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Rezension: Sprengsatz unterm Küchentisch- Ingrid Müller-Münch

Dieses Buch der klugen Journalistin und Autorin Ingrid Müller-Münch befasst sich mit einem Thema, das in zukünftigen Generationen kein Problem mehr darstellen sollte, denn so wie die Dinge sich entwickeln, werden aufgrund des mittlerweile höheren Intelligenzquotienten und der besseren Ausbildung junger Frauen (bitte nicht als Provokation betrachten. Es liegen entsprechende Untersuchungsergebnisse vor) zukünftig immer häufiger die Rollen in Partnerschaften anders gewichtet sein.

Müller-Münch befasst sich nicht grundlos mit der Problematik, die sich derzeit daraus ergibt, wenn eine Frau ihren Mann und die Familie finanziert, denn mittlerweile werden bereits 20% der Privathaushalte, die aus mehreren Personen bestehen, vorrangig von Frauen materiell getragen. Nicht einfach für Adam und Eva damit fertig zu werden, denn die alten Rollenklischees sitzen tief und belasten vielschichtig die Psyche der irritierten Protagonisten.

Die Autorin hat ihr Buch in 11 Kapitel untergliedert. Jedem Kapitel hat sie ein längeres Zitat aus dem Brockhaus Konversationslexikon, 14. vollständig neubearbeitete Auflage, 1898, Stichwort "Frauenfrage" etc.  vorangestellt. Dabei hat Müller- Münch breitangelegt für das Buch recherchiert, mit Wissenschaftlern kommuniziert, Interviews realisiert und zeigt in ihren Texten viele Schräglagen in dem problembeladenen Thema auf. Zudem stellt sie Paare vor, die versuchen "mit der Umkehr der Geschlechterverhältnisse in ihren Beziehungen klarzukommen."

In Ostdeutschland scheinen die Frauen, die Haupternährerin in einer Beziehung sind, besser mit dieser Gegebenheit umgehen zu können als im Westen, was wohl mit der historischen Entwicklung in beiden Landesteilen zu tun hat. In Westdeutschland ging es, wenn überhaupt immer nur um das "Zuverdienerinnen-Modell". Das Haupteinkommen erbrachte der Mann. Aufgrund der Veränderungen im Erwerbsleben (Männer heute werden rascher arbeitslos als noch vor einigen Jahren) greift dieses Modell  nun nicht mehr immer.

Wie die Autorin recherchieren konnte, scheint es für Mann und Frau nach wie vor schwer ertragbar zu sein, wenn Adam von Eva finanziert wird. Dies funktioniert nur dann, wenn sehr günstige Bedingungen vorliegen und der Ausbildungsstand beider eher hoch ist, so dass man sich den Sachverhalt bewusst machen kann. Es muss, um dies Sache erträglich zu gestalten, ein Ausgleich geschaffen werden. Das ist klar, weil ansonsten Männer in schwere Depressionen geraten, da sie sich als unmännlich empfinden und sich dies übrigens dann negativ auf die Libido auswirkt.

Das Ansehen eines Mannes in der Gesellschaft wird geprägt durch Eigenschaften wie Standfestigkeit, Tatkräftigkeit, Rechtschaffenheit, Unbeugsamkeit und Verlässlichkeit, des Weiteren durch Opferbereitschaft, Selbstdisziplin und das Ertragen von Schmerzen. (S. 105). Diese Eigenschaften finde ich persönlich fast alle sehr löblich und meine, dass sie auch bei veränderten Rollen beibehalten werden sollten. Sie stehen nicht im Widerspruch zu neuen Funktionen in einer Beziehung, in der die Frau das Geld vorrangig verdient.

Die Zahl der berufstätiger Akademikerinnen erhöhte sich zwischen 1991 und 2004 um 70% , (vgl.: S.117). Frauen sind eindeutig auf der Überholspur. Trotz allem möchten junge Frauen beruflichen Erfolg und Karriere unter einen Hut bringen, was alles andere als einfach ist. Die Autorin zeigt die Entwicklung, die Frauen im letzten Jahrhundert durchlebten. 1977 wurde das BGB dahingehend geändert, dass ein Ehemann die Erwerbstätigkeit seiner Frau nicht mehr verhindern konnte. Man stelle sich dies vor und heute ernähren 20% der Frauen in Beziehungen bereits von ihrer Erwerbstätigkeit die gesamte Familie.

Setzt sich der Trend weiter fort, ist für alle ein Umdenken angesagt. Alte Klischees müssen aus den Köpfen von Frauen verschwinden, wie ein "Traummann" beschaffen sein sollte und Männer müssen lernen, ihren Selbstwert auch aus anderen Tätigkeiten als der Erwerbsarbeit zu ziehen. Derzeit haben die meisten Frauen noch erhebliche Probleme mit einem Mann eine Beziehung einzugehen, den sie ernähren müssen. Wenn ihr Einkommen es zulässt,  Adam und die gemeinsamen Kinder zu stemmen, spricht eigentlich nichts dagegen, sofern der neue Adam den Haushalt erledigt.

Nach Studienergebnissen von Peter Blossfeld, die die Autorin erwähnt, haben Frauen, die jünger sind als 29 Jahre  oder eine höhere Ausbildung haben, ein geringeres Problem damit, wenn ein Mann weniger verdient als sie selbst. Insgesamt sind es aber erst ein Drittel der Frauen, die mit einer solchen Gegebenheit zu Recht kommen. Hier gilt es umzudenken, denn die Zeiten ändern sich durch die immer bessere Ausbildung von Frauen.

Männer empfinden offenbar nach wie vor Hausarbeit als soziale Deklassierung. Hier muss natürlich ebenfalls ein Umdenken her, wenn immer mehr Frauen in Zukunft die Ernährerrolle übernehmen werden. Ich staune, wenn ich lese, dass nach fünfzehn Jahren Beziehung in 85 Prozent der Ehen die Frau noch immer komplett die Hausarbeit und sich die Rollenverteilung der Hausarbeit "wie in Beton gegossen" erweist. Bei veränderten Rollen in der Erwerbstätigkeit müssen sich logischerweise auch die Rollen in der Hausarbeit verändern. Hier bedarf es klarer Abmachungen im Vorfeld von Beziehungen.

Bis in 2050 kommen auf 100 Männer mit Studienabschluss 140 ebenso ausgebildete Frauen. Der Ausbildungsstand der Frauen insgesamt wird den der Männer bei Weitem überflügeln, das wird eine Veränderung in der Rollenverteilung geben, auf die Männer und Frauen vorbereitet sein müssen, wenn sie sich auf gleicher Augenhöhe begegnen wollen.

 Empfehlenswert.

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http://www.klett-cotta.de/buch/Partnerschaft/Sprengsatz_unterm_Kuechentisch/35817

Rezension:Das Geheimnis meines Spiegelpartners: Die Beziehung als Weg zur inneren Befreiung (Gebundene Ausgabe)

Wieso zieht man bestimmte Menschen an oder wird von ihnen angezogen? Dies ist eine Frage, die mich seit langem beschäftigt. Dr. Dahlke schreibt in seinen Büchern zum Gesetz der Anziehung Erhellendes, was auch im Buch des Autors Rüdiger Schache thematisiert wird. Dabei wartet Schache mit vielen Beispielen aus dem realen Beziehungsleben auf.

Der Autor macht deutlich, dass Liebe und Beziehung unterschiedlichen Gesetzen folgen. Doch zunächst erklärt er, worin die drei großen verbindenden Kräfte zwischen Menschen bestehen. Er nennt: Schicksal, Resonanz und Aufgabe. Was Schache hier näher beschreibt, sehe ich aufgrund meiner Erfahrungen ähnlich.

Er schreibt u.a. von sichtbarer und unsichtbarer Resonanz, die zu Beziehungen führen. Es geht also demnach um unsere verborgenen Muster und Eigenschaften, die sich mit denen eines anderen Menschen zusammen fügen. Wichtig ist es zu erkennen, welche Muster es in uns sind, die nach einer Ergänzung suchen. Es hat nichts mit Liebe zu tun, wenn man einen vermeintlichen Mangel durch ein Gegenüber zu ergänzen sucht. Wenn man Probleme, die man mit seinen Eltern oder Geschwistern hatte, durch einen späteren Beziehungspartner bzw. eine Beziehungspartnerin abschließen möchte, endet dies nach meinen Beobachtungen nicht selten in äußerst unangenehmen Beziehungskonflikten.

Fünf verborgene Gründe gibt es, der Menschen wie Magneten anzieht, wobei wahre Liebe keine Gründe benötigt. Sie ist einfach da und überdauert alle anderen Kräfte, die in Krisensituationen auf uns einwirken und Bindungen aller Art nicht selten zerbrechen lassen.

Der Autor analysiert in der Folge gemeinsame Lernaufgaben und andere Momente, die zu Beziehungen führen und verdeutlicht, dass eine Partnerschaft nur so lange am Leben ist, wie sie sich bewegt und verändert. Sofern sich stets alles nur wiederholt, ist sie am Sterben. Zwar wird die Beziehung durch unbewusste Muster am Laufen gehalten, doch diese bringen die Liebe darin um. Erst wenn die alten Muster aus der Beziehung entfernt werden, kommt sie wieder ins Fließen. Wer das Muster aus sich selbst entfernt, fühlt sich frei und lebendig, (vgl.:S.93). Deshalb auch ist vielen Menschen, die aus ihrer Kindheit Konflikte mit sich herumschleppen, zu einer Psychotherapie zu raten.

Es geht um Erkenntnisprozesse und daraus folgend um gelebte Achtung und es geht darum, zehn Zusammenhänge aus der Logik der Gefühle zu verstehen. Hier zeigt Schache einfühlsam intelligente Wege auf.

Man erfährt u.a. Wissenswertes zu den drei Speicherorten zum Thema Liebe: Das Wachbewusstsein, Unterbewusstsein und die Seele, (vgl.: S.145) und man wird auch mit den zehn größten Irrtümern über Liebe und ihrer Heilung vertraut gemacht. Genau damit sollte sich jeder intensiv befassen und sich von all diesen Irrtümern lösen. Liebe bedeutet weder Sehnsucht, Leid noch Rettung, auch bedeutet sie nicht Freiheit oder Sicherheit. "Das Wesen von Liebe ist, dass keiner vom anderen etwas will." (Zitat: S. 227).

Wohlgemerkt, die Beziehung als Spiegel, jedoch nicht die Liebe ist die Grundannahme des Buches und es kommen alle sieben Geheimnisse des Spiegels zur Sprache. Das siebte Geheimnis ist übrigens "die Aufgabe", die darin besteht, von etwas frei zu werden, das noch in uns, aber nicht mehr notwendig ist, (vgl.: S. 297).

Ein Merksatz des Autors zum Schluss:

 "Suchen Sie nicht nach der Liebe. Sie ist und war schon immer in Ihnen. Untersuchen Sie stattdessen, wo gerade Die Nichtliebe abläuft und wie sie sich genau zeigt. Dabei löst sie sich auf Und die Liebe bleibt übrig." (Zitat: S.330)

Meine Erfahrung, die ich gerne weitergebe: Wenn Sie irgendwo Nicht-Liebe erkennen, dann verändern Sie die Schwingungsebene. Man muss sich von Menschen, die einen Mangel besitzen und diesen durch uns zu beheben suchen, indem sie sich an uns abarbeiten, nicht benutzen lassen, indem man sich auf deren Mangel einlässt. Hier gilt es ganz klare Grenzen zu ziehen.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Namenlose Empfindung (Gebundene Ausgabe

Dies ist der Katalog zu Ausstellung "Namenlose Empfindung- Jean Paul und Goethe im Widerspruch", die vom 28. August bis 13. Oktober 2013 im Goethehaus in Frankfurt gezeigt wird. Die Ausstellung habe ich bereits gesehen. Die Kuratoren Dr. Konrad Heumann und Bettina Zimmermann haben beim Ausstellungsrundgang darauf hingewiesen, dass man bereits während eines Ausstellungsbesuch sich im Katalog kundig machen möge, um das, was es in den Schaukästen zu sehen gibt, - Handschriftliches der beiden Dichter- besser zu verstehen

Es geht in dieser Ausstellung und auch im Katalog um das schwierige Verhältnis zwischen Jean Paul und Goethe. Die beiden Dichter nämlich haben sich immer wieder aufeinander bezogen, aber ihr Verhalten war eines wenig gelassener Konkurrenten. Jean Paul, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt, hat keine Gelegenheit ausgelassen, sich in seinen Werken, Briefen und Gesprächen mit Goethe auseinanderzusetzen. Dabei soll er stets zwischen bedingungsloser Gefolgschaft und trotziger Selbstbehauptung geschwankt haben. Dies zeigt sich in seinen Schriften durch Worte der Bewunderung, aber auch mittels vernichtender Kritik. Goethe ignorierte Jean Paul, verhielt sich gönnerhaft herablassend und demonstrierte ab und an emphatische Zustimmung, aber bloß wegen gewisser kunstpolitischer Voraussetzungen. 

Im Katalog werden die handschriftlichen Texte von Goethe und Jean Paul gezeigt, die in den Schaukästen der Ausstellung zu sehen sind. Die Texte im Buch sind jeweils in Maschinenschrift übertragen und auf diese Weise besser lesbar. Zu allen Schriften gibt es ausführliche Erläuterungen, die in ihrer Gesamtheit dann die Beziehung der beiden für den Betrachter begreifbar machen.

Auf den letzten Seiten findet man Informationen über den Nachlass von Jean Paul, der für Verwirrung gesorgt hat und hat Gelegenheit einen Blick in den Rokokosaal der Weimarer Bibliothek zu werfen, wo man normalerweise Schwanthalers Gipsbüste von Jean Paul, die derzeit im Goethehaus in Frankfurt positioniert ist, bewundern kann. 

Als ich in Weimar in der Anna- Amalia-Bibliothek war, nahm ich die Büste nicht wahr, weil ich mal wieder nur Augen für Goethe hatte, der wie man aufgrund der Ausstellung "Namenlose Empfindung" nun spätestens weiß, auch seine Schattenseiten hatte. 

Selbst ein Gott aus Weimar ist letztlich aus Fleisch und Blut. Deshalb auch konnte er am 26.August 1813 "Gefunden" dichten, um die Verse seiner Frau Christiane als Ausdruck tiefster Verbundenheit in Erinnerung an ihr gemeinsames Gestern zu schenken. Verzeihen wir ihm also seine Unentspanntheiten gegenüber Jean Paul und einigen anderen seiner Kollegen, ich denke spontan an Lenz.

Ich staune über Goethes diszipliniertes Schriftbild. Es ist so verschieden von Jean Pauls Schrift. Dass die beiden Herrn ein Problem miteinander hatten, lassen die Schriften schon erahnen, lange bevor man den Inhalt der Texte gelesen hat.

Empfehlenswert.

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Rezension:Norwegermuster: Selbst gestrickt (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch habe ich in meinen Bestand aufgenommen, weil ich eruieren wollte, was meine Großmutter wissen musste, um mir Norweger –Pullover zu stricken. Ich mochte dieses Strickmuster schon als Kind sehr und bin nach wie vor begeistert, wenn ich mir die Ergebnisse der norwegischen Strickkunst anschaue. Es macht viel Freude, sich in die schönen Muster im Buch ausgiebig zu vertiefen.

Zwar plane ich auch nach der Lektüre dieses Buches nicht, irgendwelche Strickübungen in mein Tagesprogramm aufzunehmen, doch hoffe ich einen hübschen Pullover aufgrund der Anleitungen im Buch seitens einer Hobbystrickerin angefertigt zu bekommen.

Natürlich habe ich die Strickanleitungen bereits einer sehr erfahrenen Hobbystrickerin gezeigt, die begeistert ist von diesen Erläuterungen und damit sehr viel anfangen kann. Sie meinte sogar, dass selbst ich problemlos in der Lage wäre, ein Stirnband nach Anleitung zu stricken. Das habe ich ihr gerne geglaubt.

Wie auch immer, das Praxisbuch ist in vier Kapitel untergliedert:

Strickgrundlagen einfach angewendet Einfaches Stricken mit Verzierungen Stricken mit zwei Farben Herausforderungen Mittels dieses Buches wollen die Verfasserinnen Sue Flanders und Janine Kosel das Erbe der Norweger weitergeben. Sie studierten hierzu die Artefarkte und alte Fotos und erkannten dabei wie sich die alten Muster allmählich veränderten.

 Gezeigt wird wie man Mützen, Schals, Gürteltaschen, Fäustlinge, einen Rucksack, Pullover und auch Pulswärmer strickt. Alles wird ausführlich erklärt. Dass für mich die Erläuterungen böhmische Dörfer sind, heißt natürlich nichts. Mir mangelt es offenbar am Strick-Gen.

Ein tolles Buch, nicht nur für diejenigen, die danach stricken wollen, sondern auch für Menschen wie mich, die sich für Handarbeitstechniken ihrer Vorfahren interessieren und sich voller Respekt vor solchen Fähigkeiten verneigen.

Gottlob kann ich wenigstens kochen.:-))

Empfehlenswert.

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Rezension:The eBike Book (Gebundene Ausgabe

Der TeNeues –Verlag präsentiert mit "The eBIKE BOOK" einen tollen Bildband, der sich mit der Zukunft, dem Lifestyle und der Mobilität des E-Bikes näher befasst. Neben einer Fülle von Bildern warten viele Textinfos in englischer und deutscher Sprache auf den Leser. So wird man im Vorwort von Hannes Neupert sogleich darauf hingewiesen, dass das Fahrrad vor einer weltweiten Renaissance steht. Dabei ist es dessen Elektrifizierung, die es speziell aufwertet. Wenn man Neupert Glauben schenken darf, wird das E-Bike in den nächsten 20 Jahren so normal werden, wie der Besitz eines Handys. Das E-Bike wird die Alternative zum Auto darstellen und für Strecken zwischen 3 und 30 km vermutlich dem Auto den Rang ablaufen.

Derzeit werden in China die meisten E-Bikes verkauft. Mittlerweile bietet viele große Hersteller Elektrofahrräder an, übrigens auch Porsche und Daimler. Das E-Bike hat also demnach sogar das Zeug zum Statussymbol.

 Das Buch erzählt nicht nur die Geschichte des E-Bikes, sondern befasst sich auch mit dessen Technologie und porträtiert diverse Sport- und Stadtmodelle. Das liest sich alles sehr spannend und führt zu Überlegungen wie man sich zukünftig von A nach B bewegen sollte, speziell wenn B eine parkplatzarme Innenstadt verkörpert und man ungern mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.

 Begeistert bin ich neben den Leistungen, die die unterschiedlichen E-Bikes bieten, auch von dem Design. Es bestehen für mich nach der Lektüre dieses Buches keine Zweifel, dass das E-Bike in Ballungsgebieten das Fortbewegungsmittel der Zukunft darstellen wird. Doch überzeugen Sie sich bitte selbst.

 Empfehlenswert.

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Rezension:Handels- und Gesellschaftsrecht für Dummies (Fur Dummies) (Taschenbuch)

Prof. Dr. André Niedostadek, der Autor dieses Werkes, lehrt Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht an der Hochschule Harz. Studiert hat er Jura in Münster. Dort auch promovierte er.

Handels- und Gesellschaftsrecht ist das zweite Buch, das er in der Serie "Für Dummies" verfasst hat. Diese Buchreihe, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Anfängern komplizierte Themen auf einfache Weise zu übermitteln.

Nach einer umfangreichen Einführung, in der nicht zuletzt auch erläutert wird, wie dieses Buch aufgebaut ist, kann man sich mit insgesamt 20 spannenden Kapiteln ausführlich befassen, die in sieben Teile untergliedert sind.

 Laut dem Autor profitieren von diesem Buch die Leser am meisten, die zu Beginn ihres Jurastudiums stehen oder an einer (Fach) Hochschule bzw. Berufsakademie Handels- und Gesellschaftsrecht studieren. Hilfreich ist es des Weiteren für Praktiker mit Bezug zu den vorgestellten Rechtsgebieten und auch für Laien, die sich allgemein für rechtliche Themen interessieren.

Im ersten Kapitel wird zunächst einmal aufgezeigt, weshalb es überhaupt rechtlicher Regelungen bedarf, wie unsere Rechtsordnung aufgebaut ist und welchen Platz dabei das Handels- und Gesellschaftsrecht einnimmt. Man stößt immer wieder auf Textpassagen, die mit typischen Symbolen aus der "Für Dummies-Reihe". Diese machen dann aufmerksam auf "Merk"-würdiges, anschauliche Beispiele, bedeutsame Begriffe, hilfreiche Tipps und auf Stolpersteine, auf die man achten sollte.

Anhand einer Grafik wird unser Rechtssystem sehr anschaulich dargestellt und es wird später darauf hingewiesen, dass man sich mit einschlägigen Reglungen vertraut machen muss, sofern man das Handels- und Gesellschaftsrecht in seiner Gesamtheit tatsächlich begreifen möchte. Dabei ist es wichtig, zu wissen dass dann, sofern man mit Gesetzen arbeitet, man sich über die unterschiedlichen Typen von Vorschriften im Klaren sein sollte. Man erfährt, was man unter einer Anspruchsgrundlage, unter Einwendungen und Hilfsnormen zu verstehen hat, auch worauf Gesetze abzielen und was Rechtsfolgen aber auch Tatbestände sind.

 Im ersten Überblick dann geht es u.a. um die Grundbegriffe und Ziele des Handelsrechtes. Hier erfährt man, für wen nun eigentlich das Handelsrecht gilt, was es bezweckt und welche Rechtsgrundlagen zu beachten sind. Des Weiteren erhält man ein Starterpaket für das Gesellschaftsrecht. Hier nun wird man informiert, was man unter einer Gesellschaft im Rechtssinne zu verstehen hat, welche Gesellschaftsformen es gibt und was die Kernfragen im Gesellschaftsrecht sind. Anhand einer Grafik wird aufgezeigt wie sich Gesellschaften untergliedern und man erfährt in der Folge, welche Personengesellschaften es gibt und was man unter diesen zu verstehen hat, auch was Körperschaften sind und worin sich hier Vereine, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften unterscheiden.

 Wie man eine Gesellschaft gründet, welche Rechten und Pflichten die Gesellschafter im Innenverhältnis haben und was im Außenverhältnis zu Dritten, speziell gegenüber Geschäftspartnern und Kunden gilt, kommt ebenso zur Sprache wie die Frage, wer für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet, wie sich ein Gesellschafterwechsel vollzieht und wie die Gesellschaft aufgelöst wird.

 Man lernt die verschiedenen Arten von Kaufleuten zu unterscheiden und erfährt Wissenswertes über den Istkaufmann, Kannkaufmann, den land- und forstwirtschaftlichen Kaufmann, den Fiktivkaufmann, den Formkaufmann und den Scheinkaufmann, lernt in diesem Zusammenhang, was ein Handelsgewerbe ist, auch wie man es betreibt etc.

 Beleuchtet wird auch das Registerrecht. Man erfährt hier nicht nur, was das Handelsregister ist, wozu es dient und was dort steht, sondern hat Gelegenheit, sich solche Einträge konkret anzuschauen. Man lernt zwischen formellem und materiellem Registerrecht zu differenzieren und mit den Publizitätswirkungen der Handelsregisters umzugehen.

 Sehr gut wird man über die Bedeutung des Firmenrechts informiert, lernt Grundsätze des Firmenrechts begreifen und Haftungsfragen bei Firmenfortführung zu beantworten. Wissenswertes auch erfährt man zu Prokura und Handelsvollmacht, etwa wie Prokura erteilt wird, welche Formen es gibt, wozu sie berechtigt und wie sie erlischt. Ähnliches liest man in punkto Handlungsvollmacht, bevor man sich mit sogenannten Hilfspersonen des Kaufmann befassen kann. In dieser Beziehung lernt man dann die Rechte und Pflichten eines Handelsvertreters und Handelsmaklers kennen.

 Es führt zu weit auf die vielen Details des Buches einzugehen. Besonders wichtig allerdings finde ich die Erläuterungen zu den allgemeinen Regelungen von Handelsgeschäften und hier speziell, wie man zwischen einseitigen und beidseitigen Handelsgeschäften differenzieren kann, aber auch wie man das Zusammenspiel von BGB und HGB erkennt, natürlich aber in erster Linie wie Handelsgeschäfte zustande kommen.

Erörtert werden des Weiteren besondere Formen von Handelsgeschäften, bevor man sich dann den Personengesellschaften im Gesellschaftsrecht ausgiebig befassen kann. Hier liest man zunächst alles Wissenswerte über die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, über die offene Handelsgesellschaft, über die Kommanditgesellschaft und weitere Personengesellschaften. Anschließend werden Kapitalgesellschaften näher erörtert. Die Regelungen zur GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) finden sich übrigens nicht im HGB, sondern im GMbHG). Erläutert wird u.a. wie man eine GmbH gründet, welche Konsequenzen eine solche Gründung hat, aber auch, was es im Innenverhältnis und im Außenverhältnis zu beachten gibt.

Ein weiteres Thema ist die Aktiengesellschaft. Hier geht es um deren Bedeutung, Gründung, die Organe und deren Aufgaben und um Rechtsfragen im Innen- und Außenverhältnis. Anschließend folgen dann Falllösungen im Handels- und Gesellschaftsrecht. Gefallen hat mir hier, dass zunächst auf die Schlüsselfrage „Wer will was von wem woraus? näher eingegangen wird, zudem dass man die Ansprüche gut zu ordnen lernt und der Anspruchsaufbau Schritt für Schritt erläutert wird. Für Anfänger ist das sehr wichtig.

Sechs Sachverhalte und deren Lösungen werden im Kapitel 17 vorgestellt. Die Lösungsvorschläge mit den Anmerkungen helfen sehr dabei Lösungslogik zu trainieren Die dann folgenden 10 Übersichten zum Handelsrecht in Kapitel 18 sollen die Arbeit mit dem Handelsrecht erleichtern. Hier werden bestimmte Zusammenhänge veranschaulicht, zudem verhelfen die Prüfungsschemata bei der Rechtsanwendung. Dann folgen noch 10 Übersichten zum Gesellschaftsrecht und ein für den Laien hilfreiches Glossar.

Ein sehr gutes Buch, das ich gerne empfehle und das wichtige Fragen im Handels- und Gesellschaftsrecht gut nachvollziehbar und verständlich beantwortet.

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Rezensionen:Romantik 2.0: Vom Suchen und Finden der Liebe im Internet (Gebundene Ausgabe)

Christian Schuldt, der Autor dieses Buches, ist Redaktionsleiter von BRIGITTE Digital. Seinen Text habe ich deshalb gerne gelesen, weil dieser Autor wirklich gut schreiben kann.

Die bunten Herzen auf dem Cover des Buches erinnern mich an spezielle, sehr süße Bonbons während meiner Kindheit. Dass die bedenklichen Farbstoffe keine sofortigen tödlichen Folgen hatte, wundert im Nachhinein schon. Das haben sie vermutlich mit Internetromanzen gemeinsam, obschon gerade solche Romanzen dem Seelenleben einen nachhaltigen Schaden zufügen können, wenn man bestimmte Grenzen nicht einhält. Wie auch immer, die bunten Zuckerherzen assoziiere ich mit etwas Angenehmem. Kein schlechter Einstieg für ein Buch.

Seit dem Roman "Nordwind" habe ich mich mit dem Thema "Vom Suchen und Finden der Liebe im Internet" nicht mehr befasst. Damals stand ich Internetromanzen rein theoretisch positiv gegenüber. Das hatte vielschichtige Gründe. Zwischenzeitlich habe ich meine Haltung geändert, weil ich mittlerweile glaube, dass man nicht daran vorbeikommt, zuerst einen visuellen Eindruck von einer Person zu haben, auch die Stimme nicht unbekannt sein darf, um sich tatsächlich verlieben zu können und sich daran letztlich auch in Internetzeiten nichts geändert hat. Man muss die Augen sehen und den Duft seines Gegenübers wahrnehmen, nur dann kann man sich wirklich verlieben. Der Rest ist zumeist Selbsttäuschung. Die Chemie eines Gegenübers ist im Internet nicht vermittelbar. Es ist eher ein Zufall, wenn es beim ersten Treffen dann immer noch funkt.

Viele junge Menschen werden nicht meine Meinung vertreten und die Statistik gibt ihnen ja auch Recht. Über sieben Millionen deutsche Singles nutzen das Netz für die Partnersuche und jeder dritte hat seinen Lebenspartner im Netz kennengelernt, (vgl.: S.10). Ich staune. Doch sind diese Beziehungen wirklich von Dauer?

Schuldt hält fest, dass Online-Dating eine zeitgemäße und extrem populäre Form des Kennenlernens darstellt. Auch er hat seine Lebenspartnerin im Internet kennengelernt. Weil er den romantischen Mechanismen des Online-Datings auf die Spur kommen möchte, geht er im Buch zuerst den Fragen nach, auf welche Weise das Internet unseren Alltag prägt und wie wir die Facebook-Gesellschaft leben.

 Das erste Kapitel nennt er die "Ausweitung der Flirtzone". Es stimmt wohl, wenn er schreibt, dass das Netz unzählige neue Bindungen ermöglicht, manche Begegnungen auch zu Treffen von Angesicht zu Angesicht führen und man gewiss viele Flirtmöglichkeiten im Internet hat. Es stimmt auch, dass die Mixtur aus körperlicher Abwesenheit und sinnlicher Präsenz romantische Beziehungen entstehen lassen und das platonische Liebesideal erfüllt wird.

Ob es stimmt, dass das "wahre Selbst" im Internet eher offenbart wird als im realen Leben, möchte ich bezweifeln und auch, dass beim Online-Dating ein hohes Maß an Selbstreflexion notwendig ist. Nicht Infrage stelle ich die Notwendigkeit von Eigeninitiative und kommunikativer Kompetenz in der Sache.

Obschon der Autor sich sehr überzeugend über die Romantik im Internet äußert und mit vielen hilfreichen Ratschlägen aufwartet, habe ich meine Vorbehalte. Dennoch, dass Buch kann ich all jenen empfehlen, die sich anschicken Liebe im Internet zu suchen. Sie werden hier die Pfade kennen lernen, die eventuell zum Liebensglück führen und auch über Stolpersteine nicht im Ungewissen gelassen. Bei allem, rate ich in jeder Beziehung zur Vorsicht. Lassen Sie keine emotionale Tiefe entstehen, bevor Sie ihrem Gegenüber nicht in die Augen geblickt haben. Sie können sich auf diese Weise viel Kummer ersparen.

 Ein gut recherchiertes Buch, das hoffentlich viele Leser findet.

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Rezension: Heirate dich selbst: Wie radikale Selbstliebe unser Leben revolutioniert - Mit CD (Gebundene Ausgabe)

Das neue Buch von Veit Lindau handelt von der Selbstliebe, die die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Leben ist. Der Autor unterstreicht gleich zu Beginn, dass die Qualität der Beziehung zu einem selbst der Schlüssel zu allem verkörpert, was man erlebt. Eine Person, die sich nicht mag, gestaltet nach Ansicht von Lindau unerfüllte Beziehungen, wird häufiger krank als andere und erlebt mehr Stress als notwendig. Ein solcher Mensch kämpft um und in seiner Arbeit, verbiegt sich für Geld und wenn er es besitzt, dann vermag er es nicht wirklich zu genießen, (vgl. S. 24). Die Krankheit der Selbstablehnung erschafft zynische Welten und strafende Götter. Da hat der Autor wahrlich Recht. Welche Auswirkung der innere Krieg der Selbstablehnung hat, erfährt man gleich zu Beginn der Buches und auch, dass es die Krisen sind, die uns zwingen, uns selbst so anzunehmen, wie wir wirklich sind.

Im Prolog erklärt Lindau, dass man unter "radikaler Selbstliebe" versteht: sich entschlossen auf die Wurzeln seines eigenen Wesens zu besinnen, selbst dann, wenn offenbar alle versuchen, uns davon abzulenken, (vgl.: S.30). Das radikale Ja zu sich selbst zieht zahlreiche positiven Folgen nach sich. Lindau schlägt vor, sich gewissermaßen selbst zu heiraten und möchte dabei den Lesern keineswegs einen selbstsüchtigen Akt vorschlagen, sondern durch ein Gelübde, das er sehr gut formuliert hat, den Menschen, der bereit ist zu diesem radikalen Ja, zu helfen, sich daran zu erinnern, dass man keinem Menschen auf dieser Welt mehr Macht über sich geben soll, alles loslässt, was uns schadet und nicht gut tut. Das zwei Seiten umfassende Ehegelübde sollte man meines Erachtens jeden Tag gleich früh morgens lesen, bis man vom Textinhalt restlos durchdrungen ist

Selbstliebe hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist die Voraussetzung dafür, dass man seine Nächsten wirklich lieben kann.

Lindau erörtert in seinem Buch sechs Tugenden der Selbstliebe:

1. Befreie Deinen Geist 
2. Fühle alles 
3. Mach Dich glücklich 
4. Erkenne Deine Werte
5. Sei Dir in Deinen Taten treu 
6. Erwache 

Der Autor schreibt zunächst über uns schadende hypnotische Glaubenssätze, die aufgelöst werden müssen. Im gesamten Buch kommen Übungen auf den Leser zu, deren Aufgabe darin besteht, die Selbstliebe zu fördern. Lindau möchte den Leser zu einem Experiment einladen, den Geist von jeglicher Zensur zu befreien. Ihm geht es darum, dass wir unsere inneren und äußeren Kriegsschauplätze genau anschauen, um zu einer entspannenden Beziehung mit uns selbst zu gelangen. Dabei stellt er im Buch immer wieder Fragen, auch was diese Problematik anbelangt. Eine dieser Fragen lautet: "Wie sabotierst Du Dein Glück?" Man lernt mittels einer Übung unseren inneren Frieden zu finden und unserem Unterbewusstsein diesbezüglich einen eindeutigen Auftrag zu erteilen. Hierzu hat der Autor ein kluges Friedensritual ausgearbeitet.

Bei der zweiten Tugend geht es darum, die Kraft seiner Gefühle zu befreien, weil es für den Selbstwert wichtig ist, in einem ruhigen, entspannten Kontakt mit unseren eigenen Gefühlen zu sein. Lindau listet acht Punkte auf, in denen er zeigt, dass sie auf zahlreichen Ebenen eine Schlüsselrolle einnehmen.

Wie der Autor sehr zutreffend analysiert, ist der Schmerz des Auf-Uns-Zurückgeworfenseins sehr schwer auszuhalten, aber Alleinsein ist eine wichtige Erfahrung, denn man lernt mit bestimmten Gefühlen umzugehen, wenn man sich bewusst für ein vorübergehendes Alleinsein entscheidet und man macht sich unabhängig von anderen. Man muss auf dem Weg zur Selbstliebe lernen, sich zu spüren und auch achtsam für jeden Moment zu werden. Wer achtsam ist, spart Energie, unterscheidet Wesentliches von Unwesentlichem. Lindau hebt nicht grundlos hervor, dass alle erfolgreichen Menschen, die er kennt, sich durch eine starke Gegenwärtigkeit auszeichnen und hundertprozentig bei dem sind, was sie tun, (vgl.:S. 85).

Der Autor schreibt über emotionale Unfreiheit, in deren Folge wir Gefühle unterdrücken oder uns in ihr verlieren und erläutert auch, was geschieht, wenn wir unseren emotionalen Innenraum öffnen. Man lernt die eigene emotionale Achillesferse (Angst, Ohnmacht und Schmerz) bewusst anzuschauen und kann mittels einer Übung seine emotionale Intelligenz schulen.

Im Rahmen der Vorstellung der dritten Tugend, lernt man seine essentiellen Bedürfnisse zu verstehen und intelligent zu erfüllen. Dabei erläutert Lindau zunächst einmal, was Bedürfnisse sind und wie sie in uns wirken. Der Autor lässt nicht unerwähnt, dass wir, sofern wir einen Menschen verstehen möchten, uns nicht davon ablenken lassen sollten, was er tut, sondern uns fragen sollten, weshalb er es tut. Es geht darum, zu ermitteln, welches essentielle Bedürfnis er gerade zu stillen versucht, (vgl.: S.129).

Wer seine Bedürfnisse besser versteht, lernt viel dazu, nicht nur besser auf sich zu achten und sich und anderen rascher zu verzeihen, sondern vieles mehr. Das macht Lindau in seinem Buch deutlich. Sich zu lieben, ist kein destruktiver Egoismus, sondern eine Chance für eine entspannte Beziehung mit unserem Umfeld.

"Erkenne Deine Werte" heißt die vierte Tugend. Hier geht es darum, durch eine klare Ethik seine Selbstachtung zu stärken. Selbstachtung entsteht nämlich dann, wenn unsere Handlungen mit unseren Werten übereinstimmen, (vgl. S.147). Als Gründe für den Selbstverrat nennt Lindau: Unwissenheit, fehlende Umsetzung und Angst. Mittels einer sehr guten Übung lernt man sich über die eigene Ethik klar zu werden und in der Folge mit Wertkonflikten umzugehen.

Bei der fünften Tugend geht es darum, unsere innere Wahrheit in äußere Realität zu verwandeln. Hier lernt man u.a. Zweifel in Vertrauen umzugestalten, die eigene Kreativität zu befreien und sich zu zeigen. Des Weiteren, sich in Bewegung zu setzen, sich nicht mehr durch eigene Schuldgefühle lähmen zu lassen und zu guter Letzt ein aktiveres Leben anzustreben.

"Erwache" nennt Lindau die sechste Tugend. Hier geht es darum zu erkennen, wer man tatsächlich ist. Dieses Erkennen setzt ein Ja zur spirituellen Ebene in uns voraus, denn hier akzeptiert man, mit der unbewegten Stille in uns zu verschmelzen, dem Ort an dem unsere Würde unantastbar ist, wo man ganz man selbst und frei ist, sofern man sich radikal bejaht hat mit all seinen Untiefen und seinen Gaben

In Lindaus sechstem Kapitel, in dem er über die Königsdisziplin sehr klug philosophiert, habe ich einen Gedanken gefunden, den ich abschließend zitieren möchte: "Die Würde des Menschen beginnt da, wo wir uns über Gier, Angst und Groll erheben und uns gestatten zu lieben. Es ist die Angst, die verhindert, dass wir wie die großzügigen Könige fühlen und handeln, als die wir geboren wurden." (Zitat. S. 277).

Diesem wunderbaren Buch ist eine CD beigegeben, deren Spielzeit 75 Minuten andauert. Die Texte stammen von Veit Lindau, der mit einer äußerst angenehmen Stimme drei Meditationen vorträgt, die den Titel haben:

-Das Große Herz 
-Der stille Bergsee 
-In Liebe baden 

Mittels dieser Meditation kann man das, was man im Buch gelesen hat, täglich vertiefen und seinen Bund mit sich selbst immer wieder erneuern. Dieser Bund macht uns frei und kreativ und entspannt unsere Beziehungen zu anderen Menschen ganz ungemein.

 Empfehlenswert. 

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Rezension: Seelengevögelt - Manifest für das Leben. Ein Plädoyer für ein freies, waches, authentisches Leben. Veit Lindau

Veit Lindau, der Autor dieses Buches, definiert sich u.a. als moderner Mystiker. Mit "SeelenGevögelt" wendet er sich Zeile für Zeile als Liebender an jeden einzelnen Leser, um ihn zum Leben zu erwecken. Sein Ziel besteht darin, uns alle dafür zu sensibilisieren, dass wir mit unseren existenziellen Fragen nicht allein sind.

Ich musste bereits nach wenigen Seiten an Hermann Hesses "Stufen" denken, denn der Inhalt dieses Gedichtes schwingt im vorliegenden Buch stets ein wenig  mit. Lindau wendet sich gegen das, was uns im Mittelmäßigen verkümmern lässt, wendet sich gegen die "antrainierte Beschränkung des menschlichen Geistes, nur noch in beschränkten Normen zu denken". Dabei ist für ihn "Mittelmaß das mächtige, weil unsichtbare Gefängnis- errichtet aus tausendmal wiederholten kleinkarierten, ängstlichen, begrenzten Gedanken." Mittelmaßverschwörer beurteilen pausenlos andere Menschen und zwar deshalb, weil sie ihre ungelebten Teile nach außen projizieren, (vgl.: S.25). Menschen dieser Art werden vom Neid zerfressen und ergehen sich immerfort in Schadenfreude. Das Schlimme ist, dass die kleinkarierten Gedanken, die von Mittelmäßigen produziert werden, zu keinen wirklich erfolgreichen Ergebnissen führen, weil in einem solchen geistigen Milieu Kreativität nicht gedeihen kann.

Lindau appelliert an den inneren Rebellen, dem es um die Verwirklichung des Guten, Wahren und Schönen geht und der sich weigert diese Werte an Zynismus, Resignation und Behäbigkeit zu verraten, (vgl.: S.31). Wie die Ethik dieses Rebellen ausschauen könnte, kann man dann Lindaus "Manifest für das Leben" entnehmen, welches man als Liebeserklärung an das Mysterium begreifen sollte. Das Jetzt spielt hier eine große Rolle, aber auch Demut, Integrität, Gelassenheit, Selbst-Verantwortung, Humor, Achtsamkeit, Vergebung u.a. mehr, Eigenschaften also, die im Buddhismus ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Um kreativ und erfolgreich zu sein, ist es notwendig all das umzusetzen, was man dem Manifest des Lebens entnehmen kann und im Zuge dessen alle Konzepte des Rechthabens und der Kontrolle abzustreifen sowie sich vom Eros des Lebens befruchten, inspirieren und durchdringen zu lassen. Auf diese Weise nämlich ist man "seelengevögelt" und innerlich entsprechend befriedigt.

Lindau begreift das Buch als Liebeserklärung an den Leser. Dabei möchte der charmante Verführer uns dazu bewegen, unser Versprechen einzulösen und zwar jenes, das wir uns in der frühen Kindheit selbst gegeben haben, nämlich unseren Gaben gemäß zu leben, d.h. unser Bestes täglich einzusetzen und auf diese Weise sinnstiftend zu agieren.

Der Autor verdeutlicht, dass es zumeist die Angst ist, die uns daran hindert, unseren Gaben gemäß zu leben, doch wir sollten dem Ruf unseres Inneren folgen (das sagt Hesse ja auch nicht grundlos), denn unsere Seele verlangt nach Wachstum, kann aber nicht wachsen, wenn wir sie aufgrund unseres Sicherheitsdenkens nicht befriedigen wollen.

Wenn man der Bestimmung der Seele zuwiderhandelt, stirbt man, lange bevor man zu atmen aufgehört hat. Man muss dem Ruf der Inneren treu bleiben, weil er unsere einzige Chance ist, herauszufinden, wer man tatsächlich ist. Nur wenn man weiß, wer man ist, ist man in der Lage, sich wirklich zu achten und zu lieben. Unsere Seele verlangt nach dieser Freiheit. Sie verkümmert, wenn man dem Ruf nicht folgt. Das kann ich aus eigenen Beobachtungen bestätigen. Gerade gestern sah ich eine Frau, nach gut über 30 Jahren zufällig wieder. Sie hatte einst strahlend schöne Augen, aber diese Augen waren jetzt tot. Ich wagte nicht zu fragen, weshalb, ihr Seelenfeuer erloschen ist. Als Mahnung empfand ich den Anblick und dachte sofort an Veit Lindau und seine Empfehlung, dem inneren Ruf zu folgen und sich nicht gegen Seelenvögelei zu sperren. Genau das ist es.

Man muss die Routine durchbrechen, Krisen als Veränderungsprozesse verstehen. Niederlagen sollte man als Prüfungen für die eigene Entschlossenheit begreifen. Das Leben geht immer weiter, kennt insofern keinen Stillstand. Wir müssen uns unsere Ängste bewusst machen, sie anschauen, nur so können wir sie überwinden.

Lindau verführt den Leser zum Leben und er lässt Menschen zu Wort kommen, die aus ihrer eigenen Erfahrung schildern, was ein wirklich gutes Leben ist.

Es ist nicht immer einfach, dem Ruf seines Inneren zu folgen. Wer großen, lang anhaltenden Schmerz vermeiden möchte, sollte es bei allen Gefahren und aller Unbill, die dabei mitunter drohen, dennoch tun. Es ist die einzige Chance, um der Hölle auf Erden zu entgehen, die mehr Gesichter hat als ein junger, noch argloser Mensch sich vorzustellen vermag.

 Empfehlenswert.

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Rezension: Brockhaus Kreatives Schreiben: Vom leeren Blatt zum fertigen Text (Broschiert)

"Tief in uns allen ist die kindliche Neugierde und Kreativität erhalten geblieben. Man muss sie nur zu wecken verstehen." (Zitat: S. 24)

 Wer ein Buch schreiben möchte, ist gut beraten, sich zunächst in die Geheimnisse des kreativen Schreibens zu vertiefen. Vier Autorinnen, die sich in ihrem Metier bestens auskennen, haben das vorliegende Buch verfasst, in dem in der Einleitung bereits zum Schreiben ermutigt wird. Das Eingang-Credo lautet. "Jeder kann auf jeden Fall besser schreiben!" Selbst bei Profi-Schreibern verhält es sich so, dass deren Texte immer wieder überarbeitet werden, bevor der Leser sie vor seine Augen bekommt. Damit wird klar, dass Schreiben eine Frage der Übung ist.

Der innere Kritiker kommt zur Sprache und auch wie man mit diesem umzugehen hat. Schreibblockaden werden thematisiert. Hier erfährt man, wie man diese überwindet.

Neben der kulturbedingten, unterschiedlichen Einschätzung einer Textproduktion und wichtigen psychologischen als auch technischen Aspekten des Schreibens werden in der Einführung zudem die äußeren Faktoren "Zeit" und "Raum" näher beleuchtet.

 Rechnet man die umfangreiche Einleitung mit ein, ist das Buch in 11 Abschnitte untergliedert, die ich zum besseren Verständnis hier kurz aufliste:

Einführung: Ermutigung zum Schreiben
Kreativität: Jeder Mensch ist kreativ
Genre: Die passende "Schublade" öffnen
Lyrik: O Schreck, ein Gedicht!
Nonfiction: Sachthemen professionell vermitteln
Sprache: Anschaulich schreiben
Stilmittel: Die eigene Sprache finden
Plot: Worum geht es und was geschieht Erzählen:
Die Geschichte zum Leben erwecken Figuren: Gut gebaut- Figuren müssen fesseln
Anhang

Im Rahmen der einzelnen Kapitel werden die Grundlagen des Schreibens vermittelt und es wird aufgrund pädagogisch sehr lobenswerter Übungen und Schreibimpulse zum kreativen Schreiben angeregt.

Zunächst erfährt man Generelles zum Begriff "Kreativität". Es handelt sich hierbei um ein schöpferisches Vermögen im menschlichen Denken und Handeln. Wer kreativ ist, nutzt sein kreatives Potential. Wie das sprachlich funktioniert, kann man anhand sehr guter Übungen sogleich mal ausprobieren.

Es geht darum, seinen Stil zu finden, sich innere Monologe bewusst zu machen, sich einfach etwas vorzustellen, aber auch frei zu assoziieren. Wichtig ist es, sich von sprachlichen Konventionen unserer Alltagssprache zu lösen und damit von gängigen Sprachmustern. Wer originell und spannend schreiben möchte, sollte sich von Allerweltsformulierungen verabschieden.

In der Folge lernt man die gängigen Genres näher kennen, sprich den Kriminalroman, den Liebesroman, den historischen Roman, den Fantasy-Roman, den Science-Fiction-Roman, den Abenteuer-Roman, den Horrorroman, den Crossover der Genres- Text, die Kurzgeschichte, sowie Texte, die man für junge Menschen schreibt.

Anschließend erfährt man Wissenswertes über das Thema Lyrik. Was versteht man unter Lyrik? Welche Baupläne haben Strophen? Diese Fragen werden gut beantwortet und man erfährt dann auch Näheres zur Ballade, dem Limerick, dem Elfchen, dem Haiku, dem Akrostichon, dem Treppengedicht, der visuellen und der konkreten Poesie als auch dem Rep. Über den Rhythmus der Verse wird man aufgeklärt. Nicht wenige werden sich an den Jambus erinnern. Viele Reimformen werden erläutert, aber es wird auch das freie Dichten ohne Reim wird beleuchtet.

Die professionelle Vermittlung von Sachthemen wird sehr gut erörtert, nicht zuletzt werden hier die goldenen Regeln des sachlichen Schreibens unter die Lupe genommen.

Man erfährt viel Wissenswertes über (Auto)-Biografisches Schreiben, lernt die Chronologie der Ereignisse zu wahren, aber auch eine Folge von Geschichten zu erzählen, erfährt wie man sich der eigenen Biographie suchend nähert und schließlich der Erinnerung Struktur verleiht.

Schreiben im Beruf, auch Schreiben in den neuen Medien wird thematisiert. Bei schriftlichen Äußerungen in sozialen Netzwerken soll man sich so kurz wie möglich halten. Als Faustregel gelte: pro Satz ein Gedanke, (vgl.: S.101).

Wie man anschaulich schreibt, wird bestens erklärt, aber auch wie man Sprache als Werkzeug nutzt, wie man Sätze bildet, Absätze strukturiert, welche Verben man verwendet, auch welche Adjektive und weshalb.

Immer wieder gibt es Übungen und Schreibtrainingspassagen. Gefallen hat mir besonders das Kapitel, das sich mit Stilmitteln auseinandersetzt. Hier geht es u.a. um Metaphern, Gleichnisse und Symbole, aber auch um Humor und wie man diesen mittels verschiedener Methoden in Texte einfließen lässt. Spott und Ironie werden in den Erörterungen nicht vergessen, bevor es erneut in eine Schreibtrainingsphase geht.

Wie wird aus einer Idee ein Plot? Dieser Frage wird ausführlich nachgegangen. Gezeigt wird u.a. wie man Konflikte in Handlungen anlegt. Man lernt in diesem Zusammenhang ein Basismodell für einen Konfliktverlauf kennen, der sich über neun Stufen erstreckt. Es wird gezeigt, wie man Spannung aufbaut und man lernt zudem die 12 Stufen einer Heldenreise kennen.

Beispiele für gutes Erzählen kommen zur Sprache. Man erfährt auch Wissenswertes über Dialoge als Erzähltechnik, lernt durch Sprache zu charakterisieren, lernt auch mehr darüber, wer erzählt und wie es sich mit dem Erzählrhythmus verhält, liest über gut gebaute Figuren, die den Leser fesseln müssen, auch wie man Figuren (er)findet, bzw. entwickelt. Wichtig dabei sind drei Dimensionen und zwar die physiologische, die soziologische und die psychologische Dimension, die im Buch gut erklärt werden.

Dass Figuren handeln sollten, dürfte klar sein. Dabei verhält es sich wie im wahren Leben: eine inaktive Figur macht keine Geschichte. Welche Handlungsmuster Figuren aufzeigen, kommt auch zur Sprache und es wird erklärt, wieso die Hauptfigur Nebenfiguren benötigt und wieso Widersacher die Hauptfigur bekämpfen. Wie man die Figuren präsentiert, bleibt auch nicht ausgeklammert. Dann darf man erneut trainieren.

Im Anhang hat man Gelegenheit, ein aufschlussreiches Interview mit der Autorin Christiane Güth zu lesen. Thema dieses Gesprächs ist "Das Schreiben zum Beruf machen". Gute Tipps zum Schreibtraining runden das Buch dann schließlich ab.

 Ein wirklich hilfreicher Ratgeber, den ich gerne weiterempfehle.

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Rezension:Schatzfinder: Warum manche das Leben ihrer Träume suchen - und andere es längst leben (Gebundene Ausgabe)

Hermann Scherer hat 30 Bücher verfasst, die in 18 Sprachen übersetzt worden sind. Ich habe nun 2 Bücher von ihm gelesen und verstehe dennoch sehr gut, weshalb seine Fans geradezu süchtig nach seinen Texten sind. Es ist die positive, zuversichtliche Grundhaltung, die aus jeder Zeile spricht und die immerwährende Aufforderung sich mit dem Mittelmaß nicht zufrieden zu geben, sondern stattdessen mutig seinen Traum zu leben.

Scherer erläutert, weshalb Regelbrecher eigene Ziele erreichen, währenddessen Regelkonformisten in erster Linie etwas für Ziele anderer tun. Sein Credo lautet: "Aber wirklich erfolgreiche Menschen sind Regelbrecher" (nicht zu verwechseln mit Gesetzesbrecher) und zwar deshalb, weil kein Erfolgreicher das getan hat, was andere von ihm erwarten. Für den Autor ist klar, „wer Chancen im Leben nutzen möchte, wer seine Träume festhalten will, muss seinen persönlichen Weg finden, sich den Institutionen zu wiedersetzen" (S. 30), klar ist ihm aber auch, dass dies nur die wenigsten schaffen. Bei allem Tun ist nach Ansicht des Autors Erfolg niemals ein Ziel, sondern Erfolg stellt sich ein, wenn man ein Ziel erreicht hat. Im Falle von Scherer z. B., wenn er seine Leser mit seinen Texten erreicht und diese ihn weiterempfehlen.

Wie Scherer hervorhebt, geht es in seinem Buch darum, herauszufinden, was uns daran hindert, ein erfülltes Leben zu feiern. Mangel an Mut und Feigheit scheinen die Hauptursachen zu sein. Scherer schreibt von den Tauschgeschäften und hält fest, dass derjenige, der die besseren Tauschgeschäfte macht, sich auf diese Weise ein erfüllteres Leben zurecht tauscht. Was es mit diesem Tauschhandel auf sich hat, erläutert Scherer sehr ausführlich und verdeutlicht auch, weshalb wir es zumeist nicht schaffen, gute Tauschgeschäfte im Leben zu machen und unser Tauschpotential zu vervielfachen.

Es geht darum, unsere Vorurteile zurechtzurücken und zu verstehen, dass wir fast jeden Traum umsetzen können, wenn wir den nötigen Biss haben und unser Selbstbewusstsein nicht durch andere untergraben lassen. Natürlich können wir dabei nicht die Hände in den Schoß legen, sondern wir müssen in unserem Traum tätig investieren. Nur wenn man am Status Quo nicht festhält und nicht in den Möglichkeitsformen und- dimensionen der Vergangenheit denkt, ist ein Durchbruch möglich, (vgl.: S.116).

 Wir müssen raus aus der Opferrolle, da ist sich Scherer mit Psychologen und spirituellen Lehrern einig. Stattdessen geht es darum, unsere Angst vor der Angst zu überwinden und die zeigt sich besonders in Selbstzweifeln. Wie Recht Scherer doch hat, wenn er sagt, dass die größte Chance darin bestehen kann, für andere eine Chance zu sein. Für Egomanen ist ein solcher Ansatz gewiss nicht nachvollziehbar, deshalb auch endet deren Leben in der Gesamtheit gesehen zumeist erfolglos. Jeder kennt diese Seelenwracks, die mit kaum 60 den letzten Atmenzug machen, weil ihr Körper ihnen die rote Karte gezeigt hat.

Empfehlenswert.

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Rezension:Lass dich nicht behexen: Die besten Abwehrtechniken gegen negative Kräfte (Taschenbuch)

Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich das Buch "Erneuere deine Zellen" der russischen Heilerin Lumira rezensiert. Da ich spirituellem Heilen gegenüber sehr offen bin, gab es keinen Grund mich gegen den aufschlussreichen Text zu sperren.

Das Buch, das ich heute rezensieren möchte, hat Lumira bereits 2006 geschrieben. Die Autorin erläutert hier die besten Abwehrtechniken gegen negative Kräfte. Dabei befasst sich Heilerin aus Kasachstan im ersten Teil ihres Textes mit unsichtbaren Welten, in die sich hellsichtige Menschen einklinken können. Lumira berichtet russischen Babkas (wilden Frauen), die mittels Gebeten ihre Aura stärken, sich auf eine höhere Schwingungsebene einstellen und die Personen, die von ihnen Hilfe erwarten, zunächst einmal auf Einflüsse von schwarzer Magie abchecken.

Die Autorin erläutert in der Folge den Unterschied zwischen weißer und schwarzer Magie. Wissen sollte man, dass die schwarze Magie die Gesetze des freien Willens missachtet. Menschen werden aufgrund dessen beliebig manipuliert und hörig gemacht. Der Betroffene verleugnet seine Individualität, folgt der Masse und strebt negative Ziele an, die ins Verderben führen (vgl.: S.38).

Die Russin schreibt, dass zur schwarzen Magie alle Arten von Angriffs- und Projektionsmagie zählen, gemeint sind Flüche, Verwünschungen, Geflüster, Liebeszauber, böse Blicke und magische Rituale, (vgl.: 39). Heilerinnen wie Lumira sind in der Lage Menschen von den Ergebnissen der schwarzen Magie zu befreien. Sie nennt ihre Methoden, um die Angriffsmagie auszuloten und auch aufzulösen und macht dabei deutlich, dass man den Tätern stets verzeihen und vergeben sollte, weil ohne Vergebung der Zauber nicht vollständig gebrochen werden kann. Bei der Auflösung jeglichen Zaubers geht die Kraft von Ursache und Wirkung zurück zu ihrem Ausgangspunkt, (vgl.: S.57). Man muss sich die eigenen Handlungen genau anschauen, um die Zusammenhänge zu erkennen, die u.U. auch in zurückliegenden Reinkarnationen geschehen sind und zu bestimmten Konstellationen im Jetzt geführt haben.

Lumira begreift den Neid als eine Art von bösem Blick. Nach ihrer Ansicht entsteht er aus einem Minderwertigkeitsgefühl heraus. Das sehe ich auch so. Wenn der Beneidete sich in einem schlechten energetischen Zustand befindet und der Neider über ein großes negatives Energiepotential verfügt, kann ein nicht geringer Schaden für den Beneideten entstehen. Mir sind in meinem bisherigen, nicht virtuellen Leben zweimal solche extrem neidbesetzten Personen begegnet und ich habe beide Male miterleben müssen, wie die von ihnen beneideten, relativ jungen Personen innerhalb weniger Monate krank wurden und starben. Die Augen dieser beiden neidischen Personen waren gekennzeichnet durch Kälte, Boshaftigkeit, Neid, Missgunst und Niedertracht und hafteten sich wie besessen an ihre Opfer. Einfach entsetzlich.

 Lumira weist auf schützende Symbole hin und auch darauf, dass man für energetischen Ausgleich sorgen sollte, um psychisch genügend stabil zu bleiben, damit man solche bösen Angriffe abwehren kann. Man erfährt Näheres über Liebeszauber, Fluch, Verwünschungen und Dämonen und man liest auch, welche Möglichkeiten es gibt, sich davon zu befreien. Es führt zu weit, auf all das näher einzugehen. Wichtig zu wissen, dass man sich zu schützen kann und auch Haus und Garten von negativen Energien zu befreien vermag, indem man bestimmte Handlungen vornimmt und andere unterlässt.

Analog zu Dr. Dahlke rät Lumira sich nicht auf negative Schwingungsfelder zu begeben, weil man dem Bösen, dadurch noch mehr Energie schenkt. Stattdessen sollte man sich um positiven Energiefluss und energetische Schutzschilder bemühen, Groll und Unversöhnlichkeiten auflösen, positiv Denken und sich liebevoll aber bestimmt abgrenzen, wenn man negative Schwingungen wahrnimmt.

 Empfehlenswert. 

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Rezension:Der große Brockhaus in einem Band, limitierte Künstlerausgabe: Gestaltet von Yvonne van Acht (Gebundene Ausgabe)

Nach Platon ist die höchste der Ideen die Idee des Guten. Grund genug, dem Philosophen auf dem Deckblatt, des großen Brockhaus einen Ehrenplatz zu verleihen.

Vor mir liegt die limitierte Künstlerausgabe des großen Brockhaus in einem Band. Nur 650 Exemplare gibt es von dieser hochwertigen, gebundenen Auflage, die 1.176 Seiten Wissen umfasst. Das Buch befindet sich in einem Schuber.

Den Umschlag des Buches hat die Künstlerin Yvonne van Acht gestaltet, die in Essen und Maastricht Malerei studierte und dort Meisterschülerin von Stephan Schneider (Freie Malerei) und Thomas Ruch (Zeichnen und Grafik) war. Die Künstlerin lebt und arbeitet derzeit in Düsseldorf. 

Yvonne van Acht erläutert auf der letzten Seite des Werkes das Bild auf dem Umschlag. Zu sehen sind hier auf dem Deckblatt die Philosophen Platon und Aristoteles, in gleicher Haltung dargestellt wie auf Rafaels "Schule von Athen", mit dem Unterschied, dass sie sich hier auf dem Deckblatt auf Baumrollen bewegen und zwar in luftigen geistigen Gefilden. Die Baumrollen symbolisieren nach Aussage der Künstlerin deren persönliches Wissen. Dabei stoßen sie mit jeder ihrer Bewegungen die für den Betrachter zu sehenden Pusteblumen (spätere Denker) an, was zur Folge hat, dass deren Samenschirmchen (Gedanken) durch die Welt fliegen können. Platon und Aristoteles sind ein Teil des Prozesses der geistigen Inspiration, der seitens der Denker und Gelehrten, die nach ihnen lebten und leben, bis zum Ende aller Tage weiter getragen werden.

Universalgelehrte wie in vergangenen Tagen gibt es heute nicht mehr, denn das ständig anwachsende Wissen ist nur noch bedingt überschaubar. Eine Möglichkeit eines kleinen Überblicks bietet die 5. vollständig aktualisierte und überarbeitete Auflage des großen Brockhaus in einem Band.

Das Buch enthält eine Fülle von professionell recherchierten und geprüften Inhalten in einem zeitgemäßen Layout sowie beeindruckende Bilder, die näher erläutert werden und dazu noch aufschlussreiche Grafiken.

Das Wissen ist alphabetisch geordnet. Dem Buchstaben A ist u.a. auch eine Landkarte von Afrika sowie von Asien, ferner die Daten der altägyptischen Geschichte und die Daten zur Geschichte Argentiniens zugeordnet.

Sucht man unter dem Buchstaben P nach Pythagoras, so erfährt man nicht nur Wissenswertes zu dem griechischen Philosophen und die Formel des Lehrsatzes des Pythagoras, sondern erhält auch eine visuelle Vorstellung von dem besagten Lehrsatz. Unter dem Buchstaben T findet man u.a. beispielsweise Daten zur Geschichte der Naturwissenschaften und Technik, die mit dem hölzernen Wagenrad um 4000 v. Chr. ihren Anfang nehmen.

Man erfährt, was man unter dem Begriff "Wahrheitskommission" zu verstehen hat, aber auch was "Weinbergschnecken" sind und was es bedeutet, für tot erklärt worden zu sein.

Ich möchte die Rezension mit einer Begriffsdefinition enden lassen, die ich willkürlich aus dem Buch herausgedeutet habe: "SCHWANENGESANG, letztes Werk eines Dichters, nach dem angeblichen Sterbegesang des Schwans."

 Kennen Sie das letzte Werk Goethes oder Schillers?

Erwähnen möchte ich noch, dass auf den letzten Seiten Zeichenerklärungen und Abkürzungen, auch Informationen zur Betonung und Aussprache nachzulesen sind.

 Ein tolles Buch, dem sogar zu entnehmen ist, das der "Rosenkranz" eine Gebetsschnur mit sechs größeren und dreiundfünfzig kleineren Perlen zum Abzählen der Vaterunser und Avemaria ist.

 Nachschlagwerke dieser Art wird es nicht mehr lange geben. Die limitierte Auflage wird gewiss in nicht all zu ferner Zeit eine Wertsteigerung erfahren. Für eine solche Prophezeiung muss man nicht das Orakel von Delphi bemühen.

 Empfehlenswert. 

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Rezension: Deutsche Literatur in 60 Minuten (Gebundene Ausgabe)

Für alle, die einen schnellen, ersten Einblick in die Deutsche Literatur haben möchten, ist das Büchlein geeignet. Wer allerdings einen Überblick sucht, wird ihn in diesem Bändchen nicht finden.

Skizziert werden alle deutschsprachigen Literaturnobelpreisträger. Es handelt sich bei diesen übrigens um: Herta Müller, Theodor Mommsen, Paul Heyse, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Hermann Hesse, Carl Spitteler, Nelly Sachs, Elias Canetti, Heinrich Böll, Gunter Grass, Elfriede Jelinek und Rudolf Eucken.

Vorgestellt werden anschließend ausgesuchte Werke aus der Deutschen Literatur, deren Themen und Inhalte. Thema Nummer 1 ist natürlich die Liebe mit all ihren Facetten, zu denen der Teufelskreis der Schwermut, die schöne Minne, die stürmische Liaison, der permanente Seitensprung und anders mehr zählt. Schön, dass man an "Tristan und Isolde" erinnert. Dieses Epos schuf in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts Gottfried von Straßburg. Die Fragestellungen des Autors Thomas Zirnbauer in Bezug auf das Werk gefallen mir so gut, dass ich sie hier wiedergeben möchte: "Doch wie freiwillig ist die Liebe, die einen Zaubertrank nötig hat? Oder ist der Trank eher Symbol der Tiefe dieser Empfindung als ihr Auslöser?" (Zitat. S.29). Darüber kann man stundenlang diskutieren.

Der Bildungsroman ist ein weiteres Thema und hier u.a. Goethes "Wilhelm Meister", auch Heinrich von Ofterdingen (beide Romane habe ich rezensiert). Zur Sprache gebracht wird Reiseliteratur wie etwa der Seumes "Spaziergang nach Syrakus um Jahre 1802" und Goethes "Italienische Reise", aber auch Familien- und Zeitromane, Schülertragödien und Internatsromane wie Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törless" und Robert Walsers "Jakob von Gunten", den ich noch lesen muss.

Romane, in denen es darum geht aufzuzeigen, wo Recht und Gerechtigkeit auseinanderklaffen, finde ich besonders lesenswert, weil sie nie aus der Mode kommen und sehr lehrreich sind. Was Willkürjustiz bedeutet, kann man in Kafkas "Der Prozess" erfahren und wird fortan sensibel im Hinblick auf kafkaeske Strukturen reagieren.

Ich möchte nicht alle Themen an dieser Stelle benennen. Loben möchte ich speziell,dass man gute Werke am Ende zum Weiterlesen empfiehlt.

Das Büchlein lohnt sich zu lesen, denn es macht neugierig auf die knapp skizzierten Werke. Meine Empfehlung an alle zum Jahresbeginn: Kafka "Der Prozess". Ein Buch, das für viele gewiss Lebensrealitäten spiegelt.

 Lesenswert. 

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Rezension:Die letzten Fragen der Menschheit: Mit allen Antworten (Broschiert)

Gunnar Homann schreibt seit 17 Jahren für das Satiremagazin "Titanic", dies spiegelt sich freilich nicht in seinem Buch "Die letzten Fragen der Menschheit" wieder, das er in die Kapitel:
Lifestyle und Society 
Architektur 
Wissen
Sport
Hobby und Beruf
Erziehung
Wirtschaft und Marketing 
Feuilleton 
Wenn es schnell gehen muss 
Infrequently Asked Questions 
Aus fremden Tagebüchern 
Nach den Fragen

untergliedert hat.

Hier stellt er kluge, rhetorische Fragen, die er mit dem nötigen Ernst zu beantworten weiß. 

Anstelle nun hier einige Fragen aufzulisten oder in meinen Worten Antworten aus dem Buch wiederzugeben, zitiere ich lieber eine Frage und eine Antwort stellvertretend für alle, weil ich vermute, dass Sie dann erahnen, was Sie in diesem Buch erwartet. 

Diese Frage wie auch die passende Antwort stammen aus dem Kapitel "Erziehung". Hier präsentiert der Autor übrigens 14 Fragen und Antworten plus einer Zusatzfrage. Dabei habe ich mich für nachstehende entschieden: 

 "Wie hochbegabt ist mein Kind?"

Antwort: "Immer mehr Kinder lernen heute laufen, sprechen, das Essen mit Messer und Gabel, lesen und Didgeridoo- oft vor der Volljährigkeit. Manche setzen sich sogar selbstständig in die Radanhänger. Solche Fertigkeiten fordern von Individuen, die von klein auf mit Scientific- American-Abonnements und Hegelgesamtausgaben konfrontiert wurden, massive Transferleistungen- die berühmte hohe Begabung. Neunundsiebzig Prozent der heute Achtjährigen habe sie, später sinkt die Zahl etwas. Lassen Sie diese Kinder fernsehen, wann immer sie wollen. Das mag schrecklich altmodisch klingen, hat sich aber in früheren Generationen bewährt. Smartphones und anderen Bimmelquatsch sollten Sie rigoros aus dem Haus verbannen; vorstellbar wäre ein internetfreier 4/86er PC zum Beispiel von Manufactum. Zeigt ihr Kind kein Interesse an Television, geben Sie es in eine Fördergruppe (zum Beispiel freiwillig in die Bundeswehr)." (S.133) 

In diesem Buch finden Sie, das sehen Sie an dieser Antwort sehr deutlich, auf die letzten Fragen der Menschheit wirklich erkenntnisbereichernde Antworten. 

Wichtig dabei ist, alles, was man hier liest, sehr ernst zu nehmen. Damit demonstrieren Sie nämlich sehr schön, wie gut Sie Ihre eigene Hochbegabung ins Erwachsenenalter hinüber gerettet haben. 

 Empfehlenswert.

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Rezension:Ich durchschau dich!: Menschen lesen - Die besten Tricks des Ex-Agenten (Gebundene Ausgabe)

Leo Martin hat Kriminalwissenschaften studiert bevor er zehn Jahre lang beim deutschen Geheimdienst tätig war und als einer der erfolgreichsten Agenten unseres Landes galt. Im vorliegenden kurzweilig zu lesenden Buch zeigt er an einem wahren Fall, den ich nicht gedenke, hier zu verraten und vielen Tricks aus dem Agentenhandbuch, sein Erfolgsgeheimnis.

Wie der Autor gleich eingangs hervorhebt, ist für Agenten und Agentinnen Menschenkenntnis eine Grundvoraussetzung. Martin möchte mit seinen Tipps uns Lesern helfen, die Absichten unserer Gegenüber zu durchschauen, um dadurch zu lernen, zielführend mit ihnen zu kommunizieren.

Nach der Lektüre von diversen Ratgebern von Psychologen fand ich die Erkenntnisse eines Praktikers ebenfalls sehr bereichernd. Man wird von ihm nicht nur über den Unterschied zwischen einem "Lupentyp" und einem "Weitwinkeltyp" aufgeklärt, sondern auch darüber wie "Macher", "Kontakter" und "Analysten" ticken und wie man mit ihnen erfolgreich umgeht.

Die Charakterisierung dieser zuletzt genannten drei Menschentypen fand ich sehr lehrreich und werde sie fortan speziell beim Scannen mir unbekannter Menschen mit einbeziehen, um unnötige Konflikte zu vermeiden.

 Interessant auch, was Leo Martin in puncto kriminalistischer Lügenerkennung zu berichten weiß. Lügen bedeute stets doppelte, dreifache oder vierfache Buchführung halten zu müssen. Wer lügt, sei körperlich und geistig belastet, (vgl.: S. 95). Der Autor zeigt, wie man beim Gegenüber kleine und große Lügen entlarven kann. Selbst, wenn man schon etwas länger auf dieser Erde lebt, lernt man von diesem Autor so manche versteckten Anzeichen von lügenhaftem Verhalten seiner Mitmenschen kennen, auf die man zuvor vielleicht nicht geachtet hat.

Was man u.a. von Leo Martin auch lernen kann, ist: einen Analysten nicht für unmenschlich, einen Macher nicht für unbeherrscht und einen Kontakter nicht für naiv zu halten. Man muss schon tiefer schauen, um die vielen Facetten dieser drei Typen in ihrer Gesamtheit auszuloten und darf sich nicht von Momentaufnahmen blenden lassen. Es ist immer ein Fehler sein Gegenüber zu unterschätzen und es aufgrund von vermeintlichen Schwächen klein reden zu wollen.

Ein Macher ist kein bloßes Großmaul, ein Kontakter keine bloße Plaudertasche und ein Analyst kein bloßer Prinzipienreiter. Alle habe eine Menge Stärken, die man gut nutzen kann in einem erfolgreichen Team. Das macht das vorliegende Buch dezidiert deutlich.

 Ein spannendes, lehrreiches Buch, das ich gerne empfehle.

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Rezension:Sprachlügen: Unworte und Neusprech von »Atomruine« bis »zeitnah« (Taschenbuch)

Die Autoren dieses bemerkenswerten Taschenbuchs sind der Linguist Prof. Dr. Martin Haase und der Diplompsychologe Kai Biermann. Sie stellen hier Worthülsen und Unworte vor. Dabei loten sie die Sprache der Politiker aus, fühlen Begriffen sowie Wortverdrehungen auf den Zahn und outen ideologische Implikationen als auch Manipulationen, wie man eingangs zusammenfassend erfährt und sich dann von Seite 7- 232 wenig belustigt überzeugen kann. 

Zur Sprache gebracht werden in alphabetischer Reihenfolge Begriffe wie "alternativlos", "Endlager", "ergebnisoffen" "Fortschrittsverweigerer", "parlamentarische Zwänge" etc. 

 Anstelle eines Nachwortes warten die Autoren mit eine politischen Grammatik auf. Hier werden gute versteckte Politiker-Worte beleuchtet. Es sind ganz normale Worte, die umgedeutet werden, Sprachkunststücke wie etwa das "Merkel-Wir", das "Wulffsche man" das "Gutenberg-Passiv", auch unpassende Sprachbilder, wie "vorübergehende Wachstumsdelle" oder "Rettungsschirm". 

Hingewiesen wird auch auf Scheinargumentationen u.a.m. Ein wichtiges Buch, das man genau studieren sollte, um zu verstehen, was ein Dialogpartner beabsichtigt, wenn er Unworte und Neusprech verwendet. Schön, wenn man sich dann kundig über die kurzen Beine freuen kann, anstelle verbal über den Tisch gezogen zu werden. 

 Empfehlenswert 

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Rezensuin:Brockhaus perspektiv - Zukunft 2030: Visionen der Welt von morgen (Broschiert)

Das Vorwort des BROCKHAUS "Zukunft 2030 Visionen der Welt von morgen" hat Prof. Dr. Meinhard Miegel verfasst. Er sagt für unsere nähere Zukunft u.a. voraus, dass die exzessiven Beschleunigung und Komplexitäten Individuen und Gesellschaft überfordern werden und die Folgen davon nur noch bedingt oder gar nicht mehr steuerbare wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Systeme seien. Er vermutet, dass die Systeme brüchig werden und man sich wahrscheinlich gezielt bemühen wird, unsere Welt wieder zu entschleunigen und zu vereinfachen. Er ist davon überzeugt, dass die Menschen alles unternehmen werden, um die Veränderungen ihrer Lebenswirklichkeit erneut ihren eigenen Veränderungsgeschwindigkeiten anzupassen. Mir gefällt die zuversichtliche Haltung des Vorsitzenden des Vorstands des Denkwerks Zukunft natürlich sehr, weil er von der Vernunft der Menschen ausgeht. Wollen wir hoffen, dass er mit seiner Prognose Recht behält und wir nicht zum Sklaven der Büchse der Pandora werden, die wir technikgläubig ohne große Bedenken im letzten Jahrhundert geöffnet haben. Wie viel Vernunft besitzen wir wirklich?

Das Buch ist in drei große Abschnitte eingeteilt: Die Zukunft der Industriestaaten Schwellenländer im Aufbruch Menschen Leben 2010.

Eine Vielzahl kompetenter Autoren wartet mit Essays, Sachtexten, Reportagen und Interviews auf. Thematisiert werden u.a Szenarien für die Zukunft in Europa, Japan im Jahr 2030, der Aufstieg Chinas und die Zukunft der arabisch-islamischen Länder. Auch über Brasilien liest man Wissenswertes, denn das Land hat gute Chancen mittelfristig eine Weltwirtschaftsmacht zu werden, (vgl.: S.124ff). Der langjährige Südafrikakorrespondent Stephan Kaußen beschreibt in seinem Essay dieses Land zwischen Aufbruch, Stagnation und Rückschritt. Dabei gibt es einen skeptischen Ausblick auf die Zukunft, (vgl.: 176).

Im 3. Abschnitt erfährt man u.a. wo die Krisenherde zukünftig lokalisiert sein werden und hier sollte man wissen, dass nicht einzelne Rivalitäten zwischen den Staaten die großen Konfliktrisiken der Welt 2030 bergen, sondern Faktoren wie Armut, Ressourcenknappheit und der Klimawandel sich nicht selten zu asymmetrischen Konflikten ausweiten können, (vgl.: 212).

Lesenswert auch ist der Essay über die globalen Folgen von Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Umweltveränderung. Hier resümiert Jochen Oltmer, dass auch zukünftig Migration ein globales Thema bleiben wird, (vgl.: S. 256).

Wie es um die westliche Kultur im Zeitalter der Globalisierung bestellt sein wird, erfährt man von Wilfried von Bredow, um in der Folge seitens Horsts W. Opaschowskis in seinem Beitrag ein lebendiges Bild unserer Gesellschaft in 20 Jahren gezeichnet zu bekommen. Ob die Voraussagen eintreffen werden, wird die Zukunft zeigen. Im Internet werden seitens des Verlags Zusatzangebote zum Thema 2030 bereitgestellt. Die Zukunft ist demnach mit diesem Buch noch nicht endgültig gewiss.

Alles hängt von unseren Entscheidungen im Jetzt ab. Fast alles. Möge Fortune uns allen eine gute Begleiterin sein.

 Empfehlenswert. 

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