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Rezension: Die schönsten Restaurants & Bars- Franziska Horn- Callwey



In diesem Bildband werden 44 herausragende Interiordesign-Konzepte vorgestellt. Ausgewählt wurden diese sehr sorgfältig von einer hochkarätigen Jury. 

Fokussiert werden exklusive Geheimtipps, spektakuläre Neueröffnungen aber auch gelungene Umgestaltungen und Renovierungen gastronomischer Betriebe

Zunächst wird das Auswahlgremium vorgestellt. Dann hat man die Gelegenheit die Laudatio von Franziska Horn für den ersten Preis im Segment "Restaurant" zu lesen, der an die Berliner "TISK Speisekneipe" ging, die mit klar durchdeklinierter Schlichtheit nicht nur kulinarisch von sich reden macht. Die Inneneinrichtung der Kneipe wird anhand von Fotos und eines ausführlichen Textes den Lesern sehr gut nahe gebracht, zudem gibt es eine Skizze des Raums, der Architekt wird vorgestellt und es werden Projektdetails aufgelistet. Fernerhin wird die Grundidee mit wenigen Worten übermittelt. Das alles ist sehr spannend, nicht nur für Architekten und  Gastronomen.

Anschließend hat man die Chance die Laudatio von Claudia Schütz zum 1. Preis im Segment "Bar" zu lesen, die man im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting besuchen kann. Diese Bar nennt sich übrigens "Karl". Auch hier gibt es wieder Fotos von Detailansichten, eine gute Beschreibung und Projektdetails. Die Grundidee wird ebenfalls mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht, sodass klar ist, womit man sich anfreundet oder auch nicht.

Weiter geht es dann mit der Laudatio von Franziska Horn für den 1. Preis für "Café & Bistro", den das "Im Kult" in Marling erhalten hat. Auch hier wird wie bei den anderen Preisträgern verfahren.

Nach den Gewinnern folgen 7 Auszeichnungen und mehr als 30 ausgewählte Projekte, alle sehr gut vorgestellt.

In Zeiten von Corona  ist dies eine gute Chance, überall mal reinzuschnuppern und sich klar zu machen, dass der Zeitgeist viele Facetten hat, die sich in höchst unterschiedlichen Designkonzepten wiederspiegeln, auch im "Seerestaurant Tracht Rüchlikon", das einen Hauch von ZEN sein eigen nennt.

Ganz zum Schluss lernt man eine Reihe von Innovationen des Jahres kennen, darunter tolle Gartenmöbel, auch Wandfliesen und ein Heißluftgerät. 

Ein Planer und Fotografenverzeichnis runden diesen Bildband ab, der für Gastronomen ebenso inspirierend ist, wie für potentielle Gäste, die sich nicht nur für das interessieren, was auf dem Teller oder im Glas auf sie wartet, sondern auch für die Innenarchitektur und das Design des Ortes, wo sie sich aus Genussgründen aufhalten 

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Quarantäne!- Eine Gebrauchsanweisung- So gelingt friedliches Zusammenleben zu Hause- Anselm Grün –Herder



Der Benediktinermönch Dr. OSB Anselm Grün hat gemeinsam mit dem Philosophen Simon Bialowons diesen Ratgeber verfasst, der besonders jetzt in Coronazeiten hilfreich ist, um ein friedliches Zusammenleben zu Hause zu ermöglichen. 

Es geht darum, auszuloten, wie wir mit unseren Emotionen umgehen, wie wir zueinander stehen und welche Ziele wir uns setzen möchten. 

Der Begriff "Quarantäne", steht, so die Autoren, für eine Zeit der Abgrenzung, der Isolation und zwar  zeitlich begrenzt. 

Die Benediktiner haben von ihrem Ordensgründer, dem heiligen Benedikt, klare Kriterien erhalten, wie ein friedliches Zusammenleben möglich wird, - auch in stürmischen Zeiten- . Zuhören sei eine wichtige Benediktinerregel. Diese Kunst drohe, so die Autoren, in unserer Gesellschaft vergessen zu werden. Das Hören, auf sich und die anderen, sei wesentlich für das Einfühlen, in die eigene Seele und in die anderer. Wer nicht höre, der fühle nicht und habe keine Offenheit für die Emotionalität. Dies offenbare sich beim Zusammenleben besonders deutlich. Speziell jetzt in Coronazeiten könnten wir das Hören einüben und zwar im Hören auf Sorgen und Nöte, auf Wünsche, Ziele und auch Träume. Wenn wir bemerkten, dass uns jemand zuhöre, könne die innere Resilienz gestärkt werden. Wer über gemeinsame Träume und Ziele spricht, kann besser auf Krisen reagieren, so die Autoren. 

Das Einhalten von Regeln, auch eine Benediktinerregel, ist wichtig, Nicht über Regeln klagen, die notwendig sind, sondern sie aus Vernunft zu befolgen, ist ebenso wichtig, wie Widerstände auszuhalten. Wichtig sind in Krisenzeiten „Rituale“, liest man, denn durch sie können Untätigkeit und Langeweile unterbrochen werden. Auch körperliche Betätigung eignet sich dazu, ritualisiert zu werden. 

Rituale seien das Geländer für die Seele. Sie nämlich strukturierten unser Leben im Ganzen und unseren Tagesablauf im Kleinen. Sie sind in der Lage zu entschleunigen und dabei zu helfen, uns selbst und die Wirklichkeit bewusster und achtsamer wahrzunehmen. Rituale vermögen das Gefühl zu geben, dass wir bei allen Bedrohungen von außen, bei uns selbst sind, dass wir unser Leben selbst leben. 

Die Autoren schreiben vom sogenannten "Lagerkoller" und was man gegen diesen unternehmen kann. Mit Lagerkoller gemeint sind Wutausbrüche, Panikattacken und auch depressive Zustände. Dieser Koller drücke sich aus in Aggressivität, Gereiztheit, Empfindlichkeit, Unzufriedenheit und auch in Ziellosigkeit. Deshalb sei es wichtig, Ziele zu entwickeln, denn diese helfen uns, den äußeren Stillstand zu ertragen, ja sogar zu nutzen und zu durchbrechen. 

Wichtig vor allem ist, die Trägheit des Herzens zu überwinden, im Augenblick zu leben, sich nicht selbst überdrüssig zu werden, die Freiräume mit Leben ausfüllen. Ach ja, entrümpeln ist  ebenfalls bedeutsam. Wir brauchen Raum und Luft zum Atmen, dann fällt es einfacher, friedlich zu sein. 

Notwendig auch ist Balance zu halten, zwischen Nähe und Distanz. Wie das funktioniert, ist auch ein Thema des Ratgebers. Dabei sollte man wissen, dass Reden entscheidend ist, um Nähe und Distanz in ein richtiges Verhältnis zu rücken, zu viel reden jedoch zerstöre die Balance. 

Was noch? Man erfährt, wie man sich und andere in Quarantäne aushält und wie man es schafft, die eigene Balance und die des Miteinanders unter einen Hut zu bringen. 

Ein hilfreiches Buch also, um entspannt durch die Corona-Zeit zu kommen und bei aller Enge gut gelaunt  und friedlich zu bleiben. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Das große Buch der Manufakturen- Olaf Salié (Herausgeber)- Callwey



An diesem wunderbaren Werk haben wichtige Vertreter von #Manufakturen und entsprechenden Initiativen mitgewirkt. Herausgeber ist #Olaf_Salié

#Manufakturen sind ein Garant für Hochwertiges, Nachhaltiges und Individuelles.

Das Anliegen dieser Publikation besteht darin, dass die Leser in punkto Manufakturen überraschende Entdeckungen machen und mit den Herstellern wunderbarer Produkte Kontakt aufnehmen können.

Untergliedert sind die im Buch vorgestellten rund 300 Manufakturen in die Abschnitte:

Wohnen&Leben
Bekleidung& Accessoires 
Freizeit &Interessen
Ernährung &Genuss 

Diese vier Abschnitte enthalten jeweils unterschiedliche Kapitel, in denen man dann die sorgfältig ausgewählten Manufakturen findet. 

Wohnen & Leben ist beispielsweise untergliedert in: 
Möbel 
Leuchten 
Bauen& Gestalten 
Tischkultur& Küche
Kunst&Dekoration 
Textilien 
Körperpflege &Bad 

Die einzelnen Manufakturen in den oben angeführten Rubriken  werden mittels eindrucksvoller Fotos und erläuternder Texte vorgestellt. Zudem gibt es immer auch Daten& Fakten zu jedem Unternehmen und hier Hinweise zur Branche,  auch welche Produkte hergestellt werden, wo die Manufaktur ansässig ist; der Gründer und der Inhaber werden genannt und man erfährt auch wie der Vertrieb organisiert ist. 

Im Bereich von Möbeln ist die in Frankenberg/Hessen ansässige Manufaktur #Thonet z.B. aufgeführt. Die Geschichte dieses Unternehmens ist 200 Jahre alt. Über dessen Geschichte wird man aufgeklärt wie auch über die Schwerpunkte der Manufaktur im Hier und Jetzt. Genauso wird bei allen anderen Manufakturpräsentationen in den vorgestellten Bereichen vorgegangen. 

Besonders angetan bin ich von den vielen Porzellanmanufakturen, allen voran #Fürstenberg. Diese Manufaktur wurde bereits 1747 gegründet. Bis heute ist ein Großteil der Porzellanherstellung auf Handarbeit begründet. Unter anderem ist auch die Höchster Porzellan-Manufaktur aufgeführt. Sie wurde 1746 gegründet und ist die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands. Ob #Meissen oder #Nymphenburg, #Augarten oder #Rosenthal, alle sind vertreten. 

Spannend zu erkunden, auch sind die Manufakturen im Bereich Kunst und Dekoration und hier die Manufakturen für Kunsthandwerk im Erzgebirge.

Der Bereich von Bekleidung&; Accessoires ist untergliedert in: Mode, Accessoires, Uhren,  Schmuck & Brillen. Hut- und Handschuhmacher werden im Bereich der Mode vorgestellt, natürlich das Unternehmen #Roeckel, das es seit 1839 bereits gibt. Wunderschöne Uhren, so etwa aus dem Manufaktur Lacher und Co, gegründet 1925 oder aus der Ascania AG lassen den Blick lange verweilen, weil das Design der Uhren einfach außergewöhnlich ist. Das auch gilt für Brillen, die in speziellen Brillenmanufakturen hergestellt werden. 

Eine Fülle von Manufakturen wartet in dem Abschnitt Freizeit &Interessen auf die Leser. Sehr schön hier sind die Schreibgeräte, so etwa von Otto Hutt im Segment Schreibkultur &; Künstlerbedarf. Vorgestellt werden zudem in diesem Abschnitt Manufakturen für Werkzeug & Verpackung, Instrumente & Soundsysteme aber auch Spielwaren, nicht zuletzt die Käthe Kruse Manufaktur, in der seit 1911 Puppen hergestellt werden. 

Was noch? Der Abschnitt Ernährung & Genuss und hier Manufakturen für Alkoholika &; Genussmittel, für Süsswaren und für Delikatessen. Hier gibt es viel Köstliches zu entdecken. 

Doch überzeugen Sie sich bitte selbst. 

Ganz zum Schluss werden noch Initiativen & Verbände vorgestellt und man erhält die Adressen all der vorgestellten Manufakturen, um sich vor Ort weiter informieren zu können. 

Ein sehr gutes Nachschlagewerk. 

Maximal empfehlenswert

Helga König

Maximal empfehlenswert

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Rezension: Debrett´s - Die feine englische Art von A-Z- Klett-Cotta


Dieses geistreiche und dabei humorvolle Buch befasst sich mit Umgangsformen. 

In Zeiten rüpelhaften und auch ungeschliffenem Benehmens, wie man es derzeit all überall beklagt, sollte der Inhalt dieses Werks im Grunde Thema in Schulen sein, um zu erlernen, was  als Verhalten akzeptabel ist und was eher nicht. 

Alphabetisch geordnet, erhält man zu bestimmten Stichpunkten spannende Informationen, so etwa zur #Angeberei, die als Gipfel schlechten Benehmens gilt. 

Wann ist es schicklich, zu applaudieren und wie zerlegt man eine Artischocke bei Tisch? Weshalb ist Zurückhaltung angesagt, wenn jemand ein Wort falsch ausspricht und wie verspeist man stilvoll eine Avocado? Dieses und vieles mehr erfährt man im Rahmen der Stichpunkte unter dem Buchstaben A.

Das Texte müssen nicht chronologisch gelesen werden, sondern man kann durchaus entspannt im Buch blättern und bei den Stichpunkten innehalten, die einen besonders neugierig machen, weil man vielleicht sich in bestimmten Angelegenheiten nicht wirklich sicher ist, so z.B.  bei der #Sitzordnung. 

Beim Stichpunkt "#Stimmungsschwankungen" wird empfohlen, sich zum Ziel zu machen, jederzeit Gleichmut auszustrahlen und beim Thema "#Streit", dass die Faustregel gilt, stets höflicher zu bleiben als die Person, mit der man streitet, weil dies die moralische Überlegenheit garantiert. 

Damit Sie einen Eindruck erhalten, worum es insgesamt in etwa geht, nenne ich an dieser Stelle die Stichpunkte unter dem Buchstaben U: #Übellaunigkeit; #Überreaktion/Überreagieren; #Umwelt, Respektvoller Umgang mit der Natur; #Underdresses; #Understatement; #Unfairness, sportliche; #Unterbrechen; #Unterhosenlinie, sichtbare; #Unterwäsche; #Untreue; #Unverbindlichkeit; #Unzuverlässigkeit.

Bei manchen Begriffen ist eine ganze Seite Erläuterndes nachzulesen, bei anderen nur ein paar Zeilen. So liest man bei #Kerne: Kerne (von Kirschen, Oliven etc. sollten in die geschlossene linke Hand gespuckt und dann auf dem Tellerrand ablegt oder gleich ganz entsorgt werden.“

Ein tolle Lektüre für Zwischendurch, sehr informativ und nützlich. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben- Klaus Brinkbäumer, Samiha Shafi- S. Fischer



Das Autorenteam Klaus Brinkbäumer und Samiha Shafi hat ein bemerkenswertes Buch verfasst. Dort versuchen sie herauszufinden, wie man ein langes Leben führen kann, das selbst im hohen Alter Glück und Zufriedenheit verheißt. 

Überall auf der Welt haben die beiden mit sehr alten Menschen gesprochen, auch mit der Buchhändlerin #Helga_Weyhe (97) aus Salzwedel, mit der ich vor einigen Jahren bereits auf "Buch, Kultur und Lifestyle" ein Interview realisieren konnte. Sie, wie viele andere der im Werk vorgestellten, hochbetagten Menschen, wartet mit einer Altersweisheit auf, die ich stellvertretend für alle anderen klugen Gedanken der Protagonisten  jetzt erst einmal wiedergeben möchte: 

"Versuchen sie zufrieden zu sein. Nutzen sie ihre Chancen, aber seien Sie niemals zu ehrgeizig. Ehrgeiz macht krank. Und pflegen Sie Freundschaften. Freundschaft ist eine gemeinsame Erinnerung."

Brinkbäumer/Shafi haben des Weiteren Wissenschaftler aufgesucht, die in Erfahrung gebracht haben, was uns Menschen lange gesund und glücklich leben lässt. So liest man beispielsweise von Dr. Suzuki, einem 85 jährigen japanischen Wissenschaftler, der diesbezüglich zehn wichtige Verhaltensmuster beobachtet hat, die  im Buch aufgelistet sind. 

Bei den Geschichten über die uralten Menschen stößt man auf  Miniaturen wie diese: "Im Garten stand Kuchwalek, 98 Jahre alt, auf einer Leiter in der Krone eines Apfelbaums, mit einer Kettensäge in der Hand „Ich schaff halt gerne“ sagt er und grinst.“ 

Auch erfährt man von einer Studie aus Heidelberg, wonach immer mehr Hundertjährige in Deutschland leben werden. Wichtig für diese Menschen wird Bewegung sein, weil sie das Altern verlangsamt. Zudem benötigen alte Menschen Zuwendung und hier vor allem Wärme sowie Gespräche. Einsamkeit mache krank. 

Je intensiver alte Menschen in das soziale Leben eingebunden sind, umso besser würde es ihnen gehen. Bei Hundertjährigen ticke die Uhr nicht nur anders, sondern wie neu aufgezogen. Das hänge damit zusammen, dass diese Menschen über bestimmte Genvarianten verfügten, die Krankmacher gleichsam unschädlich machen. Vereinfacht dargestellt, sorge eines der Gene für die Ausschüttung eines Proteins, das den Insulinstoffwechsel reguliere. 

Auch über sehr berühmte alte Menschen liest man und hier  z.B. über Marcel Reich Ranicki, der im Alter von 93 Jahren in einem Pflegeheim verstarb. Seine Bücher hatte er weggeben, weil er nicht mehr gut sah und die Literatur zudem nicht mehr mochte. Das Alter fand er sehr unangenehm und den Zustand des Glücklichseins habe er nie gekannt. Dies zu lesen,  fand ich sehr traurig.

Gefallen haben mir die Weisheiten von Irving Fields, einem hundertjährigen Pianomann. Sehr sympathisch. Doch auch der 107 Jahre alte Menschenliebhaber Joe Binder ist ein Sympathieträger. Solche Menschen werden geliebt und das fühlen sie auch.  Das lässt länger leben. 

Dann liest man von Metformin, das die Zellen verjüngen könne, später von der Sinnsuche der Philosophen und immer wieder leuchtet der Begriff "#Zufriedenheit" auf.  Ohne sie gibt es kein Glück.

7 Faktoren- sie sind im Buch aufgelistet, führen im Alter zur Gesundheit. Dazu gehören auch gesunde Strategien, um Probleme und Schicksalsschläge zu bewältigen. 

Verheiratete haben eindeutig bessere Chancen auf ein langes, gesünderes Leben, daraus ließe sich ableiten, dass menschliche Nähe eine lebensverlängernde Wirkung habe. 

Dies und manch anderes macht das Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. 

Sich an den Menschen von Okinawa (Japan) ein Beispiel zu nehmen, scheint mir erstrebenswert. Wer über diese Menschen mehr wissen will, darf ihre Lebensweise im Buch bestaunen,

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Rezension: Individuation- Christina Berndt- dtv



Dr. Christina Berndt arbeitet als Wissenschaftsredakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung" und hat für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen erhalten. 2013 wurde sie unter die Top 3 der Wissenschaftsjournalisten des Jahres gewählt.

Thema des Buches ist unsere Persönlichkeitsentwicklung und hier die Tatsache, dass wir uns im Laufe des Lebens über die Jahre immer wieder wandeln, wir unsere Vorlieben ändern, die Art zu leben, die Dinge, die uns wichtig sind, auch das Aussehen, so die Autorin. Selbst unser Gehirn und unsere Gene verändern sich. So kann das Erwachsenengehirn noch Zellen ausbilden, wodurch neue Verknüpfungen ermöglicht werden, die unser Denken und unser Bewusstsein mitbeeinflussen können. Die vielgepriesene #Authentizität wird dadurch fraglich, wenn das Selbst sich durch Resonanz immerfort ändert.

Dr. Berndt verdeutlicht, dass es nicht nur mit unserer #Authentizität, sondern selbst mit unseren Erinnerungen nicht weit her sei, weil unser selektives Gedächtnis unsere Vergangenheit so trimmt, dass es zu unserem Leben von heute passt. Die Identität sei sehr biegsam, und persönliche Vorlieben entstünden im jeweiligen Moment. Wir passen uns Gegebenheiten an, was dazu führen kann, sofern die Umstände es erfordern, dass wir  sogar unsere Ideale über Bord werfen.

Ein Test, aus dem hervorgeht, wie authentisch man  tatsächlich ist, ist recht spannend und macht klar, dass wirkliche Authentizität, nicht gerade wenig von dem abverlangt, der  sie wirklich auch besitzt.

Man liest von drastischen Veränderungen der Persönlichkeit und davon, dass selbst alte Menschen diese noch verändern. Die einen werden resilienter, andere über- oder unterkontrolliert. Die Persönlichkeit wird demnach nicht automatisch stabiler.

Man liest Wissenswertes zu den "Big Five", sprich zu #Neurotizismus, #Extraversion, #Offenheit für Erfahrungen, #Verträglichkeit und #Gewissenhaftigkeit und hat Gelegenheit, einen Test zu machen, der über die eigene Persönlichkeit Auskunft gibt, um sich alsdann intensiv mit #Resonanz zu befassen.

Für alle Menschen gelte: "Wir verändern uns, wenn sich die Welt um uns verändert." Wir und die Welt, das sei ein Resonanzsystem. Sobald wir eine neue Rolle in der Gesellschaft einnehmen würden, veränderten wir uns ein Stück weit. Weil sich die Welt immerfort verwandelt, wandele sich auch unser Selbst. 

Fortwährend erhielten wir Rückmeldungen und würden daraus unsere Konsequenzen ziehen. Deshalb schwingen wir mit dem mit, was uns von außen entgegengebracht wird oder wir leisteten Widerstand, weil uns nicht behage, was wir ausgelöst haben. Auf diese Weise veränderten wir unsere Persönlichkeit. 

Auch auf körperlicher Ebene gehen wir in Resonanz und unser Gehirn schwingt mit dem Gehirn des anderen mit, so die Autorin, die dies im Buch näher ausführt. 

Unsere Selbstwahrnehmung werde stets gestört, beflügelt, verändert durch die Reaktion der anderen. Immerfort erhalten wir Feedback. Was uns stark prägt, liegt offenbar eher in der jüngsten Vergangenheit und weniger in der Kindheit. 

Veränderungen in der Persönlichkeit entstünden durch Erfahrungen und neue soziale Rollen. Vieles verändert uns, auch unser Essen und der Schlaf. Schlafmangel mache unter anderem ängstlich und aggressiv. Zudem würden unausgeschlafene Menschen auf andere erschreckend wirken, wie Untersuchungen zeigten. Schlafmangel könne den Teufelskreis von Einsamkeit auslösen. 

Wie man seine Persönlichkeit durch kleine veränderte Handlungen schon verändern kann, wird im Buch auch gezeigt und dass es Trainingsmöglichkeiten für das Selbst gibt ebenfalls. Die Übungen, die zur Veränderung unseres Selbst führen, lohnt es zu auszuprobieren, sei es um offener, verträglicher, gewissenhafter oder emotional stabiler zu werden. 

Ein spannend zu lesendes Buch. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König
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