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Rezension: Was wenn alles möglich wäre? Magic Victoria- teNeues

Die Autorin dieses bemerkenswerten Buches ist Magierin. Die studierte Betriebswirtin Magic Victoria hält Vorträge zum Thema "Ideen sind die Magie hinter jedem Erfolg". Näheres zu ihrem Tun kann man ihrer Internetseite www.magicvictoria.de entnehmen. 

Die einzelnen Kapitel des eloquent verfassten Werkes sind aufeinander aufgebaut. Zunächst erfährt man - nach kurzweilig zu lesenden autobiographischen Schilderungen- etwas über die Magie des Anfangens. Goethe auch Hermann Hesse haben sich zu dem Thema geäußert und Magic Victoria weiß ebenfalls zu besagter besonderen Magie Kluges beizusteuern. Sie reflektiert nicht nur dieses Phänomen, sondern stellt zudem den Begriff Realität zur Disposition. Jene sei nicht für alle Menschen auf die gleiche Weise real, denn dies, was man als Realität empfindet, sei abhängig von der Vorprägung, seinen Erfahrungen, seiner aktuellen Stimmung, seinem Alter, dem Umfeld und der Art, wie wir sie interpretieren. 

Es gehe darum, die richtigen Voraussetzungen für unsere kreative Realität zu schaffen. Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, nimmt zu. So viel ist klar.  Auch dies ist offenbar Magie. 

Magie benötigt u.a. die Präsenz in der Gegenwart und manches andere mehr. Doch es soll nicht zu viel verraten werden. 

Spannend sind alle Kapitel, speziell auch jenes, was das Timing anbelangt. Es gibt übrigens nicht den richtigen Zeitpunkt für einen Beginn, weil es stets der richtige Zeitpunkt ist anzufangen. Das leuchtet ein. 

Interessant fand ich das Kapitel über die Macht er Umgebung. Von sogenannten "Master-Mindgruppen" ist die Rede, deren Teilnehmer über sich hinauswachsen können, indem sie sich gegenseitig herausfordern, Ideen brainstormen und einander helfen. 

Welche Menschen sind gut für uns und sind wir auch gut für andere? 

Magie entsteht, wo Liebe im Spiel ist. Das wissen wir alle.  Auch für die Liebe zu einer Tätigkeit gilt dieses Gesetz. 

Was entspannt uns, tut uns gut? Was setzt Kräfte frei? Was lässt  die Dinge fließen? 

Wie das Buch zeigt, spielt Magie eine große Rolle, wenn wir Unmögliches möglich machen. Es scheint das Wissen um die Dinge des Lebens zu sein, das Betrachten, das Fokussieren, das gelassene Heranziehen, um es zu bestaunen. 

Magie ist dort, wo alles fließen kann......Magie verträgt sich nicht mit Blockaden, nicht mit Zwang, nicht mit Grenzen. Magie ist dort, wo Raum für Traum ist.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Rezension: flachsinn- Ich habe Hirn, ich will hier raus- Gunter Dueck- campus

Der Autor des Buches, vormals Mathematikprofessor und Chief Technology Officer der IBM Deutschland wird vom Campus Verlag als Netzaktivist, Business Angel und Speaker vorgestellt, der sich "unverdrossen" der Weltverbesserung widmet.

Als Mensch, der ähnlich wie der Autor über eine Zweitwohnung im Internet verfügt, habe ich mit viel Neugierde und noch mehr Kopfnicken seine jüngste Publikation gelesen, die sich mit dem Treiben in besagtem Wohngebiet befasst. Nicht nur der Titel "flachsinn" und der Untertitel "Ich habe Hirn, ich will hier raus" deuten auf eine gewisse Komik hin, auch die Buchillustration amüsiert, h`m zumindest jene, die kein Problem mit Selbstironie haben. Das Cover ist ein gutes Beispiel dafür, wie man auf hintersinnige Art Aufmerksamkeit erregen kann.

Die schöne neue Welt bietet "Ablenkung im Sekundentakt. Ein Hirn-Quickie nach dem anderen", schreibt der Autor.  Es sei offenbar das Schrille, Extreme und Exotische, das unsere Aufmerksamkeit besonders errege, so Dueck. Verändert habe uns diese neue Welt dahingehend, dass wir nicht mehr nach Wahrheit suchten, grübelten, forschten, diskutierten und stritten, auch keine Geduld mehr hätten, neue Gedanken sacken und reifen zu lassen, sondern stattdessen bloß noch alles uns Vorgesetzte genießend konsumierten.

Verantwortungslose Aufmerksamkeitsprofis spekulierten und zockten in einer neuen Aufmerksamkeitsökonomie. Diese Profis hypten Neues und Stars nicht grundlos, um sie alsdann wieder nach unten zu ziehen. Dabei seien es die großen Aufmerksamkeitsschwankungen, die zu entsprechendem Rummel führten und die Klientel anlockte, die die Zeche dann zahlte.

All das kalkuliert Flache, Sensationelle, Emotionale, Scharfmachende, Niederziehende, Hetzende, Übertreibende, Lärmende und Verführende zum Zweck der Aufmerksamkeitsverwertung nennt der Autor in seinem Buch "Flachsinn". Den gilt es auszuloten und ihm Sinnstiftendes entgegenzusetzen.

Untergliedert ist das Buch in sechs Abschnitte:

Von früheren Machtwelten zum Aufmerksamkeitsbasar
Du und ich im Netz
Algorithmen berechnen, wer wir sind und was wir wahrnehmen sollen
Netzcommunities, Filterblasen und das Ende des Common Sense
Die Strategien der Aufmerksamkeitsprofis
Befreien wir unsere Aufmerksamkeit

Dueck wartet mit einer Fülle von Informationen auf, die hier kurz zusammenzufassen, ich erst gar nicht versuche. Schon erschreckend, vor Augen geführt zu bekommen, wer alles im Netz um unsere Aufmerksamkeit buhlt... Nicht nur Kapitalmarkthaie und Weltrettungsfanatiker, sondern auch Politiker, Unternehmen, Trolle und Hasser etc., alle lechzen nach Aufmerksamkeit. 

Um uns im "Attracticon", dem Ort, wo die Musik spielt, optimal  nutzen zu können, werden wir aus unserer Gesamtheit der digitalen Spuren berechnet und alles, was wir im Netz unternehmen ausgewertet. Die Analysen dienen  -so viel nur - nicht bloß negativen Zwecken. Immerhin.

Der Flachsinn, der das Netz überflutet, verdecke das Wichtige und Wahre immer intensiver, deshalb benötigen wir nach Ansicht Duecks neue Kompetenzen für das Dasein im Attracticon  Leider verharren die heutigen Autoritäten ungläubig-ratlos im Alten. Indessen entwickelt sich das Neue so rasch, dass uns allen angeraten ist, uns damit auseinanderzusetzen, weil es uns bereits betrifft und nicht erst Nachfolgegenerationen. Delegieren schadet uns in diesem Fall demnach erheblich.

Setzen wir uns also mit dem Sich-interessant-machen auseinander, das im Netz augenscheinlich das A und O für die Vermarktung, auch für die Selbstvermarktung darstellt.

Um hier mehr zu verstehen, erfährt man Wissenswertes über die sogenannte "phatische Kommunikation. Es handelt sich hierbei um die Kommunikation vor der eigentlichen Kommunikation.  In dieser Phase wird die Aufmerksamkeit geweckt.

In Zeiten der Kommunikationssintfluten müssen wir "Attraktionsintelligenz" entwickeln. Worum es dabei geht, erfahren Sie von Dueck ebenso, wie er die Attribute, die Aufmerksamkeit erregen, aufklärend benennt.

Leider wendet sich im "House of Attraction", sprich der Basarwelt im Internet, unsere Aufmerksamkeit tendenziell vom Komplexen ab, deshalb auch müssen wir das, was wir mitteilen möchten,  rasch auf den Punkt bringen. Je besser die Botschaft, umso viraler verbreitet sie sich.

Man liest von Algorithmen, die unsere Daten auswerten und Profile sowie Klickstatistiken erstellen. Alles scheint ermittelbar und immer flachsinniger, weil schlussendlich nur noch Klicks zählen, die am schnellsten über Flachsinniges generiert werden können und damit durch entsprechende Manipulation.

Über negative Umgangsformen im Netz, auch über die Strategien der Aufmerksamkeitsprofis und anderes mehr wird man aufgeklärt und liest dann von einer Intelligenzart, wie schon erwähnt, die man in unserer Zeit erwerben sollte: die Attraktionsintelligenz.

Dabei geht es um die Gabe, andere für sich einzunehmen, sie zu verführen, positive Gefühle auszulösen, zu überzeugen und zu interessieren, aber auch zu erkennen, was wichtig und wertvoll ist und was uns flachsinnig ablenkt.

Nach Meinung Duecks gewinnt die Attraktionsintelligenz seit Netzzeiten an Bedeutung. Die Kompetenz der Aufmerksamkeitsverwendung und –optimierung muss erlernt werden, wenn man entspannt und erfolgreich im  virtuellen "House of Attraction"  agieren  und  bei allem Rummel dort, Sinnstiftendes auf den Weg bringen möchte.

Dueck scheut sich nicht, systemkritisch zu werden und appelliert mit Freiheit verantwortlich umzugehen, denn "Freiheit ist keine Freiheit, Streit zu säen, um Aufmerksamkeit zu ernten. Stiften von Unruhe ist Gift für eine besonnene Balance".

Hirn verpflichte, so der Autor, Verantwortung zu übernehmen. Alle diese Hirnquickies, die Dominanz der Werbung, das Treiben in den Sudelgebieten, das unverantwortliche Zocken mit unserer Aufmerksamkeit tragen nichts zu einem "Empowerment" der Menschheit bei. Der wachsende Flachsinn hintertreibe  jegliches das Verantwortungsbewusstsein.

Um der Ablenkung zu entkommen, müssen wir sie analysieren und erkennen. Genau diesbezüglich gibt  Gunter Dueck Hilfestellung.

Nichts spricht dagegen, das Netz neu zu gestalten, außer unserer Trägheit, sich mit kulturellen Inhalten befassen und sie ins Netz einzubringen. Larmoyanz beseitigt den Flachsinn nicht, wohl aber können intellektuell sinnstiftende Posts, Textbeiträge  und Clips etwas bewegen.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Handel erhältlich

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Rezension: Liebe dein Leben und nicht deinen Job- 10 Ratschläge für eine entspannte Haltung- Frank Behrendt- Gütersloher Verlagshaus

Frank Behrendt, der Autor dieses Ratgebers, ist PR- und Kommunikationsfachmann mit intensiven Kontakten zu Medien, Wirtschaft und Politik. Der Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München ist seit vielen Jahren in großen Unternehmen und Agenturen als Top-Manager tätig. Unter anderen arbeitete er bei Universal Music, dem TV-Sender RTL und zuletzt bei der PR-Agentur FischerAppelt.

Muss man seinen Job nicht lieben, wenn man ihn gut machen will? Das fragt man sich vielleicht spontan, wenn man den Titel des Buches liest, der da lautet: "Liebe dein Leben und nicht deinen Job". Nach preußisch-protestantischem Arbeitsethos klingt dieser Satz nicht gerade. Worum geht es tatsächlich? 

Es geht nicht um Ferien rund ums Jahr, auch nicht um einen Lobgesang auf Diogenes in der Tonne, sondern darum, die täglichen Herausforderungen im Job unverkrampft zu meistern. Der vielbeschäftigte Kommunikationsfachmann Frank Behrendt arbeitet rund 60 Stunden in der Woche und hat Strategien entwickelt, dennoch ein tiefenentspannter, grundfröhlicher Mensch zu bleiben. Diese Strategien vermittelt er durch seine Ratschläge kurzweilig und überzeugend den Lesern weiter. 

Seine Vision lautet: Weniger Hektik und Getriebensein, mehr Gelassenheit für alle. 

Für den Autor hat Gelassenheit etwas mit Distanz zu tun. Diese sollte man zu allem, was man unternimmt, aufbauen, um auf diese Weise den Überblick zu bewahren. Es ist die innere Distanz, die uns gelassener werden lässt. Wer sich selbst nicht so wichtig nimmt, kann gelassener seiner Arbeit nachgehen und seine Energie dort besser einbringen, ohne sich zu verausgaben. 

Frank Behrendt verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Südamerika. Dort lernte er eine für uns unübliche Lebenseinstellung kennen, die in dem portugiesischen Begriff "Jeito" zum Ausdruck kommt. Er bedeutet so viel wie "Jetzt komm mal runter; irgendwie bekommen wir das schon hin." 

Es geht also um die Leichtigkeit des Seins, die man unserer  typisch deutschen Stressanfälligkeit und Schwermut entgegensetzen sollte. Den Satz "Die Technik ist dein Freund!"  teile ich und habe gerne die Anmerkungen des Autors hierzu gelesen. Es ist wohl wahr, wer mit Technik clever umgeht, wird rascher mit seinen Aufgaben fertig. Weshalb "cc-Kultur" Zeitverschwendung ist, verdeutlicht Behrendt ebenso wie manch anderen Unsinn im Rahmen des Internetprocedere, auf den man, allein schon einer entspannten Haltung wegen verzichten sollte.

Liest man das Buch aufmerksam, so wird klar, was sich hinter dem zunächst ketzerisch erscheinenden Buchtitel eigentlich verbirgt. Wer gut und zielführend arbeiten möchte, muss dies emotionsunbelastet tun. Wo Liebe im Spiel ist, ist das leider nicht der Fall. Dort auch können Ängste und Blockaden entstehen. 

Mir gefällt, wie klug Frank Behrendt beispielsweise mit Pausen in seiner Arbeitszeit umgeht, auch wie überzeugend er seine Familie in sein Lebenskonzept eingebunden und sich von unnötigen geschäftlichen Meetings entbunden hat.  

Wer Erfolg lebt, lebt ihn ganzheitlich. Das weiß "Franky" wie ihn seine Freunde liebevoll nennen und setzt dies auch um. 

Gefallen hat mir nicht zuletzt, wie der Autor einen "Happyness-Kick" aus der Kindheit in das Jetzt transportiert. Es ist in allem das Spielerische, das hier zum Programm erhoben wird und sich im Gesicht des Autors spiegelt.  Allein seine Fotos in den sozialen Netzwerken anzuschauen, macht gute Laune.

Doch ich möchte nicht zu viel verraten. Soviel nur: Frank Behrendt will keinem sein Konzept verpassen.  Er erzählt bloß aus seinem Leben und empfiehlt:  "Wie viel Struktur du in deinem Leben haben willst, hängt von dir ab. Je mehr Struktur, desto mehr Effizienz und Zeitersparnis und desto mehr Zeit, die du nach eigenen Vorstellungen füllen kannst. Jeder muss da den Modus finden, der zu ihm passt.“ 

Entspannt zu sein, bedingt kluges Loslassen und wohlüberlegt Prioritäten zu setzen, kurzum es zu schaffen, ganzheitlich zu leben. Wie das geht, zeigt das Beispiel des bei allem Tun locker gebliebenen Machers Frank Behrendt, dem zu folgen, ganz gewiss vorteilhaft ist.

Sehr empfehlenswert 

Helga König.

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Website des Autors: http://frankzdeluxe.de/

Rezension: Ganz einfach Zeit haben- Wie sie sich von allem Überflüssigen befreien- Thomas Hohensee.

Thomas Hohensee zeigt in seinem Buch wie man der Falle "Zeitmangel" entgeht, sich auf diese Weise entstresst und gelassener das tun kann, was uns wirklich glücklich macht. 

Der Autor beschreibt in seinem Ratgeber nicht wie man Aufgabenlisten erstellt, Arbeiten nach Wichtigkeit ordnet, Pläne macht, Termine festlegt, Selbstdisziplin entwickelt und To-do-Listen abarbeitet, sondern er packt das vermeintliche Zeitproblem an der Wurzel an. 

Ironisch verdeutlicht er den Weg, der in die Zeitnot führt, zeigt auf diese Weise wie man sich vielfältig selbst ausbeutet, oft aus narzisstischen Motiven übrigens, um dann zu fragen: Wie möchten Sie leben? Was hindert Sie daran? Wie schaffen Sie es trotzdem? Was tun Sie dafür? 

Erst wenn man seine tiefsten Bedürfnisse in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, so der Autor, lösen sich die Zeitprobleme. 

Wir sollten uns fragen, was für uns wesentlich ist und uns vor allem von Wunschklischees lösen. In sich hineinhören, dabei recherchieren, was uns stresst und sich bewusst machen, dass es genau dieses ist, was uns das für uns Wesentliche vergessen lässt, darum geht es. 

Um seinen Stress zu minimieren, benötigt man Ruhe, denn nur so fallen uns Lösungen ein. Sich diese Ruhe zu schenken und gezielt nachzudenken, was unwesentlich ist, bereitet den Nährboden dafür, Hindernisse zu überwinden. 

Über diese Hindernisse schreibt Thomas Hohensee ausführlich und gut und auch über die Schritte, die sinnstiftend sind, wenn man zukünftig mehr Zeit haben möchte und dadurch das tun kann, wovon man bislang nur träumte. 

Loslassen ist das Zauberwort. Es sich zu eigen zu machen und entsprechend zu handeln, ist der Weg aus Stress und Zeitnot, ihn zu gehen ein spannendes Abenteuer.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich.

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Rezension: Rivalen, die es (so) nicht mehr gibt- Leidenschaftliche Duelle unserer Jugend.

Dieses bemerkenswerte Buch eines zehn Personen umfassenden Autorenteams befasst sich mit Duellen, Gegnerschaften und anderen Rivalitäten, die es heute so nicht mehr gibt, weil wir in einer Zeit der sich stets mehr erweiternden Beliebigkeit leben. 

Hingabe an Personen, Gegenstände oder Marken gehören dem Gestern an. Das wird in dieser Publikation erkennbar, die eine Rückschau in Zeiten verkörpert, in der es noch die Wahl zwischen rivalisierenden Anschauungen und konkurrierenden Dingen gab und Geschmacksurteile in gewisser Weise Teil unserer Weltanschauung waren. 

Markenvorlieben begleiteten lange Zeit den Weg zur eigenen Persönlichkeit. Eine solche Entscheidungsübersichtlichkeit gibt es heute nicht mehr. Sich zu positionieren ist zum Problem geworden, in dieser immer unübersichtlicheren Welt. 

Das ansprechend illustrierte Werk erzählt in kleinen Geschichten die Rivalität von Marken wie Agfa und Kodak oder auch von Apple und Microsoft oder den Beatles und  den Rolling Stones. Es geht des Weiteren um Personen wie Willy Brandt und Franz Josef Strauß und Weltanschauliches wie Bund oder Ersatzdienst aber auch um Markenvorlieben wie Geha oder Pelikan. 

Bei der Lektüre dieses Buches wird rasch klar, dass diese untergegangene Welt Menschen hinterlassen hat, die in der neuen Welt der Beliebigkeit ganz neue Entscheidungskompetenzen entwickeln müssen, um nicht Spielball immer neuer Möglichkeiten zu werden, die Persönlichkeiten ohne Bodenhaftung zum Ergebnis haben, die von ständig vermeintlich Neuem zugemüllt werden. Auf der Strecke bleiben Loyalität, wenn es um Menschen geht und Kundenbindung im Hinblick auf Marken. 

Der Mensch mutiert heute offenbar zum einsamen Konsumenten eines ständig wachsenden Bergs des nutzlosen Vielerleis.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Ich bin für Dich da- Die Kunst der Freundschaft- ecowin

Über die Freundschaft hat bereits Cicero geschrieben, danach haben sich andere kluge Leute mit diesem höchst komplexen Thema immer wieder auseinandergesetzt. Der Verleger Klaus Altepost nennt das hier vorliegende Buch "Ich bin für Dich da- Die Kunst der Freundschaft" von Dr. Andreas Salcher  "Das mit Abstand beste Buch, das seit Erich Fromm und Dale Carnegie zum Thema Freundschaft und Liebe geschrieben wurde." Ob dies stimmt, kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht alle Bücher zum Thema Freundschaft kenne. Einige allerdings habe ich rezensiert.

Es ist nicht meine Aufgabe, nun alle Bücher, die seit Fromm und Carnegie verfasst worden sind, mit Salchers Werk zu vergleichen. Wissen wollte ich nur, ob  der Text Möglichkeiten bietet, Freundschaft von ihrem Wesen her, noch besser zu verstehen. 

Salcher reflektiert zunächst Freundschaft im Wandel des Lebens und erläutert, weshalb Freundschaftsbeziehungen für Glück und Gesundheit entscheidend sind. Was Freundschaft ist und was sie bedrohen kann, erörtert der Autor noch bevor er die von ihm aufgestellten zehn Gebote von Freundschaft näher beleuchtet. 

Sehr lesenswert sind die Betrachtungen wie sich Freundschaft in den einzelnen Lebensphasen wandelt. Dabei scheint es so zu sein, dass zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr eine Art "Freundschaftsvergessenheit" eintritt. Gelingende Freundschaften erfordern im zunehmenden Alter einen reiferen Umgang miteinander, speziell mit uns selbst. Wenn es klappt, Krisen und Verletzungen von Freundschaften zu überwinden, kann dadurch nämlich persönliches Wachstum gefördert werden. 

Die angeführten Gebote mögen teilweise etwas provokativ erscheinen, wenn man sich allerdings näher mit dem Inhalt befasst, nickt man  gerne zustimmend. Der Autor hat bestens beobachtet und ebenso ausgezeichnet recherchiert. 

Sehr gut sind die Überlegungen im Hinblick auf das Scheitern von Freundschaften. Salcher nennt hier die Gefühle Zorn, Stolz, Täuschung, Neid, Geiz, Angst, Unersättlichkeit, Lust und Trägheit als Ursachen, die er näher erläutert. Über diese Schattenseiten in uns, lohnt es nachzudenken, wenn wir neue Freundschaften eingehen oder bestehende am Leben erhalten wollen. 

Das wichtigste Gebot der Freundschaft nennt der Autor zum Schluss. Es handelt sich dabei um das Gebot, sich selbst ein guter Freund zu sein. 

Achtung vor anderen bedarf der Achtung vor sich selbst. Das ist klar. Dies wird aber leider viel zu oft vergessen.

Neu hinzugelernt habe ich nichts, aber ich fand vorhandene Erkenntnisse bestätigt. Immerhin.

Empfehlenswert ist das Buch allemal, weil es dem Leser das Wesen der Freundschaft bewusst macht.

Helga König

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Rezension:GEOkompakt- Das Böse nebenan- Die dunkle Seite des Menschen- Heft 39

Heft Nr. 39 von GEOkompakt beleuchtet die dunkle Seite des Menschen. Dabei sind die Textbeiträge unterschiedlicher Autoren vier Abschnitten zugeordnet: 

Dunkle Gefühle 

Wurzeln der Gewalt 

Kontakt zum Bösen

Verbrecher und ihre Geschichte 

Im Prolog werden zunächst die Erscheinungsformen des Bösen aufgezeigt. Gier gehört dazu. Nicht selten sind es Narzissten, die von der Gier heimgesucht werden, sind es Menschen, deren schwaches Ich unablässig nach Lob und Anerkennung giert. 

Mord als Folge von Verachtung, Hass, Demütigung oder Ideologie  sind  ein extremer Ausdruck für das Böse in seiner gesamten Bandbreite. In einem Interview mit Prof. Dr. Haller, einem der renommiertesten Experten für Kriminalpsychiatrie, sagt dieser, dass sich für ihn im Bösen Handlungen offenbaren, die sich destruktiv gegen die körperliche, psychische und soziale Integrität richten. 

Zum Bösen gehöre stets der freie Wille und zumindest Fahrlässigkeit. Es gibt Menschen, so Prof. Dr. Haller, die eine genetisch angelegte Empfindung dafür haben, was gut und böse ist. Für den Experten gibt es einen Wesenszug, der besonders bösartig ist und zwar der "maligne" Narzissmus. Diesen Wesenszug haben offenbar alle Sexualmörder und Serienkiller. 

Der maligne Narzisst leide unter schweren Minderwertigkeitsgefühlen und schwinge sich von daher zu Größenphantasien auf. Er möchte Herr über Leben und Tod sein. Dieser Personentyp trachte danach, andere maximal zu entwerten. Er erniedrige, quäle und töte sie. Machtausübung sei für den malignen Narzissten von zentraler Bedeutung und verschaffe ihm höchste Befriedigung. Dieser Persönlichkeitstyp verfüge über psychopathische Züge und neige zu antisozialem Verhalten.  Er sei als Kind schon verhaltensauffällig. Nicht selten handele es sich extreme Sadisten. Andere Menschen seien in seinen Augen Narren oder Feinde. Misstrauen und Kontrolle gehörten zu seinem Verhaltensgrundmuster. Leider erkenne man einen malignen Narzissten nicht sofort, da er sehr charmant sei und hohe schauspielerische Fähigkeiten besäße. 

Die Wissenschaftsautorin Ute Eberle schreibt in der Folge über die Macht der Kränkung, die nicht selten Wurzel von kriminellen Handlungen sind. Dabei haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Menschen in den letzten Jahrzehnten immer anfälliger für Kränkungen wurden. Wenn es den betroffenen Menschen gelingt, den Demütigern zu verzeihen, eröffnet sich die Chance, die Kränkung zu überwinden. 

Sehr lesenswert ist der Beitrag über den Narzissmus von Suanne Paulsen und Maria Krady. Narzissten haben ein schwaches Ich und saugen Anerkennung und Lob wie eine Droge auf. Narzissten haben einen Hang zur Dominanz und Macht und formen mit der Zeit ihr Umfeld so, dass es keine Widerworte mehr gibt. Dabei muss man wissen, dass extreme Narzissten nur ihre eigenen Bedürfnisse im Blick haben und in schweren Fällen die für das Mitgefühl zuständigen Hirnareale verkümmert sind. Der Geltungswahn der Narzissten kann dazu führen, dass sie anderen schwer schaden.

Im Rahmen der vielen sehr guten Beiträge in diesem Magazin empfehle ich den Artikel "Gefahr aus dem Netz". Aufgrund des entkörperlichten Handelns leben dort Pöbler und Mobber ihre dunkle Seite ohne große Bedenken aus. Wie man erfährt, sind 20% aller Cyberopfer dauerhaft traumatisiert, natürlich auch, weil die Beleidigungen immer wieder online abrufbar sind. Die Anonymität entbinde von persönlicher Verantwortung, auf diese Weise verrohen die Sitten. Weniger als ein Tausendstel Prozent aller Fälle von Internetkriminalität werden weltweit geahndet. Das ist alles andere als erfreulich. 

Über Zorn liest man Erhellendes. Dabei sollte man wissen, dass dieser Gewalt verhindern kann, weil mittels der Drohgebärden der Gegner eingeschüchtert werden soll. Wer ständig seine Wut unterdrückt, wird krank. 

Psychopathie gilt als die gefährlichste Persönlichkeitsstörung. Ute Kehse berichtet ausführlich über sie. Psychopathen lügen notorisch. Sie erkennen die Schwächen anderer sofort, wissen ihre Opfer für sich zu gewinnen und nutzen sie aus. Psychopathen sind ziemlich furchtlos und besitzen kaum Mitgefühl. Schuldbewusstsein ist kaum vorhanden. An Ausreden sind Psychopathen nie verlegen. Für Psychopathen ist ein parasitärer Lebensstil symptomatisch. Nach einer Studie des Psychologen Kevin Dutton sind es vor allem Wirtschaftsbosse, Vorstandsmitglieder und Rechtsanwälte, die überdurchschnittlich psychopatisch veranlagt sind. 

Diese und viele andere Themen werden im Magazin ausführlich besprochen und machen dem Leser die dunklen Seiten der Menschen bewusst.

Eine gute Nachricht: Schon Kleinkinder können ethisch richtige von verwerflichen Handlungen unterscheiden.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Rezension Peter J. König: Deine 26 Energieschlösser entschlüsselt durch die Großen Arkana des Tarot Wegweiser- zu Gesundheit, Glück und Erfüllung- Irene Lauretti

Die Autorin Irene Lauretti ist eine ausgewiesene Kennerin in Sachen Heilkunst und hier speziell in Bezug auf die Energieheilkunst. Nach ihren drei Bestsellern: "Der Mond und der kosmische Code der Schöpfung", "Der Wahre Mondkalender" und "Mit der Kraft deiner Hände" hat sie jetzt dieses neue Werk verfasst, dessen Titel "Deine 26 Energieschlösser entschlüsselt durch die Großen Arkana des Tarots" ebenfalls dazu dient, jahrtausendealtes Heilwissen vergangener Kulturen neu zu entschlüsseln, um so alternative Heilmethoden dem modernen Mensch aufzuzeigen. 

Ziel ist es neben der heutigen computerisierten Apparatemedizin sich der alten Heilkünste längst vergangener Zeiten zu besinnen, deren Wirkung auf der inneren Harmonie und der mentalen Ausgewogenheit und dem Gleichgewicht beruhen. Auf der Suche nach dem Schlüssel zur vollkommenen Gesundheit bezieht die Autorin auch die Tarot-Karten mit ein. Hier sieht Irene Lauretti einen entscheidenden Aspekt, vertraut sie doch der heilenden und harmonisierenden Wirkung der Karten. 

Dabei hilft Frau Lauretti die Tarot-Karten zu interpretieren, um sie so für die Menschen als Wegweiser und Schlüssel offenzulegen. Tarotlegen und Energieheiltechniken gemeinsam sind für die Autorin der überzeugende Weg, sodass mit dieser einzigartigen Methode jeder zu seinem Glück, Liebe und Erfüllung gelangen kann. Wie der Titel bereits ausdrückt, sind es die 26 Energieschlösser des Menschen, die es gilt so zu aktivieren, dass die Energieströme ungehindert fließen können. 

Damit dies auch dem Laien problemlos verständlich wird, beginnt Irene Lauretti zunächst mit der grundsätzlichen Darstellung der Begrifflichkeiten, um die es in diesem Buch geht und ohne die die Wirksamkeit dieser Heilmethode nur sehr schwer verständlich wird, für den Nichteingeweihten zumindest. Der Bezug zwischen Zahl, Schwingung und Leben gehört genauso dazu, wie die Aufklärung über die 26 Energieschlösser des Menschen und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. 

Ebenso wird von Frau Lauretti deutlich gemacht, was die Großen Arkana des Tarots bedeuten und warum sie überhaupt in diesem Buch auf die Beziehung zwischen Tarot und Energieschlösser eingeht. Nach dem nun in anschaulicher und sehr verständlicher Weise die Grundbegrifflichkeiten erläutert worden sind, beginnt Irene Lauretti alle 26 Energieschlösser und deren Wirkung zu erklären. Dabei hat jedes einzelne Energieschloss eine ganz entscheidende Bestimmung auf das menschliche Sein, den Gesundheit- und Wohlfühl-Charakter. 

Hier gilt es sich sehr genau mit den Ausführungen der Autorin zu befassen, will man den Erfolg dieser einzigartigen Heilmethode sich zunutze machen. Jetzt alle Begrifflichkeiten, die jeweils mit einem Energieschloss verbunden sind aufzuzählen, würde den Rahmen einer solchen Rezension sprengen. Einige bestimmte Begriffe, die jeweils das Kapitel darstellen, zeigen jedoch sehr direkt, worum es darin geht, als da sind z.B. : 

Energieschloss 2 – Weisheit, Lebenskraft 
Energieschloss 4 – Fenster zum Bewußtsein 
Energieschloss 6 – Gleichgewicht und Unterscheidungsvermögen 
Energieschloss 8 – Stärke 
Energieschloss 10 – Vollkommene Lebenskraft 
Energieschloss 15 – Freude! Wasche Dein Herz mit Lachen 
Energieschloss 18 – Körperbewußtsein 
Energieschloss21 – Entkommen aus geistiger Gefangenschaft 
Energieschloss 24 – Chaos harmonisieren 
Energieschloss 25 – Stilles Erneuern 
Energieschloss 26 – Vollkommen, alles was war, ist und sein wird. 

Die Autorin ist überzeugt, wenn der Mensch mit sich im Einklang, gesund und glücklich leben will, müssen alle 26 Energieschlösser geöffnet sein und wie dies möglich ist, das möchte sie uns allen auf sehr anschauliche Weise näherbringen. Deshalb betont Irene Lauretti besonders, dass es bei jedem einzelnen selbst es liegt, ob er bereit ist diesen Weg zu Gesundheit, Glück und Erfüllung zu gehen, die jahrtausendalten Kenntnisse die in diesem Buch erneut zugänglich gemacht werden für sich zu nutzen und alternativem Denken eine Chance zu geben. 

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König

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Rezension: Nie wieder Horrordiktate- Joseph Kennedy- Vakverlag

Joseph Kennedy, der Autor dieses bemerkenswerten Buches ist Inhaber der Kennedy-Schule für Nachhilfe und arbeitet dort mit einer Methode, die Kindern hilft, Lese-Rechtschreib-Schwächen aber auch Rechenschwächen zu überwinden. Seit mehr als 20 Jahren wendet er bei seinen Nachhilfeschülern diese Methode erfolgreich an und dokumentiert, dass die Probleme binnen eines Jahres bei den Betroffenen völlig überwunden werden können. 

Entwickelt wurde die Methode in ihren Grundzügen von Fritz Held, einem Neuropsychologen und Kinderpsychiater. Joseph Kennedy hat sie weiterentwickelt und durch spielerische Übungen ergänzt. Dyslexie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS) oder Dyskalkulie (Rechenschwäche) haben oft nichts mit der Intelligenz eines Kindes zu tun, wie anhand von nonverbalen Intelligenztest nachgewiesen werden konnte. Offensichtlich genügen bei LRS herkömmliche Förderkurse nicht. 

Nicht selten wird das Niveau an Schulen gesenkt, weil man durch LRS bedingte Lernschwierigkeiten mit herkömmlichen Methoden nicht lösen kann. So werden beispielsweise oft nur noch geübte Diktate geschrieben, damit viele Schüler gute Ergebnisse erzielen können. Doch auf diese Weise wird nur die Leistung des natürlichen Gedächtnisses, nicht aber der wahre Stand der Rechtschreibfähigkeit aufgezeigt. 

Wie Kennedy hervorhebt, ist das Diktat ein Kontrollinstrument zur Bewertung des Leistungsstandes bei Kindern bei der Rechtschreibung. Wer auf dieses Instrument verzichtet, bewirkt eine Chancenminimierung  für eine nicht geringe Anzahl von Kindern, weil LRS,  die nicht behoben wird, sich auf das Lerninteresse eines Schülers negativ auswirkt. 

"Stiftung Lesen" hat ermittelt, dass 45 Prozent der 14- bis 19 Jährigen  als Kind  nie ein Buch geschenkt bekam. Zudem konnte die Stiftung 2011 erforschen, dass Kinder, denen vorgelesen wurde, später mehr Freude am Lesen haben als Kinder, denen nicht vorgelesen wurde.

Damit ein Kind problemlos lernen kann, ist es notwendig, dass das Lese- Schreibzentrum biologisch reif ist. Darüber informiert der Autor sehr gut und ausführlich und erwähnt dabei auch die Ursachen psychischer "Reifungsbremsen". 

Kennedy zeigt anhand von Szenarien, wie Eltern die Lese-Rechtschreib-Schwäche ihrer Kinder konkret erkennen können und weist auch auf Stolpersteine hin, die es erschweren, LRS zu erkennen, bevor er die Merkmale für Leseschwäche auflistet. 

Die Methode, die in der Kennedy-Schule angewandt wird, um LRS zu überwinden, überzeugt. Bis zu drei Noten können sich Kinder dadurch bei Diktaten und Aufsätzen verbessern und problemloser ihre Hausaufgaben und Fremdsprachen bewältigen. 

Wie Kennedy schreibt, arbeitet das Lese-Rechtschreib-Zentrum im Gehirn mit diversen anderen Arealen zusammen, die für Sehen, Bilderkennung, Sprache und Feinmotorik zuständig sind. Diese Areale müssen miteinander verknüpft werden. Zudem müssen die Verbindungen der einzelnen Nervenzellen untereinander deutlich ausgebildet sein. Dies ist die Voraussetzung, dass ein Mensch gut lesen und schreiben lernt. Dabei sollte man wissen, dass die Verknüpfungen im Gehirn nur dadurch ausreifen, dass sie immer und immer wieder aktiviert werden. 

Ich möchte dem Teil des Buchinhaltes, der aufzeigt wie man LRS behebt, nicht vorgreifen. Verraten allerdings möchte ich, dass der Autor vier Schritte zum Erfolg beim Lesen und Schreiben ausführlich erläutert. 

Dabei geht es um: 
Schritt 1: Die Buchstaben tippen 
Schritt 2: Die Buchstaben laut aussprechen 
Schritt 3: Mengen und Zahlen  immer wieder aufnehmen und üben 
Schritt 4: Korrigieren 

Der Autor erklärt u.a. sehr gut wie man Kinder zum Tipptraining motivieren kann, auch wie man spielerisch Buchstaben zu erlernen vermag, wie man Kinder zurechtweist ohne sie zu demotivieren und wie man die Lehrer mit ins Boot holt. Nicht nur LRS, sondern auch die Methoden zur Behebung von Rechenschwäche kommen zur Sprache und es wird zudem das Phänomen der Konzentrationsschwäche bestens  ausgelotet  sowie die Ursachen hierfür genannt. 

Dieses Buch überzeugt. Ich empfehle es allen, die Kindern dazu verhelfen möchten, besser lesen, schreiben und rechnen zu können. Nur wer die geeigneten Instrumente beherrscht, kann sich mit Inhalten befassen und in unserer auf Kommunikation ausgerichteten Gesellschaft erfolgreich tätig sein. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Website: Kennedyschule  

Rezension: NEIN- Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können- Anja Förster, Peter Kreuz

Das Buch der Managementvordenker Anja Förster und Peter Kreuz befasst sich mit Freiheit und den Problemen, die wir im Kommunikationszeitalter damit haben, nicht zuletzt aufgrund der vielen Daten und der daraus sich ergebenen Optionen. Offenbar bringen uns die vielen Wahlmöglichkeiten, in komplexe, unübersichtliche Entscheidungssituationen, mit denen wir nicht mehr gut zurechtkommen. 

Neu erlernt werden müssen die eigene Entscheidungsfindung, auch das Sondieren von Möglichkeiten, das Ausprobieren, das Tragen von Konsequenzen aus eigenen Entscheidungen und auch das Setzen von Prioritäten. 

Diese Fähigkeiten benötigt man, um kreativ zu sein und nicht nur brav etwas zu erfüllen. 

Es bedarf in der Wissensgesellschaft  speziell  auch in Unternehmen  wacher Mitarbeiter, die mitdenken und Verantwortung übernehmen. Von daher müssen innere Grenzen abgebaut werden, die man für äußere Beschränkungen hält. Begreifen muss man, dass grundsätzlich nur das Entscheiden-Können zur Veränderungen führt und dass es vier Ausprägungen von mangelnder Entschiedenheit gibt. Diese werden im Buch näher erörtert, indem die vier Archetypen der Typologie  gut nachvollziehbar skizziert werden. 

Unter diesen  Archetypen befindet sich der sogenannte Pauschaltourist, für den Sicherheit, Kontinuität und Zuverlässigkeit oberste Priorität haben. Der Lebenslauf eines solchen Menschen stichpunktartig zusammengefasst lautet: "Studium, Haus, Kinder, Karriere, 5er BMW, Rente, Zack, zack, abhaken."

Alle vier  im Buch dargestellte Typen sind unfrei, weil  unentschieden. Sie passen sich mehr oder minder gut an, aber sie sind nicht innovativ. 

Wie wird man frei? Offenbar muss man sich selbst zunächst die Erlaubnis geben. Dann erlernt man, für sich selbst angemessene Grenzen zu ziehen, völlig situativ. Nein sagen zu können,  ist insofern wichtig, weil man nur dann tatsächlich auch ja sagen kann. 

Den Autoren geht es darum, aufzuzeigen, worin die Basis für Eigenständigkeit zu finden ist und welche Eigenschaften dafür notwendig sind. Mut und Disziplin werden beleuchtet und es wird auch über wahre Stärke nachgedacht. 

Immer mehr wird man sich bewusst, falls man dies zuvor noch nicht überdacht hat, dass eine Statistenrolle nicht anstrebenswert ist und es besser ist,  sich einschränken zu lernen, um Freiheit zu leben und daraus die Kraft zu schöpfen, kreativ zu sein. Das aber bedingt, das man nicht alles abnickt.

Ein Buch, mit vielen guten Gedanken zum Thema Entschiedenheit und damit verbundener Freiheit, die keinem schadet aber vielen nutzt.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension Peter J. König- Panikmache Wie wir vor lauter Angst unser Leben verpassen Jörg Schindler- S. Fischer

Jörg Schindler ist gelernter Journalist. Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Soziologie hat er als Nachrichtenredakteur und Reporter auch bei der Frankfurter Rundschau gearbeitet, bevor er 2012 zum Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" wechselte. Hier ist er für die Themen "Terrorismus und Innere Sicherheit" zuständig. Des Weiteren hat der in Darmstadt geborene Autor sich seit langem mit dem Phänomen Extremismus befasst. 

In seinem neuen Buch, erschienen im S. Fischer Verlag, geht Jörg Schindler der Frage nach: Welche Auswirkungen haben die aktuellen Bedrohungslagen auf das Sicherheitsgefühl der Bürger in unserem Land und was wird unternommen, damit die grassierende Angst nicht in Panik ausufert, und weiter, basiert diese Angst auf Realität oder wurde sie bewusst herbei manipuliert? 

Das hier vorgestellte Buch versucht nicht nur die Ursachen zu beleuchten, es geht auch der Frage nach, wie die Politik und noch mehr die Wirtschaft mit diesen Zeit-Erscheinungen umgeht. Angst und die Verunsicherung der Menschen in unserem Land haben mit dem fortschreitenden Terrorismus, der mit den Ereignissen von 9/11 eine sichtbare, konkrete, bis dahin nicht gekannte Radikalität angenommen hat, eine völlig neue Dimension erreicht. Zwar hat es auch früher schon weltweit Bombenattentate gegeben, die vielen unschuldigen Menschen das Leben gekostet haben, jedoch mit den Abstürzen von Zivilflugzeugen auf die beiden Türme des World Trade Centers und das amerikanische Verteidigungsministerium Pentagon wurde eine neue Zeitrechnung in Sachen Terrorismus eingeläutet. 

Jegliche Schwelle von Brutalität und Menschenverachtung wurden damit überschritten und alle Welt konnte im Fernsehen mit zusehen, welche Folgen diese übersteigerten Dimensionen mit sich brachten, als die Twin Towers, das Wahrzeichen des westlichen Handels und des amerikanischen Erfolgs jäh in sich zusammen stürzten und Tausende in den Tod rissen. Nie war eine Bedrohung konkreter und nie haben die Menschen eine derartige Bedrohung für sich selbst wahrgenommen.

Als Antwort darauf entstand ein bis dahin so nicht praktiziertes Sicherheitsdenken. Mit 9/11 begann zumindest in der westlichen Welt ein Umdenken. War man früher bestrebt, Sicherheitsaspekte eher nachrangig zu betrachten, so entstand jetzt ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, dem höchste Priorität einzuräumen ist. Dies gilt sowohl im privatem wie im öffentlichen Bereich, zumal auch die Politik zwangsläufig auf die Ängste der Menschen reagiert hat. 

Jörg Schindler stellt in seinem Buch "Panikmache" allerdings noch eine andere Entwicklung fest. Sowohl Politik als auch die Wirtschaft haben diese Eskalation der Angst für ihre eigenen Interessen benutzt. Während die Politiker aller Parteien im Land sich als Krisenmanager und Terror-Bewältigter andienen, verspricht die ausufernde Sicherheitsindustrie allumfassenden Schutz in allen Lebenslagen. Um das Interesse und Schutzbedürfnis noch anzuheizen, werden Verschwörungstheorien und Bedrohungsszenarien in Umlauf gesetzt, mit der Folge, dass die Menschen zunehmend weiter verunsichert sind. 

Die Angst wird dazu benutzt zu manipulieren, weiter zu verunsichern, um so prächtige Geschäfte zu tätigen. Dies gilt auch für die Medien, die einen beträchtlichen Anteil an der zunehmenden Angst und Hysterie sich zuschreiben dürfen, so der Autor. Nichts ist so erfolgreich als mit der entsprechenden Angst Quote zu machen. Bestand die Bedrohungslage nach 9/11 zunächst noch in weiter Ferne, etwa in den USA oder im Nahen und Mittleren Osten, so ist durch den Irak-Krieg und den Bürgerkrieg in Syrien der Terrorismus hautnah in Westeuropa entfacht worden. 

Radikale Islamisten, im Land geboren und aufgewachsen, verüben Anschläge in Frankreich und Belgien und es ist nur eine Frage der Zeit, wann dies auch in Deutschland geschieht. Mittlerweile ist es so weit, die Anschläge in Ansbach, Würzburg und München zeugen davon, der "IS" ist in Deutschland aktiv. Einhergehend mit dem Strom von über 1 Million Flüchtlingen und Asyl-Suchenden im Jahre 2015, viele davon nicht registriert, hat das Angst-Barometer seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. 

Pegida, das plötzliche Erstarken der AfD und ein unterschwelliger Rechtsruck in der Bevölkerung zeigen, dass nicht mehr die Vernunft die Menschen beherrscht sondern nackte Angst, die sich in Hass-Parolen, Brandstiftung und Bürgerwehren entlädt, alles Fremde verteufelt und den Nationalismus neue Blüten treiben lässt. Hinter allem sieht Jörg Schindler ein Kalkül. 

Er ist überzeugt, dass viele ihr Süppchen auf dieser Angst kochen und da nicht nur die rechtradikalen sondern auch die etablierten Parteien. So etwa auch die CSU in Bayern, die Seehofer dadurch erneut zur absoluten Mehrheit verhelfen will. Der Autor Jörg Schindler mahnt in seinem Buch "Panikmache" zur Besonnenheit. 

Insgesamt erteilt er der überbordenden Angst und Panik eine Abfuhr, besonders dann wenn sie unbegründet ist und nur der Manipulation und der Geschäftemacherei dient, oder gar die Freiheit der Menschen durch massive staatliche Eingriffe einschränken soll. Die statistische Wahrscheinlichkeit in Deutschland bei einem Bombenattentat getötet zu werden ist weitaus geringer als durch passives Rauchen zu sterben, zeigt der Autor auf, wobei ihm aber auch klar ist, dass Statistik noch nie die Angst überwinden konnte. 

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König

Überall im  Buchhandel erhältlich
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Rezension: Neubeginn & Mee(h)r: Best of Dr. Beate Forsbach Jubiläumsedition (Leben & Mee(h)r)

Autorin dieser Textsammlung ist die Pädagogin und Verlegerin Dr. Beate Forsbach. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums ihres Verlages hat sie den vorliegenden Sammelband veröffentlicht, der für den Leser einen repräsentativen Querschnitt durch ihr Schaffen in den Bereichen Lebenskunst, Schreiben& Veröffentlichen als auch Musikpädagogik bereithält. 

Dr. Forsbach hat bisher 17 Bücher, zahlreiche Buchbeiträge und Fachartikel, Rezensionen und Blogbeiträge verfasst. Unter dem Motto "Leben ist Mee(h)r  –Für ein glückliches und erfülltes Leben" bringt sie in ihrem eigenen Verlag, der "Edition Forsbach" in Neujellingsdorf auf Fehmarn, Bücher mit positiven Gedanken für ein positives, gelingendes Leben auf den Weg. 

Der Textsammlung  "Neubeginn & Mee(h)r" hat sie das Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse vorangestellt. Schon in ihrem Vorwort philosophiert sie vom Loslassen und Neubeginn, den Themen dieser Jubiläumsedition und lässt hier bereits ihre positive Lebenseinstellung durchblicken, die ich nur selten bei Menschen so erlebt habe und die mich immer wieder staunen machte, als ich mich mit den Texten allein schon aus diesem Grund rasch anfreunden konnte. 

Dr. Beate Forsbach hat preußische Vorfahren und besitzt vermutlich deshalb viel Disziplin und Fleiß. Beides sind wichtige  Voraussetzungen für Erfolg, ebenso Glück, das zu jedem kommt, der daran glaubt. Beate, die Glückliche ist davon überzeugt und insofern auch steht es ihr stets zur Seite, selbst wenn alle äußeren Bedingungen etwas anderes vermuten lassen. 

Sie erinnert sich an ihre frühen Jahre, hier auch an eine Reise mit ihrem Schulorchester in eine südfranzösische Stadt, wo sie eine wichtige Lektion über das Glück erlernte. Diese vermittelte ihr ein französischer Pater.  Er fasste das Vermittelte mit den Worten zusammen "Man muss das Glück nur genügend herausfordern, dann hat man es auch auf seiner Seite." 

Die Autorin berichtet davon, wie auf dieser Reise das Unmögliche möglich wurde und wartet im Anschluss mit einem sehr lesenswerten Text auf, der die Überschrift trägt "Schulchor und Schulorchester- auch heute noch aktuell." Hier erlebt man die Verlegerin als sehr aktive Macherin, die etwas Essentielles für Schüler und Schülerinnen einfordert, nämlich neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Musik an Schulen auch das aktive Musizieren und das Gestalten des musikalischen Materials. Genau dies sind Möglichkeiten im Medienzeitalter, um emotional nicht zu verkümmern. 

Im Kapitel "Abschiede und Enttäuschungen" erfährt man wie diese engagierte Pädagogin, die mit 35 Jahren die jüngste Studiendirektorin und Schulleiterin im ihrem Regierungsbezirk wurde, mit Erfolgen und Brüchen in ihrem Leben fertig geworden ist und liest von ihrer tiefen Verbundenheit zu ihrer Mutter und ihrem Ehemann, die ihr beide viel Zuversicht schenkten, sie stärkten, um sie schließlich für immer zu verlassen. Weggefährten sind etwas Besonderes. Sie werden uns aus ganz bestimmten Gründen an die Seite gestellt...

An diesen leidvollen Prozessen lässt die Autorin die Leser teilhaben, aber auch an ihrer späten großen Liebe zu ihrem Ehemann, der zum Pflegefall wurde und dem sie auf der Insel Fehmarn zur Seite stand.

Man freut sich über Sätze wie: "Was wäre das Leben ohne die Glücksmomente, die uns im Alltag begegnen: Ein Lächeln, ein Blick, eine Berührung, ein Kuss, ein Gedicht, ein schönes Buch, der Brief einer fernen Freundin, ein unverhoffter Anruf. Wenn man offen ist, für die Überraschungen des Lebens, kann man solche kleinen Glücksmomente erleben und das Glück spüren."

Glück im Alltäglichen zu entdecken, setzt Demut voraus und ein spirituelles Wissen, das zu erwerben nicht einfach ist.  Dazu benötigt man  vielleicht all diese schmerzhaften Brüche.

Auf alle wunderbaren Texte im Buch näher einzugehen, führt zu weit. Gesagt werden kann, dass sie uns der Melodie unseres eigenen Lebens näher bringen. 

Träume gilt es zu verwirklichen, das rät die Autorin und zeigt an ihrem eigenen Beispiel wie sinnstiftend dies ist. Vor allem aber sollen wir unser Glück umarmen wie einen geliebten Menschen. Die Glücksverwöhnte schenkt ihren Lesern ein essentielle Affirmation zum "Leben in der Fülle", das immerwährendes Glück verheißt. Allein dafür schon sollte man dankbar sein.

Das Glück des Schreibens der Autorin erspürt man in ihren Newslettern, aber auch in anderen Texten, mit denen sie im Buch aufwartet. Sie berichtet, was sie an Büchern fasziniert und weshalb sie süchtig nach immer neuen Büchern ist und wirbt unaufdringlich, dabei aber überzeugend für ihre eigenen Werke. Das gefällt.

Dann wieder folgen Musik- und musikpädagogische Betrachtungen, die ich mit großem Interesse las und dabei spürte, dass die Autorin zu diesem Thema noch ein Buch schreiben wird, auf das man gespannt sein darf. 

Dr. Beate Forsbach hat nicht nur Musik, sondern auch Mathematik studiert und schreibt von ihrem besonderen Zugang zu Zahlen, die für sie offenbar auch eine spirituelle Bedeutung haben, speziell die Fünf... 

Immer wieder umarmt die Autorin das Leben und wird vom Glück geküsst, weil sie weiß: 

"Alles ist gut. Alles entwickelt sich zu meinem Besten. Nur Gutes resultiert aus dieser Situation. Ich bin beschützt."

Dr. Beate Forsbach lehrt klug zu leben und erweist sich als hervorragende Pädagogin, die uns sensibilisiert für die Klänge unserer Seele, durch die wir mit allen und allem verbunden sind und deshalb unser Mangelbewusstsein in Füllebewusstsein verwandeln können mit entsprechend glückverheißenden Ergebnissen. 

Was können wir  von einem Buch mehr erwarten?

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Fokus ! Hermann Scherer- Campus

Autor dieses spannend zu lesenden Buches, das zu essentiellen Erkenntnissen zu verhelfen vermag, ist Hermann Scherer. Laut des Magazins WirtschaftsWoche zählt der Bestsellerautor zu Deutschlands besten Coaches. Er hat weit mehr als 3000 Vorträge vor rund einer Million Menschen in über 3000 Unternehmen in 30 Ländern gehalten und 50 Bücher verfasst, die in 18 Sprachen übersetzt worden sind. Ferner kann er auf 1000 Presseveröffentlichungen verweisen, zudem auf erfolgreiche Firmengründungen, eine anhaltende Beratertätigkeit,  sowie  auf Forschung und Lehre an diversen europäischen Universitäten und auf neue Impulse und Inspiration für Welt und Wirtschaft. 

Sein jüngstes Buch "Fokus!", das den Untertitel "Provokative Ideen für Menschen, die was erreichen wollen" trägt,  birgt solche neuen Impulse und Inspiration für die Welt und die Wirtschaft  und zwar speziell zu Ende des Buches, neben einer Fülle erfolgsversprechender Tipps an Leser, die etwas erreichen möchten. 

Diese Tipps, respektive Ratschläge transportiert Scherer über kleine Geschichten, die das, was er vermitteln möchte, perfekt illustrieren und dazu verhelfen, sich an Notwendigkeiten, die zum Erfolg führen,  zu erinnern. 

Das Hauptaugenmerk des Buches liegt auf dem Begriff "Fokus". Wie der Autor zunächst in den Raum stellt, legen wir leider alle unseren Fokus auf kurzfristige Erfolge anstelle auf langfristige Ergebnisse, was nachhaltigen Erfolg zum Problem werden lässt. Am übelsten verpeste das sogenannte "Quick-Win-Prinzip" speziell den Wirtschaftszweig der Berater mit negativen Ergebnissen für deren Kunden. Wer auf "Quick Wins" setze, meine zwar Erfolg zu verfolgen, doch tatsächlich entferne er sich rasant von Qualität, Substanz und Stabilität. 

Ich stimme mit Scherer überein, dass nur derjenige seriös Firmen beraten kann, der selbst welche erfolgreich geführt hat oder führt. 

Um Erfolg zu haben, muss  man in der Regel Leistung erbringen. Dabei definiert der Autor Leistung als Potenzial minus Störfaktoren. Es gilt also an unser Potenzial heranzukommen, die damit verbundenen Möglichkeiten zu fokussieren und sich von den Störfaktoren nicht ablenken zu lassen. Dazu gibt der Autor hilfreiche Tipps, nicht zuletzt wie man mit dem eigenen Ideenfilter so geschickt umgeht, dass man kreativ bleibt. 

Nicht aufgeben, immer neue Ideen produzieren und filtern, lautet die Devise, bis man schließlich die zündende Idee hat, die durchschlagenden Erfolg realisieren lässt. Sich vorzeitig mit "Quick Wins" zufriedengeben, bedeutet uns klein zu denken und den Blick für die Ferne zu verlieren. 

Hermann Scherer plädiert dafür, größer zu denken, in "Long Wins" zu investieren und auf "Quick Wins" zu verzichten. Wer allerdings Großes erreichen möchte, muss Durststrecken und Rückschläge in Kauf nehmen. Diese sind Lernphasen auf dem Weg zu dem, wozu uns unsere Gaben befähigen. 

Der Autor empfiehlt alles zu delegieren, was davon abhält, in unsere Gaben zu investieren und das Beste von uns nach außen zu bringen. Nur dadurch, dass man sich völlig seinem tatsächlichen Können verschreibe, sei nachhaltiger Erfolg überhaupt erst möglich. Was man sich vornimmt, gelte es durchzuhalten, denn nur so könne man Selbstachtung bewahren und das Vertrauen sich selbst gegenüber behalten. Wer auf diese Werte nicht achte, gerate in den Strudel der Anspruchslosigkeit seinem Leben gegenüber. 

Scherer zeigt an Beispielen wie Erfolg realisierbar ist und veranschaulicht dabei auch, dass dies immer mit einem stets eingehaltenen Versprechen sich selbst gegenüber zu tun hat. 

Wichtig ist, zu akzeptieren, dass Probleme dazu da sind, gelöst zu werden. Je kniffeliger die Problemlösung ist, umso größer ist der Erfolg. Wie der Autor so treffend hervorhebt, haben wir unserem gesamten Fortschritt in Wirtschaft und Gesellschaft der Existenz von Problemen zu verdanken. 

Wer Chancen entdecken möchte, muss sich demnach auf Problemlösungen konzentrieren. Auf den Punkt gebracht:  "Wer Erfolg will, sucht immer größere Probleme-und deren Lösungen!"(78).

Sich auf Wesentliches fokussieren, anderes loslassen, darum geht es auf dem Weg zu durchschlagendem Erfolg, ein Weg, der immer auch der Demut bedarf, weil diese uns vor Hybris bewahrt. Hybris ist die eigentliche Totengräberin für lang anhaltenden Erfolg. Sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, ist eine ihrer Facetten,  die  Scherer nicht grundlos benennt.

Der Autor schreibt in seinem Buch auch über Angst und spricht von seinen eigenen Ängstlichkeiten. Das macht ihn sympathisch und zeigt, dass er diese mutig anschaut und sie damit als Stolpersteine auf seinem Weg, bereit ist wegzuräumen. Genau damit haben Männer normalerweise große Probleme und sterben hyperventilierend am Herzinfarkt, weil Ängste nicht sein dürfen, wenn man ein Alphatier sein möchte.  Dies ist eine Fehlannahme, die das Gegenteil von dem bewirkt, was man will, nämlich: nachhaltigen Erfolg 

Gefallen hat mir, dass Scherer Goethe zitiert. Ich werde diese Textstelle am Ende meiner Rezension ebenfalls wiedergeben, weil sie für alle, die etwas erreichen wollen, den Schlüssel hierzu verkörpert. 

Lobend erwähnen möchte ich zudem, dass der Autor in seinem neuen Werk auch das Phänomen der Grenzen reflektiert, die für ihn generell zeitgebundene Phänomene darstellen. Für ihn ist klar, dass sie neben sinnstiftenden Wirkungen leider auch einschränken und zwar die Bewegungsfreiheit, das Verhalten, die Sprache, vor allem jedoch das Denken. Sie zum allseitigen Vorteil zu verändern, kann nur klug sein. Erfolgsorientierte Menschen wissen das und überwinden Grenzen, die sie oder Dritte irgendwann gesetzt haben, sobald sie erkennen, dass eine Grenze ein Hemmschuh für ihr Fortkommen verkörpert. 

So gesehen kann es auch sinnvoll sein,  Preisgrenzen zu verschieben. Diese gäbe es ohnehin nur in unserem Kopf, wie Scherer an einem Beispiel veranschaulicht. Am wichtigsten für Erfolg ist eine klare Grenze zwischen relevant und nicht relevant zu ziehen, auch zwischen privat und geschäftlich und zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Auch hier stimme ich zu. Gerade in Zeiten der sozialen Netzwerke und der Geschäfte, die dort  bekanntermaßen auch getätigt werden. 

Seinen Blick auf das Wesentliche zu fokussieren ist das A und O. Das ist die Kernaussage des Buches, wenn es um Erfolg geht. Wer seine Zukunft an der Vergangenheit ausrichtet, begeht "Mord an seiner Fantasie" so Scherer  und wird es schwer haben wirklich neue Ideen zu entwickeln. Über seinen Schatten springen, nicht alles, was uns entgegen gebracht wird, aufsammeln, gelassen sein und unsere Gedanken und Emotionen auf den richtigen Fokus ausrichten, all das hilft, den Weg zu gehen, der unsere Gaben zur vollen Entfaltung bringt und nachhaltigen Erfolg zum Ergebnis hat. 

Wirklicher Erfolg bedeutet, Ziele zu erreichen, die Nachhaltigkeit als Wesensmerkmal beinhalten. 

Eines der beiden wichtigstes Kapitel im Buch befasst sich mit der Frage "Rechnet sich Menschlichkeit?" Hier hebt Hermann Scherer den Satz hervor "Wir leben in der Dekade der Menschlichkeit", reflektiert den Sinn von Geben und Nehmen, überdenkt das Motto "Wertschöpfung durch Wertschätzung" und zeigt, dass die Umsetzung des Mottos nicht nur Umsätze verdoppeln, sondern auch die Produktivität signifikant steigern kann. 

Bemerkenswert auch finde ich das Kapitel, das sich mit Spiritualität befasst. Für zahlenorientierte Betriebswirte dürfte dies Neuland sein, das sie zunächst verwirren wird. Doch Scherer schreibt, dass er davon überzeugt sei, dass man gerade dabei sei,  Spiritualität als Erfolgsfaktor zu entdecken und Apple z. B  bereits mit großem Erfolg Familienaufstellungen mache oder auch Manager großer DAX-Unternehmen immer häufiger auf Retreats zu sehen seien.  Der Autor betont, dass Spiritualität nicht bedeute, alles Rationale auszugrenzen, sondern seinen Verstand mit seinem wertvollen Potenzial zu nutzen und zugleich seine Grenzen zu sehen. 

Gefallen hat mir der Satz: "Gelebte Spiritualität hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensführung und die ethischen Vorstellungen. Wer das Geistige anerkennt, der geht offenbar mit sich und den Mitgeschöpften sorgsamer um." Das sehe ich ganz ähnlich, wie auch die Tatsache, dass für alle genügend da ist, solange man den Energiefluss nicht aus Gründen von Gier, die immer ein Ausdruck eines inneren  Mangels verkörpert, zum Erliegen bringt. 

Mit Goethes höchst spirituellen Worten, die Hermann Scherer nicht grundlos in seinen Text eingebunden hat, möchte ich meine Rezension beschließen und begreifbar machen, worin der neue Weg liegt, den der Autor schon längst erfolgreich beschreitet, nicht zuletzt auch dank seiner klugen Ehefrau. 


In dem Augenblick, 
in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, 
bewegt sich die Vorsehung auch. 
Alle möglichen Dinge, 
die sonst nie geschehen wären, geschehen, 
um einem zu helfen. 
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt 
durch die Entscheidung, 
und er sorgt zu den eigenen Gunsten 
für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, 
Begegnungen und materielle Hilfen, 
die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. 
Was immer Du kannst, beginne es.
Kühnheit trägt Genius, 
Macht und Magie. 
Beginne jetzt. 

Angemerkt sei, dass das Buch viele hübsche Illustrationen und Fotos enthält. Sie lockern die ohnehin kurzweilig zu lesenden Texte noch weiter auf und sorgen für ein wirkliches Lesevergnügen.

Zudem gibt es zum Buch einen Gutschein, mittels dem man einen Vortrag von Hermann Scherer besuchen kann oder aber einen Nachlass von 500 Euro auf eine seiner Seminarveranstaltungen erhält. 

Was kann man noch mehr wollen?

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Fachbuchhandel erhältlich.

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Die Erfindung der Zeit- Wolfgang Blum- Edition Fackelträger

Autor dieses bemerkenswerten Buches ist der Mathematiker Dr. Wolfgang Blum. Er erhielt 1977 den Römpp-Preis für Chemie-Publizistik und 2010 den Journalistenpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.

In seinem reich bebilderten Werk lotet er die Zeit aus und zwar in insgesamt drei Kapiteln, deren Überschriften bereits verdeutlichen, worum es dabei geht:

Zeit messen
Zeit fühlen
Zeit erklären

Im ersten Kapitel erfährt man, wie die Menschheit schon seit Jahrtausenden die Zeit bemisst. Hier wird dem Zeit-Interessierten u.a. Wissenswertes über Mond –und Sonnenjahre nahegebracht. Thematisiert wird zudem der julianische und gregorianische Kalender und es wird der Zusammenhang aufgezeigt zwischen dem Blütestand einer Kultur und dem Interesse, die Zeit in immer kleinere Einheiten aufzuspalten.

Man erfährt mehr zu Gnomenen, Temporalstunden, auch zur Dezimalzeit und Planck-Zeit, liest zu vormaligen Zeitmessern wie etwa Sonnenuhren, aber auch zu Wasseruhren bei den Griechen und Römern. So wurde bei den Griechen die Länge der Redezeit bei Versammlungen und vor Gericht mit der Wasseruhr bemessen. Die Bitte um "mehr Wasser" hatte damals demnach eine andere Bedeutung als heute.

Dass es neben Sonnen- auch Mond- und Sternenuhren gibt, wird gewiss vielen bekannt sein und auch, wo der Haken bei Zeitmessung mittels Feuer zu finden ist. Sanduhren galten schon im 16. Jahrhundert als Symbole der Vergänglichkeit. Im Mittelalter dann wurden auch die ersten mechanischen Uhren entwickelt, die mit Zahnrädern funktionierten. Anhand eines Bildes wird die astronomische Uhr im Straßburger Münster gezeigt und auch ein Modell von Galileo Galileis Pendeluhr aus dem Jahre 1642. In diesem Kapitel geht es auch um das Problem des Längengrades und hier um Schiffschronometer und um die Uhr in Modernen Zeiten.

Es führt zu weit, über all die Uhren zu schreiben, die zur Sprache gebracht werden. Erwähnen aber möchte ich die Cäsiumuhr, bei der die Zeitmessung so genau ist, dass der Fehler nur noch eine Sekunde in einer Milliarde Jahren beträgt.

Zeit fühlen, was heißt das? Hier wird zunächst die beschleunigte Zeit reflektiert, die aufgrund von Freizeitstress, Informationsflut und Smartphone-Revolution entstanden ist. Bemerkenswerterweise lassen zeitsparende Erfindungen nicht selten die Arbeitsbelastungen ansteigen, wie Studien ergeben haben. Der beschleunigte Kapitalismus und das Lebenstempo in den verschiedenen Ländern ist hier ebenso ein Thema wie die Frage, ob Stress krank mache.

Wann ist die Zeit für etwas da? Wie tickt der Körper und was benötigt er in der Nacht? Lässt sich unsere innere Uhr so ohne weiteres umstellen?

Wie lang ist eine Stunde? Ist Zeit tatsächlich subjektiv? Gehen glückliche Stunden wirklich schneller vorbei? Wann rast die Zeit und wie ist es bei Wartezeiten? Zeitfragen gibt es unendlich viele. Sehr kluge Leute versuchten sie zu beantworten und schafften es auch oft.

Öffnungszeiten von Pflanzen, auch tierisches Zeitgefühl lernt man kennen, sowie die Abhängigkeiten von den Gezeiten und den Einfluss des Mondes wie auch die innere Uhr. Was wir als schnell und langsam empfinden und welche Messkriterien es dafür gibt,   bleibt ebenso wenig im Dunkeln wie die Erklärung der gedehnten Wahrnehmung von Zeit in Gefahrensituationen.

Was bedeutet es, die Zeit zu erklären? Man liest von Platons Höhlengleichnis und auch von Seneca, bevor mit im Rahmen eines historischen Abrisses dieser Frage nachgegangen wird. Newton und Leibnitz spielen hier eine Rolle und auch Simon-Pierre Laplace, der das Universum als Uhrwerk sah und meinte, dass die Zukunft aus den Daten der Vergangenheit prinzipiell errechenbar sind. Damit allerdings irrte er, wie das Dreikörperproblem, die Quantenphysik und die Chaostheorie später offenbarten.

Das Phänomen der Lichtgeschwindigkeit und Einsteins und Allgemeine Relativitätstheorie kommen auch zur Sprache, zudem liest man von Schwarzen Löchern und so vielem anderem, das man in wenigen Worten nicht zusammenfassen kann. Ich jedenfalls nicht. Einstein könnte es sicher.

13,8 Millionen Jahre besteht unser Universum mittlerweile und expandiert seither, obschon es ins Unendliche keine Ausdehnung erreichen konnte.

"Zu Fragen: Was war vor dem Beginn des Universums ist so sinnlos, wie die Frage: Was ist nördlich vom Nordpol?" (St. Hawking).

Was ist Zeit?

Vielleicht ist sie  das:  

"Die Zeit ist nur eine Idee oder ein Maß, aber kein reales Wesen."  Antiphon

Empfehlenswert

Helga König

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Rezension: Die Kunst des klugen Essens – Melanie Mühl, Diana von Kopp- Hanser

Die Autorinnen dieses bemerkenswerten Buches sind Melanie Mühl und Diana von Knopp. Melanie Mühl ist Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Bloggerin und Verfasserin von zwei weiteren Büchern, die gleichfalls im Hanser-Verlag erschienen sind. Diana von Knopp, eine Diplompsychologin,  hat auch schon zwei Bücher verfasst, schreibt regelmäßig für die FAZ und ist ebenfalls Bloggerin. 

Der Titel des Buches bereits macht unmissverständlich klar, worum es den beiden geht: UM AUFKLÄRUNG und zwar in einem Bereich, in dem man viel falsch machen kann, obschon eine Fülle von Literatur uns täglich nahe zu bringen versucht, wie man sein Ernährungsverhalten und damit einhergehende Gepflogenheiten zu optimieren vermag. 

Um "42 verblüffende Ernährungswahrheiten" dem neugierigen Leser anzubieten  muss man, wenn man nicht als bloßer geschwätziger  "storyteller" gelten möchte, viele wissenschaftlich fundierte Texte unter die Lupe nehmen. Das umfangreiche Literaturverzeichnis der Autorinnen zu Ende des Buches zeigt, dass der vorliegenden Publikation ein breites Studium von wissenschaftlicher Literatur vorausging. Insofern freut man sich umso mehr, dass die 42 offerierten Texte erstaunlich leichtfüßig daher kommen. Hier waren Sprachartistinen am Werk. Chapeau! 

Jeder der 42 Texte ist in sich abgeschlossen. Deshalb auch muss man beim Lesen nicht chronologisch vorgehen. Als ausgemachter Chiliflocken- Fan (1 Esslöffel am Tag) habe ich voller Neugierde zunächst den Essay über den Chili-Charakter gelesen. Hier erfährt man, was eine Vorliebe für Scharfes über den Menschen verrät. 

Vor jedem dieser Essays darf man übrigens eine hübsche Illustration bewundern, die die spielerische Art der beiden Verfasserinnen mit den Ernährungswahrheiten umzugehen durch liebevolle Karikaturen unterstreicht. 

Das Untersuchungsergebnis, dass Chili-Liebhaber offenbar ein hohes Maß an Neugierde besitzen, hat mir gefallen, aber auch mit der negativen Formulierung, dass sie Dingen rasch überdrüssig sind, kann ich leben. Allerdings erstaunt es sehr, dass sich besagte charakterliche Dispositionen in einer Vorliebe für Chili erkennen lässt. 

Wer über das Charaktermerkmal Neugierde nicht verfügt, sollte aus Vernunftgründen dieses Gewürz im Haus haben, denn es gilt als gesundheitsfördernd, kurbelt den Stoffwechsel an und entfaltet eine schmerzstillende und antibakterielle Wirkung. 

Auf alle 42 Essays im Rahmen der Rezension näher einzugehen, führt zu weit. Neugierig macht natürlich der Essay mit dem Untertitel "Warum wir schon ein Lieblingsgericht haben, wenn wir noch gar nicht auf der Welt sind" oder jener, der verdeutlicht "Warum wir mögen, was wir mögen". Interessant aber auch ist: "Warum man manche Speisen niemals mögen wird." 

Wer den Dingen auf den Grund geht, entdeckt Begründungen für Verhalten, beispielsweise, dass wir im Restaurant sofern wenn klassische Musik gespielt wird, bereit sind, ein höheres Trinkgeld zu zahlen und am wenigsten Trinkgeld "locker gemacht" wird, wenn dies nicht passiert. Seltsam, dass sich dies noch nicht überall herum gesprochen hat. Interessant für Restaurantbesitzer ist natürlich auch, dass klassische Musik dazu verführt, langsamer zu essen und entsprechend schneller satt zu sein. So gesehen ist Klassik ein Paradox, dass den Restaurantbesitzer zu kreativen Vorgehensweisen veranlassen müsste, wenn er um die psychologische Wirkung von klassischer Musik weiß.  Nicht einfach.

Auch interessant ist, weshalb das Gewicht des Kellners unsere Bestellung beeinflusst. Dünne Bedienungen sollen nach einer Untersuchung das personifizierte schlechte Gewissen sein.  Auch hier ist es für einen Restaurantbesitzer gar nicht so leicht, eine kluge Entscheidung zu treffen, denn, was nutzt es ihm, wenn die Gäste viel bestellen, aber sich über einen Kellner ärgern, der alles andere als flink ist.

Weshalb wir besser mit dem Rücken zum Buffet sitzen sollten, lässt sich erahnen. Aber weshalb wir Gabeln mit Vorsicht begegnen sollten, ist  auf Anhieb nicht erkennbar, zumindest nicht für den, zu dessen Gewohnheiten es nicht zählt, damit den Handrücken seines Tischnachbarn zu bearbeiten, um diesen davon abzuhalten, das Fleisch von seinem Teller zu erbeuten. Den entsprechenden Essay sollte man nicht verabsäumen, denn hier warten Informationen auf den Leser, die wirklich neugierig machen auf eine technische Neuerung die staunen macht.

Dass Elektrizität ähnlich prickelnd schmeckt wie Champagner, wird nicht jeder wissen, auch nicht, dass es die Intensität der salzigen Geschmackswahrnehmung erhöht oder verringert und dass deshalb die Japanerin Hiromi Nakamura eine technische Gabel entwickelt hat. Darüber, aber auch über die Geschichte der Gabel liest man Wissenswertes und freut sich, dass die gebildeten Autorinnen in diesem Zusammenhang  Bezug nehmen auf Norbert Elias und dessen Werk "Über den Prozess der Zivilisation". 

Für alle, besonders für jene, die gerne Chili essen, ist "Die Kunst des klugen Essens" ein Leckerbissen, den ich sehr gerne weiterempfehle, denn hier wird Neugierde von der ersten bis zur letzten Seite gestillt.

Helga König

Überall im Handel erhältlich

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