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Prophezeiungen- Emanuell Charis- Jerry Media Verlag


Zum Jahreswechsel möchte man natürlich gerne wissen, wie es im kommenden Jahr weitergeht. Wer besonders neugierig ist, möchte darüber hinaus vielleicht gerne wissen, was in den nächsten Jahrzehnten geschieht. Diese Art von Wissbegier treibt die Menschheit seit Tausenden von Jahren um und hat hellsichtige Menschen über ihre Lebenszeit hinaus berühmt gemacht. Man denke an Nostradamus, dessen Name noch heute in aller Munde ist, obgleich er bereits 1566 verstarb.

Das vorliegende Buch beginnt mit einer kurzen Vorstellung des Autors Emanuell Charis, der als einer der besten und zuverlässigsten Hellseher unserer Zeit gilt. Daran an schließt sich, die sehr reflektierte, mehrseitige Einleitung der Verlegerin Dr. Sandra Maxeiner, in der sie sich nicht zuletzt mit dem Phänomen von Prophezeiungen auseinandersetzt. Hier lässt sie nicht unerwähnt, dass die Zukunft, die Hellseher aufzeigen können, letztlich als Möglichkeiten begriffen werden sollten, jedoch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit exakt eintreten werden. Sich auf Eventualitäten vorzubereiten, ist immer nützlich.

Das Vorwort im Anschluss hat Emanuell Charis verfasst. Hier schreibt er u.a., dass es sinnvoll sei das Wort "Prophezeiung" durch Wörter wie "Prognose" oder "Vorhersage" zu ersetzen, die zwar das Gleiche meinen, aber nicht negativ vorbelastet seien. 

Des Weiteren lässt er die Leser wissen, dass die Texte des vorliegenden Werkes auf Vorträgen basieren, die er in den letzten Jahrzehnten gehalten hat. Einige seiner Prophezeiungen seien bereits eingetreten und andere würden gerade geschehen. Die Vorhersagen im Buch, so der Autor, belaufen sich auf den Zeitraum von 2021-2040 und 2041-2080. Sie zeichneten ein umfassendes Bild unserer nahen Zukunft.

Zunächst stellt Charis verschiedene Methoden der Vorhersage vor. Dabei arbeitet er selbst vorrangig mit der "Rauchmethode". Im Rauch zeigten sich ihm verschiedene Bilder, deren Bewegung und Symbole er interpretiere. Eine weitere, von Charis entwickelte Methode verbindet seine Hellsichtigkeit mit Philosophie. Der Autor nutzt sie zur Zukunftserforschung, um anschließend Trends und Tendenzen in den Bereichen Politik und Finanzen zu erkennen.

Charis erklärt, wie es selbst bei sehr guten Wahrsagern zu Fehlinterpretationen kommen kann. Das überzeugt.

Der Autor berichtet von seiner Rede im Sommer 2020 auf der Insel Naxos, die den Titel "Die dunklen Zeiten" trägt. Zu den Zuhörern zählten Wissenschaftler und Philosophen. Schon seit 2007 sei Abwärtstrend erkennbar, doch erst 2021 hätten die "dunklen Zeiten" begonnen. Von da an nämlich würden wir Gefahr laufen, von neuen Technologien überrollt zu werden und uns gewissermaßen selbst abzuschaffen. Von 2021 an bis 2040 werde der Weg nach unten mit immer größerer Dynamik fortgesetzt und erst dann gelangten wir vermutlich zur der Erkenntnis, die eine Ära des Guten einläutete. 

In den "dunklen Zeiten" werde die Menschheit von diversen Katastrophen heimgesucht, nicht zuletzt Naturkatastrophen, bei denen möglicherweise die Pyramiden in Ägypten einstürzen werden würden.

Auch von weltweiten politischen Veränderungen in diesen Zeiten ist die Rede, zudem, zu welchen Ergebnissen sie schlussendlich führen werden. Erschreckend ist die Anzahl der Konflikte, worüber man im Buch mehr erfährt. Nicht unerwähnt bleibt ein großer Krieg im östlichen Mittelmeer. 

Von Bedeutungsverschiebungen ist die Rede und von Ländern, die sich mit Hilfe von Deutschland u.a. zu Großmächten entwickeln. Trotz dieser Entwicklung werden ab 2050 anstelle von Ländern Konzerne und Unternehmen in der Welt herrschen. Neue Gesellschaftsformen würden entstehen, darunter auch moderne Sklaverei. 

Des Weiteren ist von künstlicher Intelligenz und einer Roboterrevolution die Rede und man ist erstaunt, wozu die neue Technologie in der Lage ist. Viele akademisch ausgebildete Berufsgruppen würden nicht mehr gebraucht und andere durch Roboter ersetzt werden, doch es würden sich auch neue Berufsgruppen erschließen. Von all dem erfährt man im Buch mehr. Ach ja, sogar Philosophen würden durch künstliche Intelligenz ersetzt. Ob das wirklich möglich ist?

Von Hybrid-Menschen liest man und  weiter von Chips, die in deren Gehirn implantiert werden. Die Folgen allerdings sind nicht zwingend immer negativ, wie man dem weiteren Text entnehmen kann, aber die Eingriffe bergen insgesamt große Gefahren.

In der Folge wird man dann über 10 wichtige Prophezeiungen unterrichtet, die ab 2022 zu einer neuen Weltordnung beitragen. Die nachstehenden Prophezeiungen werden ausführlich von Charis erläutert.
1. Wasserstoff wird die Energieform der Zukunft 
2. Produzenten von blauem Wasserstoff werden weltweit große Konflikte austragen 
3. Politische Konflikte werden sich zu großen Kriegen auswachsen und die Menschheit in Finsternis stürzen. 
4. Der Kampf um die Kontrolle der Arktis wird die Erde beben lassen und das Ende aller Machtverhältnisse bedeuten.
5. Eine vernichtende Pandemie wird während der dunklen Zeiten viele Menschen dahinraffen. 
6. Afrika, dessen Staaten zu den ärmsten der Welt gehören, wird sich immens wandeln. 
7. Die energietechnische, wirtschaftliche und politische Neuordnung wird auch zu einer totalen gesellschaftlichen Veränderung führen. 
8. Unzählige Arbeitsplätze werden durch künstliche Intelligenz, durch Automatisierung und Roboter verloren gehen. 
9. Nanotechnologie wird zu einer der größten Zukunftstechnologien, die uns durch die dunklen Zeiten in eine bessere Welt führen wird. 
10. Alle Prophezeiungen werden sich innerhalb der nächsten 30 Jahre erfüllen. 

Nach der ausführlichen Lektüre beginnt man zuerst mal nachzurechnen, ob man die besseren Zeiten noch miterleben wird und in welchem Land man wohl am sichersten aufgehoben ist. 

Das Buch endet keineswegs nach diesen Prophezeiungen, sondern man liest alsdann Vorhersagen über die Veränderung in der Ernährung und darf glauben, dass ab 2060 auf Fleisch und tierische Produkte gänzlich verzichtet wird. Vom Waldsterben ist die Rede aber auch von der Rettung unseres Waldes. Das freut nicht nur Waldspaziergänger!

Weiter schreibt Charis von der steigenden Lust auf dem Land zu leben, einer Entwicklung, die man schon jetzt beobachten kann und sich darauf freut, dass die medizinische Versorgung nach den Prophezeiungen von Charis bald besser wird, dank der Digitalisierung. 

Die Mega-Citys- diese sollen sich noch mehr aufblähen, würden nicht zuletzt als Innovationen für Erfindungen dienen. Dies hänge mit den Synergien zusammen, die dort entstehen und bahnbrechende Entwicklungen hervorbringen. Auch das klingt plausibel.

Des Weiteren schreibt der Autor über einen, in den kommenden Jahren bevorstehenden Bioterrorismus, der bereits 10 Monate danach sein Ende findet und beantwortet die Frage, logisch nachvollziehbar, ob es in naher Zukunft einen 3. Weltkrieg gibt.

Eine weitere Frage, die der Autor beantwortet, ist die, ob wir den Tod besiegen werden. Weshalb der Fahrplan in eine Zukunft des ewigen Lebens vorprogrammiert ist, erläutert der Autor ausführlich, aber auch, wo die Probleme liegen, wenn Menschen immer älter werden oder überhaupt nicht mehr sterben. 

Über die Heilung der Alterungsprozesses durch das Enzym “Telomerase“ erfährt man ebenfalls Wissenswertes, auch über die Verlängerung unseres Lebens in naher Zukunft, um nur einige Themen zu nennen, die in diesem Werk kompakt und dabei klug abgehandelt werden.

Auf den letzten Seiten dann wird im Rahmen von 30 Punkten alles, was im Buch breitgefächert erläutert wurde, zusammengefasst und endet dann mit sehr hoffnungsfrohen Gedanken und einem Hinweis auf das zuletzt erschienene Buch von Emanuell Charis "Die Arche Noah des Glücks", das ich auf  "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert habe.

Die hier rezensierten "Prophezeiungen" erscheinen mir nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern es sind Überlegungen, die sich an bestehende Fakten anlehnen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringen wird. Vorbereitet zu sein für "dunkle Zeiten",  kann kein Fehler sein. Dennoch voller Hoffnung in die Zukunft zu gehen, scheint mir sinnvoll. Insofern gefällt mir auch das Zitat von  Martin Luther, mit dem Charis sein wirklich lesenswerten Text abschließt, im dem er schreibt:

"Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen."

Maximal empfehlenswert 

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Rezension: Wir informieren uns zu Tode- Gerald Hüther, Robert Burdy- Herder



Die Autoren dieses Buches sind der Neurobiologe Gerald Hüther und der Journalist Robert Burdy. Der Titel ihrer Publikation erinnert nicht grundlos an das in den 1980er Jahren erschienene, wichtige Werk von Neil Postman mit dem Titel "Wir amüsieren und zu Tode." Besagtes Buch war eine Klageschrift gegen die Medien, speziell gegen das Fernsehen, das mit seinen Bildern und inhaltlichen Verflachungen die Urteilsfähigkeit der Bürger einschränke und zu einer fast epidemischen Sinnbefreiung von Politik und Kultur beitrage, so Postman.

Nun aber geht es um neue Informationstechnologien, deren Nutzung sich offenbar verselbstständigt hat. Die Autoren gehen in ihrem Werk den Fragen nach, wie wir wieder zu unserer eigenen Gestaltungskraft zurückfinden und wie wir zu gemeinsamen Vorstellungen gelangen, entlang derer wir unser Leben und Zusammenleben ausrichten können. 

Für ein friedliches Zusammenleben (eine sinnvolle gemeinsame Vorstellung)  benötigten wir eine gemeinsame, sinnstiftende Ordnung. Diese gilt es zu entwickeln.

Die einzelnen Kapitel sind drei großen Teilen untergeordnet: 

1.Absturz
2.Reset 
3. Neustart.

Im ersten Abschnitt wird gezeigt, dass das Informationszeitalter zu einem Zeitalter um sich greifender Verwirrung geworden ist. Es drohe die Gefahr, dass uns die Informationsflut mitreiße und wir vom aktiv kommunizierenden Menschen zum Objekt fremder Interessen werden. Die Überflutung des Gehirns mit Informationen habe zur Folge, dass Gefühle, Vorstellungskraft, Entdeckerfreude, Neugier und ganzheitliches Denken verloren gehen. 

Der Algorithmus von Google beispielsweise entscheidet, welche Botschaften wir empfangen und diese Botschaften würden dann als Informationen begriffen. Der Algorithmus werde so zum Wegweiser. 

Die Welt sei durch die globalen, unmittelbaren und individualisierten Kommunikationsmöglichkeiten zu einem erdumspannenden Marktplatz geworden, auf dem jeder einzelne Anbieter und Kunde, Ware und Konsument zugleich sei. Wer in der digitalen Welt die Augen aufmacht, kann dem nur zustimmen.

Die Selbstdarstellung im Internet führe zur Egotalisierung unserer Wahrnehmungswelten. Es seien keine Gemeinschaften, die auf ihren Bildschirm schauten, sondern Ansammlungen digitalisierter Einsamkeiten. Jeder befände sich in seiner ganz persönlichen Erfahrungs-und Wahrnehmungswelt. Das digitale Ich werde zunehmend zur Ersatzidentität. Was das im Einzelnen heißt, wird ausführlich erläutert. 

Die erwähnte Einsamkeit sei eine tödliche Gefahr, wie Dutzende von Studien belegen. Wir Menschen benötigten Verbundenheit und diese gäbe es traditionell in zwischenmenschlichen Begegnungen und Erfahrungen. Genauso ist es. 

Thematisiert werden künstliche Intelligenzen, die den Informationsmarkt in den sozialen Medien steuern, auch Fake News sind ein Thema und die Klicks, die laut der Autoren die Währung der digitalen Welt sind. Der Markt der Informationen folge Marktgesetzen. Dabei sei das Kerngeschäft der Großhandel mit Informationen, verpackt in Informationsangeboten. Informationen ohne emotionale Wirkung hätten auf dem Informationsmarkt keine Chance. Grund: Sie berührten nicht. Und was uns nicht berühre, das würden wir nicht annehmen. 

Die kleinen Momente großer Menschlichkeit gingen im Nachrichtenwesen verloren, wenn nur noch Agenturnachrichten seitens der Onlinemedien verbreitet werden. Dies aber sei der Fall, weil es um Zeitnahes bzw. Schnelligkeit gehe. Der Informationsmarkt verkaufe Wahrnehmungswelten. Sofern vermeintliche Informationen widersprüchlich seien, werden selbsternannte Experten (Influencer) herangezogen, um Meinungen in die gewollte Richtung zu biegen. 

Teil 2 zeigt, was in einer Flut von Information hilft, nicht die Orientierung zu verlieren. Hier geht es um Rückbesinnung auf das, was Informationen tatsächlich sind und was wir daraus gemacht haben. Es wird zudem den Fragen nachgegangen, welche Vorstellung unserem heutigen Informationsbegriff zugrunde liegt, zudem was wir als "Informationen" betrachten und wozu sie verbreitet werden. Man erfährt zudem, weshalb wir Menschen so sehr auf Austausch von verlässlichen Informationen angewiesen sind und schließlich wie Informationsverarbeitung im Gehirn funktioniert. Die Digitalisierung eröffne neue Horizonte für die Informationsverarbeitung und die digitale Transformation ersetze kognitive Fähigkeiten des Menschen. 

Ab wann wird unser Hirn verführbar und von welchen Informationen lassen wir uns berühren? Über das und vieles mehr schreiben die Autoren gut verständlich, um im 3. Teil dann aufzuzeigen, wie man sich aus den Fängen der Verwicklungen, die durch die Informationsflut entstanden sind, befreien kann.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist ein anderer Umgang miteinander. Es geht darum, sich auf Augenhöhe zu begegnen und nicht darum, um Bedeutsamkeit und Anerkennung zu konkurrieren, denn diese seien mit ausschlaggebend für die digitale Informationsflut. 

Der Ausweg aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit- alles unbedacht nachzuplappern, weil es die herrschende Meinung ist- sei selbst zu denken, auch wenn die von anderen erhoffte Anerkennung und Zuwendung gefährdet wird oder ausbleibt. Wer sein Autonomiebedürfnis unterdrückt, also lieber denken lässt und keine eigenen Vorstellungen vertritt, habe ein "aus eigener Bedürftigkeit gespeistes und besonders ausgeprägtes Anpassungsvermögen."

Informationen und Wissen alleine genügten nicht, die Probleme unserer Zeit zu lösen, notwendig sei der Mut, das Erkannte umzusetzen. Miteinander zu sprechen, ist hierbei wichtig. Wer nur Informationen konsumiert, lernt nicht zu denken und eigenständig zu handeln. Wir müssen uns hinwenden zu unseren Mitmenschen, begreifen, dass wir alle miteinander verbunden sind. Die digitale Welt darf nicht weiter entmenschlicht werden. Deshalb ist eine Verhaltensänderung im Umgang mit dieser Welt zwingend notwendig. Das machen die Autoren dieses Buches begreifbar.

Ein sehr wichtiges Buch.

 Maximal empfehlenswert.

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Rezension: Atlas der vergessenen Orte- Eine Reise zu geheimnisvollen Plätzen rund um die Welt- Travis Elborough



Travis Elborough definiert das vorliegende Buch in der Einführung als Kompendium völlig aus dem Blick geratener und vernachlässigter Stätten antiker und moderner Ruinen. Das Werk lasse erahnen, wie viele Orte im Laufe der Geschichte bereits durch geringfügige Veränderungen in Handel, Politik, Klima, Gesundheitswesen, Bräuchen oder auch Fahrgastzahlen nutzlos geworden seien. Aus den Geschichten gäbe es viel zu lernen und zwar über Unbeständigkeit, Konsum, Booms, Pleiten, Industrialisierung und Umwelt, die menschliche Hybris und Unzuverlässigkeit der Erinnerung und deren Pflege.  Das kann ich nach der Lektüre des Werkes bestätigen.

Untergliedert ist das  Buch in vier Abschnitte:: 
Leerstehende Bauwerke 
Unklare Situationen 
Verfallene Reiseziele 
Endstationen Ausgediente Einrichtungen 

Die Karten in diesem Werk stammen von Martin Brown. Auf einer Doppelseite zu Beginn kann man die insgesamt 40 Orte, um die es geht, genau ausmachen. Neben spannenden Texten zu den gezeigten Objekten gibt es ferner noch jeweils Bilder und einen Landkartenausschnitt. So weiß man gleich zu Beginn, wo beispielweise das alte Waisenhaus von Istanbul lokalisiert ist. Auf Büyükada nämlich. Es handelt sich um einen beeindruckenden, heute leerstehenden Holzbau, der auf einer der neun Prinzeninseln des Marmarameers gelegen ist. Das Belle-Époque-Gebäude, errichtet von dem französisch-türkischen Architekten Alexandre Vallaury, wurde 1903 von einem griechischen Philanthropen gekauft und zu einem Waisenhaus von ihm machte. Zu seinen Lebzeiten sollen dort 6000 Waisenkinder ein Zuhause gefunden haben. 

Leerstehend auch ist Schloss Sammezzano in der Toscana. Viele der vormals prachtvollen Räume sollen heute in einem desolaten Zustand sein. 

Ebenfalls in einem desolaten Zustand ist Craco in Italien. Es hat seine erste Blütezeit im Mittelalter erlebt. Man liest von der Geschichte des Ortes und auch, dass Creco zum verfallenen Symbol der einst bedeutenden und blühenden Ortschaften Italiens wurde, die man zugunsten anderer Gebiete vernachlässigte. 

Dann gibt es da u.a. ein altes Grand Hotel auf Korsika, dass auch dem Verfall anheim gegeben ist. Es steht seit Jahren leer, wie man liest und weiter erfährt: "Die kunstvollen Gesimse der Fassaden bröckeln ab, der Wald dringt auf die verfallenen Treppen und Terrassen vor."

Verfall allerorten. Nicht ist bekanntermaßen für die Ewigkeit gemacht. Vieles, was vormals bekannt oder gar glamourös war, wurde vergessen. So der Lauf der Dinge, so dokumentiert in diesem Bildband, in dem spannende Geschichten über melancholische Orte erzählt werden, die man wohl eher nicht als vorrangiges Reiseziel wählt, es sei denn man hat einen Hang für Morbides.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Natürlich weihnachtlich- Nachhaltige Bastel- und Geschenkideen für ein stimmungsvolles Fest- Doris Kern- Servus




Diesen tollen Ratgeber von Doris Kern für Bastelfreunde muss man natürlich noch jetzt im Oktober rezensieren, denn Bastler brauchen genügend Zeit und Muße vor Weihnachten, um etwas Schönes zu gestalten. 

Man erhält zunächst eine Liste mit Gegenständen zur Grundausstattung in der Weihnachtswerkstatt, untergliedert in die Rubriken "Zum Basteln" und "Zum Kochen". Dann geht es weiter mit Grundrezepten-und techniken, so etwa wie man Orangen &Äpfel trocknet oder einen Salzteig anrührt, (den benötigt man z.B. um einen Kerzenuntersetzer herzustellen). 

Die vielen, ansprechenden Bastel- und Geschenkideen sind in nachstehende Abschnitte untergliedert: 
Für ein stimmungsvolles Ambiente 
Festlich gedeckter Tisch 
Der natürliche Christbaum 
Weihnachtspost 
Gruß aus der Küche 
Geschenkideen für unsere Lieben 
Mit Liebe verpackt 
Silvester & die Zeit nach dem Fest. 

Sehr gute Fotos visualisieren die einzelnen Ideen So kann man sich gleich zu Beginn an einem Kranz aus Apfelringen erfreuen und erfährt, wie man ihn herstellt und was man damit machen kann. Es wird erklärt, wie man Weihnachtssterne aus unterschiedlichen Materialien zaubert, einen Adventskalender kreiert oder auch Eiskristall-Lichter gestalten kann. 

Schöne Texte und Gedichte vermitteln vorweihnachtliche Gefühle. 

Seite für Seite lernt man Neues kennen, aber auch ein hübsches traditionelles Mistelgebinde. Dazu gibt es dann Infos zu Misteln, die nicht nur in den legendären Zaubertrank des Druiden Miraculix wanderten, sondern auch vor Geistern und Unheil schützen sollen. Den Kuss unter dem Mistelzweig kennt natürlich jeder. 

Man erfährt wie man Weihnachtshäuschen mit Teelicht herstellt oder einen modernen "Kiefern-Loop" bastelt. Dieser sieht edel aus und ist frei von Kitschelementen. Unmöglich, hier alles zu benennen...

Sehr schön sind die Impulse für einen festlich gedeckten Tisch. Hübsche Tannenbaumservierten, stilvoll gefaltet (alles wird bestens erklärt) inspirieren ähnlich wie die Kerzen im Weinglas. Tolle Ideen werden auch für Weihnachtsbaumschmuck vorgestellt, nichts zuletzt für Christbaumkugeln aus Papier und es gibt zudem schöne Ideen für die Weihnachtspost, so z.B. alte Notenseiten im neuem Gewand. Sehr romantisch!

Wer gerne bäckt, findet hier bemerkenswerte Rezepte so etwa für einen Orangenlikör oder auch für Tannen-Orangen-Kekse oder für Orangengelee mit Zimt und kann ein Lebkuchengewürz selbst herstellen. Das Gewürz hält mehrere Jahre. 

Stets erfährt man wie aufwendig und schwierig eine Bastelei ist, auch  für die Umsetzung der Ideen nach dem Fest, beispielsweise für eine klärende und harmonisierende Räuchermischung, die desinfizierend und keimtötend ist. 

Ein schönes Buch, mit guten Ideen, die an keiner Stelle kitschig oder altbacken daherkommen.

 Maximal empfehlenswert

 Helga König

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Rezension: Verborgene Schätze in Paris- Marin Montagut- Dumont


Marin Montagut stellt in diesem zauberhaften Bildband die schönsten Traditionsgeschäfte und Manufakturen von Paris vor. 

Die Illustrationen im Buch stammen von Marin Montagut, die Fotos haben Ludovic Balay, Pierre Musellec und Romain Ricard realisiert. 

Marin Montagut, dessen Eltern Antiquitätenhändler in Toulouse waren, verbrachte seine Kindheit und Jugend, wie er festhält, mit schönen Dingen. Später dann in Paris verspürte er den Drang, verborgene Schätze zu entdecken und hinter Kulissen zu blicken. In seinem Werk stellt er neunzehn zauberhafte Orte vor, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Mittels Fotos und von Montagut gefertigten Aquarellen und Moodboards gelingt es ihm, die Farben und Stimmungen dieser Orte den Lesern zu vermitteln. Er fragt, was all diese Orte verbindet  und stellt fest: "Sie sind die Seele von Paris- Seite um Seite betreten Sie in diesem Buch verborgene Museen, fast vergessene Ateliers und traditionsträchtige Geschäfte." 

Der Autor schreibt zunächst von seinem eigenen Ladengeschäft "Marchand d´objets en touse genres". Auf beeindruckenden Fotos lernt man das Ladeninnere kennen und erhält eine Idee, was alles man dort erwerben kann. Viel Porzellan und schöne Bilder, Figuren und anderes mehr, alles hochwertig, machen ebenso neugierig, wie die Inneneinrichtung und die nostalgischen Tapeten. 

In der Folge dann lernt man die einzelnen Orte, die er in der Einleitung angekündigt hat, kennen, zuallererst "La Maison du Pastel", ein winziges Geschäft in einem Hinterhof, im 3. Arrondissement. Dort werden Pastellkreiden verkauft, die seit 1870 in der Kreidemanufaktur Roché und Zayer auf dem Land hergestellt werden. Der Autor berichtet über das Unternehmen und dessen Tun und zeigt anhand toller Fotos das kleine Geschäft in Paris, wo die Kreide vertrieben wird. 

Es geht weiter mit einem Laden, in dem Posamentieren verkauft werden. 300 verschiedene Borten können in der Werkstatt an hölzernen Jacquard-Webstühlen aus dem 19. Jahrhundert hergestellt werden. Hier wie bei all den anderen besuchten Orten erfährt man stets auch historisch Wissenswertes und kann anhand der Fotos und Illustrationen vielfältige Eindrücke erwerben. So auch vom "Musée de Montmartre" im 18. Arrondissement. Hier liest man u.a., dass im Erdgeschoss des Hauses Wechselausstellungen sowie das "Café Renoir" beherbergt sind. Ein Ort also, den man immer wieder aufsuchen kann und mit Neuem konfrontiert wird.

Dann lernt man das "Musée de Mineralogie" kennen. Es befindet sich im 6. Arrondissement und wurde bereits 1794 eröffnet. Wer Steine liebt, wird begeistert sein, von all dem, was hier gezeigt wird. Das Flair dort wird wie folgt beschrieben: "Besucht man die Räume dieses Museums, bekommt man ein Gespür für Ruhe und Ewigkeit und wird daran erinnert, dass noch vor Luft und Wasser Steine den Ursprung unserer Erde bildeten."

Doch dann: ein Traum und Pilgerstätte für alle, die Bücher lieben! "Librairie Jousseaum" im 2. Arrondissement! Bücher so weit das Auge reicht! Die Fotos sprechen für sich. 

Unmöglich, im Rahmen dieser Rezension alle 19 Orte zu streifen. Jeder Ort birgt ein Geheimnis, das durch die Lektüre dieses Buches ansatzweise, d. h. nicht alles verratend, gelüftet wird. Man ist neugierig mehr zu erfahren, den Duft vor Ort einzuatmen,  den Flair zu erfassen, die vielen Dinge zu bestaunen. 

Kurzum: Ein bibliophiles Buch für Menschen, die Paris, Manufakturen, kleine Museen und grundsätzlich das Schöne lieben.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Die Welt der Technik in 100 Objekten- Wolfgang M. Heckel ( HG)-C.H.Beck



Prof. Dr. Wolfgang M. Heckel, der Generaldirektor des Deutschen Museums in München ist der Herausgeber dieses spannend zu lesenden Buches, das Lust darauf machen möchte, sich mit Technik auseinander zu setzen.

Es handelt sich um eine Publikation, die das Ergebnis einer zeitintensiven, fünfjährigen Zusammenarbeit zahlreicher Fachleute darstellt. Dabei werden die prächtigsten Stücke des Deutschen Museums gezeigt, aber auch kleine, unscheinbare; millionenfach hergestellte Massenartikel, zudem unbezahlbare Prototypen oder kurios anmutende technische Spielereien. 

Die Reise durch diese Objekte beginnt im 15. Jahrhundert. Die Objekte in der Folge sind chronologisch geordnet. Dabei sind die Exponate untergliedert in:

- Preziosen der Frühen Neuzeit und die Verwandlung der surinamischen Insekten 

- Ikonen der Aufklärung und Geheimcode der Sterne 

- Der Einzug der Maschinen und ein Schutzpocken-Impfungs-Zeugniß 

- Die Elektrifizierung der Welt und die Mona Lisa der Automobilgeschichte 

- Der durchleuchtete Mensch und der Siegeszug der neuen Verkehrsmittel 

- Elektronentanz und ein Staubkorn mit Bedeutung 

- Aufbruch ins atomare Zeitalter und die neuen Rechenmaschinen

-  Alltagshelfer im Wirtschaftswunder und Bilder aus der Nanowelt 

- Umhängetasche aus Safttüten und andere Objekte der Zukunft 

Im ersten Kapitel erfährt man beispielsweise Näheres über das Astrolabium aus dem Jahre 1588, bei dem es sich um ein universelles, astronomisches Beobachtungs- und Recheninstrument handelt. Das Astrolabium im Deutschen Museum stammt von Erasmus Habermel (um 1538-1606). Wie bei allen Exponaten im Buch kann man sich auch hier mittels sehr präzisen textlichen Ausführungen und Fotos einen guten Eindruck von dem fokussierten Objekt verschaffen. Die vielen unterschiedlichen Exponate stammen nicht nur von Titanen der Wissenschaft, sondern auch von vergessenen und namenlosen Erfindern.

Unmöglich, einige der Objekte hervorzuheben, denn alle sind erstaunenswert. Das Objekt 100 ist übrigens der COVID 19 Impfstoff -BioNTech in Mainz von Pfizer. Das war 2021. Was wird 2022 folgen? Etwas, das auf friedlichem Weg Frieden ermöglicht?

Generell werden die Objekte nicht nur beschrieben, sondern man erfährt in diesem Zusammenhang stets auch ein Stück Welt- und Technikgeschichte. Thematisiert wird immer, was zur Erfindung führte, für welche Zeit es geschaffen wurde, wie die Erfindung die Beziehung des Menschen zur Wirklichkeit und darüber hinaus die Wirklichkeit selbst verändert hat. Nicht zuletzt erfährt man wie das Objekt seinen Weg ins Deutsche Museum fand.

Das alles ist sehr spannend zu lesen und erschließt dem Leser teilweise Welten, die möglicherweise neu für ihn sind. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Der gekränkte Mann- Tobias Haberl-Piper



Autor dieses Buches ist der Literaturwissenschaftler Tobias Haberl. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung und hat den Bestseller "Die große Entzauberung- Vom trügerischen Glück des heutigen Menschen" verfasst.
 
Das vorliegende Werk handelt von gekränkten Männern, warnt  er bereits im Vorwort. Diese Spezies seien sein Thema. Ihre Perspektive habe ihn interessiert. Dabei sei sein Buch keine Kriegserklärung, sondern vielmehr ein Vermittlungsversuch zwischen Männern und Frauen und allen, die es sonst noch gibt. Er wolle wissen, von welchen Veränderungen sich Männer zu Recht gekränkt fühlen und welche sie akzeptieren sollten, "ja selbst wollen, weil sie auch ihr Leben freier, gesünder und schöner machen könnten."

Der 1976 geborene Autor schreibt, dass seine Jugendidole strahlende Sieger oder jämmerliche Verlierer, Kämpfer oder Zweifler, harte Hunde oder verzärtelte Flaneure waren, die alles nur nicht gewöhnlich gewesen sind. Heute seien seine Helden von einst allerdings  Lachnummern. Alles, was in seiner Jugend cool gewesen sei, sei heute fragwürdig, peinlich und verboten. Das kann natürlich verunsichern.

Haberl fehlen "nicht nur Männer, die aufs Ganze gehen, ohne über Likes und Konsequenzen nachzudenken, sondern auch Eleganz, Großzügigkeit, Spontanität, Risikofreude und Exzess." Wehmütig fragt er: "Wo sind die Männer, die sich nicht optimieren, sondern verschwenden, die nicht achtsam, sondern aufrichtig sind, die sich im Kalender keine Brückentage anstreichen, sondern verrückt aufs Leben sind?"

Wie er festhält, definieren sich Männer stärker über Hierarchien und Abgrenzung als Frauen und je weiter rechts sie politisch stünden, desto größer sei ihre Sehnsucht nach Autorität und militärischen Strukturen. 

Die Zeit arbeite in vieler Hinsicht gegen Männer, auch im Hinblick auf sexuellen Missbrauch von Frauen, wie die "MeToo –Bewegung" zeigt. Noch immer täten sich viele Männer schwer mit einem Kultur- und Normenwandel, auch mit neuen Anforderungen, die man an sie stelle. Die Vorstellung, dass Frauen und Männer nicht nur theoretisch, sondern tatsächlich auch gleiche Rechte haben, empfänden sie nicht als Fortschritt, sondern vielmehr als Angriff auf ihre Identität und nicht nur das, sondern sogar als Niederlage. In Internetforen ließen sie dann ihrem Hass freien Lauf. 

Für Rechtspopulisten sei autoritäre Männlichkeit die Lösung für alles, wovon die sich bedroht fühlten. Putin in seiner "toxischen Männlichkeit" passt hier am besten ins Bild. 

Während die westliche Welt weiblicher, liberaler und ökologischer werde, fühlen sich diese Männer funktionslos, ja sogar entwertet. Aber bei allem sollte bedacht werden, dass es eine männliche Energie gäbe, die nicht verloren gehen sollte, eine Energie jenseits von Gewalt, fähig aber Spannungen auszuhalten und Konflikte zu lösen. Das scheint derzeit bei nachwachsenden Generationen verloren zu gehen. Doch macht diese Energie Männer wirklich glücklich?  

Wann wird den Jungs zu viel zugemutet? Vielleicht, wenn die Spontanität der Sprache durch "gendern" gekillt wird. Hier muss man kein Mann sein, wenn man zustimmend nickt bei nachstehenden Zeilen: "Sprache ist ungerecht, diskriminierend, anarchisch, zauberhaft, ein echtes Kunstwerk, anders kann ich sie mir gar nicht vorstellen: die Amsel, der Specht, das Tier- wer soll das verstehen? Man kann diese Tatsache hinnehmen oder den prometheischen Versuch unternehmen, sie von sämtlichen Unreinheiten zu befreien. Am Ende wäre sie korrekt, aber reizlos, makellos, aber öde, sauber, aber tot."

Thomas Haberl geht offen mit den Widersprüchen und Ungereimtheiten des Maskulinen um, reflektiert, was fragmentierte Identitäten voneinander trennt, fände es allerdings schön, allmählich wieder in den Blick zu nehmen, was verbindet, nämlich dass wir alle Menschen des 21. Jahrhunderts sind, vor denen extreme Herausforderungen liegen. Es gehe um gewaltige Umwälzungen, um einen umfassenden Paradigmenwechsel, gemeint: Klimawandel, Rechtsruck, digitale Überwachung, künstliche Intelligenz, etc. etc. 

Kampf zwischen den Geschlechtern sollte dem Gestern angehören. Gemeinsam die Probleme des Hier und Heute zu lösen, erfordert unsere ganze Kraft. Das wissen alle, die vernünftig sein. Tobias Haberl weiß es auch und wirbt für Vernunft. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Agromafia- Oliver Meiler- dtv


Oliver Meiler, der Autor dieses Buches, ist Politologe und arbeitet derzeit als Italienkorrespondent der Süddeutschen Zeitung und des Tages-Anzeigers. Der Untertitel seines Werkes macht bereits deutlich, worum es Meiler geht: "Wie ´Ndrangheta & Co. die italienische Lebensmittelproduktion beherrschen- und was auf unsere Teller kommt." 

'Ndrangheta ist eine von drei großen kriminellen Vereinigungen in Italien. Lokalisiert ist sie in Kalabrien, während die "Cosa Nostra" auf Sizilien und die "Camorra" in Kalabrien ihr Unwesen treiben. 

Auf den Innenseiten der Deckblätter ist eine Landkarte von Italien zu sehen mit all den Orten von Sizilien bis Mailand, wo die Akteure aktiv sind. 

Das Buch ist entsprechend in 6 Kapitel untergliedert und behandelt darin all die Ungeheuerlichkeiten dieser kriminellen Vereinigungen und zwar: 
Erstes Kapitel- Sizilien 
Zweites Kapitel- Kalabrien 
Drittes Kapitel- Kampanien 
Viertes Kapitel- Rom 
Fünftes Kapitel –Emilia 
Sechstes Kapitel- Über die Alpen 

Vorangestellt ist den Kapiteln der Prolog, in dem kurz aufgezeigt wird, wie Italien mit seinem Essen die Welt eroberte und wie sich die Mafia auf ihre Ursprünge besann. Tomaten, Olivenöl, Parmesan, Mozzarella etc. gehören bekanntermaßen zur italienischen Lebensart und sind zu Handelsobjekten der kriminellen, italienischen Clans geworden. 

Man liest von einem Ort südlich von Syrakus, genannt Pachino. Dort wächst eine der besten aber auch teuersten Tomatensorten der Welt: Das rote Gold von Pachino. In Italien werden jedes Jahr 5 Millionen Tonnen Tomaten produziert. Im Norden Italiens geschieht dies zwischenzeitlich primär maschinell, wohingegen im weiterhin von Hand geerntet wird. 

Man erfährt von den Machenschaften der Cosa Nostra beim Tomatenanbau, der Ernte und dem Handel, wie sie die Ausweglosigkeit afrikanischen Einwanderer ausbeutet, wie diese Sklaven der Moderne behandelt werden. Doch dies ist nur ein Thema des beklemmend machenden Inhalts dieses Buches.

Olivenöl, dafür steht Kalabrien, ist ein weiteres Thema. Gutes Olivenöl, nach mechanischem Verfahren, ohne Wärmewirkung gewonnen, ist ein Muss in der mediterranen Küche. Unter sieben Euro im Handel, ist es fraglich, ob es sich um ein "Extra Vergine"-Öl handelt, da die Kosten zur Herstellung bereits teurer sind. Die Mafia in Kalabrien verkauft Minderwertiges teuer an ein unwissenden Klientel, so etwa in den USA. 

Darüber hinaus ist der Kokainhandel in Europa in der Hand der ´Ndrangheta. Der Stoff wird aus Südamerika importiert und bringt den Kriminellen pro Kilo 180 000 Euro. Waschmaschine für schmutziges Geld sind die Kryptowährungen, weil diese leicht online zu erwerben sind. 

Unmöglich die vielen Fakten des Buches hier kurz zu skizzieren, vielleicht nur das, auch in Kampanien (Camorragebiet) geht es übel zu. Neben dem Mozzarella ist auch Panettone (der typische Weihnachtskuchen) eine Goldgrube für die Camorra. Zudem unterwanderte diese kriminelle Vereinigung die gesamte Produktionskette von Fisch aus der Region. Schutzgeld muss gezahlt werden. Auf den Märkten bestimmen die die Clans den Preis. Man liest davon, dass die Clans der einzelnen Mafiaorganisationen hin und wieder zusammenarbeiten, sich also nicht bekriegen. Das geschieht dann, wenn die Vorteile entsprechend sind. Transportwege werden von ihnen kontrolliert. Alles verteuert sich. Die Bauern, die Händler und die Abnehmer zahlen. Die EU- Gelder fließen an die Clans der Mafia, die sich die Hände reiben. 

Doch lesen Sie bitte selbst. 

Maximal empfehlenswert 
Helga König

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Rezension: Lüg mich nicht an! Markus Schollmeyer-Kösel

Der Jurist Markus Schollmeyer ist Gründer des Instituts für Gerechtigkeitsforschung. Als gefragter Redner spricht er zu den Themen Fairness, Gerechtigkeit und soziale Intelligenz. 

Der Untertitel seines hier vorliegenden Buches lautet "Wie du herausfindest, was andere verheimlichen". Gut, wenn man das immer rasch herausfinden könnte, denn dann bliebe einem manches Leid erspart. Grund genug also, sich mit der neuen Publikation des Juristen zu befassen.

Nach einem Vorwort und der Einleitung ist das Werk in zwei große Abschnitte untergliedert, die da lauten: 

Teil 1 Der tatsächliche Wert der Wahrheit-Warum Ehrlichkeit die Lüge schlägt 
Teil 2 Mit Speck fängt man Mäuse- Die BACON-Methode 

Das Buch gibt laut seinem Verfasser den Lesern Werkzeuge an die Hand, um in der Partnerschaft, dem Freundeskreis, der Familie und am Arbeitsplatz eine ehrliche und aufrichtige Atmosphäre zu schaffen, um Lügen zu erkennen und den Lügner, falls gewünscht, zu enttarnen, damit das Umfeld weiterhin verlässlich bleibt, anstatt durch das Gift der Lüge in den Morast des Misstrauens und der Unehrlichkeit zu sinken. 

Um dies realisieren zu können, macht der Autor die Leser mit dem sogenannten Human Hacking oder Social Engineering bekannt. Schollmeyer verwendet die Methode, die er erweitert hat und BACON-Methode nennt, um Menschen zu entschlüsseln und die Wahrheit zu finden, nicht aber um zu manipulieren. 

Der Autor erläutert zunächst, weshalb Ehrlichkeit so wichtig ist und weshalb sie nicht in Verletzbarkeit münden, sondern Ausdruck der eigenen Stärke sein sollte. Ehrlichkeit wird in diesem Buch als eine Lebenseinstellung betrachtet. Deshalb ist es wichtig, sich mit Vertrauensverlust zu befassen, weil dieser Beziehungen stark belasten kann. 

Nicht immer werden Ehrliche geliebt, mitunter sind sie auch Hassobjekt. Auch das ist ein Thema des vorliegenden Buches. Weitere Themen sind legale Lügen und Studien, die verraten, ob Frauen oder Männer mehr lügen. 

Wie Schollmeyer aufzeigt, rangiert bei uns Menschen Wahrnehmung vor Wahrheit, deshalb ist es so wichtig gegen Vorurteile und Verzerrungen zu wappnen und die funktioniert mit der BACON-Methode, die gut erklärt wird. 

Diverse Umstände, die im Buch wirklich erhellend beleuchtet werden, führen dazu, dass die Konzentration sinkt und man hierdurch leichter zum Opfer von Manipulationen werden kann. Doch lesen Sie bitte selbst…. 

Die Qualität der Lügen und die Art und Weise wie sie eingesetzt werden, habe sich verändert und dies in beängstigender Form. Darüber schreibt Schollmeyer  auch sehr aufschlussreich und auch über das fatale "Groupthink-Phänomen". Hier treffen kompetente Personen schlechtere oder realitätsferne Entscheidungen, weil sie sich an die erwartete Gruppenmeinung anpassen. 

Interessant auch die Verhaltensmuster "Flucht", "Kampf" oder "sich tot stellen", die sehr entlarvend sein können, wenn jemand es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. So kann plötzliches Erstarren auf eine Lüge hindeuten.  Das wird an einem Beispiel sehr gut dargestellt.

Man liest des Weiteren, was es mit dem Blickkontakt auf sich hat und was die Blickrichtung über Lügner verrät. Ferner rät Schollmeyer, dass man stets die Motive hinterfragen sollte, wenn uns etwas aufgetischt wird, sei es ein Versprechen, eine Information oder eine Erklärung und die Spur des Geldes verfolgen sollte. Da liegt man meiner Erfahrung nach niemals falsch. 

Über all dies und vieles andere mehr kann man sich in diesem Buch schlau machen und sich zudem einem Test unterziehen, der dabei hilft, die Wahrheit zu finden. Diese allerdings ist oft komplexer als man vermutet. 

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Warum Bienen kein Rot sehen und wir manchmal Blau machen- 150 farbige Fakten-Joanna Zoelzer- teNeues


Joanna Zoelzer, die Autorin dieses spannenden Buches ist eine Graphikdesignerin, die sich schon zu Studienzeiten mit dem Phänomen Farbe intensiv auseinandergesetzt hat. 

Wie sie die Leser wissen lässt, beschäftigten Farbe und ihre Sortierung Künstler, Philosophen und Wissenschaftler seit der Antike. Allerdings war es erst Isaac Newton, der im 17. Jahrhundert durch seine Entwicklung des Farbkreises die Farbenlehre begründete.

Farbsensible Menschen sollen zwischen 100 000 und 1 Million Farbnuancen differenzieren können. Doch bereits mit den sechs Hauptfarben Weiß, Schwarz, Rot, Grün, Gelb, Blau sowie weiteren fünf Mischfarben Braun, Orange, Rosa, Violett und Grau können, so Zoelzer, nahezu alle farbigen Objekte benannt und Farbeindrücke mitgeteilt werden. 

Man liest zu 15 Farben zunächst deren psychologische Bedeutung, um anschließend im Rahmen von 15 eindrucksvoll bebilderten Kapiteln, in denen unterschiedliche Facetten einer Farbe an Dingen oder auch Begriffen festgemacht werden, mehr über Farben in Erfahrung zu bringen. So etwa bei der Farbe Weiß, dass sie ein Symbol des Friedens ist und im Christentum für Auferstehung und Erlösung steht. Weiß soll die Summe aller Farben sein. Weshalb das so ist, wird im Buch gut nachvollziehbar erläutert. 

Bei Farben in diesem Werk werden kleine lehrreiche Geschichten präsentiert, die uns an Beispielen, die jeweils fokussierte Farbe näher bringen. So erfährt man beispielsweise Wissenswertes über den sogenannten "Weißen Fleck" aber auch über "Weiße Trüffel", bevor man fortfährt,  sich mit der Farbe Gelb und hier vielleicht, damit zu befassen, was es mit dem Gelb die Farbe des Kaisers Huang Di auf sich hatte. Er war es übrigens, der einst das chinesische Schriftensystem eingeführt hatte. 

Bemerkenswert wie unterschiedlich der Stellenwert einer Farbe sein kann, so etwa Orange, das die Nationalfarbe der Niederländer ist, zugleich aber als Farbe gilt, die sich nicht für hochwertige Produkte eignet. Im Buddhismus wiederum steht Orange für die höchst Stufe der Erkenntnis und symbolisiert zudem Reife. 

Es führt zu weit, auf alle Farben und die damit verbundenen Bezüge an dieser Stelle einzugehen. Besonders interessant finde ich die Informationen zur Farbe Türkis, der Farbe, die als die kälteste aller Farben empfunden wird und zur Farbe Grün, der Symbolfarbe des Lebens. 

Fast jeder hat eine Lieblingsfarbe, Für Goethe war Lila "Der letzte Versuch". Was dies bedeutet, kann man Seite 87 entnehmen. 

Tolle Bilder und lehrreiche Texte machen dieses Buch zu einem Geheimtipp für alle, die Farben zu schätzen wissen. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: 33 Fragen-33 Antworten FLEISCHKONSUM- Piper


Tanja Busse, die preisgekrönte Autorin dieses bemerkenswerten Buches wurde nach ihrem Studium mit einer Arbeit über Weltuntergangszenarien promoviert. Die Journalistin schreibt für den WDR, die ZEIT, den Freitag und die Süddeutsche Zeitung. Des Weiteren moderiert sie Konferenzen zu ökologischen Themen. 

In der vorliegenden Publikation befasst sie sich ausgiebig mit Fleischkonsum, stellt 33 Fragen hierzu, die sie jeweils umfangreich und mehr als nur zufriedenstellend beantwortet. 

Einige der Fragen wird sich der ein oder die andere selbst schon gestellt haben, so etwa "Kann man Tiere schlachten, ohne dass sie leiden?" oder "Schadet Fleischkonsum dem Klima?" vielleicht auch "Ist Fleischkonsum ungesund?" Andere Fragen stellt man sich vielleicht erst, wenn das Bewusstsein entsprechend sensibilisiert ist, so z. B. die Frage 8: "Was passiert mit den Kälbern von Milchkühen?". Diesbezüglich liest man entsetzt, dass in Australien nach offiziellen Angaben der Milchindustrie mehr als 700 000 männliche Bullenkälber wenige Tage nach der Geburt getötet werden. In Neuseeland werden sogar 2 Millionen dieser Tiere in genanntem Zeitraum Tage ums Leben gebracht. Was in Europa diesbezüglich geschieht, erfährt  man lobenswerterweise  auch. Doch lesen Sie selbst… 

Wer wissen möchte, wie Schweine, Rinder und Hühner in Deutschland geschlachtet werden, kann dies ebenfalls in diesem Buch erfahren. Dass sogar trächtige Kühe im Schlachthof landen und dass etwa 20 000 ungeborene Kälber im sterbenden Körper ihrer Mütter ersticken und anschließend mit deren Eingeweiden bei den Schlachtabfällen landen, ist laut Tanja Busse entsprechenden Studien zu entnehmen. 

Lesenswert auch ist die Antwort auf die Frage "Was hat unser Fleischkonsum mit der Gefahr eines postantibiotischen Zeitalters zu tun?"  

Und immer wieder sollte man sich die Antwort auf Frage 2 bewusst machen "Ist Fleisch ungesund?" Wissen sollte man, dass Menschen, die sich primär vegetarisch oder vegan ernähren, weitaus seltener Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Krebserkrankungen aufweisen. Bereits im Jahre 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Speck, Schinken und Corned Beef als krebserregend eingestuft. Darüber hinaus können Inhaltsstoffe von Fleisch und Wurst eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. so etwa die gesättigten Fettsäuren, Cholesterin oder auch Purine, bei deren Abbau Harnsäure entsteht, die zu Gicht führen kann. 

Dass Fleisch auch gesunderhaltende Inhaltsstoffe enthält wird nicht verschwiegen. Wer sich zu Biofleisch entscheidet, macht gewiss nichts falsch, sofern er seinen Fleischkonsum  allerdings sehr reduziert.

Schweinefleisch fördert bekanntermaßen Entzündungen im Körper. Auch dies ist eine Tatsache. Wer stattdessen 2 Portionen fetten Seefisch (etwa 70 Gramm) zu sich nimmt, kann Schlaganfällen, Herzinfarkten und Stoffwechselstörungen vorbeugen. 

Fragen über Fragen und dazu sehr informative Antworten: Kurzum, ein Buch, das sich zu lesen lohnt!

Deshalb: Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Naturmedizin und Schulmedizin- Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer- S. Fischer

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer hat mit diesem Buch allen, die sich einen Überblick über Volkskrankheiten verschaffen möchten, ein sehr gutes Nachschlagwerk an die Hand gegeben, das man nicht erst dann lesen sollte, wenn man von einem solchen Leiden geplagt wird. 

Der Mediziner hat einen ganzheitlichen Ansatz, d.h. er begreift Körper, Seele und Geist als Einheit. Zudem zählt er nicht zu den Schulmedizinern, die das Wissen der Naturheilkunde verteufeln, sondern bindet es in seine Überlegungen und Empfehlungen ein. 

In seinem Buch beschreibt er Volksleiden wie Husten, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Grippe, Lungenentzündung, auch Asthma, Arteriosklerose, Venenentzündungen, Angina pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall, Gastritis, Hexenschuss, Bandscheibenvorfall, etc, etc. Neben einer Vielzahl körperlicher Leiden, beschreibt er zudem psychische Volkskrankheiten wie Stress, Burn-Out und Depression, Angststörungen, aber auch Demenz und wie man all diesen Leiden bis zu einem gewissen Grad vorbeugen kann. 

Das Werk sollte m.E. nicht in die Hände von HypochonderInnen gelangen, weil diese ihr Umfeld dann  mit ihren Befindlichkeiten kirre machen, wohl aber von allen gelesen werden, die ihr Gesundheitsbewusstsein vertiefen wollen. Nicht wenigen Krankheiten kann durch gesunde, ausgewogene Ernährung und Bewegung vorgebeugt werden, so auch der Osteoporose, die nicht zuletzt durch Zucker, im Übermaß genossen, vorangetrieben wird. 

Zucker, Weißmehl und gesättigte Fettsäuren zu vermeiden, scheint ein kluger Weg zu sein, um viele, der im Buch detailliert beschriebenen Volkskrankheiten zu vermeiden. Wer dazu noch viel Obst und Gemüse zu sich nimmt, nicht raucht und keinen Alkohol konsumiert, sich zudem in der frischen Luft bewegt, dürfte recht gut gewappnet sein, um selbst im fortgeschrittenen Alter diversen Volkskrankheiten die kalte Schulter zu zeigen und nicht  obligatorisch auf einem OP-Tisch zu landen, um ein neues Ersatzteil eingebaut zu bekommen. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Selbstheilungskräfte, Quellen der Gesundheit und Lebensqualität- Josef Ulrich-aethera


Der Kunsttherapeut und Psychoonkologe Josef Ulrich befasst sich in diesem Buch mit den Quellen der Gesundheit und Lebensqualität. Der Autor möchte mit seinem Werk die Leser zu einem "gesundem Denken" führen. Hierbei empfiehlt er drei "Wegbegleiter", mittels denen man die Heilkräfte unterstützen und erschließen kann. Genannt und erläutert werden: Der gesunde Menschenverstand, die Offenheit und der innere Arzt. 

Ausgiebig reflektiert und beschreibt er positive, stärkende Gedanken, schreibt über Placeboforschung, die Einstellung gegenüber Medikamenten seitens eines Patienten aber auch über die Beziehung zu sich selbst. Sich bestimmter Fragen bewusst zu werden, die der Autor im Buch kurz anreißt, verlangt Zeit und Ruhe für Selbstbegegnung, Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis. Aufbauende Tätigkeiten und positive Menschen mit Humor helfen dabei, das Immunsystem zu stabilisieren. Gezeigt wird, wie man aus dem Hamsterrad seiner Gedanken entkommen kann, den eingeschränkten Blickwinkel aufgibt und innere Zwänge hinter sich lässt. 

Zur Sprache gebracht wird die heilende Kraft in uns und es wird dem Leser bewusst gemacht, dass jeder das Potential der Entwicklung zum Gesunden in sich trägt. Wenn Gedanken eine Wirklichkeit erschaffen können, dann ist es möglich, dass unser Geist einen gesunden Körper bauen kann, indem man durch positive Gedanken  beispielsweise das Immunsystem stärkt, so der Autor. 

Josef Ulrich verdeutlicht, dass man Krankheit auch als Chance begreifen kann und wohl auch sollte, um sein Denken und Leben anders zu gestalten. Dann ist da zudem die Heilkraft der Liebe, die im Zusammenhang mit dem Gesundwerden eine wichtige Rolle spielt, denn vor allem die Selbstliebe ist mit der Selbstheilungskraft eng verbunden. Deshalb sollte man sich die Frage stellen, ob man achtsam mit sich umgeht und auch wie man für sich gut sorgen kann. Im kranken Zustand geht es dann zudem darum, die Krankheit zu akzeptieren und dabei nicht zu resignieren. 

Immer wieder stellt der Autor Fragen, motiviert zum Innehalten und Nachdenken, reflektiert auch Authentizität und Autonomie als Gesundheitspotential und hilft, dass Kranke zum Gestalter einer positiven gesundheitlichen Veränderung werden. Man müsse sich erlauben, schwach sein zu dürfen und um Hilfe zu bitten, soll sich selbst näher kommen und den Sinn der Krankheit erkennen. Auch geht es darum, mit dem Thema Schuld und mit der eigenen Angst umzugehen. Dabei ist es sinnvoll in Zeiten der Ungewissheit von einem guten Verlauf der Dinge auszugehen. Es sei das Vertrauen, das die Angst heile. 

Josef Ulrich zeigt Möglichkeiten des Umgangs mit der Angst auf und in der Folge auch, wie man Vertrauen fasst. Wie man mit Wut, Groll und Hass umzugehen lernt, ist auch ein Thema. Es geht darum, Erlebtes zu verarbeiten und sich solcher Gefühle zu entziehen, die negativ auf unser Leben wirken. Wut und Hass seien bindende Kräfte in uns. Wenn man sie nicht zu überwinden versucht, stehen diese Kräfte nicht für den Heilungsprozess zur Verfügung. Insofern ist es wichtig, sich selbst und anderen zu verzeihen, um seinen inneren Frieden zu finden. 

Josef Ulrich zeigt, wie man innere Widerstände überwindet. Mit Unsicherheit, Ungewissheit und Herzensgewissheit umgeht und anerkennt, dass es stets Heilungspotentiale gibt. Wer sich für das Leben entscheidet, sollte sich klar darüber werden, was ihn mit dem Leben verbindet und den Lebenswillen auch in scheinbar ausweglosen Situationen aufrechterhalten. 

Mut zum Sein und Vertrauen ins Werden kann man lernen. Wie das möglich ist, zeigt uns dieses wunderbare Buch, das ich allen wärmstens ans Herz lege, nicht nur Kranken, sondern auch Angehörigen und Freunden von Menschen, denen es derzeit gesundheitlich nicht so gut geht. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König 

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Rezension: Zu viel und nie genug- Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf- Mary L. Trump-Heyne


Die Autorin dieses Buches ist die promovierte Psychologin Mary L. Trump. Sie ist die Nichte Donald J. Trumps und macht durch ihr Werk die Untiefen der Persönlichkeit des derzeitigen US-Präsidenten begreifbar. 

Mary L. Trump berichtet in ihrem Buch von ihrem Großvater Fred Trump, einem eiskalten, materiell überaus erfolgreichen Egomanen, dem Gerechtigkeit nichts bedeutete, der alle Mittel, auch illegale einsetzte, um reich zu werden und wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Einfluss zu haben. 

Marys Großmutter war oft krank- wen wundert es- und die 5 Kinder blieben sich in vieler Hinsicht selbst überlassen. 

Wie die Autorin schreibt, ging keines der Trump-Geschwister unbeschadet aus der Soziopathie ihres Großvaters und den sowohl physischen als auch psychischen Erkrankungen ihrer Großmutter hervor.

Bei Donald Trump sieht sie die Kriterien einer "antisozialen Persönlichkeitsstörung erfüllt, die sich auch auf chronische Kriminalität, Arroganz und die Missachtung der Rechte anderer bezieht. Zudem erfülle er auch einige Kriterien, die eine "Abhängige Persönlichkeitsstörung" ausmachen. Hier nennt sie die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung zu übernehmen, die Angst vorm Alleinsein und die übermäßigen Bemühungen, die Unterstützung anderer zu gewinnen. Des Weiteren diagnostiziert sie bei ihm eine Lernschwäche, die seine Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, beeinträchtige. Sie schreibt von seinem Schlafmangel und vom Konsum von bis zu 12 Diät-Colas täglich, die diese Schlafstörung möglicherweise hervorgerufen habe. 

Donald Trump sei das einzige Kind, das seinem Vater Fred etwas bedeutet habe und sei genau deshalb nicht liebenswert geworden. Fred habe in seiner Familie durch seine mangelnde Gerechtigkeit eine Atmosphäre der Spaltung erzeugt, die Donald heute in seinem Amt fortsetze und damit das Land zermürbe, genauso wie es in der Trump-Familie, beispielsweise Marys Vater zermürbt habe. 

Donald Trump bewerte alles genau wie sein Vater nur aus der Perspektive des Geldes, deshalb auch seien für ihn Sozialprogramme des Landes suspekt. Ähnlich wie sein Vater schare er Speichellecker um sich und gehe mit Kritikern gnadenlos um. Hybris und Ignoranz sind entscheidende Persönlichkeitsmerkmale von Vater und Sohn. Das macht das Buch sehr deutlich. 

Untergliedert ist das Werk in vier Teile. Hier schreibt die Autorin zunächst über die Symptome für Soziopathie und nennt u.a. Mangel an Empathie, ein Talent zum Lügen und der Tatsache, dass Soziopathen keinen Sinn für Richtig oder Falsch haben. Fred Trump habe seine Kinder in die Isolation gezwungen, nicht nur vorm Rest der Welt, sondern auch innerhalb der Geschwister. Solidarität wurde auf diese Weise untergraben, deshalb auch sei Marys Vater, der von seinem Vater immerfort gedemütigt wurde und mit 42 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb, am Ende von seinen Geschwistern im Stich gelassen worden. 

Mary schreibt von der Entwicklung der Kinder Fred Trumps ausführlich, schreibt davon, dass ihrem Vater das Lügen als Überlebensstrategie im Hinblick auf seinen Vater diente, seine einzige Verteidigungsmöglichkeit gewesen sei, seine Sensibilität, seinen Sinn für Humor und Abenteuerlust zu schützen, hingegen sei Lügen bei Donald eine Methode der Selbstverherrlichung, andere davon zu überzeugen, besser zu sein als er ist. 

Ihr Großvater habe Menschen bewundert, die den Anschein erweckten, unverwundbar zu sein- er nannte sie Killer und sah in seinem Sohn Donald eine solche Person. Dies auch sei der Grund gewesen, dass er dessen zahllose Misserfolge durch seine Millionen vertuscht habe. Jede Story (Erfolgsstory) Donalds sei in Wirklichkeit eine Story Freds. Rückblickend sei Fred Trump ein Marionettenspieler gewesen, bei dem keiner sehen konnte, wie er die Fäden seines Sohnes Donald hielt. Fred sei bereit gewesen, viele Millionen Dollar auf seinen Sohn zu setzen, weil er glaubte, er könne die Kompetenzen, die Donald habe - als Inselbegabter für Eigenwerbung, schamloser Lügner, Marketingspezialist und Markenentwickler -, nutzen, um etwas zu erreichen, das ihm versagt geblieben war: "Einen Bekanntheitsgrad, der zu seinem Ego passte und seine Ambitionen auf eine Art befriedigte, wie Geld allein es niemals vermochte."

Ab Ende der 1980er Jahre sei die "gnadenlose Unfähigkeit" Donalds unübersehbar gewesen. Jetzt ging es Fred offenbar nur noch darum, den Schaden zu begrenzen und Geld am Fließen zu halten und einen anderen zu finden, dem er die Schuld in die Schuhe schieben konnte, so die Autorin. Während Trump von seinem Vater mit Millionen gestopft wurde wie eine Weihnachtsgans mit Äpfeln, erhielt Marys Mutter einen monatlichen Scheck von 600 Dollar für den Unterhalt ihrer Kinder. 

Kälte, Kulturlosigkeit, Geiz bei gleichzeitiger Verschwendungssucht sind neben Lügen, was Trumps vermeintlichen Erfolg anbelangt, Hauptthemen dieses Buches, das sich ausführlich mit dem Werdegang des mächtigsten Mannes der Welt befasst, dem die Autorin ein entfesseltes Ego bescheinigt. 

Sein Vater habe von Anfang an von den Spielchen, die Donald spielte habe, gewusst, denn er selbst habe sie ihm beigebracht. Mary L Trump schreibt: "Öffentlichkeit und Presse blenden, lügen, andere über den Tisch ziehen-all das waren, in Freds Augen, legitime Geschäftspraktiken." Der Unterschied zwischen Vater und Sohn habe darin bestanden, dass "Fred trotz seiner Unaufrichtigkeit und mangelnden Seriosität ein solides, gewinnbringendes Unternehmen aufgebaut hatte, während Donald lediglich die Fähigkeit hatte, mithilfe des Geldes von seinem Vater Luftschlösser zu bauen."

Als Marys Großvater im Alter von 93 Jahren im Juni 1999 stirbt, war Unrecht in der Familie Trump schon lange zum Programm geworden. Dies auch dokumentiert das Testament, das sie und ihren Bruder als Vermächtnisnehmer gestrichen hatte. Ihr Vater und seine gesamte Linie seien damit faktisch ausgelöscht worden. 

2018 habe die New York Times einen vierzigseitigen Artikel veröffentlicht, in dem sie eine lange Litanei von möglicherweise betrügerischen und kriminellen Tätigkeiten, die ihr Großvater, ihre Tanten und Onkel betrieben, enthüllte. Durch die außerordentliche Berichterstattung habe sie mehr erfahren als sie je gewusst habe, so auch das Donald Trump noch zu Lebzeiten den Gegenwert von 412 Millionen Dollar von ihrem Großvater  erhalten habe, einen Großteil auf zweifelhafte Weise: "Darlehen, die er nie zurückgezahlt hatte, Investitionen in Immobilen, die nie fertig wurden, im Grunde Geschenke, die nie versteuert worden waren."

Es führt zu weit, an dieser Stelle die gesamten Mauscheleien um das Riesenvermögen Fred Trumps  hier aufzulisten. Gelernt habe ich: Wenn es ums Erben geht, ist jede Schweinerei möglich, noch weit größere als sie mir bisher bekannt waren. 

Gelernt habe ich aber auch, Donalds Trumps Persönlichkeit zu begreifen, die weit mehr als nur Narzissmus beinhaltet. Mary l. Trump weiß, wenn sie sagt, dass Fred Trump die Psyche seines Lieblingskindes, Donald J. Trump, bis zur Unheilbarkeit geschädigt hat und begründet dies auch mit viel Fachwissen. 


Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Altern wird heilbar- Jung bleiben mit der Kraft der 3 Zellkompetenzen- Nina Ruge/ Dr. Dr. med. Dominik Duscher-GU


Das Autorenteam Nina Ruge/ Dr. Dr. med. Dominik Duscher hat ein bemerkenswertes Buch verfasst, welches Einblicke in die zellbiologischen Ursachen des Alterns ermöglicht. Dabei werden die kardiovaskulären und neurologischen Degenerationsprozesse  für den Laien verständlich gemacht. 

Das Buch ist in drei große Abschnitte untergliedert: 

I    Zellkompetenz Erneuerung 
II   Zellkompetenz Energieerzeugung 
III Zellkompetenz Entgiftung 

Hier entfalten die Autoren ein breitangelegtes Faktenwissen, wie altersbedingte Phänomene in unserem Körper zusammenhängen und unsere Gesundheit bestimmen. Sobald die drei oben angeführten Zellkompetenzen mit zunehmendem Alter gestört werden oder ausfallen, erkrankt oder stirbt die Zelle. In der Folge erkrankt das Organ alsdann stirbt der Mensch früher oder später. 

Zur Zellkompetenz Erneuerung

Je älter man wird, umso weniger sind die Zellen in der Lage, sich zu teilen. In diesem Zusammenhang lassen die Fähigkeit zur Wundheilung und die gesamte Regenerationsleistung in allen Organen nach. Sobald die Reparaturleistungen der Zellen immer mehr eingeschränkt sind, erhöht sich die Gefahr, dass spontane Entgleisungen nicht mehr korrigiert werden können. In diesem Fall drohe Schlimmeres, z.B. Krebs. Nach neueren Erkenntnissen tragen unsere Stammzellen maßgeblich zu unserem Altern bei. Der Verlust von Stammzellen im Gewebe und der Verlust der Balance von Stammzellpools zugunsten weniger regenerativer Stammzellenuntergruppen schwächen unsere Selbstheilungskräfte. Es gibt allerdings Antioxidantien, die die DNA-Reparaturmechanismen unterstützen. Diese sind im Buch aufgelistet. 

Hinterfragt wird, ob auch durch Medikamente, junges Blutplasma oder neuen Stammzellen dem Alter entgegengewirkt werden kann und wann es z. B. für Haarwachstum zu spät ist. 

Zellkompetenz: Energieerzeugung 

Die Kleinkraftwerke unserer Zellen- die Mitochondrien- arbeiten zunehmend ineffizient. Man kann ihre Effizienz messen und weiß, dass ältere Mitochondrien nur halb so viel Energie erzeugen wie junge, jedoch genau so viel Sauerstoff verbrauchen. Man erfährt u.a. wie es zum Gau in den Zellkraftwerken kommt, weshalb sie immer mehr freie Radikale produzieren und der Muskelschwund – dies gilt auch für den Herzmuskel- durch die unzureichende Neubildung von Mitochondrien zu beklagen ist. 

Auch andere Krankheiten wie Diabetes, Parkinson und Alzheimer sind u.a. eine Folge der mangelnden Leistungsfähigkeit von #Mitochondrien. 

Fasten und Intervallfasten scheint die Zellkraftwerke zu stärken, aber auch Bewegung, Schlaf sowie Kälte und Hitze. 

Spannend ist das Kapitel mit dem Titel "Aktivierung körpereigener Mitochondrien-Booster" und hier speziell die Infos zu Q 10, Coenzym PQQ, Leucin, Kreatin und Glycin sowie die Empfehlung eines Langlebigkeitscocktails. 

Zellkompetenz: Entgiftung 

Junge Zellen verfügen über ein perfekt funktionierendes System der Abfallbeseitigung. Alles, was an Spaltprodukten bei den vielen Stoffwechselprozessen übrig bleibt und nicht benötigt wird, wird über das Blut und die Lymphe abtransportiert und ausgeschieden. Bleiben sie liegen, entstehen beispielsweise Altersflecken. 

Was tun im Hinblick auf Entgiftung? Hier erfährt man viel Wissenswertes, nicht zuletzt auch eine Auflistung von Lebensmitteln, die unserem Kopf gut tun. 

Heilmittel des Alterns, die man sofort ausprobieren kann, werden zum Schluss genannt. Dabei sollte man wissen, dass 150 Minuten Sport in der Woche, nicht rauchen und eine gehirngesunde Nahrung das Risiko an Alzheimer zu erkranken um 60 Prozent senken.

Alles in allem ein spannend zu lesendes Buch, das dokumentiert, dass älter werden nicht bedeutet, ständig krank sein zu müssen. 


Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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The Adidas-Archive- Christian Habermeier/Sebastian Jäger -Taschen



Dieses reich bebilderte Buch vermittelt eine beispiellose Chance, die Marke adidas (Adi Dassler war der Gründervater) zu verstehen, dabei in Archive einzutauchen, um auf diese Weise mehr über ihren Gründer, ihre Ursprünge, ihre Kultur und ihr Vermächtnis in Erfahrung zu bringen. 

Neben der beeindruckenden visuellen Chronik der Sportschuhe, geht es darum, den Leitgedanken und die menschliche Seite der Marke begreifbar zu machen. Dabei wird den Personen, die zur kulturellen Identität des Unternehmens beigetragen haben, Anerkennung gezollt. 

Man erfährt wie im Werk jedes der abgebildeten Modelle entstand und welche treibende Kraft dahintersteckt. Für die Schöpfer, so Jacques Chassaing,  ist nicht allein das Design die Antriebsfeder, sondern es gehe auch um sich wandelnde Bedürfnisse und verschiedene Lebensphasen und einen Beitrag zu gemeinsamen Zielen. 

Die Texte zu diesem Prachtbildband sind in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt und stammen von unterschiedlichen Autoren. Dabei wird man zunächst mit der Geschichte der Marke vertraut gemacht, die mit dem Namen Dassler und dem Ort Herzogenaurach verbunden ist und in den 1920er Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Anfang nahm. 

50 Jahre später, nach spannend zu lesenden Gründer- und Erfolgsjahren, avancierten gleich mehrere adidas Schuhe zu Bestsellern, die noch heute unverändert produziert werden. In den 1980ern dann versuchte der neue Firmenchef Horst Dassler neue Ideen umzusetzen, adidas auch als Freizeitmarke zu etablieren und mit professionellen Werbeträgern auch außerhalb des Sports zusammenzuarbeiten. Horst Dasslers früher Tod im Jahre 1987 führte dazu, dass das Projekt offenbar nicht mit der nötigen Energie vorangetrieben wurde und die Firma Nike adidas vom Spitzenplatz in der Branche verdrängte. 

Anfang 2000 kam es dann in den USA zu respektablen Zuwächsen. Gezielte Partnerschaften mit Designern, die ein modernes Verständnis von Mode und Lifestyle mitbrachten, waren der Ausgangspunkt, um #adidas als Freizeitmarke zu etablieren und mit dem wachsenden Sneaker-Markt kamen dann sogenannte Sneakerheads in den Mittelpunkt, so etwa der Rapper #Kanye_West, der 2005 die "#Ultraboost-Schuhe" vorstellte, was dazu führte, das die Verkaufszahlen explodierten. 

Heute nun stehen Digitalisierung und der Ausbau des Onlinehandels wie auch die Globalisierung der Marke im Vordergrund. So ändern sich die Zeiten. Adi Dassler (1900- 1978) der einst in seiner Werkstatt an neuen Modellen tüftelte, das war Vorvorgestern. Für ihn markierte jedes Modell nur einen bloßen Entwicklungsstand. Ihm ging es stets um Optimierung. Deshalb auch studierte er getragene Modelle von Athleten und bewahrte die Schuhe in seinem Archiv auf. 

Betont werden muss, dass auf Adi Dassler die im Buch vorgestellte Sammlung zurückgeht. Diese wächst bis zum heutigen Tage weiter und bietet immer neue Möglichkeiten der Analyse. 

Im vorliegenden Werk wird deutlich, dass diese Firma von Anbeginn an vom Lernen und durch Wandlung gelebt hat und auf diese Weise immer wieder neue Erfolg feiern kann. Den Sportlern unterschiedlicher Disziplinen hat adidas durch ihre ausgefeilte Schuhtechnik zweifelsohne zu herausragenden Erfolgen verholfen und kann deshalb auch entspannt und glaubhaft damit werben. Der Erfolg gibt ihnen Recht. 

Maximal empfehlenswert .

Helga König

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