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Rezension:Sei frech, wild und wunderbar: 12 mutige Schritte für Frauen, die mehr wollen (Broschiert)

Dr. Petra Wüst hat einen Ratgeber geschrieben, dabei dürfte die Gestaltung des Buchdeckels bereits viele Interessenten ansprechen. Eine weiße Frau, die auf signalrotem Untergrund einen Luftsprung vornimmt, weil sie der Aufforderung "Sei frech, wild und wunderbar" gefolgt ist. Geschrieben worden ist das Buch für Frauen, die mehr wollen. Ihnen wird im Rahmen von 12 Schritten gezeigt, was zu tun ansteht, um ihre Ziele zu erreichen.

Ein wenig überrascht war ich schon, dass noch immer Motivationsbücher speziell für Frauen geschrieben werden. Ich dachte, dass die jahrzehntelange Emanzipationsbewegung dazu geführt hat, dass es Frauen nicht mehr an Mut und Selbstwertgefühl mangelt, das zu tun, was sie wirklich wollen. Schlechtes Gewissen und Verlustängste scheint es aber immer noch zu geben, wenn die eine oder andere Frau ihre Talente verwirklichen und ausleben möchte.

Die Autorin reflektiert zunächst, was Mut bedeutet und vergisst nicht zu erwähnen, dass dies auch heißt, authentisch und unverfälscht zu sein. Sie erläutert, weshalb Selbstvertrauen notwendig ist, um mutig zu sein und nennt am Ende des Kapitels den ersten der 12 Schritte, die die Leserinnen aus Fremdbestimmung und Zwängen befreien und die Basis dafür darstellen sollen, die eigenen Träume zu leben.

Es stimmt, was die Autorin schreibt, man muss von innen heraus begeistert sein, wenn man in seinem Leben etwas verändern möchte. Es ist notwendig zu fragen, weshalb man ein bestimmtes Ziel erreichen will. Die Fragen, die die Autorin diesbezüglich formuliert, sind sehr bewusstseinsbildend und sollten zum Ausloten unserer Motive bei Veränderungswillen immer verwendet werden. Der Leser lernt Veränderungskompetenz zu trainieren, seinen roten Faden zu finden und die eigenen Sehnsüchte zu begreifen, die ein großes schöpferisches Potential besitzen, das uns zum Handeln bewegt.

Wüst fordert u.a. auf, mit der traditionellen Rolle zu brechen, weist auf den Saboteur in uns hin, und fordert weiter dazu auf, dass man aus seinem Leben ein Unikat machen soll. Im Rahmen von Merksätzen können sich die Leserinnen immer wieder einprägen, was sie tun sollen, um dabei ihrem Ziel näher zu kommen.

Ressourcen entdecken und die eigenen Stärken leben, diese zum Leuchten bringen sind Themen des Buches. Sehr gut ist das Kapitel, das darüber aufklärt, wie man aus dem eigenen Schuld- und Schamprogramm ausbrechen kann, wie man Schamgefühle ans Licht holt und vieles andere mehr. Bei allem wird nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass man sich Mitgefühl gönnen sollte. Damit wird gezeigt, dass Wüst keineswegs beabsichtigt, im Zuge der Ratschläge zur Selbstverwirklichung einen unheilvollen Egotrip abzusegnen, sondern vielmehr Personen in erster Linie die Angst nehmen möchte, ihren Gaben gemäß zu leben.

Scham- und Schuldgefühle sind zumeist die größten Hürden, die ein Mensch überwinden muss, um bei sich selbst anzukommen. Nur wer dort angelangt ist, hat die Chance, das zu leben, was in ihm steckt.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Frauen und das höllische Spiel mit dem Älterwerden (Gebundene Ausgabe)

Das Fortschreiten der Jahre ist kein Makel, sondern ein von der Natur vorgesehener Prozess. (H.K.)

Immer mehr Frauen in Deutschland werden älter als 90 oder sogar 100 Jahre. Trotz dieser Tatsache scheinen sich eine nicht geringe Anzahl von Frauen bereits mit 40 Jahren nicht mehr jung und attraktiv zu fühlen und konsultieren Schönheitschirurgen, um sich vermeintlicher Falten zu entledigen. Was treibt diese Frauen um? Wovor haben diese Frauen Angst?

Die Autorin Bascha Mika war bis 2009 Chefredakteurin der TAZ und ist heute Honorarprofessorin an der Universität der Künste in Berlin sowie Publizistin. Nach ihrer Auffassung werden Frauen in den mittleren Jahren Schritt für Schritt ins gesellschaftliche Abseits gedrängt. Als ich dies im Klappentext las, nickte ich diese Aussage nicht ab, denn ich habe diesbezüglich eine völlig andere Meinung, aufgrund anderer Erfahrungen.

Zu Beginn des Buches hat man die Chance, einige Zitate zum Thema Älterwerden zu lesen. Hier haben mir zwei Sentenzen sehr gut gefallen, weil sie in kurzer Form das festhalten, was auch ich im Hinblick auf dieses Thema denke.

"Das Altern erschreckt nur Frauen, die außer ihrer Figur nichts aufzuweisen haben." (Inge Meysel)

"Alter ist irrelevant, es sei denn du bist eine Flasche Wein." (Joan Collins)

Im Rahmen von 10 Kapitel nähert sich die Autorin breitgefächert ihres Themas. Dass Frauen aus der Mittelschicht gesellschaftlich alt gemacht werden, halte ich für fragwürdig. Dass in vielen Frauen ein persönlicher Film zu diesem Thema abläuft, möchte ich bestätigen, doch meiner Einschätzung nach nicht immer ein angstbesetzter. Wer mehr als eine gute Figur aufzuweisen hat, um es mit den Worten Inge Meysels zu sagen, braucht keine Angst vorm Alter zu haben und wird auch keineswegs übersehen. Dafür gibt es genügend Beispiele.

Was soll ich von dem Satz halten: "Der fremde Blick auf ihr Älterwerden macht Frauen unfrei und abhängig, wie es in der westlichen weiblichen Welt ansonsten kaum noch zu beobachten ist"?

Wieso soll eine Frau durch den Blick eines anderen auf ihr Älterwerden unfrei und abhängig werden? Das begreife ich nicht. Älterwerden ist keine Schande, sondern ein Bestandteil des Seins. Dessen dürften sich zumindest nachdenkliche Frauen mittlerweile bewusst sein und das Fortschreiten der Jahre nicht als Makel begreifen.

Mika lässt in ihrem Buch Frauen, Wissenschaftler und Experten sich zum Thema äußern, so dass man sich ein Bild machen kann.

Nach meinen Beobachtungen haben Männer weitaus größere Probleme mit ihrem Älterwerden. Sie sterben bekanntermaßen früher. Abfällige Bemerkungen sind reines Ablenkungsmanöver. Frauen sollten sich nicht als Projektionsfläche zur Verfügung stellen und sich mit Sinnvollerem beschäftigen als mit dem dummen Spiel um das Alter.

Alles in allem ein nicht uninteressantes Buch, das mir erneut zeigt, dass es sinnvoll ist, seinen Selbstwert nicht vom Urteil Dritter abhängig zu machen. Generell meine ich, dass es wirklich wichtigere Dinge auf dieser Welt gibt, mit denen man sich befassen sollte, als das Älterwerden.

Meinen Geschlechtsgenossinnen empfehle ich, sich generell keine Alterungsphobie einreden zu lassen. Bleiben Sie gelassen und freuen Sie sich darüber, wenn Sie Ihren 100. Geburtstag irgendwann feiern dürfen. Falten sind dann ein Indiz, dass Sie nicht schummeln:-))

 Lesenswert.

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Rezension:Chronik Jahresrückblick 2013 (Broschiert)

Der Jahresüberblick 2013 von Bertelsmann erweist sich als vollständige Dokumentation des Jahres 2013. Dabei kann man auf den Innenseiten des Umschlags einen schnellen Überblick über die Schlagzeilen erhalten.

Neben einer Chronik, die sich durch eine Vielzahl von Kurzmeldungen auszeichnet, warten auf den Leser und Betrachter etwa 500 Fotos, in denen das Jahr im Bild festgehalten wird. Des Weiteren hat man Gelegenheit, kleine Berichte zu Themen des Monats und zudem Specials zu lesen.

 Ein Special zu einem Ereignis, das heute vor einem Jahr stattfand heißt "Valentinstag: Tanz gegen die Gewalt". Am 14. Februar 2013 setzte sich die Bewegung "One Billion Rising" mittels einer weltumspannenden Kampagne für das Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein. Dabei kamen auch in 198 deutschen Städten viele Frauen der Aufforderung zum globalen Tanz für Frauenrechte nach. Der Valentinstag ist bekanntermaßen der Tag der Liebenden. Solange Frauen jedoch irgendwo auf dieser Welt von Männern Gewalt angetan wird, kann man den 14. Februar nicht mit wirklichem Vergnügen feiern. Noch immer wird, wie man in dem Beitrag nachlesen kann, jede dritte Frau weltweit im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Vereinigten Nationen. Das bedeutet bei der Anzahl unserer Weltbevölkerung, dass mehr als 1 Milliarde Mädchen und Frauen Gewalt angetan wird.

Wussten Sie das? Dazu kommt natürlich die seelische Gewalt, wie man sie tagtäglich beispielsweise im Internet erlebt. Dies zum Thema Valentinstag, dem Tag der Liebenden.

Das Buch enthält viele kritische Beiträge und stimmt den Leser nachdenklich. Hintergründe bleiben nicht ausgespart, zudem werden mit Tabellen, Karten, Grafiken und Dokumenten die Jahresinformationen 2013 abgerundet.

Auf den letzten Seiten gibt es u.a. Infos zu Regierungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Länderkurzinfos im Überblick und nicht zuletzt ein Nekrolog. Hier liest man Namen wie Nelson Mandela, Walter Jens, Dieter Hildebrand, Marcel Reich-Ranicki und hält inne, um vielleicht anschließend zurückzublättern auf Seite 154. Dort erfahre ich, dass der Internet-Handel enorm wächst aber auch, dass vor einem Jahr bereits gut 40% der Waren in Deutschland zurückgegangen sind. Mittlerweile sollen es bereits 50% Rücksendungen sein. Wie ticken die Deutschen? Wissen sie nicht, was sie wollen? Wie muss man ein solch aberwitziges Verhalten werten? Was treibt diese Menschen an? 

Ein Buch, das ich gerne empfehle.

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Rezensionen:Die schönsten Buchhandlungen Europas

"Von den vielen Welten, die der Mensch nicht von der Natur geschenkt bekam, sondern sich aus eigenem Geist erschaffen hat, ist die Welt der Bücher die größte." (Hermann Hesse)

Vor einiger Zeit habe ich einen Kalender mit wundervollen Motiven von Buchhandlungen rezensiert, der mir eine untergehende Welt in ihrer ganzen Schönheit nahe brachte. Im vorliegenden Bildband nun sind 20 der schönsten Buchhandlungen Westeuropas verewigt worden.

Auf den Weg gebracht haben dieses informative Buch der Leiter des Literaturhauses Hamburg Rainer Moritz sowie die Fotografen Reto Guntli und Agi Simoes.

Nachgezeichnet werden in Wort und Bild unverwechselbare Eigenheiten dieser Läden, die tatsächlich zum Teil wie Bollwerke gegen den Zeitgeist anmuten. Diese Buchhandlungen wollen augenscheinlich nicht austauschbar sein. Über jede der vorgestellten Buchhandlungen erfährt man viel Wissenswertes. Zu finden sie sie übrigens in London, Berlin, Barcelona, Paris, Brüssel, Zürich, Maastricht, Wien, Rom, Bern, Hamburg, Freiburg, Salzburg, Stade, Turin und an Schillers Geburtsort Marbach am Neckar.--- Nach der Lektüre dieses Buches wird es jeden Buchliebhaber danach drängen im Rahmen von Städtereisen diese Buchhandlungen aufzusuchen, weil viel Neugierde geweckt wird.

Besonders angetan bin ich von der "Librairie Auguste Blaizot", einem Antiquariat in Paris. Es befindet sich im 8. Arrondissement. Ganz in der Nähe dieser Buchhandlung lebte einst Marcel Proust. Die Firmengeschichte geht zurück in das Jahr 1874. Moritz skizziert die Aura, die von diesem ehrwürdigen Ort ausgeht, beschreibt, was es dort zu sehen und zu kaufen gibt und wer dort Kunde ist. Hier findet man handsignierte Erstausgaben, die teilweise sehr hochpreisig sein können. Eine Erstausgabe von Voltaires "Candide" aus dem Jahre 1759 wird hier mit 45 000 Euro gehandelt.

In Wien kann man das "Antiquariat Burgverlag" besuchen. Dieses Unternehmen gibt es bereit seit 1920. Bücher werden dort wie Heiligtümer aufbewahrt und gehandelt. Wahrlich faszinierend, welche Kostbarkeiten dort den Besitzer wechseln.

Es führt zu weit, über all die Buchhandlungen im Buch hier etwas zu schreiben. Verliebt habe ich mich nicht zuletzt in eine Buchhandlung in Turin, die ich gerne einmal besuchen würde. Sie trägt den Namen "La Casa del Libro". Während ich mich in das Innenleben dieser Buchhandlung vertiefe, merke ich, dass deren Name in mir eine Erinnerung ausgelöst hat. Ich muss plötzlich an Truffauts Verfilmung des Romans "Fahrenheit 451" denken, an die alte Dame, die in einem bildungsfernen Terrorregime mit ihren kostbaren Büchern verbrennt und an die "Büchermenschen", die den Inhalt eines Buches auswendig lernen, um in geistloser bücherverachtender Zeit das Geistvolle zu retten. Dabei beginne ich zu frieren, nicht ohne Grund.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Verständigung im Turm zu Babel: Über Multi-Channel-Kommunikation und proaktives Zuhören (Keynotes) (Kindle Edition)

Kluge Multi-Channel-Kommunikation und proaktives Zuhören sind die Voraussetzungen für Win-win-Situationen.

Prof. Dr. Gunter Duecks neueste Publikation befasst sich mit sogenannter Multi-Channel-Kommunikation und proaktivem Zuhören, von dem er ganz zum Schluss seines Textes sagt, dass es selbst dazu verhelfe, unüberwindbaren Betonmauern zu sehen.

Ausgehend von der allseits bekannten Geschichte aus der Bibel vom Turmbau zu Babel entwickelt Dueck seine Gedanken, denen er zunächst einen ketzerischen voranstellt, vermutlich um die Leser hellhörig zu machen. Das tut er, indem er sagt: Einer der größten Irrtümer der Menschheit steckt in dem universellen Ratschlag "Was du nicht willst, dass man die tu, das füg auch keinem anderen zu "- Oder: "Behandele jeden wie du selbst behandelt werden willst". (Zitat, Dueck)

Dueck verdeutlicht zunächst dass introvertierte und extravertierte Menschen "ethnozentrisch" denken und alles nach ihrer eigenen Art bewerten, insofern das Verhalten Dritter u.U. nicht richtig einordnen. Für den Autor scheint das Hauptproblem der Kommunikation zu sein, dass uns nicht tatsächlich bewusst ist, dass wir in den "verschiedensten Dimensionen denken, fühlen und handeln" und insofern eine "Multi-Channel-Kommunikation" betreiben. Dies übrigens scheint die eigentliche Ursache von Kommunikationskatastophen zu sein. Dueck illustriert dies an Beispielen, denen man selbst problemlos weitere hinzufügen kann und oft erst nach Jahren begreift, wie etwas einem Dritten in den falschen Hals gekommen sein könnte. Es geht im Grunde darum, dass Sender und Empfänger auf verschiedenen Kanälen empfangen.

Wichtig ist und dies sollte man sich einprägen, in welcher Diktion man sich ausdrücken möchte. Dueck zählt die einzelnen Möglichkeiten auf und vergisst nicht zu erwähnen, dass es sinnstiftend ist, auf vielen Kanälen gleichzeitig zu senden. Dazu allerdings benötigt man viel Wissen. Kluge Multi-Channel-Kommunikation ist demnach kein Spaziergang.

Dueck verwendet als Basis seines Kommunikationsmodells jenes von Friedemann-Schulz von Thun, das er in der Folge erweitert. Anhand einer Grafik, die der Autor Wikipedia entnommen hat, erläutert er das von Thun`sche Modell und bildet einige Beispiele, die dem Leser die Kommunikationsproblematik aufzeigen. Gezeigt wird dies anhand eines Businessgesprächs und den Fragen, die sich daraus im Geiste ergeben.

Offenbar ist das Hauptproblem in der Kommunikationssituation jenes, dass die Gesprächspartner sich zu wenig kennen und beispielsweise in sachlichen Gesprächen leider zumeist nur für die Logik des eigenen Kopfes reden. Dueck zeigt, wie es sich konkret äußert, wenn ein Redner unsicher sowie ignorant erscheint und Uninteressantes, Unverständliches aber auch Irrelevantes von sich gibt. Man muss sich genau überlegen, wie man seine Gegenüber erreicht und dies bedeutet zu erlernen, die multiplen Perspektiven und die Wirklichkeiten des Empfängers zu verstehen.

Dueck listet einige typische Perspektiven typischer Wirklichkeiten auf und erläutert diese gut nachvollziehbar. Er vergisst dabei nicht darauf aufmerksam zu machen, dass die Kommunikation von Intelligenten und weniger Intelligenten sich nicht selten als schwierig erweist, reflektiert hierarchisch bedingte Kommunikationsschwierigkeiten und stellt u.a Überlegungen zu unterschiedlichen Menschenbildern an, die in Firmen möglicherweise Ursache für wenig kreatives Handeln von Mitarbeitern sind.

Wie Dueck so treffend festhält, werden besonders in großen Firmen, die verschiedenen Denkwelten der Problemzugangsformen nicht verstanden. Weil in Unternehmen nur noch über Meetings und Präsentationen gemanagt wird, verlieren die Firmen kreative Möglichkeiten. Dies natürlich kann großen Verlust zur Folge haben.

Der Autor vergisst nicht zu unterstreichen, dass die Charaktere die jeweilige Wirklichkeit definieren, macht auch auf persönliche Reizthemen aufmerksam und schließlich auf den eingangs erwähnten Ethnozentrismus, der sich bei der Sprachverwirrung und den damit einhergehenden Kommunikationsproblemen als besonders hartnäckiges dickes Brett erweist.

Erläutert wird der Sinn phatischer Kommunikation und der Netzwerkpflege. Bei der phatische Kommunikation geht es darum, Verbindungen durch Small Talk aufrecht zu erhalten. Sie hat eine soziale Funktion und wird von introvertierten Menschen zumeist nicht sehr geschätzt. Wie Dueck so zutreffend klar macht, muss derjenige, der kommunizieren möchte, auch phatisch kommunizieren, vielleicht weil dieses phatische Kommunizieren generelles Kommunizieren erleichtert. Mein Kommentar dazu: Nähe muss eingeübt werden.

Ausführlich erläutert der Autor das Multi-Channell-Modell der Kommunikation, stellt Fragen und bildet Beispiele, die das Modell begreifbarer machen. Immer wieder geht es darum, sich die Vielschichtigkeit der Kanäle mit denen gesendet und empfangen wird, bewusst zu machen. Achtsamkeit ist angesagt und zwar sekündlich.

Über Metakommunikation erfährt der Leser auch Wissenswertes. Ich halte sie für wichtig, weil sie die Beteiligten für Kommunikationsschwierigkeiten sensibilisiert. Mesakommunikation hingegen ist ganz schlecht, weil die Parteien nicht gemeinsam an einem Strang ziehen, sondern stattdessen störrisch in ihren Positionen verharren. Lösungsversuche vertrackter Positionen, weil der eine Meta möchte und der andere in Mesa bleiben will, werden auch aufgeführt, bevor man Wichtiges über proaktives Zuhören liest. Hier geht darum, so Dueck, nicht nur Menschen und Sichtweisen zu begreifen, sondern auch Teile der Welt zum Freund zu machen, sich vielen verschiedenen Wissensgebieten und Fachrichtungen freundschaftlich zu nähern und sie zu "lieben“. Proaktive Zuhörer wollen lernen und verstehen.

Dueck, der eine Zweitwohnung im Internet bezogen hat, hält dort auch Reden und hat im Netz viele Zehntausend Zuhörer. Grund genug für ihn über kanaluniverselle Botschaften, Nachrichten und Reden nachzudenken.

Auf vielen Kanälen klug senden und proaktiv zuhören, das wird nach diesem überaus eloquenten Text deutlich, ist eine Chance für ein erfolgreiches Miteinander sowohl im geschäftlichen als im privaten Bereich.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Sprudelndes Leben - strömende Zeit. Frauengeschichten vom Älterwerden (Gebundene Ausgabe)

"Alles hat seine Zeit..." (Prediger Salomo 3,1)

 Mehr Bücher als die Jahre zuvor werden über das Älterwerden geschrieben. Darin sehe ich keine Angst der Schreiber, sondern eher das Gegenteil. Man setzt sich mit Gegebenheiten auseinander, flüchtet nicht gedanklich vor Unabänderlichem, nimmt an, was Schönheitschirurgen nicht wegschneiden können, obschon immer mehr Männer und Frauen dies hoffen.

Wie geht man damit um, älter zu werden? Das beschäftigt die 1957 geborene Autorin Dr. Petra Urban, die in ihren Frauengeschichten vom Älterwerden, sich sehr entspannt auf das dem Thema einlässt. Wie sie vermutet, scheint es die verdrängte Angst vor der eigenen Sterblichkeit zu sein, die uns das Alter lieber im fremden als im eigenen Gesicht entdecken lässt. Wohlgemerkt nicht graue Haare und Falten sind es, die beunruhigen, sondern die Angst vor der eigenen Sterblichkeit.

Loslassen ist das große Thema, das eine ganze Generation beschäftigt. Dieses Loslassen gilt es täglich zu üben, um schließlich irgendwann gelassen sein Leben loslassen zu können. Lebensattheit als Ergebnis eines erfüllten Lebens, sollte man nicht negativ bewerten, sondern als einen eher natürlichen, gesunden Zustand. Mehr dazu:Vom rechten Maß. 21 Schritte zur Lebenskunst.

Es ist wichtig den Moment zu genießen, achtsam zu sein und sich seiner Lebendigkeit bewusst zu werden, die in jedem Alter einen anderen Ausdruck hat. Das zeigt die Autorin in ihren Geschichten.

 Beim Lesen der Texte wird klar, dass Menschen, die im Glauben verankert sind, ein geringeres Problem mit den fortschreitenden Jahren haben, sich nicht so sehr nach einem Jungbrunnen sehnen, sondern ihre Jahre annehmen wie sie sind. Älterwerden schenkt die Chance bewusster zu werden, mehr zu erkennen und tiefer zu leben. Kein Grund also, zu trauern, selbst für den nicht, der annimmt, keine unsterbliche Seele zu haben.

Ein nachdenkliches Buch. Ich empfehle es gerne.

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Rezension:Die Wüste atmet Freiheit: Reisende Frauen im Orient 1717 bis 1930 (Broschiert)

"Für die Frauen der westlichen Welt war der Harem ein Spiegel, der ihnen zeigte, was sie hinsichtlich ihrer eigenen, Unabhängigkeit erreicht hatten und welch langer Weg noch vor ihnen lag. Bis ins 19. Jahrhundert hinein bezeichneten Schriftstellerinnen Harem und Schleier als Attribute eines sorgenfreien und freiheitlichen Daseins." (S.129). Dazu fällt mir nur ein Zitat von Goethe ein: "Es irrt der Mensch, solang er strebt."

Vor langer Zeit habe ich eine Briefsammlung eine Bewunderin des Harems gelesen. Bei dieser Dame handelt es sich um Lady Mary Worthley Montagu. An sie erinnerte ich mich spontan als ich mich entschied, mich mit dem vorliegenden Buch von Barbara Hodgson näher zu befassen, das reisende Frauen im Orient 1717 bis 1930 vorstellt.

Die Sentenz "Die Wüste atmet Freiheit" äußerte zwar Isabel Burton im Jahre 1893 aber Lady Mary Worthley Montagu schwärmte bereits 1717 von der Freiheit der Orientalinnen. Ihre Schwärmerei auch war es, die Generationen von Frauen auf Orientreisen die beschworene Freiheit suchen ließen. Dazu erfährt man im Buch mehr.

In vorangegangener Zeit ließ sich der Wunsch von Frauen nach Unabhängigkeit kaum realisieren. Im Orient aber wurden reisenden Frauen beinahe wie Männer behandelt, was Bewegungsfreiheit und Anerkennung anbelangte und trotz dieser Tatsache wurde ihnen der für ihr Geschlecht übliche Schutz gewährt. Das wird den Damen gefallen haben.

Im Buch wird man ausführlich über Europäerinnen im Orient, über Reiselogistik, Reisen für die Wissenschaft, die Frauen des Harem und anderes mehr aufgeklärt. Viele bemerkenswerte Abenteurerinnen werden hier vorgestellt und bringen den Leser ins Staunen. Zitieren möchte ich stellvertretend für alle Isabella Bird. Sie schrieb 1891: "Der Reiz der Basare (von Bagdad) liegt in der Vielfalt der Rassen und Gewänder und im herrlichen Körperbau der Mehrzahl der Männer. Der Europäer verliert sich im 'Nirgendwo'", S.141. Zwei interessante und auch vielleicht entlarvende Sätze, über die sich lange diskutieren ließe.

Ein Buch, dass in eine andere Welt davonträgt und recht kurzweilig mit weiblichem Abenteurertum bekanntmacht.

 Empfehlenswert.

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Rezension:Die 12 Naturgesetze zum Erfolg (Broschiert)

"Grundsätzlich muss man sich darüber klar sein, dass man tatsächlich alles vom Leben haben kann, aber man muss bereit sein, auch, den gerechten Preis dafür zu zahlen." (Erkenntnis 29, S.197). Kommentar: Abgerechnet wird immer.

Eric Adler hat einen hilfreichen Ratgeber geschrieben. Sein Thema sind die 12 Naturgesetze zu Erfolg. Diese listet er in den Innenseiten des aufklappbaren vorderen Buchdeckel auf und skizziert sie kurz. Die Vorgehensweise gefällt mir gut, weil man sich auf Schnelle einen Überblick verschaffen kann, bevor man sich entscheidet, sich mit diesem Buch näher zu befassen.

Bei den Gesetzen handelt es sich um: Das Gesetz der Verantwortung- Das Gesetz des Lernens- Das Gesetz des Angriffs- Das Gesetz des Vertrauens- Das Gesetz der Wirklichkeit- Das Gesetz der Anpassung- Das Gesetz der Führung- Das Gesetz des Ausgleichs- Das Gesetz des Wachstums- Das Gesetz der Verteidigung- Das Gesetz des Nutzens

In 12 Kapiteln kommen die einzelnen Gesetze näher zur Sprache. Zuvor aber gibt es eine Anleitung zum Buch. Empfohlen wird entweder die Kapitel konsequent durchzuarbeiten und die fünf, wie ich finde sinnvollen Übungen pro Kapitel, konsequent zu realisieren oder sich alternativ ein bestimmtes Kapitel vorzunehmen, das einem situativ am wichtigsten erscheint. Pro Kapitel gibt es einen Selbsttest. Hier kann man herausfinden, wie es um einen steht. Die einzelnen Ergebnisse kann man in ein Diagramm eintragen. Auf diese Weise kann man Fortschritte visualisieren, ohne dass das Niveau sinkt.

Die einzelnen Kapitel beinhalten Trainingselemente. Des Weiteren gibt es Tipps und Lösungen für unterschiedliche Lebensbereiche. Zudem werden 12 Icons und ihre Bedeutung aufgelistet. Diese findet man jeweils zu Ende eines Kapitels. Dort auch wurde Raum für Notizen geschaffen.

Mein Gesamteindruck vom Buch ist positiv. Sehr viel wirklich kluge Erkenntnisse warten auf den Leser. Die Tipps sind alle bestens. Mit einem Wort, ein kluger Ratgeber. Die Aufgabe des Leser besteht darin, sich alles bewusst zu machen und zu üben. Die Übungen, die angeboten werden, überzeugen.

Gefallen hat mir besonders die Erkenntnis 31:"Eine Beurteilung des Einzelnen ist nicht nur überflüssig, sondern kostet auch unnötige Energie. Denn niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt am jetzigen Ort beurteilen, ob das was geschieht, sich positiv oder negativ auf den gesamten Weg auswirkt." (Zitat: S 202)

Ich schätze Erkenntnisse dieser Art, die man sich zu Eigen machen sollte. Im Buch gibt es eine ganze Reihe davon. Menschen, die sich für das Gesetz des Wachstum interessieren, sollten sich bewusst machen:"Zu viele Menschen brechen täglich ihren eingeschlagenen Weg ab- oft ganz knapp vor dem Ziel-, nur weil Sie gerade kein Erfolgserlebnis zu verzeichnen haben. Solche Menschen suchen dann immer wieder neue Wege und verstehen dabei nicht, dass sie sich selbst um die Früchte ihrer Arbeit bringen." (Erkenntnis 35, S. 221) Wie wahr.

Sich mit dem Thema Erfolg zu befassen, halte ich für sehr wichtig, denn ein glückliches Leben kann letztlich nur ein erfolgreiches sein, wobei der Begriff Erfolg nicht vordergründig im hierarchischen Aufstieg zu sehen ist, sondern im Meistern seines ganzen Lebens mit all den Hürden, die es für jeden bis ans Grab bereithält.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Scherben bringen Glück: Pionierinnen der Archäologie (Gebundene Ausgabe)

"Scherben bringen Glück" von Amanda Adams stellt die Pionierinnen der Archäologie vor, als da sind: Amalia Edwards (1831-1892), Jane Dieulafoy (1851-1916), Zilia Nuttall (1857-1933), Gertrud Bell (1869-1926), Harriet Boyd Hawes (1871-1945), Agatha Christie (1871-1945), Dorothy Garrod (1892-1868). Worin könnte das Glück uralter Scherben bestehen? Im Finden? Im Zusammenfügen? Im Namen, den man sich mit einem alten Scherbenfund macht? Oder in der wichtigen Erkenntnis, dass nichts auf Erden wirklichen Bestand hat?

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Vorstellung, was Archäologie anbelangt. Man wollte nur mehr als reines Antiquitätensammeln. Nachdem sich die Archäologie immer mehr als seriöse Wissenschaft entwickelte, öffnete sie sich zunehmend auch den Frauen.

Die im Buch vorgestellten Pionierinnen waren ihrem Wesen nach sehr verschieden, unter ihnen befanden sich unbekümmerte Draufgängerinnen, aber auch kultivierte, sittsame Damen. Amalia Edwards befuhr 1873 mit einem Hausboot den Nil. Sie war übrigens die erste Pionierin und zeichnete Pyramiden. Sie machte sogar eine archäologische Entdeckung auf eigene Faust.

Ich möchte an dieser Stelle die Biografien nicht verkürzt wiedergeben, denn ich will die Spannung auf den Inhalt nicht mindern. Frauen, die ewigen Sucherinnen und Sammlerinnen buddeln gerne in der Erde, um mehr über die Sammelleidenschaften von Menschen in längst abgelebten Zeiten zu erfahren, machen mir diese Biographien klar. Dass Sophia Schliemann sich mit dem "großen Gehänge" aus dem Schatz des Priamos, den ihr Mann Heinrich entdeckte, schmückte, wird gewiss auch ein Motiv vieler weiblicher Archäologinnen der erste Stunde gewesen sein, nicht um sich solche Dinge anzueignen, aber um sie Dritten vorzuführen und sich zu freuen, dass Verschollenes dank ihrer Neugierde wieder aufgetaucht war. Alle Damen, die man im Buch kennen lernt, waren ziemlich neugierig.

Neben den spannenden Texten faszinieren mich die alten Fotografien, am meisten jenes, das drei Cambridge-Studentinnen beim Graben zeigt, (siehe S.199). Erdverbundenheit, Neugierde und Sammelfreude zeichnen m.E. das Wesen von Frauen, aber auch das Berufsbild des Archäologen aus. Insofern ist Archäologin möglicherweise der Idealberuf für Frauen. Es war auch mein Traumberuf als Kind, doch leider erfüllen sich Träume nicht immer.

Nicht unerwähnt lassen möchte ist, dass die Pionierinnen der Archäologie im entscheidenden Moment der Wissenschaftsgeschichte wirkten. Sie haben sich alle einer Denkweise widersetzt, die ihnen Fesseln auflegte und verhalfen Wagemut und Freiheit zum Durchbruch.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Die Geschichte der Medizin: Vom Aderlass bis zur Genforschung (Gebundene Ausgabe)

Dieses reich bebilderte Buch von Mary Dobsen ist bei National Geografic History erschienen und befasst sich ausgiebig mit der Geschichte der Medizin. Untergliedert ist es in vier Abschnitte: Konzepte und –theorien Ärzte und Patienten Behandlungen und Therapien Moderne Medikamente und Impfstoffe Zunächst liest man über Krankheitskonzepte vom alten Ägypten bis zum Fernen Osten und auch von der so genannte Viersäftelehre, die man mit den griechischen Ärzten Hippokrates und Galen in Verbindung bringt. Wenn die Körpersäfte aus dem Gleichgewicht geraten, führt dies zu Unwohlsein und Krankheit, so die Vorstellung dieser Ärzte. Dabei erkannten die Hippokratiker, dass die Natur in der Lage war, das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen. Man war überzeugt, dass die beste Art die Gesundheit wiederzuerlangen eine gemäßigte Lebensweise war.

Man erfährt Wissenswertes über die griechisch-römische Medizin in der islamischen Welt und Europa und über Seuchen und Epidemien. Natürlich kommt der Schwarze Tod zwischen 1348-1353 zur Sprache, der vermutlich die Hälfte der europäischen Bevölkerung dahinraffte. Vor Jahren habe ich ein umfangreiches Buch über Seuchen gelesen und kürzlich eines, das sich mit der Pest in Salzburg befasst. Ich finde, dass im hier vorliegenden Werk eine gute Zusammenfassung all dieser Unbill nachzulesen ist.

 Es ist nicht zwingend notwendig, das Buch chronologisch zu lesen, sondern man kann sich immer wieder einzelne Beiträge vornehmen. Interessant finde ich den Beiträge von Zahnreißern zu Dentisten und Zahnärzten und wie allmählich Zahnlücken geschlossen wurden oder auch den Beitrag, wie neue Medikamente aus alten Heilmitteln entwickelt wurden. Da ich überzeugt davon bin, dass ein gewisses Maß an Acetylsalicylsäure für die Gesunderhaltung des Körpers wichtig ist, las ich den Beitrag zum Thema "Von der Weidenrinde zum Aspirin" mit besonders großem Interesse. Die Weidenrinde (die natürliche Vorlage für das Aspirin) wurde bereits vor mehr als 5000 Jahren als Medizin verwendet. Man nutzte sie u.a. bei Fieber. 1899 kam Aspirin auf den Markt. Heute gilt es als das meist verwendete Medikament. Niedrig dosiert kann es gegen Blutgerinnsel, bei Herzerkrankungen und zur Minderung des Schlaganfall- und Herzinfarkrisikos eingesetzt werden. Grund genug, sich mit dem Thema Aspirin näher zu befassen, von dem ich vermute, dass es generell auch entzündungshemmende Eigenschaften hat und in der Zukunft noch viel von sich reden machen wird.

Interessant auch die Geschichte des Penicillins und der Impfungen. Erläutert wird, wie bestimmte Impfstoffe wirken. Impfungen aller Art halte ich für unerlässlich und bin eine Befürworterin allgemeiner Schutzimpfungen zum Wohle aller, auch was die Grippe anbelangt.

 Zum Schluss des Buches kann man sich anhand einer Zeitliste einen Überblick verschaffen, wann bestimmte medizinisch relevante Ereignisse stattfand, so etwa im Jahr 1747 als James Lind entdeckte, dass Orangen und Zitronen Skorbut vorbeugen oder 1894 als man endlich den Pest-Erreger entdeckte oder ein ganz wichtiges Ereignis Anfang der 1960er Jahre, denn damals wurde das erste Verhütungsmittel zur oralen Einnahme angeboten.

Die Medizin entwickelt sich heute in einem immer rasanteren Tempo. Welche Folgen dies hat, kann man noch nicht absehen. Vielleicht werden die Menschen immer älter ohne zu altern, vielleicht auch unsterblich, alles ist möglich.

 Empfehlenswert.

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Rezension:Läden 2013 (Gebundene Ausgabe)

In Zeiten des Internets müssen sich Storedesigner viel überlegen, um Läden zu Rückzugsorten zu gestalten, zu heimeligen Oasen, die an Wohnungen erinnern, zu Räumen also, die man gerne besucht, um sich vom Internet zu erholen:-))

So erklärt Andreas Baumgärtner, der Vorstand bei Marc O` Polo:" Die Schnelllebigkeit und die Informationsflut unseres Alltags führen zur Sehnsucht nach Persönlichem, Wärme und Langsamkeit."

Dies wird an 52 Beispielen im vorliegenden Buch deutlich. Es handelt sich dabei um weltweite Neueröffnungen, die mit zahlreichen Fotos illustriert, die neuesten Entwicklungen in Architektur, Laden- und Lichtgestaltung wie auch Warenrepräsentation zum Thema haben.

Weil die Grenzen zwischen Privatem und öffentlichen immer mehr verschwinden, werden private Rückzugsorte im öffentlichen Raum immer wichtiger. Das zeigt sich auch im Spiel mit Innen- und Außenansichten und dort im Trend zu geöffneten Fassaden. Viel Glas ist im Spiel und damit Transparenz, die durch die offenen Fassaden dokumentiert wird.

Man lernt Fach- und Spezialgeschäfte, Abteilungen, auch großflächige Fachgeschäfte und Modehäuser kennen und erfährt stets, wer für die Architektur, den Ladenbau, das Licht und die Fotos zuständig war. Im Text, der die Bilder begleitet, kann man sich mit der jeweiligen Philosophie auseinandersetzen und beginnt zu erkennen, dass der Ort des Wohlfühlens durch Offenheit und Transparenz gekennzeichnet ist. Wer mit damit nichts anfangen kann, ist eindeutig gestrig.

Mir gefallen diese Läden ihrer klaren Linien und offenen Gestaltung, ihres Lichts und ihrer Transparenz wegen.

Empfehlenswert für alle, die wissen möchten, wo die Reise hingeht, speziell natürlich Ladenbesitzer, die sich Inspiration für die Umgestaltung ihres Ladens holen möchten, aber auch für Lifestyle-Intressierte oder analytische Menschen, die sich mit soziologisch nicht unbedeutenden Veränderungen vielfältiger Art befassen.

 Empfehlenswert. 

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Rezension:Wunderwelt Warenhaus: Eine internationale Geschichte (Gebundene Ausgabe)

Nachdem ich gestern die beeindruckende Autobiographie des Gründers und Aufsichtsratsmitglieds der dm-Drogeriemärkte Götz W. Werner rezensiert habe, möchte ich heute einen Prachtband über die internationale Geschichte der "Wunderwelt Warenhaus" durch eine Rezension vorstellen. Verfasst wurde dieses reich bebilderte Buch von der Soziologin Jan Whitaker und aus dem Englischen von Birgit Fricke, Dörte Fuchs und Jutta Orth übersetzt.

Bevor ich die informativen Texte zu lesen begann, habe ich mich erst einmal ausgiebig in die Bilderwelt vertieft und mich gefreut ein uraltes Foto des Pariser Edelkaufhauses Bon Marché zu entdecken. Grandios ist die Architektur der alten und neuen Kathedralen der Konsumkultur, über die es viel zu erfahren gibt.

Das Werk ist in 7 Kapitel untergliedert: 
Von der Weltausstellung zum Warenhaus 
Ein endloser Einkaufsbummel
Kathedralen der Konsumkultur 
Buhlen um die Gunst der Kunden 
Im Bann der Schaufenster 
Die hohe Kunst der Präsentation 
Der Kunde ist König 

Wissen sollte man, dass sich Warenhäuser und Weltausstellungen gewissermaßen Hand in Hand entwickelt haben. Die Weltausstellungen zwischen 1855 und 1914 dienten Warenhäusern als Inspirationsquelle und lieferten Modelle für ihre Bauweisen und Präsentationsmethoden. Gefördert wurde das Wachstum der Warenhäuser auch durch Fortschritte im Transportwesen. In den Weltwirtschaftskrisen 1890er und 1930er Jahre wurden die vom Publikum geschätzten Kaufhäuser seitens kleiner Händler als besonders bedrohlich empfunden, weil die Warenhäuser ein größeres Werbebudget hatten, niedrigere Preise kalkulieren konnten und deshalb in vielen Segmenten den Markt beherrschten.

Das Bon Marché in Paris galt bis weit in das 20. Jahrhundert hinein als das größte Warenhaus der Welt, wurde aber schließlich von der Pariser Galeries Lafayette überflügelt. Gleichwohl waren es im 20. Jahrhundert amerikanische Warenhäuser, die Paris den Rang als Metropole der Warenhäuser abliefen.

Man lernt neben den alten Warenhäusern in den USA auch solche in England kennen, wobei beispielsweise Harrods 1849 noch ein kleines Lebensmittelgeschäft war. Auch deutsche Warenhäuser kommen zu Sprache. So entstand das erste Karstadt-Haus 1881 in Wismar,des Weiteren lernt man das Stammhaus von Leonhard Tietz in Köln visuell kennen, um schließlich mehr über Gründerinnen und Gründer zu erfahren, zumeist Menschen, die sich lieber außerhalb des Rampenlichts aufhielten. Nicht wenige waren erstaunlicherweise Außenseiter, ohne Macht, Kapital und Beziehungen. Gerade jüdischen Gründern schlug seitens von Beamten und Konkurrenten harte Feindseligkeit entgegen.

Nach dem Tod des Gründers wurden viele Warenhäuser als Körperschaften geführt und interessanterweise spielten zahlreiche Warenhausgründer und ihre Nachfolger in der Kunstwelt eine bedeutende Rolle, sei es als Sammler oder Museumsgründer, (vgl.:S. 55). Zahlreiche Gründer wurden mit Auszeichnungen überhäuft und der Sohn des Gründers Timothy Eaton sogar zum Ritter geschlagen.

Man erfährt, wie das Einkaufen modernisiert wurde. Das Warenhaus wurde zu einem Ort, an dem man sich an einer angenehmen Umgebung und der Gesellschaft vieler Menschen erfreuen konnte, während man schöne Dinge betrachtete, (vgl.S.64). Thematisiert wird, wie man Massen anlockte; man liest auch von Weihnachtsaktionen von Verkaufsspektakeln, wie etwa einer "Weißen Woche" in der Kaufhauskette von Ludwig Tietz, über das man näher unterrichtet wird. Nicht selten überbrückten Warenhäuser umsatzschwache Monate mit Verkaufsausstellungen.

Die Warenwelten werden zur Sprache gebracht. So hatte das Bon Marché etwa als Stoff- und Kurzwarenhandel begonnen und das Sortiment um Damenmäntel und – umhänge erweitert. Bemerkenswerterweise entzündete sich eine Art Kontroverse am Verkauf von Büchern in Warenhäusern, weil man meinte, dass dies den Werte der Bücher schmälere.

Über die Erweiterung des Sortiments in Warenhäusern wird man aufgeklärt und sieht Parallelen zu dem, was derzeit virtuell geschieht. Dabei wird man ein wenig wehmütig, wenn man sich all die schönen alten Konsumpaläste anschaut, die in unserer neuen Welt dem Untergang geweiht sind. Grund genug, sich dieses Buch in die hauseigene Bibliothek zu holen. Nichts geht über schöne Erinnerungen.

Über die große Ära der Warenhausbauten liest man Wissenswertes und kann sich aufgrund vieler Fotos einen Eindruck verschaffen, wie die Architektur dieser Paläste einst ausschaute. Beeindruckend in diesem Zusammenhang ist die imposante Art- nouveau-Glaskuppel der Galeries Lafayette in Paris. Art nouveau und Jugendstil, aber auch die Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Stahlskelettbauweise werden thematisiert, auch die Architektur modernerer Zeiten bleibt in der Betrachtung nicht ausgespart, so etwa die Galeria Kaufhof in Frankfurt am Main. Ein schönes Gebäude.

Nicht uninteressant sind die Werbestrategien, so auch in Zeitschriften und Zeitungen, später im Radio oder Fernsehen, über die man hier mehr erfährt und schließlich die Schaufensterdekorationen, die als Indikator des Zivilisationsgrades galten. Schaufensterauslagen waren die grundlegende Form der Werbung. Man bediente sich der Repräsentationstechniken des Theaters. Oft agierten arbeitslose Bühnenbildner als Schaufensterdekorateure.

Was alles man bot und bietet, um den Kunden fühlen zu lassen, dass er ein König ist, ist wahrlich spannend zu lesen. Zum Schluss wird gefragt, was geschehen wird, wenn die Warenhäiser nicht mehr existieren und was an ihre Stelle rücken könnte? Wir wissen es bereits, denn wir befinden uns ja schon in der Alternativwelt, sei es als Kunden oder Schaufensterdekorateure. Aber nicht zu voreilig. Es gibt da noch andere Möglichkeiten. Darüber in meiner nächsten Rezension mehr.

 Empfehlenswert.

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Rezension:Da war doch was ...: In 100 Infografiken durch durch die Weltgeschichte (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch von National Geografic ist ein Werk von James Ball &Valentina D`Efilippo. Mittels 100 Infografiken wird hier Weltgeschichte präsentiert.

Untergliedert ist das Werk in die Abschnitte: Am Anfang Zivilisation Nationalbildung Die Welt von heute

Im visuellen Register erhält man einen raschen Überblick. Dann beginnen die Erläuterungen. Man muss dieses Buch nicht zwingend wie einen Roman chronologisch Seite für Seite lesen, um den Inhalt zu verstehen, sondern kann sich die Seiten rauspicken, die einen gerade am meisten interessieren und von diesem Punkt dann die Lesereise fortsetzen.

Ich habe meine Lesereise auf Seite 104-105 begonnen. Hier geht es darum, wann die größten Künstler ihre Werke schufen. Hier zeigt eine Grafik 90 der bedeutendsten Maler aus den letzten 8 Jahrhunderten. 38 dieser Maler sind durch ihre Hauptwerke vertreten. Natürlich habe ich sofort nachgeschaut, ob auch Hieronymus Bosch erwähnt wurde, da ich vor einigen Tagen ein Buch über ihn und seine Werke rezensiert habe. Er blieb nicht ausgespart, allerdings wurde seine Werke nicht genannt.

Im Zuge eines Beitrags aus dem letzten GEO Magazin, der mich zum Nachdenken veranlasste, las ich auf meine Reise durch die Weltgeschichte, welche Herrscher am längsten an der Macht waren. Aufgelistet sind Monarchen und Nichtmonarchen. Wäre interessant, welche Methoden diese Nichtmonarchen angewandt haben, um sich teilweise über 40, ja sogar über 50 Jahre an der Macht zu halten. Studiert man die Namen und ist politisch etwas informiert, so weiß man, wie es funktionierte und noch immer funktioniert. Alles ziemlich unerfreulich.

Äußerst interessant finde ich auch die Auflistung, woran wir sterben. Waren die häufigsten Todesursachen im Jahre 1900 Lungenentzündung oder Grippe und Tuberkulose, so waren es 2010 Herzkrankheiten und Krebs. Interessanterweise tauchte unter den 10 häufigsten Todesursachen die Alzheimer-Krankheit im Jahre 1900 nicht auf. Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass deren Ursachen mit Glutamat und Süßstoff in Verbindung stehen. Interessant auch, dass um 1900, obschon es den Menschen ökonomisch nicht so gut ging wie heute, sie sich offenbar nicht so häufig das Leben nahmen. Zumindest rangiert der Suizid im Gegensatz zu heute nicht unter den ersten 10 Todesursachen.

Wie stark die Scheidungsraten steigen, wird auch erläutert, auch in welchen Ländern man gerne raucht und trinkt. Am meisten geraucht wird übrigens in Griechenland, Chile und Irland und am meisten getrunken in Luxemburg und Österreich. Wer hätte das gedacht?

Wussten Sie, dass soziale Angststörungen und Depressionen derzeit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen und dass der Anstieg der Nicht-Gläubigen immer mehr steigt. Vielleicht gibt es ja einen Zusammenhang zwischen diesen soeben genannten Phänomenen. Ohne Glauben, Liebe und Hoffnung kann es der Seele möglicherweise nicht wirklich gut gehen. Ein weites Feld.

Ein hochinteressantes Buch, das mit vielen Fakten aufwartet. Texte und Grafiken ergänzen sich sehr gut.

Empfehlenswert.

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Rezension: Briefe bewegen die Welt- Feldpost

"Wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden." Jimi Hendrix, 

Lange habe ich mir überlegt, welches Buch ich heute am 24. Dezember rezensieren soll und schwankte zwischen zwei Büchern. Entschieden habe ich mich für Hellmuth Karaseks "Briefe bewegen die Welt- Feldpost"

Weihnachten ist bekanntermaßen das Fest der Liebe und des Friedens. Im vorliegenden Buch geht es um Feldpost, die von einfachen Soldaten und Feldherren von der sogenannten Front aus, einem Ort, an dem es Liebe und Frieden selten gibt, an Freunde, Ehepartner, Eltern und Geschwister verfasst wurden oder die sie aus der Heimat erhielten.

Die Briefe, die im Buch zur Sprache kommen, wurden im Laufe von 500 Jahren geschrieben. Das Vorwort zum Buch hat wie immer bei dieser Serie Jürgen Gerdes, der Konzernvorstand Brief Deutsche Post DHL verfasst, nach dessen Empfindung die Briefe deutlich ernster sind als in den anderen Büchern dieser Reihe.

Hellmut Karasek beginnt seine Einleitung mit der "Kriegslied!", das Matthias Claudius 1778 schrieb und das wie der Literaturkritiker zusammenfasst, alle Leiden, die der Krieg mit sich bringt und über die Menschen verhängt, zur Sprache bringt. Karasek erinnert daran, dass wir in Mitteleuropa in der längsten Friedensperiode aller Zeiten derzeit leben, wenn man vom Kosovo-Krieg absieht. 68 Jahre Frieden, aber letztlich immer auf dünnem Eis.

Im kommenden Jahr werden viele Bücher, Zeitungsartikel und Fernsehsendungen an den 1. Weltkrieg erinnern, der 1914, dann also vor 100 Jahren begann und unsägliches Leid mit sich brachte.

Weshalb lernen die Menschen nichts aus all dem Leid? Wieso bemühen sie sich nicht um wirklich dauerhaften Frieden? Wieso geben sie Kriegstreibern aller Art überhaupt eine Chance? Fragen, die sich nicht einfach beantworten lassen.

Im vorliegenden Buch ist von unterschiedlichen Kriegen die Rede, von Tötúngsmaschinerien und den Leiden der Verletzten, Verwundeten und Geschlagenen. Ich teile Karaseks Empfindung, dass wir alle erschrocken inne halten sollten, bei dem Gedanken an 1914.

Wie die Briefsammlung deutlich macht, gebären Kriege Kriege und deshalb müssen wir achtsam sein und uns jeden Tag aufrichtig zur Liebe bekennen.

Die Briefe im Buch sind alle als Original abgedruckt. Das die Handschriften teilweise schwer leserlich sind, sind die Briefinhalte zudem in Druckschrift abgedruckt. Aufgewartet wird stets mit Kurzbiografien der Briefeschreibers und des Empfängers und man erfährt die Hintergründe, die zu dem jeweiligen Brief führten. Den Anfang nimmt dabei Wallenstein, der Gottfried Heinrich zu Pappenheim 1632 einige Zeilen geschrieben hat. Aus den meisten Briefen wird die Absurdität von Kriegen schnell erkennbar. Es hat mir gefallen, dass darauf hingewiesen wird, das Fortschritt keineswegs immer aus Krieg erwächst, sondern vielmehr aus Innovation und Bildung, aus einer hartnäckig verfolgten Vision und aus einer hinreichenden Finanzierung entstehen und Fortune dabei nicht fehlen darf. Das Buch enthält auch einen Brief von Otto Lilienthal, dem das Säbelrasseln des Wilhelminischen Zeitalters zuwider war. Neue Waffen wollte er jedenfalls keine bauen, sondern es einfach den Vögel gleichtun und fliegen. Dass seine Erfindung später Massenvernichtung möglich machte, ist ihm nicht zuzurechnen. Militärstrategen nutzen immer alle Vorteile, die sich ihnen bieten, um zu siegen. Krieg befördert stets den Urzustand, den Zustand fernab von Zivilisation und Kultur.

Wikipedia schreibt "Weihnachtsfrieden (englisch Christmas Truce, "Weihnachtswaffenstillstand" bzw. "Weihnachtswaffenruhe") war eine von der Befehlsebene nicht autorisierte Waffenruhe während des Ersten Weltkrieges am 24. Dezember 1914 und an den folgenden Tagen. Sie fand an einigen Abschnitten der Westfront statt, wo es vor allem zwischen Deutschen und Briten in Flandern zu spontanen Verbrüderungen kam." Und an anderer Stelle des Beitrags zu diesem Weihnachtsfrieden "Man geht heute davon aus, dass mindestens 100.000 Soldaten der an der Westfront kämpfenden Parteien an dem Waffenstillstand teilgenommen haben, hauptsächlich Briten und Deutsche. Der Waffenstillstand und die Verbrüderungen wurden vor allem am 23. und 24. Dezember 1914 beobachtet, vereinzelt waren längere Feuerpausen zu beobachten, einige sogar bis in den Januar 1915 hinein."

Die Entscheidung zum Frieden ist inmitten des Krieges möglich, wie dieses Beispiel zeigt. Man muss nur wollen. Das Buch empfehle ich allen, die begreifen möchten, dass es nur einen Weg gibt und dieser Wege ist der Weg der Liebe, die ich allen Menschen von Herzen wünsche.

 Ein friedvolles Weihnachtsfest.

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Rezension:Zufall!?: Eine Spurensuche in außergewöhnlichen Biographien (Gebundene Ausgabe)

Der Fernsehmoderator Reinhold Beckmann hat gemeinsam mit der Fernseh-Redakteurin Sabine Paul und dem Fotografen Paul Ripke dieses spannend zu lesende Buch auf dem Weg gebracht. Es enthält 25 Berichte über Lebensläufe, in denen nachgespürt wird, welche Rolle der Zufall, wenn es ihn überhaupt gibt, im Werdegang dieser Persönlichkeiten gespielt hat und wie diese Menschen das Phänomen Zufall selbst werten.

Bei den Personen handelt es sich um: Mario Adorf, Peter Maffay, Sarah Wagenknecht, Angela Merkel, Roman Herzog, Magdalena Neuner, Jens Lehmann, Mathias Steiner, Ursula von der Leyen, Rüdiger Grube Birgit Kober Jürgen Großmann, Elina Garanca, Campino, Ina Müller, Dieter Nuhr, Manfred Deix Billy Wilder, Carl Djerassi, Hildegard Hamm-Brücher, Helmut Schmidt, Reinhold Messner, Martin Walser, Cornelia Funke, Ranga Yogeshwar.

Was alle verbindet, ist die Tatsache, dass es sich um erfolgreiche Menschen handelt. Ist Erfolg das eindeutige Ergebnis von harter Arbeit und gut funktionierenden Netzwerken oder bedarf es auch eines Quäntchens Fortune, das mittels Zufall, Vorteilhaftes in Bewegung bringt, wenn wir es ihm erlauben?

Im Vorwort von Reinhold Beckmann versucht dieser zunächst den Begriff Zufall etwas auszuloten, ihn auch abzugrenzen vom Begriff "Schicksal". Wissen sollte man, dass unser Gehirn nicht darauf programmiert ist, an Zufälle zu glauben, sondern vielmehr "aus geringsten Bruchstücken Zusammenhänge und Ursachen zu erkennen". Auf diese Weise vermag sich das Individuum in der Welt orientieren, so Beckmann. Wer für alle Ereignisse eine Erklärung bereit hat, hat das Gefühl, die Kontrolle über sein Leben zu behalten und selbstbestimmt agieren zu können. Beckmann fragt zu Recht, ob dies eine bloße Illusion sei.

Die Autoren haben in ihren Recherchen festgestellt, dass offenbar jeder Mensch sein eigener Zufallsgenerator ist. Es kommt stets darauf an, wie jemand mit einer unerwarteten Situation umgeht. Erfolgreiche Menschen scheinen in unerwarteten Situationen augenscheinlich immer eher eine Chance als Schwierigkeiten zu sehen und sich entsprechend auf Situationen einzulassen.

Damit der Leser vorab schon mal eine Vorstellung von den Einstellungen der Protagonisten zum Thema Zufall hat, hat man im Inhaltsverzeichnis die Gelegenheit, von den einzelnen Personen ein dahingehend aufschlussreiches Zitat zu lesen. Dabei sprach mich das Zitat des Physikers und Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar besonders an. "Zufall ist im Grunde die Ohrfeige, die dir sagt: Du meinst, du hättest die Kontrolle in deinem Leben? Nein, du hast sie nicht."

Obgleich die Sentenz meinen Lebenserfahrungen entspricht, begann ich mit dem Bericht zu Angelika Merkels Leben im Hinblick auf Zufälle und ihrer Einstellung zu diesen. Sie nämlich scheint Zufälle gezielt vermeiden und alles unter Kontrolle halten zu wollen, aber bei allem Wagner und seine Opern zu verehren und auf diese Weise einmal im Jahr gewissermaßen in Zufallsorgien zu schwelgen. Das finde ich amüsant. Interessanter Weise verhalf gerade ihr der Zufall zum größten Erfolg in ihrem Leben oder war es am Ende nur der Kontrollverlust ihres politischen Kontrahenten?

Reinhold Messner ist der Meinung, dass Menschen das, was sie nicht verstehen, Zufall nennen. Der Bergsteiger glaubt, dass die Menschen in erster Linie die Natur nicht verstehen. Doch kann man selbst bei umfassendem Wissen und Können alles ausschließen? Da habe ich meine Zweifel.

Mehrfach las ich von glücklichen Fügungen, die sich aufgrund von Fleiß und Tüchtigkeit ergeben haben. Als leistungsorientierter Mensch gefällt mir diese Vorstellung natürlich, mittlerweile aber weiß ich, dass dies nicht genügt. Bei allem Fleiß muss man mit dem Positiven schwingen, um zu nachhaltigen positiven Ergebnissen zu gelangen. Auf jeder Schwingungsebene gibt es Fügungen. Wer mit dem Positiven schwingt, dessen Fügungen erweisen sich als günstige Zufälle, die man unverzagt ergreift, wenn man in erster Linie eine Chance in dem, was einem zufällt sieht, relativ angstfrei auf Unbekanntes zugeht und sich schließlich darauf einlässt.

Zu Ende des Buches hat man Gelegenheit, die tabellarischen Lebensläufe aller 25 Personen zu lesen und eventuelle Brüche zu studieren.

 Ein interessantes Buch. Spannend zu lesen. Empfehlenswert.

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Rezension:Georg Büchner Revolutionär mit Feder und Skalpell (Gebundene Ausgabe)

Dies ist der Katalog zur Ausstellung "Georg Büchner- Revolutionär mit Feder und Skalpell", die noch bis zum 16.Februar 2014 in Darmstadt im Wissenschaftlichen Kongresszentrum gezeigt wird. Die Ausstellung stellt den Höhepunkt der Büchnerjahre 2012/2013 dar und belegt, wie viel Gegenwart in Büchners Schriften sowie seinen politischen und wissenschaftlichen Aktivitäten bis heute steckt, so die Ausstellungsmacher.

 "Das aufwendige Projekt mit einem Budget von zwei Millionen Euro, über 400 Ausstellungsobjekten, 612 Seiten Katalog und einer eigens für das darmstadtium entwickelten Ausstellungsarchitektur ist eine Zusammenarbeit des Instituts Mathildenhöhe Darmstadt mit der Büchner-Forschungsstelle Marburg. Sie wurde ermöglicht vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Kulturstiftung des Bundes, dem Land Hessen, der Kulturstiftung der Länder, der Hessischen Kulturstiftung, der Sparkasse Darmstadt, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie der Wissenschaftsstadt Darmstadt." (Zitat: darmstadt.de). 

Das Buch besticht durch seine gelungene Gestaltung in einem sehr schönen Blauton, auch für die Schrift. Die im Buch gezeigten Ausstellungsgegenstände stehen teilweise auf dem Kopf, was ein rasches Blättern unmöglich macht. Hier muss man sich Seite für Seite durch den Katalog achtsam hindurch arbeiten. Pädagogisch eine gute Idee, die Schule machen sollte.

Studiert man zunächst das Inhaltsverzeichnis, so stellt man fest, dass eine Fülle von namhaften, teilweise bereits schon lange verstorbenen Autoren im Buch versammelt sind, die das Mysterium Georg Büchner erhellen. Die Aussteller zeigen die Bücher, die Büchner gelesen hat und den Menschen, denen er begegnet ist, auch Kunstwerke, die er gesehen und Klänge, die er vernommen hat. Alle diese Objekte dienen der Realisation seines Lebens und Werkes.

Ziel der Ausstellung und des Katalogs ist, den Blick zu schärfen für Büchner in seiner Zeit und daraus folgend, die Bedeutung im Hier und Jetzt für seine Werke erkennbar zu machen. Dabei ist das Gesamtprojekt sowohl biografisch als auch thematisch angelegt. Generell kann konstatiert werden, dass es sich nicht um eine Literaturausstellung der herkömmlichen Art handelt, sondern wohl eher um eine Wortausstellung. Diese möchte in einem kulturhistorisch-biografischen Panorama Literatur, Politik, Geschichte, Theater, Philosophie und Naturwissenschaften, sprich das Leben und Werk Georg Büchners multimedial und auch anschaulich sichtbar machen. Der Katalog verdeutlicht, dass dies gelungen ist.

Man erfährt u.a. Wissenswertes über die Charaktereigenschaften der Eltern und wird auch nicht im Ungewissen gelassen, dass es sich bei dem Elternhaus Büchners um eines des "gebildeten deutschen Mittelstandes" handelte. Dies erklärt auch, weshalb Büchner schon so früh sich geistig entwickelt hatte. Orte von Büchners Kindheit kommen zur Sprache. Auf Seite 108 hat man Gelegenheit ein handschriftlich vorgestelltes Weihnachtsgedicht des damals 15 jährigen kennenzulernen. Auch über Büchners Affinität zu Shakespeare bleibt man nicht unaufgeklärt, liest Näheres zu seiner Zeit als Student in Straßburg und wird immer auch mit den Facetten der Persönlichkeit Büchners vertraut gemacht.

Es ist unmöglich, die vielen Beiträge im Buch zu benennen und auf die einzelnen, gezeigten Exponate der Ausstellung im Rahmen der Rezension näher einzugehen. Der Hessische Landbote und all die anderen Werke und Schriften Büchners werden natürlich thematisiert. Ein Essay von Hans Magnus Enzensberger aus dem Jahre 1965 dazu, ist sehr spannend zu lesen und es finden sich so viele bemerkenswerte Texte, die für Büchnerfans eine wahre Fundgrube darstellen.

Sehr interessant auch sind die Darlegungen zu Büchners Schreibstrategien und die Hinweise auf die Rezeption zum Schluss.

Ein gelungener Katalog zur Ausstellung, die ich morgen besuchen werde, um darüber zu berichten.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Der große Brockhaus. Das Lexikon in einem Band. Künstlerausgabe Sala Lieber: Limitierte Künstlerausgabe (Gebundene Ausgabe)

Der Große Brockhaus- Das Lexikon in einem Band, 6. vollständig aktualisierte und überarbeitete Auflage, die Künstlerausgabe, besticht bereits durch den wirklich gelungenen Buchumschlag. Nicht nur Weimar-Fans werden begeistert sein.

Zu sehen ist nämlich die Anna Amalia Bibliothek in Weimar, die kostbaren Bücher dort und zudem allerliebste Putten mit elisabethanischen Halskrausen, die sie trotz ihrer Nacktheit unnahbar erscheinen lassen. Auf den ersten beiden Blättern des Buches dann hat man Gelegenheit einen Blick in die ganze Räumlichkeit zu werfen, so wie die Künstlerin Sala Lieber sie interpretiert.

Die hübsche, in Budapest geborene Künstlerin hat in Dresden und in Düsseldorf ihr Studium realisiert und bekennt sich ausdrücklich zu Vorbildern aus dem Barock und der Rokoko-Zeit. Sala Lieber studierte übrigens u.a. bei Prof. Jörg Immendorf und schloss 2006 bei Prof. Herbert Brandl mit dem Meistertitel ab. Die Künstlerin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und ist weltweit auf zahlreichen Ausstellungen vertreten.

Zu Beginn des Buches erfährt man zunächst Faktisches zur Anna Amalia Bibliothek. Sie wurde 1691 in Weimar als Herzogliche Bibliothek gegründet und zählt zur Klassik Stiftung Weimar. 1761-66 ließ die Namensgeberin das Grüne Schlösschen als Bibliotheksgebäude ausbauen. Die Sammlung wurde von Goethe gefördert, wobei sich die Sammlertätigkeit der Anna Amalia Bibliothek auf deutsche Literatur von 1750 bis 1850 konzentriert. Wie vielen sicher bekannt ist, wurden Teile des Gebäudes 2004 durch einen Brand zerstört und damit leider auch große Teile des Buch- und Kunstbestandes. 2007 konnte die Bibliothek wieder eröffnet werden. Dis Sanierungskosten betrugen 12.8 Millionen Euro.

Diese Bibliothek nun stellt den Gegenstand des Einbandes der Künstlerausgabe des Brockhaus, 6. Auflage dar. Sala Lieber ist, seit dem sie 2004 Bilder von der zerstörten Bibliothek sah, besessen von der Idee, "den Schrein klassischer Kultur und Bildung" auch malerisch zu konstruieren. Dabei wurde der eklatante Beweis der Vergänglichkeit zum Ausgangspunkt künstlerischer Verweigerung, das Entsetzen wiederum zum Ausgangspunkt eines angstbefreiten Kunstraumes. In ihrem Werk wird die Bibliothek, der Inbegriff der Wissens- und literarischen Erlebniswelt, lebendig. Es sind die Kinder(Putten), die für die spielerische Aneignung des Wissens stehen. Näheres zur Bildinterpretation kann man den letzten Seiten des Lexikons entnehmen. Dieses ist natürlich alphabetisch aufgebaut und präsentiert sich in der Neuauflage mit zeitgemäßem Layout, faszinierenden Fotos und Grafiken, die Geschichten erzählen und einladen zu einem Streifzug durch die Welt des Wissens. Es ist möglich, die vollständige Textsubstanz auch online abzurufen. Dabei erhält man Zugriff auf die monatlich durch die Brockhaus-Redaktion aktualisierten Inhalte.

Blättert man zum Buchstaben F, wird man u.a. überrascht von einem Foto, das Florenz bei Nacht zeigt. Die imposanten Bauten dort wurden durch aufwendige Lichtinstallationen in Szene gesetzt. Beeindruckend. Auf Seite 1137 kann man die UNESCO-Welterbestätten in Deutschland finden. Die älteste ist der Aachener Dom. Dieser zählt 1978 bereits zum Weltkulturerbe. Seit 2012 nun gehört das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth auch dazu.

Unter dem Buchstaben M beispielsweise wird man ausgiebig über die Lehre vom Vers aufgeklärt und unter dem Buchstaben F kann man sich u.a. kundig machen, was man unter französischer Musik, aber auch unter französischer Philosophie und Kunst zu verstehen hat.-- Die Begriffe werden alle gut verständlich erläutert.Das Nachschlagewerk bietet nicht nur eine Fülle von Informationen, sondern erfreut durch seine schöne Aufmachung. Solche Bücher liebe ich besonders. Das sich über zwei Seiten erstreckende Lavendelfeld in der Provence lässt nicht nur an diesem kalten Dezembertag Sehnsucht entstehen, die ich fürs Erste mit ein wenig Lavendelduft und einem Glas Rotwein aus der Region heute Abend zu stillen gedenke.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension Peter J. König: Jessica Kastrop & Marcel Reif- Das Bundesliga Buch

Nachdem die Bundesliga jetzt ein halbes Jahrhundert alt ist, war es an der Zeit etwas zu schaffen, dass sowohl der sportlichen Bedeutung, als auch dem glänzenden Auftritt in unserer Gesellschaft ebenbürtig ist. Der teNeues Verlag hat sich daher entschlossen, einen prächtigen Bildband aufzulegen, der nicht nur mit Hilfe großartiger Fotografien, sondern auch mit kompetenten Textbeiträgen die Entwicklung der obersten, deutschen Fußballiga von den unterschiedlichsten Seiten beleuchten soll. Dazu hat teNeues zwei der bekanntesten, aktiven Sportjournalisten gewonnen, die seit Jahren tief verwurzelt mit dem Fußball, Woche für Woche das Geschehen in der Liga beobachten und danach ganz aktuell berichten und kommentieren. Sowohl Jessica Kastrop als auch Marcel Reif haben in ihrem Metier Kultstatus erreicht, Millionen von Zuschauern lauschen ihren Übertragungen und Analysen. Da sie unterschiedlichen Generationen angehören, ist ihr Betrachtungswinkel auf die Bundesliga auch unterschiedlich geprägt.

Bei Marcel Reif ist es seine lange berufliche Erfahrung mit diesem Metier, die den Journalisten als fachkundigen, aber auch feinsinnig, intellektuellen Begleiter der Entwicklung des deutschen Fußballs auszeichnet. Jessica Kastrop verkörpert die jüngere Generation, die neben dem sportlichen Aspekt auch zugleich den Glamourfaktor, einhergehend mit astronomischen Summen an Spielergehältern und dem Prominentenstatus im Geschäft Fußball als eine Selbstverständlichkeit kennen lernte. Insofern ergänzen sich beide ideal, um die Bundesliga als Ganzes zu reflektieren.

Der Bildband beindruckt zunächst durch seine äußeren Maße, die gewährleisten, dass die Fotografien in seinem Inneren nahezu plakathafte Züge annehmen, wirklich großartig. Nachdem man den Bildband aufgeschlagen hat, wird man zunächst gefangen genommen von einem doppelseitigen Bild, das die pure Zuschauerbegeisterung zeigt. Mit Hilfe eines wahren Konfettiregens feiern die Anhänger ihre Helden auf dem Rasen, eine Szene die in einem argentinischen Stadion aufgenommen sein könnte. Auf der nächsten Seite folgen zwei der größten Spieler, die jemals im deutschen Fußball gekürt worden sind, Günter Netzer und Franz Beckenbauer. Zwei weitere Momentaufnahmen aus den Anfängen der Liga folgen, bevor die Aufteilung der Inhalte in vier Hauptkapitel dem Leser nahe gebracht wird. Diese sind:

01 Vorwort / Einleitung.
Das Vorwort ist von Kaiser Franz persönlich verfasst worden. Dort erzählt er aus seiner Sicht die Erfahrung mit der Bundesliga, wobei er auch eine Einschätzung für die Zukunft gibt. In der darauf folgenden Einleitung interviewen sich die Autorin und der Autor, Jessica Kastrop und Marcel Reif gegenseitig. Dabei erläutern sie jeweils aus ihrer Sicht die hautnahe Beziehung zum Fußball und wie es dazu kam. Eine großflächige Aufnahme, die die Stimmung während eines Matches zeigt, rundet dieses Kapitel ab.

02 Große Gefühle
Jetzt beginnt ein Reigen phantastischer Fotografien, die dokumentieren zu welchen Gefühlen dieser Sport die Menschen bewegen kann, sowohl auf, als auch neben dem Platz.

03 Gesichter der Liga
Hier werden sie alle gezeigt, die Größen der Liga, die unvergessenen und die aktuellen und immer in einer besonderen Situation. Die Klarheit und Eindringlichkeit der gekonnten Schnappschüsse lässt jeden aufgenommenen Helden in ganz besonderem Licht erscheinen. 50 Jahre Bundesliga, erzählt durch ihre herausragenden Spieler, ist wirklich eine eindrucksvolle Methode dem Betrachter die Geschichte durch diesen Bildband zu vermitteln.

04 Früher versus heute
Im letzten Kapitel wird die Entwicklung der Liga neben dem Spielgeschehen beleuchtet. Dies ist bekanntermaßen nicht minder interessant, wie die Spiele selbst. Hat man anfangs noch die Spieler wegen ihrer genialen Schusstechnik oder Trippelkünste allein bewundert, ist mit den Jahren immer mehr auch das Auftreten in der Öffentlichkeit hinzugekommen. Günter Netzer war wohl einer der Vorreiter. Nicht nur, dass er sich einen Ferrari zulegte, nein seine Ehe mit einem Fotomodell und Mannequin war die Geburtsstunde eines neuen Typus von Fußballer.“ A star was born“.

Dies sollte Schule machen und so ist es heute völlig normal, dass die Glamour-Girls, die früher Fußballfrauen hießen und kaum Beachtung fanden, aktuell sofort einem Promibonus genießen, wenn ein Paparazzo sie mit einem Fußballstar vor die Linse bekommt. Dieses alles dokumentiert das letzte Kapitel und nicht zuletzt wird dadurch auch so manche weibliche Neugierde geweckt.

Insgesamt muss diesem wunderbaren Bildband attestiert werden, dass er von besonderer Klasse ist. Der Bildeindruck ist phänomenal, der Gesamtaufbau sehr gelungen, da niemals Eintönigkeit aufkommt und die besondere Leistung von Jessica Kastrop und Marcel Reif besteht darin, mit ihrem Insiderwissen die Entwicklung von 50 Jahre Bundesligageschichte anschaulich zu verdeutlichen.

Der teNeues-Verlag hat dazu die Plattform gegeben und dafür garantiert, dass aus einem zeitgeschichtlichen Werk ein interessanter, kurzweiliger Bildband geworden ist.

Sehr empfehlenswert.

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