine gute Unternehmenskultur ausmacht und verdeutlicht, weshalb Kundenzentrierung eine #Fehlerkultur und eine #Vertrauenskultur benötige. Seite für Seite lernt man immer mehr über die Kundenbeziehung und welche Fragen man sich diesbezüglich stellen sollte. Unmöglich ist es aber, dies alles im Rahmen eine Rezension zu benennen.

Sehr gut wird dargestellt, auf welche Weise man die eigenen Produkte und Prozesse beim Kunden tatsächlich anspricht. Wichtig: Der Kunde braucht selbstverständlich einen Mehrwert. Wichtig auch ist, möglichst alle Störfaktoren aus dem Weg zu räumen, die das #Kundenerlebnis beeinträchtigen könnten.

Kundenzentriertheit bedeutet  jedoch nicht, dass ein Kunde Leistungen umsonst erhält, denn alles was der Kunde nicht bezahlt, zahlt das Unternehmen.

Kundenzentriertes Arbeiten an Produkten und Prozessen bedeute, dass alles konsequent aus Sicht der Kunden gedacht und gestaltet ist. Gemeinsam mit echter Menschlichkeit und mit Beziehungsaufbau könne man so in die Zukunftssicherheit des Unternehmens investieren.  Das leuchtet ein.

Dass man #Neugier, #Können, #Leidenschaft und #Sinnhaftigkeit benötigt, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, dass die Mitarbeiter diese Eigenschaften ebenfalls besitzen sollten,  ist nur logisch, wenn man Kunden zufriedenstellen und sie langfristig behalte möchte. 

Das Buch gibt gute Denkanstöße in Sachen Kundenbindung, die in Zeiten digitaler Kommunikation nicht einfach  zu bewahren ist.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Im Fachbuchhandel erhältlich

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Jeder Kunde zählt: Kundenzentrierung einfach umsetzen. Das Workbook

Rezension: Die Smartphone- Epidemie- Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft- Manfred Spitzer- Klett-Cotta

Prof. Dr. Dr. #Manfred_Spitzer leitet die psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Mit "'#Smartphone_Epidemie" spricht er sich keineswegs  grundsätzlich gegen die #Digitalisierung aus, sondern befasst sich vor allem sehr kritisch mit dem #Smartphone, das in den letzten 10 Jahren den Alltag seiner vier Milliarden Nutzer so sehr verändert hat, wie keine technische Neuerung zuvor. 

Im Rahmen von 15 Kapiteln fasst Spitzer die in Fachblättern wie #Science und #Nature publizierten Erkenntnisse zahlreicher unabhängiger Wissenschaftler zusammen und stellt  sie gut nachvollziehbar dar, um auf diese Weise die Wahrheit über die Auswirkungen von Smartphones für jedermann verständlich auf den Punkt zu bringen. 

Zunächst zeigt der Autor, auf welche Weise die #Gesundheit und die #Bildung junger Menschen durch Smartphones beeinträchtigt wird und weshalb dieses Gerät eine Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft darstellt. 

Spitzer erläutert, was ein Smartphone alles kann, weshalb es also so begehrt ist und lässt nicht unerwähnt, dass viele junge Menschen das Gerät als Spielkonsole sowie Fernsehapparat nutzen und deshalb alle Nutzer auch weltweit 1 Milliarde Stunden #You_Tube_Videos schauen. 

Ein großer Teil der Menschheit verbringe etwa ein Drittel seiner im Wachzustand verbrachten Zeit mit dem diesem kleinen Gerät, das es erst seit etwa 10 Jahren gibt. Dies wirke sich negativ auf die Gesundheit aus, führe zu #Schlafstörungen, #Übergewicht und #Adipositas. Die Schlafstörungen gehen mit #Stoffwechselstörungen einher und führen zudem nachgewiesenermaßen zu erhöhtem #Blutdruck. Weiter genannt werden #Herzkrankheiten und seelische Störungen.

Zudem lenkten die digitalen Medien die #Aufmerksamkeit ab, schadeten nachweislich dem Lernen und bewirkten eine geringere #Bildung. 

Smartphone-Nutzer werden zudem rascher #kurzsichtig. Dies wird im Buch näher erläutert und auch die #Aufmerksamkeitsstörungen kommen zur Sprache. 

Wie das Smartphone die Eltern-Kind-Beziehung langfristig beeinträchtigt, wird ebenso erläutert wie die Folgen für Kinder durch Smartphone-Nutzung. Beispielsweise hätten solche Kinder größere Schwierigkeiten in Mathematik. Insgesamt könne gesagt werden, dass Kindern in der Entwicklung das Smartphone schaden, sei es wenn sie es selbst benutzen oder wenn ihre Eltern es zu einem Zeitpunkt tun, wo sie den Elternaufgaben nachkommen. 

Bemerkenswert auch ist, dass durch die Verdrängung des Erlebens von Natur durch Bildschirmmedien, sich die Sprache verändern hat, deshalb auch weniger Wörter für Natur in Wörterbüchern auftauchten. #Naturmangel seien auch in der Musik, im Kino und in der Literatur zu verzeichnen. 

Von #Computerspielsucht ist die Rede und von der negativen Auswirkung des Smartphone auf #Empathie und #Willensbildung. Des Weiteren führe das Smartphone zu #Depressionen. Die Gründe weshalb das so ist, werden genannt. Erschreckend ist, wie viele Suizide auf das Smartphone zurückzuführen sind. 

Eine Auflistung der Risiken und Nebenwirkungen vom Smartphone, stimmt mehr als nur nachdenklich und auch die Studien zur Smartphone-Nutzung im Hinblick auf Depression zeigen, dass man sich mit dem Thema gesellschaftlich bislang viel zu wenig befasst. 

Weshalb eine zu hohe Smartphone-Nutzung einsam mache, ist auch ein Thema, dem noch weitere bedenkliche Themen folgen, so etwa Unfälle und Verletzungen, die auf Smartphone-bedingte Unaufmerksamkeit zurückzuführen seien und intellektuelle Verwahrlosung durch #Fake_News. 

Je mehr man sich in das Buch vertieft, umso mehr werden einem die Risiken und Nebenwirkungen digitaler Informationstechnik auf Körper und Geist bewusst, umso klarer wird, dass ein zufriedenes Leben keinesfalls im Dauergebrauch eines Smartphones zu finden ist. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Die Smartphone-Epidemie: Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft

Rezension: KAUFEN- Eine kleine Kulturgeschichte des modernen Einzelhandels in Deutschland-Callwey

Das vorliegende Werk nimmt den 100.Jahrestag der Gründung des Handelsverbands Deutschland zum Anlass die Geschichte des modernen Einzelhandels entlang der großen Veränderungen in der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nachzuerzählen und zum Schluss einen Blick auf dessen Zukunft zu richten, die bereits begonnen hat. 

Das reich bebilderte Werk ist in fünf große Abschnitte untergliedert. Diese bestehen jeweils aus diversen Kapiteln, in denen kompetente Fachleute sehr gute Beiträge zur Kulturgeschichte des modernen Einzelhandels verfasst haben. Bei den Abschnitten handelt es sich um folgende:

-Der Einzelhandel auf dem Sprung in die Moderne 
-Versorgung und Konsum im Dritten Reich
-Wirtschaftswunder, Wachstum, Wohlfahrtsstaat
-Vereintes Land, Vereinter Handel 
-Vor Ort im Netz und Jederzeit 

Die Geburtsstunde einer neuen Konsumkultur begann um 1900. In Warenhäusern wurden nun Preise ausgezeichnet. Das schaffte Vertrauen. Der moderne Handel in architektonisch interessanten Häusern mit großen Schaufenstern und modernen Einrichtungen wie Fahrstühlen und elektrischem Licht zog die Konsumenten an, verdrängte aber die traditionellen Läden damals nicht. 

Man liest von Konsumgenossenschaften und deren Grundidee, dass sich Konsumenten gleichberechtigt zusammenschließen und den Einkauf gemeinschaftlich tätigen. Bereits um die Jahrhundertwende entwickelten sich die ersten Konsumgenossenschaften zu einer Bewegung, die 1903 in der Gründung des "Zentralverbandes der deutschen Konsumvereine" mündete. 

Des Weiteren liest  man von den ersten Massenfilialbetrieben und Ladenketten, vom Aufkommen der Markenartikel wie auch von der allmählichen Akzeptanz von Werbung und kann sich alsdann in die Geschichte des Warenhauses vertiefen, das im Zuge der Industrialisierung begann und seinen Erfolg einer sich entwickelnden Massenkaufkraft verdankt wie auch einer leistungsfähigen Logistik und dem Wachstum moderner Großstädte. 

Man lernt Unternehmer wie Oscar Tietz und Heinrich Grünefeld kennen, der den Verband deutscher Einzelhändler gründete, liest von damals großen Warentempeln und von der Meierei C.Bolle in Berlin. Die Erfolgsgeschichte von Carl Bolle ist  besonders spannend geschrieben. Er schaffte es binnen weniger Jahre seinen Betrieb zur bekanntesten Meierei der Stadt zu machen, wurde sehr wohlhabend und investierte sein Vermögen in den Bau von Wohnhäusern, in denen seine Angestellten lebten. Zudem finanzierte er Kindererholungsheime und stellte sogar einen Pfarrer und Schwestern an, die sich um das Seelenheil seiner Mitarbeiter kümmerten. Mich erinnert er von der Grundeinstellung an Jakob Fugger, an einen Unternehmer also, der im Neoliberalismus nicht mehr vorkommt. 

Komsumgenossenschaften entwickelten sich ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und hatten zu Ende der Weimarer Republik einen Marktanteil von 14 Prozent am deutschen Lebensmittelmarkt. 

Über die Entwicklung der Produktwerbung liest man viel Wissenswertes. Neue Berufsbilder, wie die des Gebrauchsgrafikers und Reklamefachmanns entstanden und die Zahl der Werbemittel nahm beständig zu. 

Thematisiert wird das Ende der Goldenen Zwanziger Jahre und der Kampf mit Entbehrung und Mangel in der sich gerade erst entwickelt habenden modernen Konsumgesellschaft. Alsdann wird die Versorgung und der Konsum im so genannten Dritten Reich zur Sprache gebracht. Berichtet wird über die Boykottmaßnahmen gegenüber den jüdischen Betrieben, zudem über die Zwangenteignungen und Schließungen zur Ausschaltung der Juden aus dem Einzelhandel. 

Auch über die Profiteure jener Jahre bleibt man nicht unaufgeklärt, liest von der Verbandsauflösung, sprich dem Ende der demokratischen Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels und dem Verzicht aufgrund der Verknappung der Ressourcen in Kriegszeiten. 

Wie es dann nach dem 2. Weltkrieg weiter ging, wird spannend erzählt. Nach Hamsterkäufen, Bezugsschein und Schwarzmarkt folgen Wirtschaftswunder, Wachstum und Wohlfahrtsstaat. Über den Abschied von der Ladentheke und den Handelsformen im Wandel zu immer größerer Konzentration wird berichtet, auch über das Einkaufen in der DDR und die Werbung dort. 

In den 1960er Jahren begann dann die Zeit der Discounter und mit ihnen das Prinzip "billig". Dieses Geschäftsmodell setzte auf schnellen Umsatz und unschlagbar günstige Preise. Über die Macht der Marke wird man in der Folge unterrichtet und auch über moderne Verpackung, des Weiteren über die Entwicklung der Artikelnummerierungssysteme und den Beginn der Digitalisierung der Branche. 

Verbraucherschutz ist ein Thema und die Versandhäuser, dazu noch vieles andere mehr bis hin zum gesamtdeutschen Einzelhandel vor den Hintergrund einer tiefgreifenden technologischen Wandels. Ab Mitte der 1990er Jahre dann erlebt man die ersten Online-Händler und fortan verändert sich alles.

Nun erreichen die Angebote des Onlineshoppings alle Bevölkerungsschichten. Dabei setzt Amazon die Maßstäbe im Hinblick auf Sortimentsumfang, Preis, Lieferfähigkeit, Informationsfähigkeit und Verlässlichkeit. Händler in den Produktkategorien Elektronik Bücher aber auch Mode sind schon vom strukturellen Umbruch empfindlich betroffen, anderen Bereichen steht der Aderlass noch bevor. Ein Ende ist  noch nicht abzusehen, resümiert einer der vielen sehr kompetenten Autoren im vorliegenden Buch.

Wichtig zu wissen: Es gibt keinen Einzelhandel ohne Onlinehandel mehr. Wer mehr über die Wege und Zeiten im Onlinehandel informiert werden möchte, kann  in diesem Werk  sehr viel erfahren, auch wie Alexa, Google und Siri den Handel verändern. 

Was ist sicher? Die Grenzen zwischen analoger und virtueller Welt verschwimmen immer weiter. Der Point of Sale der Zukunft ist nicht mehr stationär oder digital- er verschmilzt zu einer Realität. so Thomas Fell, ein  Kenner der Branche und einer der brillanten Autoren in der vorliegenden kleinen Kulturgeschichte des modernen Einzelhandels in Deutschland.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Kaufen: Eine kleine Kulturgeschichte des modernen Einzelhandels in Deutschland


Rezension: Zeit für Veränderung-Anselm Grün-Taschenseminar-Vier-Türme-Verlag

#Anselm_Grün wartet in diesem Frühling mit einem bemerkenswerten Wegbegleiter auf. Es handelt sich dabei um ein Taschenseminar, in dem er praktische Impulse gibt, die helfen sollen, einfacher Entscheidungen zu treffen. Dabei stellt er viele kluge Fragen, die der Leser schriftlich beantworten kann. In dem hübsch illustrierten Buch ist übrigens ausreichend Platz zum Beantworten der vielen Impulse. 

Untergliedert ist das Seminar in die Rubriken: Berufung; Veränderung und Verwandlung; Lebensspur; Wer bin ich?; Selbsterkenntnis; Sagen, Reden, Sprechen; Der Blick nach vorn; Aufbruch. 

Fragen wie "Was lässt dich heute die Zeit vergessen? Findest du eine Parallele zu deinem Spiel als Kind? Schreib es auf?", sind ein guter Impuls, um nachzudenken.

Um Ratschläge wie etwa, dass man sich zuallererst annehmen sollte, so wie man ist, nicht nur zu beherzigen, sondern auch umzusetzen, bedarf es natürlich der Übung. Gerade in einer Phase des Selbstzweifels oder wenn äußere Umstände zu einer beruflichen oder persönlichen Neuorientierung zwingen, sind solche Übungen sehr von Vorteil. 

Einem guten Freund, seine Lebensgeschichte anzuvertrauen, hilft, sich darüber im Klaren zu werden, wie es dazu kam, dass man dort gelandet ist, wo man jetzt steht. Interessant auch ist die Frage "Welche Entscheidungen hast du bewusst getroffen?" Auch die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen halte ich für sehr wichtig. Sich kennenzulernen ist ein langer, nicht einfacher Prozess. 

Die Frage nach den Zielen, die man noch hat und auch nach der Zukunft, die man sich wünscht, sollte man wohlüberlegt beantworten und sich bewusst machen, dass unser Leben nur dann im Fluss bleiben kann, wenn wir es erlauben. Stockt es, sollten wir nach dem Warum fragen. 

Wie Anselm Grün betont, dominieren die jeweils stärksten Motivatoren unser Verhalten über eine mehr oder weniger lange Lebenszeit. Was mag man und was man nicht sollte, gilt es ausloten, zudem macht es Sinn, seine Schattenseiten aufspüren. Das ist wichtig für die Selbsterkenntnis. 

Der Autor betont, dass ein Gespräch nur dann entsteht, wenn wir miteinander sprechen. Genau das wird leider all zu oft vergessen. Sehr gut auch ist die Empfehlung "Versuche mal, genau hineinzuspüren, wie du dich fühlst, wenn Du heute mit verschiedenen Menschen sprichst." Dann liest man Begriffe wie verstanden, ernst genommen, wertgeschätzt, ausgefragt und kann zustimmen oder es lassen. All dies hilft, uns selbst besser kennenzulernen und unsere unerfüllten Wünsche und Hoffnungen zu begreifen.

Ich staune über die Fragen Anselm Grüns. "Wie dringend notwendig ist Veränderung?" solch eine Frage muss man sich bei Leidensdruck stellen. Nur so findet man eine Antwort und beginnt zu handeln. Dann schließlich gibt es den erhofften  Aufbruch und Neuanfang. Wichtig ist, dass man Dinge betrauert, die man hinter sich lässt. Nur so kann man entspannt sich Neuem zuwenden. 

 Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Im Fachhandel erhältlich

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Zeit für Veränderung. Taschenseminar zum Nachdenken und Weiterwachsen (Taschenseminar Anselm Grün)

Rezension: Kinderspiel- Glücksspiel-Kriegsspiel- #André_Postert- dtv

Der promovierte Historiker #André_Postert arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut in Dresden. In seinem vorliegenden Buch thematisiert er große Geschichte in kleinen Dingen wie er im Untertitel des Werks bereits bekundet. Fokussiert wird die Zeit von 1900-1945. 

Worum es geht? 

Um #Kinderspiel, #Glücksspiel und #Kriegsspiel, um ein Alltagsphänomen von Kindern und Erwachsenen also. Weil es ein Alltagsphänomen ist, können ganze Industriezweige und Branchen vom sprichwörtlichen Spieltrieb des Menschen noch immer leben. 

Spielzeug kann alles genannt werden, womit der Mensch spielt, daneben aber gibt es die Spielwaren, die eigens zum Spielen erfunden, produziert und gehandelt werden. Karl Groos übrigens war einer der Ersten, die sich um eine universale Spieltheorie bemühten. Sein Werk "Die Spiele der Menschen" erschien 1899. Besagte Theorie galt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Aus dessen Sicht war Spiel etwas, das der Erprobung und Bewältigung des Lebens diente. Diese Idee, dass das Spiel des Menschen stets sinnvoll und zur Entwicklung seiner selbst nützlich sei, trägt bis heute das Fach Pädagogik. Diese Vorstellung widerspräche allerdings teilweise unserem Alltagsverständnis, denn gerade Erwachsene sehen darin oft eine Art Alltagsflucht, "frei, lustvoll und spannend" zugleich.

In England unterscheidet  man die Begriffe "Play" (Spiel als Tätigkeit) und "Game" (ein spezifisches Spiel mit Regeln). Spiel also ist etwas, das sich durch Freiheit und Abwesenheit von Zwängen auszeichnet, mithin etwas Kreatives, aber es kann eben auch eine Fülle fester Regeln haben, die man befolgen muss. 

Spiele und Spielsachen haben sich im Laufe der Geschichte verändert. André Postert zeigt in diesem Buch Spiele und Spielsachen und die Menschen, die sich damit befassten, speziell in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es sind beispielsweise Pistolen, Schwerter, Panzer, Zinnsoldaten, ja sogar Nazi-Püppchen, auch Brettspiele, die Gewalt und Krieg verherrlichten und politische Ideologie vermittelten. 

Im Rahmen von  sieben Kapiteln wird man mit höchst sonderbaren Spielen vertraut gemacht und hier zunächst mit Spielen und Spielwaren in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Man liest z. B. über die Mundharmonika, die ihren spektakulären Durchbruch als Massenprodukt im Ersten Weltkrieg hatte. Das Spielen wirkte Trübsinn und Melancholie entgegen und bot zudem Unterhaltung im Beisammensein, schreibt Postert. 

Nicht nur im Krieg erscheint das Spiel als eine Art Paralleltext, in den man vor dem Grauen der Realität flüchten kann, doch hier besonders. Selbst Schach war ein Spiel, das an Militärschulen eingesetzt wurde, weil man dort glaubte, man könne das Terrain auf dem Brett erkunden und fände so Lösungen für komplexe taktische Probleme. Kinder spielten "Schiffe versenken", spielten mit Zinnsoldaten und bekamen Fahnen, Trommeln, Trompeten, Gewehre zu Weihnachten geschenkt. Das Spiel mit Konflikt und Gewalt, so vermutete man später in der Pädagogik sei in der menschlichen Natur verankert. Destruktive Energien kommen als Spiel zur Entfaltung. Doch das Spiel mit dem Krieg verharmloste Gewalt und schürte damals bereits den Hass unter den Völkern.

Das Spiel als Spiegel der Zeit macht mit Modespielen, auch mit vergessenen Spielen vertraut. Man lernt Technikspiele aus damaliger Zeit kennen, natürlich auch die Modelleisenbahn. Puppen und Stofftiere wurden in Thüringen hergestellt, auch sie waren politisch nicht neutral. Plüschtiere sollten im Frieden bei kleinen Jungs den Spielzeugsoldaten ersetzen. All diese Plüschprodukte bedienten das Bedürfnis, das Harmonie und familiäre Besinnlichkeit dem politischen Chaos entgegensetzte. 

Dann gibt es noch das Spielzeug der Illusionen und jenes gegen Fortuna, das man nie gewinnen kann. Über illegale Spielklubs  aus jener Zeit erfährt man Näheres und über die fixe Idee von Spielern, man könne den Zufall berechnen. Der bedeutendste Intellektuelle des 20. Jahrhunderts Walter Benjamin war übrigens ein Spieler. 

Glückspiele in der NS-Zeit werden thematisiert, auch das Spiel mit dem Hakenkreuz und die Nazi-Puppenwelt werden fokussiert. Es wird in der Folge dann immer krasser. Bei den Nazis gab es sogar ein Reichsinstitut für Puppenspiel. Zudem gab es rassistische Spieltheorien und so viel Erschreckendes, dass man nicht glauben mag, dass es sich hierbei um Spiel handelte. 

Spiele und Spielzeug im Holocaust sind ein weiteres großes Thema und dann ist es wieder soweit, dass man von unendlicher Traurigkeit heimgesucht wird. 

Gottlob unterliegen Spiel und Spielzeug dem fortwährenden Wandel, denn sie spiegeln die Geschichte und die Veränderungen in der Gesellschaft. 

Bleibt zu hoffen, dass die Menschen der Zukunft über unser Spielzeug und unsere Spielwelten nicht allzu entsetzt sein werden,  über jene vorangegangener Generationen kann man es durchaus sein. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Kinderspiel, Glücksspiel, Kriegsspiel: Große Geschichte in kleinen Dingen 1900-1945