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Rezension: Fokus ! Hermann Scherer- Campus

Autor dieses spannend zu lesenden Buches, das zu essentiellen Erkenntnissen zu verhelfen vermag, ist Hermann Scherer. Laut des Magazins WirtschaftsWoche zählt der Bestsellerautor zu Deutschlands besten Coaches. Er hat weit mehr als 3000 Vorträge vor rund einer Million Menschen in über 3000 Unternehmen in 30 Ländern gehalten und 50 Bücher verfasst, die in 18 Sprachen übersetzt worden sind. Ferner kann er auf 1000 Presseveröffentlichungen verweisen, zudem auf erfolgreiche Firmengründungen, eine anhaltende Beratertätigkeit,  sowie  auf Forschung und Lehre an diversen europäischen Universitäten und auf neue Impulse und Inspiration für Welt und Wirtschaft. 

Sein jüngstes Buch "Fokus!", das den Untertitel "Provokative Ideen für Menschen, die was erreichen wollen" trägt,  birgt solche neuen Impulse und Inspiration für die Welt und die Wirtschaft  und zwar speziell zu Ende des Buches, neben einer Fülle erfolgsversprechender Tipps an Leser, die etwas erreichen möchten. 

Diese Tipps, respektive Ratschläge transportiert Scherer über kleine Geschichten, die das, was er vermitteln möchte, perfekt illustrieren und dazu verhelfen, sich an Notwendigkeiten, die zum Erfolg führen,  zu erinnern. 

Das Hauptaugenmerk des Buches liegt auf dem Begriff "Fokus". Wie der Autor zunächst in den Raum stellt, legen wir leider alle unseren Fokus auf kurzfristige Erfolge anstelle auf langfristige Ergebnisse, was nachhaltigen Erfolg zum Problem werden lässt. Am übelsten verpeste das sogenannte "Quick-Win-Prinzip" speziell den Wirtschaftszweig der Berater mit negativen Ergebnissen für deren Kunden. Wer auf "Quick Wins" setze, meine zwar Erfolg zu verfolgen, doch tatsächlich entferne er sich rasant von Qualität, Substanz und Stabilität. 

Ich stimme mit Scherer überein, dass nur derjenige seriös Firmen beraten kann, der selbst welche erfolgreich geführt hat oder führt. 

Um Erfolg zu haben, muss  man in der Regel Leistung erbringen. Dabei definiert der Autor Leistung als Potenzial minus Störfaktoren. Es gilt also an unser Potenzial heranzukommen, die damit verbundenen Möglichkeiten zu fokussieren und sich von den Störfaktoren nicht ablenken zu lassen. Dazu gibt der Autor hilfreiche Tipps, nicht zuletzt wie man mit dem eigenen Ideenfilter so geschickt umgeht, dass man kreativ bleibt. 

Nicht aufgeben, immer neue Ideen produzieren und filtern, lautet die Devise, bis man schließlich die zündende Idee hat, die durchschlagenden Erfolg realisieren lässt. Sich vorzeitig mit "Quick Wins" zufriedengeben, bedeutet uns klein zu denken und den Blick für die Ferne zu verlieren. 

Hermann Scherer plädiert dafür, größer zu denken, in "Long Wins" zu investieren und auf "Quick Wins" zu verzichten. Wer allerdings Großes erreichen möchte, muss Durststrecken und Rückschläge in Kauf nehmen. Diese sind Lernphasen auf dem Weg zu dem, wozu uns unsere Gaben befähigen. 

Der Autor empfiehlt alles zu delegieren, was davon abhält, in unsere Gaben zu investieren und das Beste von uns nach außen zu bringen. Nur dadurch, dass man sich völlig seinem tatsächlichen Können verschreibe, sei nachhaltiger Erfolg überhaupt erst möglich. Was man sich vornimmt, gelte es durchzuhalten, denn nur so könne man Selbstachtung bewahren und das Vertrauen sich selbst gegenüber behalten. Wer auf diese Werte nicht achte, gerate in den Strudel der Anspruchslosigkeit seinem Leben gegenüber. 

Scherer zeigt an Beispielen wie Erfolg realisierbar ist und veranschaulicht dabei auch, dass dies immer mit einem stets eingehaltenen Versprechen sich selbst gegenüber zu tun hat. 

Wichtig ist, zu akzeptieren, dass Probleme dazu da sind, gelöst zu werden. Je kniffeliger die Problemlösung ist, umso größer ist der Erfolg. Wie der Autor so treffend hervorhebt, haben wir unserem gesamten Fortschritt in Wirtschaft und Gesellschaft der Existenz von Problemen zu verdanken. 

Wer Chancen entdecken möchte, muss sich demnach auf Problemlösungen konzentrieren. Auf den Punkt gebracht:  "Wer Erfolg will, sucht immer größere Probleme-und deren Lösungen!"(78).

Sich auf Wesentliches fokussieren, anderes loslassen, darum geht es auf dem Weg zu durchschlagendem Erfolg, ein Weg, der immer auch der Demut bedarf, weil diese uns vor Hybris bewahrt. Hybris ist die eigentliche Totengräberin für lang anhaltenden Erfolg. Sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, ist eine ihrer Facetten,  die  Scherer nicht grundlos benennt.

Der Autor schreibt in seinem Buch auch über Angst und spricht von seinen eigenen Ängstlichkeiten. Das macht ihn sympathisch und zeigt, dass er diese mutig anschaut und sie damit als Stolpersteine auf seinem Weg, bereit ist wegzuräumen. Genau damit haben Männer normalerweise große Probleme und sterben hyperventilierend am Herzinfarkt, weil Ängste nicht sein dürfen, wenn man ein Alphatier sein möchte.  Dies ist eine Fehlannahme, die das Gegenteil von dem bewirkt, was man will, nämlich: nachhaltigen Erfolg 

Gefallen hat mir, dass Scherer Goethe zitiert. Ich werde diese Textstelle am Ende meiner Rezension ebenfalls wiedergeben, weil sie für alle, die etwas erreichen wollen, den Schlüssel hierzu verkörpert. 

Lobend erwähnen möchte ich zudem, dass der Autor in seinem neuen Werk auch das Phänomen der Grenzen reflektiert, die für ihn generell zeitgebundene Phänomene darstellen. Für ihn ist klar, dass sie neben sinnstiftenden Wirkungen leider auch einschränken und zwar die Bewegungsfreiheit, das Verhalten, die Sprache, vor allem jedoch das Denken. Sie zum allseitigen Vorteil zu verändern, kann nur klug sein. Erfolgsorientierte Menschen wissen das und überwinden Grenzen, die sie oder Dritte irgendwann gesetzt haben, sobald sie erkennen, dass eine Grenze ein Hemmschuh für ihr Fortkommen verkörpert. 

So gesehen kann es auch sinnvoll sein,  Preisgrenzen zu verschieben. Diese gäbe es ohnehin nur in unserem Kopf, wie Scherer an einem Beispiel veranschaulicht. Am wichtigsten für Erfolg ist eine klare Grenze zwischen relevant und nicht relevant zu ziehen, auch zwischen privat und geschäftlich und zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Auch hier stimme ich zu. Gerade in Zeiten der sozialen Netzwerke und der Geschäfte, die dort  bekanntermaßen auch getätigt werden. 

Seinen Blick auf das Wesentliche zu fokussieren ist das A und O. Das ist die Kernaussage des Buches, wenn es um Erfolg geht. Wer seine Zukunft an der Vergangenheit ausrichtet, begeht "Mord an seiner Fantasie" so Scherer  und wird es schwer haben wirklich neue Ideen zu entwickeln. Über seinen Schatten springen, nicht alles, was uns entgegen gebracht wird, aufsammeln, gelassen sein und unsere Gedanken und Emotionen auf den richtigen Fokus ausrichten, all das hilft, den Weg zu gehen, der unsere Gaben zur vollen Entfaltung bringt und nachhaltigen Erfolg zum Ergebnis hat. 

Wirklicher Erfolg bedeutet, Ziele zu erreichen, die Nachhaltigkeit als Wesensmerkmal beinhalten. 

Eines der beiden wichtigstes Kapitel im Buch befasst sich mit der Frage "Rechnet sich Menschlichkeit?" Hier hebt Hermann Scherer den Satz hervor "Wir leben in der Dekade der Menschlichkeit", reflektiert den Sinn von Geben und Nehmen, überdenkt das Motto "Wertschöpfung durch Wertschätzung" und zeigt, dass die Umsetzung des Mottos nicht nur Umsätze verdoppeln, sondern auch die Produktivität signifikant steigern kann. 

Bemerkenswert auch finde ich das Kapitel, das sich mit Spiritualität befasst. Für zahlenorientierte Betriebswirte dürfte dies Neuland sein, das sie zunächst verwirren wird. Doch Scherer schreibt, dass er davon überzeugt sei, dass man gerade dabei sei,  Spiritualität als Erfolgsfaktor zu entdecken und Apple z. B  bereits mit großem Erfolg Familienaufstellungen mache oder auch Manager großer DAX-Unternehmen immer häufiger auf Retreats zu sehen seien.  Der Autor betont, dass Spiritualität nicht bedeute, alles Rationale auszugrenzen, sondern seinen Verstand mit seinem wertvollen Potenzial zu nutzen und zugleich seine Grenzen zu sehen. 

Gefallen hat mir der Satz: "Gelebte Spiritualität hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensführung und die ethischen Vorstellungen. Wer das Geistige anerkennt, der geht offenbar mit sich und den Mitgeschöpften sorgsamer um." Das sehe ich ganz ähnlich, wie auch die Tatsache, dass für alle genügend da ist, solange man den Energiefluss nicht aus Gründen von Gier, die immer ein Ausdruck eines inneren  Mangels verkörpert, zum Erliegen bringt. 

Mit Goethes höchst spirituellen Worten, die Hermann Scherer nicht grundlos in seinen Text eingebunden hat, möchte ich meine Rezension beschließen und begreifbar machen, worin der neue Weg liegt, den der Autor schon längst erfolgreich beschreitet, nicht zuletzt auch dank seiner klugen Ehefrau. 


In dem Augenblick, 
in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, 
bewegt sich die Vorsehung auch. 
Alle möglichen Dinge, 
die sonst nie geschehen wären, geschehen, 
um einem zu helfen. 
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt 
durch die Entscheidung, 
und er sorgt zu den eigenen Gunsten 
für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, 
Begegnungen und materielle Hilfen, 
die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. 
Was immer Du kannst, beginne es.
Kühnheit trägt Genius, 
Macht und Magie. 
Beginne jetzt. 

Angemerkt sei, dass das Buch viele hübsche Illustrationen und Fotos enthält. Sie lockern die ohnehin kurzweilig zu lesenden Texte noch weiter auf und sorgen für ein wirkliches Lesevergnügen.

Zudem gibt es zum Buch einen Gutschein, mittels dem man einen Vortrag von Hermann Scherer besuchen kann oder aber einen Nachlass von 500 Euro auf eine seiner Seminarveranstaltungen erhält. 

Was kann man noch mehr wollen?

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Fachbuchhandel erhältlich.

Onlinebestellung: Campus oder Amazon

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Die Erfindung der Zeit- Wolfgang Blum- Edition Fackelträger

Autor dieses bemerkenswerten Buches ist der Mathematiker Dr. Wolfgang Blum. Er erhielt 1977 den Römpp-Preis für Chemie-Publizistik und 2010 den Journalistenpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.

In seinem reich bebilderten Werk lotet er die Zeit aus und zwar in insgesamt drei Kapiteln, deren Überschriften bereits verdeutlichen, worum es dabei geht:

Zeit messen
Zeit fühlen
Zeit erklären

Im ersten Kapitel erfährt man, wie die Menschheit schon seit Jahrtausenden die Zeit bemisst. Hier wird dem Zeit-Interessierten u.a. Wissenswertes über Mond –und Sonnenjahre nahegebracht. Thematisiert wird zudem der julianische und gregorianische Kalender und es wird der Zusammenhang aufgezeigt zwischen dem Blütestand einer Kultur und dem Interesse, die Zeit in immer kleinere Einheiten aufzuspalten.

Man erfährt mehr zu Gnomenen, Temporalstunden, auch zur Dezimalzeit und Planck-Zeit, liest zu vormaligen Zeitmessern wie etwa Sonnenuhren, aber auch zu Wasseruhren bei den Griechen und Römern. So wurde bei den Griechen die Länge der Redezeit bei Versammlungen und vor Gericht mit der Wasseruhr bemessen. Die Bitte um "mehr Wasser" hatte damals demnach eine andere Bedeutung als heute.

Dass es neben Sonnen- auch Mond- und Sternenuhren gibt, wird gewiss vielen bekannt sein und auch, wo der Haken bei Zeitmessung mittels Feuer zu finden ist. Sanduhren galten schon im 16. Jahrhundert als Symbole der Vergänglichkeit. Im Mittelalter dann wurden auch die ersten mechanischen Uhren entwickelt, die mit Zahnrädern funktionierten. Anhand eines Bildes wird die astronomische Uhr im Straßburger Münster gezeigt und auch ein Modell von Galileo Galileis Pendeluhr aus dem Jahre 1642. In diesem Kapitel geht es auch um das Problem des Längengrades und hier um Schiffschronometer und um die Uhr in Modernen Zeiten.

Es führt zu weit, über all die Uhren zu schreiben, die zur Sprache gebracht werden. Erwähnen aber möchte ich die Cäsiumuhr, bei der die Zeitmessung so genau ist, dass der Fehler nur noch eine Sekunde in einer Milliarde Jahren beträgt.

Zeit fühlen, was heißt das? Hier wird zunächst die beschleunigte Zeit reflektiert, die aufgrund von Freizeitstress, Informationsflut und Smartphone-Revolution entstanden ist. Bemerkenswerterweise lassen zeitsparende Erfindungen nicht selten die Arbeitsbelastungen ansteigen, wie Studien ergeben haben. Der beschleunigte Kapitalismus und das Lebenstempo in den verschiedenen Ländern ist hier ebenso ein Thema wie die Frage, ob Stress krank mache.

Wann ist die Zeit für etwas da? Wie tickt der Körper und was benötigt er in der Nacht? Lässt sich unsere innere Uhr so ohne weiteres umstellen?

Wie lang ist eine Stunde? Ist Zeit tatsächlich subjektiv? Gehen glückliche Stunden wirklich schneller vorbei? Wann rast die Zeit und wie ist es bei Wartezeiten? Zeitfragen gibt es unendlich viele. Sehr kluge Leute versuchten sie zu beantworten und schafften es auch oft.

Öffnungszeiten von Pflanzen, auch tierisches Zeitgefühl lernt man kennen, sowie die Abhängigkeiten von den Gezeiten und den Einfluss des Mondes wie auch die innere Uhr. Was wir als schnell und langsam empfinden und welche Messkriterien es dafür gibt,   bleibt ebenso wenig im Dunkeln wie die Erklärung der gedehnten Wahrnehmung von Zeit in Gefahrensituationen.

Was bedeutet es, die Zeit zu erklären? Man liest von Platons Höhlengleichnis und auch von Seneca, bevor mit im Rahmen eines historischen Abrisses dieser Frage nachgegangen wird. Newton und Leibnitz spielen hier eine Rolle und auch Simon-Pierre Laplace, der das Universum als Uhrwerk sah und meinte, dass die Zukunft aus den Daten der Vergangenheit prinzipiell errechenbar sind. Damit allerdings irrte er, wie das Dreikörperproblem, die Quantenphysik und die Chaostheorie später offenbarten.

Das Phänomen der Lichtgeschwindigkeit und Einsteins und Allgemeine Relativitätstheorie kommen auch zur Sprache, zudem liest man von Schwarzen Löchern und so vielem anderem, das man in wenigen Worten nicht zusammenfassen kann. Ich jedenfalls nicht. Einstein könnte es sicher.

13,8 Millionen Jahre besteht unser Universum mittlerweile und expandiert seither, obschon es ins Unendliche keine Ausdehnung erreichen konnte.

"Zu Fragen: Was war vor dem Beginn des Universums ist so sinnlos, wie die Frage: Was ist nördlich vom Nordpol?" (St. Hawking).

Was ist Zeit?

Vielleicht ist sie  das:  

"Die Zeit ist nur eine Idee oder ein Maß, aber kein reales Wesen."  Antiphon

Empfehlenswert

Helga König

Überall im  Fachhandel erhältlich.




Rezension: Die Kunst des klugen Essens – Melanie Mühl, Diana von Kopp- Hanser

Die Autorinnen dieses bemerkenswerten Buches sind Melanie Mühl und Diana von Knopp. Melanie Mühl ist Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Bloggerin und Verfasserin von zwei weiteren Büchern, die gleichfalls im Hanser-Verlag erschienen sind. Diana von Knopp, eine Diplompsychologin,  hat auch schon zwei Bücher verfasst, schreibt regelmäßig für die FAZ und ist ebenfalls Bloggerin. 

Der Titel des Buches bereits macht unmissverständlich klar, worum es den beiden geht: UM AUFKLÄRUNG und zwar in einem Bereich, in dem man viel falsch machen kann, obschon eine Fülle von Literatur uns täglich nahe zu bringen versucht, wie man sein Ernährungsverhalten und damit einhergehende Gepflogenheiten zu optimieren vermag. 

Um "42 verblüffende Ernährungswahrheiten" dem neugierigen Leser anzubieten  muss man, wenn man nicht als bloßer geschwätziger  "storyteller" gelten möchte, viele wissenschaftlich fundierte Texte unter die Lupe nehmen. Das umfangreiche Literaturverzeichnis der Autorinnen zu Ende des Buches zeigt, dass der vorliegenden Publikation ein breites Studium von wissenschaftlicher Literatur vorausging. Insofern freut man sich umso mehr, dass die 42 offerierten Texte erstaunlich leichtfüßig daher kommen. Hier waren Sprachartistinen am Werk. Chapeau! 

Jeder der 42 Texte ist in sich abgeschlossen. Deshalb auch muss man beim Lesen nicht chronologisch vorgehen. Als ausgemachter Chiliflocken- Fan (1 Esslöffel am Tag) habe ich voller Neugierde zunächst den Essay über den Chili-Charakter gelesen. Hier erfährt man, was eine Vorliebe für Scharfes über den Menschen verrät. 

Vor jedem dieser Essays darf man übrigens eine hübsche Illustration bewundern, die die spielerische Art der beiden Verfasserinnen mit den Ernährungswahrheiten umzugehen durch liebevolle Karikaturen unterstreicht. 

Das Untersuchungsergebnis, dass Chili-Liebhaber offenbar ein hohes Maß an Neugierde besitzen, hat mir gefallen, aber auch mit der negativen Formulierung, dass sie Dingen rasch überdrüssig sind, kann ich leben. Allerdings erstaunt es sehr, dass sich besagte charakterliche Dispositionen in einer Vorliebe für Chili erkennen lässt. 

Wer über das Charaktermerkmal Neugierde nicht verfügt, sollte aus Vernunftgründen dieses Gewürz im Haus haben, denn es gilt als gesundheitsfördernd, kurbelt den Stoffwechsel an und entfaltet eine schmerzstillende und antibakterielle Wirkung. 

Auf alle 42 Essays im Rahmen der Rezension näher einzugehen, führt zu weit. Neugierig macht natürlich der Essay mit dem Untertitel "Warum wir schon ein Lieblingsgericht haben, wenn wir noch gar nicht auf der Welt sind" oder jener, der verdeutlicht "Warum wir mögen, was wir mögen". Interessant aber auch ist: "Warum man manche Speisen niemals mögen wird." 

Wer den Dingen auf den Grund geht, entdeckt Begründungen für Verhalten, beispielsweise, dass wir im Restaurant sofern wenn klassische Musik gespielt wird, bereit sind, ein höheres Trinkgeld zu zahlen und am wenigsten Trinkgeld "locker gemacht" wird, wenn dies nicht passiert. Seltsam, dass sich dies noch nicht überall herum gesprochen hat. Interessant für Restaurantbesitzer ist natürlich auch, dass klassische Musik dazu verführt, langsamer zu essen und entsprechend schneller satt zu sein. So gesehen ist Klassik ein Paradox, dass den Restaurantbesitzer zu kreativen Vorgehensweisen veranlassen müsste, wenn er um die psychologische Wirkung von klassischer Musik weiß.  Nicht einfach.

Auch interessant ist, weshalb das Gewicht des Kellners unsere Bestellung beeinflusst. Dünne Bedienungen sollen nach einer Untersuchung das personifizierte schlechte Gewissen sein.  Auch hier ist es für einen Restaurantbesitzer gar nicht so leicht, eine kluge Entscheidung zu treffen, denn, was nutzt es ihm, wenn die Gäste viel bestellen, aber sich über einen Kellner ärgern, der alles andere als flink ist.

Weshalb wir besser mit dem Rücken zum Buffet sitzen sollten, lässt sich erahnen. Aber weshalb wir Gabeln mit Vorsicht begegnen sollten, ist  auf Anhieb nicht erkennbar, zumindest nicht für den, zu dessen Gewohnheiten es nicht zählt, damit den Handrücken seines Tischnachbarn zu bearbeiten, um diesen davon abzuhalten, das Fleisch von seinem Teller zu erbeuten. Den entsprechenden Essay sollte man nicht verabsäumen, denn hier warten Informationen auf den Leser, die wirklich neugierig machen auf eine technische Neuerung die staunen macht.

Dass Elektrizität ähnlich prickelnd schmeckt wie Champagner, wird nicht jeder wissen, auch nicht, dass es die Intensität der salzigen Geschmackswahrnehmung erhöht oder verringert und dass deshalb die Japanerin Hiromi Nakamura eine technische Gabel entwickelt hat. Darüber, aber auch über die Geschichte der Gabel liest man Wissenswertes und freut sich, dass die gebildeten Autorinnen in diesem Zusammenhang  Bezug nehmen auf Norbert Elias und dessen Werk "Über den Prozess der Zivilisation". 

Für alle, besonders für jene, die gerne Chili essen, ist "Die Kunst des klugen Essens" ein Leckerbissen, den ich sehr gerne weiterempfehle, denn hier wird Neugierde von der ersten bis zur letzten Seite gestillt.

Helga König

Überall im Handel erhältlich

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Rezension: Rent a Mantra- Spirituelle Parodien für Anfänger und Fortgeschrittene- Christine Keller

Die Autorin dieser tiefgründigen, spirituellen Parodien für Anfänger und Fortgeschrittene   ist die studierte Germanistin Christine Keller. Die Schweizerin war lange pädagogisch und künstlerisch tätig  und legt mit "Rent a Mantra" ihr literarisches Debüt vor.

Dreißig satirische Texte warten darauf,  gelesen zu werden. Dabei lassen die feinsinnigen Parodien sehr schnell erkennen, dass die Autorin sich intensiv mit esoterischen Themen auseinander gesetzt hat und hier nun das Verhalten ihrer Protagonisten wie auch den esoterischen Markt subtil persifliert, ohne  allerdings dabei respektlos zu werden.

Was ist eine Parodie? Wikipedia lässt uns wissen, dass der Begriff aus dem Griechischen stammt und  dass man darunter  eine verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung zu verstehen hat. Dabei soll die Verzerrung nicht selten über eine komische Wirkung verfügen. Genau das ist bei Christine Kellers Parodien erfreulicherweise der Fall. 

Doch nicht nur dieser, sondern auch ein weiterer Moment der Begriffserläuterung trifft zu, nämlich jener, dass  eine Parodie nicht zwingend einen abwertenden Charakter haben muss. Christine Kellers Texte wirken durchaus beinahe wie eine Hommage des parodierten Gegenstandes und das ist sehr reizvoll. Diese  Tatsache dürfte dazu führen, dass all jene, die  sich zwar mit spirituellen Themen identifizieren  können, aber  dies mit einem entspannten Augenzwinkern tun,  viel Freude beim Lesen der Texte haben werden.

Bei den Texten handelt es sich um einen humoristisch-kabarettistischen Mix aus Prosa und Dialogen, in denen die Beratungs- und Esoterikszene liebevoll auf die Schippe genommen wird.  Mit einem  Dialog zwischen einer Anruferin und einer Hellseherin beginnt der Text- und wird mit  vielem fortgeführt, was  zum Standartrepertoire der Esoterikszene gehört, so etwa Channelling, Schwingungsebenen, Feng Shui und so weiter. 

Im Glossar zum Schluss  findet man dann noch  sehr witzige  Definitionen zu Begriffen, die  beim Lesen der spirituellen Parodien hilfreich sein können.

Parodien  verkürzt wiederzugeben, halte ich für wenig sinnvoll. Damit Sie aber eine konkrete Vorstellung davon erhalten, um was es in dem Buch geht, erlaube ich mir den 3. Text  des Werkes zu zitieren. Es handelt sich im Gegensatz zu allen weiteren Texten im Buch um einen sehr kurzen Beitrag, offenbar gedacht zum Innehalten und Loslassen.

Leere Seite

Mit dieser Seite hast du auch Leere gekauft - den Ursprung des 
                                            Kosmos.

Damit Du die Leere überhaupt erträgst:  Spüre dich einmal selbst- 
                              SPÜÜÜÜÜREN meine ich.

Ja, dann kannst Du dich wieder loslassen und der Leere übergeben. 
            Bleibe so lange in der Leere, wie es  für  dich gut ist.
Wenn wieder Wörter erscheinen- komme ganz vorsichtig zurück!




(Am Ende der leeren Seite liest man dann):
So, ich hoffe, du hast die Leere gut genutzt- für das, was noch auf 
                                         dich zukommt!


Ich kann versichern, es ist viel Amüsantes, teilweise  fast Schwarzhumoriges, was noch auf den Leser zukommt, so u.a. festgehalten  im Text "Spiritueller Lebenslauf"  und dort beispielsweise in den Sätzen "Ich enterte eine Öko-Jacht und dozierte  fünf Monate auf hoher See, um die Bosse der Weltwirtschaft zu zwingen, Fische, die zu mehr als fünfzig Prozent aus Plastikabfällen bestanden, nicht wie bisher als Fische, sondern konsumfreundlicher als Plastikfische zu deklarieren."

Allein schon diese Textstelle verdeutlicht die vielen Fragezeichen, die sich auftun, wenn wirkliche Probleme zu lösen sind. Genügt es dann Schwingungsebenen zu verändern oder mit Familienaufstellungen oder Feng Shui zu Felde zu ziehen?

Wie auch immer, die Esoterik- und Beratungsszene  hat eine wichtige Bedeutung in unserer Welt der vielen Fragezeichen. Genau das wird in diesem Buch deutlich, wenn auch anders als von  dem ein oder anderen der Szene vielleicht erhofft.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Überall im Handel erhältlich
ISBN: 978-3-90572-2-4

Onlinebestellung:  Appenzeller Verlag  

Rezension: MEDIZIN- Geschichte einer Wissenschaft- Christine Pauli- Edition Fackelträger

Dieses informationsreiche, sehr schön illustrierte Buch befasst sich mit der Geschichte der Medizin. Gezeigt wird, dass in allen Zeiten mutige Menschen, vorhandenes Wissen hinterfragten und dass diesen Personen entscheidende Wegmarken der Medizingeschichte zu verdanken sind. 

Der Schwerpunkt des Werks beruht auf Entwicklungen, die eine große Anzahl von Menschen betrafen und noch immer betreffen. Hier handelt es sich an erster Stelle um Infektionskrankheiten wie Pest, Pocken, Tuberkulose, Cholera und Diphtherie. Diese Krankheiten nämlich forderten Millionen von Leben. Entscheidende Meilensteine für die Medizingeschichte waren hier die Entdeckung entsprechender Krankheitserreger, zudem die Entwicklung effektiver Therapien. 

Das Buch ist in sechs Kapitel untergliedert. Dabei geht es im ersten Kapitel um die Anfänge der Medizin. Diesem Kapitel folgen dann die Zeitabschnitte Mittelalter und Renaissance, die Entdeckung des Mikrokosmos und die Zeiten des Aufbruchs. Mit Betrachtungen der Zukunft der Medizin und einer Auflistung der Meilensteine der Medizingeschichte endet dieses wahrlich gelungene Werk der Autorin Christine Pauli, die als Wissenschaftsjournalistin und freie Autorin für verschiedene Fach- und Schulbuchverlage tätig ist.

Im Zuge des ersten Kapitels liest man von der noch jungen Wissenschaft der Paläopathologie, die sich mithilfe verschiedener High-Tech-Methoden mit Krankheiten und degenerativen Veränderungen in der Menschheitsgeschichte und auch mit Lebewesen vor dem Auftreten von Menschen befasst. Aus dem alten Ägypten sind umfangreiche medizinische Kenntnisse überliefert, so etwa Rezepte gegen Augenleiden oder Kopfschmerzen.  Schon damals nutzte man Honig als entzündungshemmendes sowie bakterientötendes Mittel und Natron beispielsweise dazu, Eiter aus Verletzungen zu ziehen. 

Heilpflanzen waren von großer Bedeutung. Über die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) wird man aufgeklärt und zudem über Ayurveda, ein medizinisches Wissen, das jahrhundertelang mündlich überliefert wurde. Auch über Hippokrates von Kos, den Begründer der Medizin als Wissenschaft und den Vater der (europäischen) Heilkunde erfährt man Wissenswertes, liest über die erste Ärzteschule, den hippokratischen Eid, dem sich heute noch Ärzte verpflichtet fühlen sollten und wird auch über Medizin im alten Rom informiert.

Kaiser Antoninus Pius (86-161 n. Chr.) rief erstmals eine Krankenversicherung ins Leben. Damals bekam jede der 14 Regionen Roms einen Oberarzt zugeteilt. Kleinere Städte erhielten Amtsärzte. Diese bezogen ein festes Gehalt. 

Mit Galenus von Pergamon (zu Deutsch: Galen) begann der Höhepunkt der Entwicklung der Medizin in Rom. Galen hielt übrigens 400 Abhandlungen über die von ihm gewonnenen Erkenntnisse fest. Damit spielte er eine entscheidende Rolle in der Weiterentwicklung der Medizin als Wissenschaft. 

Spannend zu lesen ist auch der Beitrag zu Diagnose und Therapie im Mittelalter und über damalig gängige Methoden wie Aderlass, Blutegel und Schröpfen. Gut auch wird man über Klostermedizin informiert und hier u.a. über Hildegard von Bingen. Die Medizin der arabischen Welt und der Mediziner Avicenna sind ein Thema und auch die Schule von Salerno. Dort leisteten Medizinschulen von Salerno wichtige Beiträge zur Übernahme des griechisch-arabischen Wissens und zur Etablierung der Medizinerausbildung. 

Erwähnt wird u.a. Trotta von Salerno, die sich schon damals mit Frauenheilkunde befasste. Der Schwarze Tod war die häufigste Todesursache im Mittelalter. Auch von ihm ist natürlich die Rede und von anderen Infektionskrankheiten in jener Zeit, so etwa von Pocken, Syphilis und Lepra. Man staunt von Seite zu Seite wie der Fortschritt immer mehr Heilungschancen ermöglichte und liest von großen Entdeckungen wie etwa jenem des Blutkreislauf oder des Vitamin C gegen Skorbut.

Über die ersten Krankenhäuser wird man informiert. Zu diesen zählte auch das Berliner Charité und man erfährt Wissenswertes über das Zeitalter der Aufklärung. Ich möchte nicht alle Kapitel des Buches hier streifen, sondern es dabei belassen und denke,  genügend Neugierde geweckt zu haben. 

Die Geschichte der Antibiotika wird sehr gut skizziert und man liest von der Entdeckung der Schmerz- und Betäubungsmittel. Es führt einfach zu weit,  an dieser Stelle alles anzuführen. Biotechnologie und Früherkennung von Krankheiten und die Geschichte sowie Zukunft der Organtransplantation sind ebenso interessant zu lesen, wie die Antwort auf die Frage, ob es neue Krankheiten geben wird. 

Alles in allem ein gutes Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: Zufriedenheit- Christina Berndt

Autorin dieses Buches ist Dr. Christina Berndt. Sie befasst sich bei der "Süddeutschen Zeitung" mit dem Themenbereich Medizin, Lebenswissenschaft und Gesellschaft. Die studierte Biochemikerin promovierte in Heidelberg und ist Autorin des Bestsellers "Resilienz- Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft", der in 8 Sprachen übersetzt wurde.

Im vorliegenden Buch geht es um den Zustand der Zufriedenheit, der weithin als eine Kapitulation vor den Ansprüchen des Lebens gilt und der sich  ausnahmsweise mal nicht um die pausenlose Selbstoptimierung dreht. Alle streben nach dem Glück und so wird das Streben zur Haltung,  Stress zu erzeugen. Glück wirkt im Gehirn wie eine Droge und so verwandelt sich Genuss sehr rasch zu einem Muss. 

Interessant ist, dass man das Glück am stärksten empfindet, wenn uns überraschend Gutes widerfährt. Glück auch ist die Belohnung, am Ende großer Anstrengungen. In solch einem Falle werden Glückhormone freigesetzt. Dann sinken die Stresshormone und es setzt Entspannung ein. Glück ist demnach offenbar Chemie. Wie die Autorin festhält, bekommen jene, die zu sehr nach Glück streben, Angst vor den Widrigkeiten des Lebens.

Weshalb Zufriedenheit erstrebenswerter ist als Glück, ist ein Thema dieses Buches. Wobei echte Zufriedenheit dazu führt, dass man sich nach dem Erreichen eines Ziels erholt, um wieder Kraft zu sammeln, Neues zu erleben und zu leisten. Produktive Unruhe benötigt seinen Gegenpol, der sich im Ausruhen offenbart.

In einem Selbsttest hat man Gelegenheit, in Erfahrung zu bringen, wie zufrieden man ist und kann sich im Anschluss dann mit der Wissenschaft der Zufriedenheit befassen. Hier geht es darum aufzuzeigen, wie viel Zufriedenheit dem Menschen grundsätzlich mitgegeben ist und auch darum, was im Gehirn geschieht, wenn ein Mensch zufrieden ist.

Zur Sprache kommt auch, ob Zufriedenheit ein Bestandteil der Persönlichkeit oder ob sie in den Genen verankert ist. Zudem wird gefragt, welche Rolle die Lebensumstände dabei spielen. Über die fünf Persönlichkeitsfaktoren, die eine erhebliche Auswirkung auf die Zufriedenheit haben, liest man Wissenswertes, wird auch darüber informiert, weshalb Frauen häufiger unter Selbstzweifeln leiden und fast nie zufrieden mit sich sind. Zudem erfährt man, was zufriedene Menschen anders machen. Neugierde, auch Dankbarkeit und die Fähigkeit andere wertschätzen zu können, sowie einige weitere Eigenschaften wirken sich positiv auf die Zufriedenheit aus. So machen Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe gleichfalls zufrieden.  

Wer mit sich im Reinen ist, lebt vier bis zehn Jahre länger, hebt die Autorin hervor. Zufriedenheit dient generell der Gesundheit. 

Bemerkenswert auch, dass Unzufriedene häufiger Opfer eines Unfalls werden.

Gezeigt wird, wie man Zufriedenheit erlernen kann und es werden auch Fragen gestellt, die uns bewusst machen, was uns Unzufriedenheit bringt und ob man diese überhaupt ändern möchte. Man sollte sich überlegen, ob man etwas ändern  oder ob man lernen will, es zu akzeptieren. 

Die Kunst des Loslassens wird zur Sprache gebracht und es wird aufgezeigt wie wichtig es ist, eigene Ziele zu verfolgen. Im Abschnitt zufriedener werden- ganz konkret geht es darum zu erkennen, wie essentiell beispielsweise Bindungsfähigkeit und Liebe sind, weshalb man altruistisch sein und die Neugierde pflegen sollte, dass Offenheit, Akzeptanz Hoffnung, Humor, Gelassenheit, Selbstwirksamkeit, Tatendrang, Werte, Realitätssinn, Gewissenhaftigkeit, Kritikfähigkeit, Wohlwollen und Dankbarkeit die Eigenschaften sind, die Zufriedenheit erst möglich machen. 

Diese Eigenschaften zu kultivieren, kann also kein Fehler sein. Zufriedenheit bedeutet letztlich, sich an allem zu erfreuen und ist der  Gegenpol zur Gier, welche die davon betroffenen Menschen nicht zur Ruhe kommen lässt.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: GEOkompakt- Was Kinder stark macht- Aufbruch ins Leben

In diesem Geo-Magazin wird man in 17 Beiträgen unterschiedlicher Autoren über die Entwicklung, Erziehung und Förderung von Kindern in ihren ersten zehn Lebensjahren vertraut gemacht. Dabei erfährt man im Rahmen des Schwerpunks "Entwicklung" Wissenswertes zu den Themen Wahrnehmung, Signale, Sprache, Bindung und Verstand. So liest man u.a. in puncto Wahrnehmung, dass bereits Neugeborene in der Lage sind, feinste Duftstoffe zu erschnüffeln, gleichwohl wissen sie mit den olfaktorischen Reizen noch nicht viel anzufangen. Erst im Laufe der Jahre lernt der Mensch, Hunderte von Düften und Gerüchen zuzuordnen. Je vielfältiger die Eindrücke in der Kindheit waren, umso differenzierter kann man später Düfte wahrnehmen. 

Man erfährt mehr über das Sehen, das Gleichgewicht, das Fühlen und Schmecken. Etwa im 6. Monat greift das Baby nach Objekten in der Umgebung und interessanterweise können  die Kleinsten bittere Geschmacknoten noch nicht wirklich registrieren. Über nonverbale Kommunikation von Babys wird man aufgeklärt. Zur Sprache gebracht werden Laute, Mimik und auch Gesten. Dabei sollte man wissen, dass Säuglinge sechs grundlegende Gesichtsausdrücke beherrschen. Da sie sich noch nicht verstellen können, erlaubt die Mimik einen direkten Einblick in ihre Gefühlswelt. 

Der Zauber der ersten Wörter wird kommuniziert und hier dann erfährt man, dass ein Kind, nachdem es etwa 50 Wörter beherrscht, sehr rasch die Sprache erlernt, die im Umfeld gesprochen wird. Kommunikation ist für Kleinkinder überaus wichtig. Kinder, mit denen man nicht spricht und die man nicht im Arm wiegt, sterben. Mit Deutschlands führendem Bindungsexperten PD Dr. Karl Heinz Brisch wurde ein Interview über die Kraft der Geborgenheit geführt, das man im Magazin nachlesen kann. Hier erfährt man u.a., wodurch eine sichere Bindung entsteht und was geschieht, wenn Babys keine Reaktion auf ihr Weinen erfahren. Auch über den Sinn von Grenzen liest man und man erfährt in einem weiteren Beitrag, wie es Kindern gelingt, immer mehr Zusammenhänge zu begreifen. 

In Bezug auf Erziehung liest man mehr über Fantasie und hier, was ins Kinderzimmer gehört und was nicht und weshalb Kuscheltiere so beliebt sind. Über präsente Väter und deren positiven Einfluss auf Kinder wird man aufgeklärt und auch über Rituale beim Einschlafen. Die Funktion der Mütter wird auch beleuchtet. Hier geht es u.a. um vorgeburtliche Prägung, um Beruf und Bindung, auch um Rollen. Sehr spannend finde ich den Beitrag zum Thema Geschwister. Rund 75% aller Kinder in Deutschland haben einen Bruder oder eine Schwester. Geschwister verbringen im Alter von drei bis fünf doppelt so viel Zeit mit den Geschwistern wie mit den Eltern. Geschwister aus konfliktreichen Beziehungen zeigen häufiger emotionale Defizite in der Entwicklung. 

Zur Sprache gebracht wird Mobbing unter Geschwistern und weshalb Eltern eingreifen und Grenzen aufzeigen müssen. Beim Thema Förderung wird man über Spielen, Kognition, Intelligenz und Lernstörungen aufgeklärt. Hier auch liest man, dass kaum etwas die Entwicklung des kindlichen Gehirns so umfassend fördert wie körperliche Aktivität. 

Bei jeder Bewegung verarbeitet das Gehirn zahllose Informationen. Wissen sollte man, dass körperlich aktive Kinder bessere Leistungen in vielen kognitiven Tests erzielen und Ausdauerbewegung den Kreislauf und die Hirntätigkeit fördern. Man liest, was Kinder stärkt und weshalb Vernachlässigung sich negativ auf den Intellekt auswirkt. Je geschulter sprachliche Fähigkeiten sind, desto besser lassen sich komplexe Ideen nachvollziehen. Man liest von Kindern mit Rechenstörung und solchen mit ADHS und erkennt wie schwierig es doch ist, Kinder so zu fördern, dass sie wirklich resilient werden und sich dem Leben stellen können. 

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Handel erhältlich

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Rezension: #Mut zur #Angst- #Lissa_Rankin- #Kösel

Autorin dieses Buches ist die Ärztin Dr. Lissa Rankin. Nach einer umfangreichen Einleitung verdeutlicht sie dem Leser zu allererst wie krank Angst machen kann. Dabei thematisiert sie zunächst die Physiologie der Angst, um anschließend wissenschaftliche Beweise dafür anzuführen, was alles durch Angst bewirkt werden kann. 

Man erfährt Wissenswertes über die neurowissenschaftliche Seite chronischer Angst und wird sich rasch klar darüber, dass Angst unsere Kultur beherrscht und wohl keiner dagegen immun ist. Frauen werden zwei- bis dreimal mehr von Ängsten geplagt. Dabei muss aber darauf hingewiesen werden, dass phobische Störungen bei Männern und Frauen gleich häufig auftreten. 

Die Autorin zeigt, dass Angst nicht nur eine schmerzhafte Emotion ist, die psychologisch für Aufruhr sorgt, sondern, dass sie bei unzureichender Kanalisierung auch ein ernst zu nehmender Faktor für Erkrankungen darstellt. Man liest von Herzinfarkten, die das Ergebnis von Ängsten sind und von Herzerkrankungen sowie anderen Krankheitsbildern, deren Ursache ebenfalls Angst ist.

In der Folge hat man die Chance, sich genauer mit den zehn Anzeichen für die Überschwemmung mit Stresshormonen auseinander zu setzen und sich im zweiten Teil dieses Werkes dann mit der Wahrheit in Sachen Angst befassen. Hier erfährt man u.a. woher die Angst kommt,  auch, was sie uns lehrt und weshalb man seine Stille finden muss. 

Im Rahmen von zahlreichen Übungen im gesamten Buch lernt man in den Dialog mit seinen Ängsten zu treten, deren Botschaften zu entschlüsseln und dabei Mut zu entwickeln, das Leben zu führen, das wir uns tatsächlich wünschen. 

Man erfährt zudem mehr über die Wurzeln unangebrachter Angst. Genannt werden vier angstgeprägte Grundprämissen, die letztlich nur angsteinflößende Glaubenssätze unserer Kultur darstellen. Diesen Glaubenssätzen lassen sich vier Mut kultivierende Wahrheiten entgegensetzen. 

Wahrheit Nr. 1: Ungewissheit ist das Tor zu neuen Möglichkeiten 
Wahrheit Nr. 2: Verlust ist etwas Natürliches und kann Wachstum bewirken 
Wahrheit Nr. 3: Alles im Universum hat seinen Sinn 
Wahrheit Nr. 4: Wir sind alle eins. 

Der Wechsel von angsteinprägenden Grundprämissen zu den vier Mut kultivierenden Wahrheiten vollzieht sich offenbar eher intuitiv als kognitiv. Über besagte vier Wahrheiten erfährt man viel Wissenswertes. Hier auch wird man mit den Phasen vertraut gemacht, wodurch es möglich wird, sich von der Angst vor dem Ungewissen zu lösen. Wie dies funktioniert, wird sehr gut erläutert und es wird auch Ungewissheit geübt. 

Man lernt fernerhin seine Emotionen zu beobachten und im Verlust die eigene Dankbarkeit zu finden. Das alles einen Sinn hat und man Sinn in allem finden sollte, ist auch ein Thema und auch, dass wir alle verbunden sind und in Kommunikation miteinander stehen. Für all dies gibt es wissenschaftliche Belege, über die man im Buch mehr erfahren kann.

Im dritten Teil dann folgen Mut-Rezepte. Hierzu gehören das Umschalten zu innerem Frieden, auch die sechs Schritte zum Kultivieren von Mut und das Stärken der Intuition. Vor allem sollte man das Loslassen praktizieren, besonders im Hinblick auf Erwartungen. 

Lissa Rankin hat ein einfühlsames Buch verfasst und scheut sich nicht, esoterisches Gedankengut mit einfließen zu lassen. Deshalb auch habe ich die Rezension nicht in die Rubrik Psychologie eingebunden wie  die Rezensionen zu verschiedenen psychologischen Werke über Angst, sondern hier bei den Ratgebern  untergebracht.

Empfehlenswert ist  die vorliegende Publikation dennoch, vor allem der vielen praktischen Übungen wegen.

Helga König

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Rezension: Höflichkeit- Vom Wert einer wertlosen Tugend- Rainer Erlinger

Dr. Dr. Rainer Erlinger ist Arzt und Rechtsanwalt und als Publizist in erster Linie auf dem Gebiet Ethik tätig. Im vorliegenden Buch befasst er sich damit,  Höflichkeit von Benimm und Etikette abzugrenzen und "die Ränder der Höflichkeit abzugehen". Dabei versucht der Autor die Schwächen und Stärken dieser Tugend in Augenschein zu nehmen und auch ihre Höhen und Tiefen zu beleuchten. 

Zunächst erfährt man aber, was Höflichkeit genau ist, nämlich ein Verhalten, in dem sich die Achtung für den Anderen ausdrückt. Dieses Verhalten ist nicht mit dem Inhalt des Begriffs Etikette gleichzusetzen, denn hierbei geht es um die Einhaltung gesellschaftlicher oder sonstiger Konventionen und Regeln, das Übliche, das, was "man" gemeinhin tut oder unterlässt. 

Höflichkeit sei eine zutiefst demokratische, mehr noch egalitäre Haltung, denn es gehe dabei um den Menschen und nicht um die Rolle.  Da stimme ich gerne zu.

Erlinger reflektiert in seinem Buch das Kompliment, die Höflichkeit in der Mode, auch das Duzen, weil es hierzulande zu den typischen Themen der Höflichkeit zählt. Dabei teile ich die Ansicht des Autors, dass viele Probleme durch die Klarheit des gegenseitigen Siezens vermieden werden können und meine,  dass das Ansprechen mit Vornamen und Sie Distanz auf höfliche Form aufhebt und doch bewahrt. 

Thematisiert werden auch der Handkuss und die Geste. Letztere ist ein Ausdruck nonverbaler Kommunikation durch Bewegungen, das Nicken, der Augengruß, auch das Liken  auf Facebook gehören dazu. 

Man liest Wissenswertes über die Höflichkeit im Beruf. Wenn Kunden Unhöflichkeiten zwischen Mitarbeitern registrieren, bringt sie das gegen die Firma auf, was sich negativ auf die Kundenbindung auswirkt, so Untersuchungsergebnisse. Insofern ist es notwendig, dass Firmen ihre Mitarbeiter schulen, höflich miteinander umzugehen. 

Wichtig ist, Höflichkeit nicht zu heucheln, d.h. stets tatsächlich und glaubhaft die Achtung des Gegenübers im Auge zu haben, auch im Internet. 

Sich mit der Höflichkeit zwischen den Kulturen und im Hinblick auf die Religion auseinander zu setzen, halte ich für  überaus notwendig und empfehle die entsprechenden Kapitel zwecks Reflektieren im Nachgang. 

Zusammenfassend kann gesagt werden: Höflichkeit ist immer sinnstiftend, wenn sie Achtung bekundet.  Sie ist ein geeignetes Mittel, für eine entspanntes Miteinander, trotz aller Vorbehalte.

Empfehlenswert
Helga König

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Rezension: Das #Erdbeben von #Lissabon #Horst_Günther- #Corso

Autor dieses schaurig-schönen und dabei informativen Sachbuches ist der Philosoph Horst Günther. Thematisiert wird das Erdbeben von Lissabon und hier, wie die Natur die Welt ins Wanken brachte- "von Religion, Kommerz und Optimismus, der Stimme Gottes wie auch der sanften Empfindung des Daseins."

Wer sich ein wenig in europäischer Geschichte auskennt, weiß, dass 1755 die Hauptstadt Portugals von einem Erdbeben, in dessen Folge es einen Großbrand und einen Tsunami gab, nahezu vollständig zerstört wurde. Damals galt Lissabon als eine der blühendsten und reichsten Städte Europas, was dem Handel mit Amerika und Ostindien geschuldet war. 

Man erfährt zunächst Wissenswertes über Lissabon im 18. Jahrhundert, liest von dem Gold, das damals über den Atlantik nach Portugal gekommen war und auch von den Diamanten, die den dortigen Reichtum mehrten, bei aller Zurückgebliebenheit des Landes in Bildung und in den Gewerben. 

Trotz der großen Wohlhabenheit lagen Portugal und die iberische Halbinsel fernab von den europäischen Nachrichtenwegen. Es soll Wochen gedauert haben bis die Nachricht von dem Desaster nach Amsterdam gelangt war und sich von dort nach  ganz Europa verbreitet hat. 

Auch der Philosoph Voltaire hörte von den Geschehnissen in der Hauptstadt Portugals und schrieb spontan in einem Brief darüber. Später verfasste er ein Gedicht über das Erdbeben von Lissabon und erkannte, dass letztlich alles gut und notwendig gewesen sei. 

Man liest über das philosophische und religiöse Denken jener Tage, auch darüber, was Kant im Hinblick auf die Geschehnisse von Lissabon dachte, die er unmittelbar neben Sodom stellte. Dabei staunt man nicht schlecht wie sehr die Philosophen  damals mit diesem Unglück befasst waren und zwar nicht nur Kant und Voltaire, auch Rousseau  und viele andere mehr. 

Es führt allerdings zu weit an dieser Stelle, die Überlegungen all der Philosophen, die im Buch zur Sprache kommen,  hier wiederzugeben. Gesagt werden kann, dass es u.a. um die Frage vom Übel in der Welt, von der Blindheit der Vorsehung, vom Zweifel an der Gerechtigkeit Gottes ging aber auch darum, dass es der Philosophie nicht gelungen war, die fast gelösten Rätsel der physikalischen Welt mit den beinahe unlösbaren Rätseln der moralischen Welt in Übereinstimmung zu bringen. 

Ein Buch, das ich gerne empfehle, weil es nicht nur das dramatische Geschehen skizziert, sondern auch das Intellektualisieren  dazu  im Nachgang.

Helga König

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Rezension: #Neugier –#Carl_Naughten- #Econ

Autor dieses bemerkenswerten Buches ist Dr. Carl Naughten. Er lehrte von 2003 bis 2012 an der Universität Köln und entwickelt nunmehr mit dem Team Braincheck GmbH neue Wege für Kommunikation und Lernen. 

In seinem Werk geht er im Rahmen von sechs von insgesamt acht Kapiteln folgenden Fragen nach: 

Welche Vorteile bringt mir Neugier? 
Wie hoch ist mein Neugierfaktor? 
Wie sieht Neugier aus? 
Wer hat die Neugier auf dem Gewissen? 
Kann ich andere neugierig machen? 
Kann ich mich selbst neugierig machen?

Im 1. Kapitel erfährt man zunächst, dass Neugier unsere innere Antriebskraft sei. Sie führe uns aus der Alternativlosigkeit. Ohne sie gäbe es keine Entwicklung und auch keine Kreativität. Neugier sei der Drang, Unsicherheit aufzulösen und das Unerwartete zu erklären. Besagter Drang helfe uns im Alltag, im Business und in unseren Beziehungen. 

Personen mit hohen Werten bei Intelligenztests verfügen über die Fähigkeit zu rascherem Denken und folgerichtigerer Argumentation, die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und schnell zu bewerten. Des Weiteren können sie komplexe Probleme lösen und effizient lernen. Es gibt Zusammenhänge zwischen fluider Intelligenz und unserem Neugier-Verhalten.  Auch ist bekannt, dass neugierige Menschen beispielsweise anpassungsfähiger und resilienter sind. 

Neugier verhelfe uns, Erfahrungen und Bedeutungen zu extrahieren und zu integrieren. Genau dies sei der Kern unseres Neugiersystems, das zu unserem bestehenden Wissen neue Fähigkeiten und Kompetenzen hinzufügen möchte. Neugierde nütze beim Lernen und im Umgang mit anderen sowie im Leben generell. Jeder der neugierig ist, weiß, dass all das Gesagte zutrifft.

Es wird erläutert, weshalb neugierige Menschen erfolgreicher sind und Neugier zu einem besseren Abschneiden bei IQ-Tests führt. Zur Sprache gebracht werden zudem die Zusammenhänge zwischen Neugier und Lebensfreude, Selbstvertrauen, mehr Sinn und mehr Ideen aber auch als Basis für Kreativität. 

Man erfährt mehr über seinen Neugierfaktor und auch weshalb Neugier erblich ist. Neugier ist messbar, wie Tests zeigen. Sie sei nicht nur Kulturtreiber, sondern auch Werttreiber im Unternehmen. Dies wird sehr gut dargelegt und es wird auch gezeigt, dass es Neugierkiller gibt. Wer lange geistig fit bleiben möchte, sollte seine Neugier kultivieren und besagte Neugierkiller entschärfen. Wie das funktioniert,  wird begreifbar gemacht. 

Lesenswert auch ist, wie man andere und sich selbst neugierig macht. Das sollte man auch unbedingt tun, denn wo keine Neugier, da ist keine Kreativität, da ist Leblosigkeit, dort kann es Wachstum nicht geben. Vor allem kein geistiges Wachstum. 

Empfehlenswert. 

Helga König 

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Rezension: #Bücher schreiben mit #Herz- Der kreative Weg zum eigenen #Sachbuch- Für #Coaches, #Trainer und #Therapeuten- #Beate_Forsbach- Edition Forsbach

Die Autorin dieses brillant geschriebenen Ratgebers ist Dr. phil. Beate Forsbach. Sie lebt auf der Ostseeinsel #Fehmarn. Dort betreibt sie den Verlag "#Edition_Forsbach". Neben ihrer Autoren- und Verlegerinnentätigkeit leitet sie Seminare und Workshops und steht für ein individuelles Buch-Coaching, für Verlags-Coaching sowie für Verlagsconsulting zur Verfügung. 

Das Vorwort zu dem hier vorliegenden Buch stammt von 'Stéphane_Etrillard, dem erfolgreichen Coach und Autor, der auf "Buch, Kultur und Lifestyle" bereits zwei Interviews gegeben und zudem sehr lehrreiche Gastkolumnen geschrieben hat. Zwei seiner empfehlenswerten Bücher habe ich im Onlinemagazin  in der Rubrik für "Ratgeber" rezensiert. 

Wer als Experte wahrgenommen werden möchte, sollte ein Buch verfassen, empfiehlt Monsieur Etrillard, der es wissen muss, denn er hat über 40 Bücher und Coaching-Programme geschrieben und auf diese Weise sein Expertenwissen vielen Lesern zugänglich gemacht. 

Studiert man zunächst das Inhaltsverzeichnis, stößt man immer wieder auf einzelne Seiten, in denen namhafte Coaches, Trainer und Therapeuten, die bereits Bücher auf den Weg gebracht haben, Ratschläge erteilen. So wartet #Stéphane_Etrillard mit 7 Tipps zum Thema "Wie man sich mit einem Buch als Coach, Trainer oder Therapeut positionieren kann" auf und #Hermann_Scherer steuert  7 Tipps zum Thema "Checkliste zur Buchvermarktung" bei.  

Neun erfahrene Gastautoren hat Dr. Beate Forsbach für dieses Werk mit ins Boot genommen, die stets im Rahmen von 7 Tipps persönliche Erfahrungen an die Leser weitergeben. Im Anhang erfährt man über diese Ratgeber dann Näheres. Es handelt sich dabei um folgende namhafte Persönlichkeiten: #Stéphane_Etrillard, #Anne_M_Schüller, #Hermann_Scherer, #Prof_ Dr_ Lothar_Seiwert, #Simone_Langendörfer, #Sonja_Volk, #Ellen_Heidböhmer, #Monica_ Deters und #Sylke_Gall. 

Dr. Forsbach präsentiert in Anhang ausgewählte Bücher dieser Gastautoren und zeigt auf diese Weise, was möglich ist, wenn man lange genug durchhält. Spontan neugierig gemacht hat mich der Namen #Anne_ M_Schüller, weil mir immer wieder Statements dieser #Keynote_Speakerin in den sozialen Netzwerken begegnen. Die Diplom-Betriebswirtin ist in Europa die führende Expertin für #Empfehlungsmarketing sowie #Touchpoint_Management und wurde 2015 in die Hall of Fame der #German_Speakers_Association gewählt. Sie hebt hervor, dass der Autor sein Buch als Teil seines Marketingkonzeptes begreifen sollte. Wie sie sehr zutreffend bemerkt, soll ein Buch nicht nur erhellend, nützlich und unterhaltsam sein, sondern auch etwas überraschend Neues bieten, wenn es die Chance haben möchte, weiter empfohlen zu werden. Frau Schüller betrachtet Empfehlungen in den sozialen Netzwerken als besonders wertvoll, weil sie sich dort wie von selbst weiter verbreiten, zumindest dann, wenn das Augenmerk aufs Teilen gelegt wird. 

Dr. Beate Forsbachs Ratgeber hat sehr große Chancen von vielen weiterempfohlen zu werden, weil er eine Fülle wichtiger Informationen enthält. 

Zunächst macht die Autorin deutlich, weshalb der von ihr fokussierte Personenkreis ein Buch schreiben sollte und vergisst bei ihren diesbezüglichen Erläuterungen nicht, ihre Erfahrungen zu erwähnen, die sie gemacht hat,  als sie ihre Bücher zu ihrem Business als Buch- Coach und Verlegerin geschrieben hat. 

Im Anschluss an die einzelnen Kapitel des Buches sind stets 7 Tipps eines der genannten Experten aufgelistet. Die Tipps unterstreichen die Ratschläge Dr.  Forbachs und zeigen, dass sie sich praktisch umsetzen lassen. Anhand von bestimmten Fragen, die der Leser beantwortet, lernt man sich mit der Buchidee vielschichtig auseinander zu setzen. Sechs Anregungen in der Folge weisen den Weg, der natürlich einfacher zu gehen ist, wenn man seine Stärke und innere Kraft mobilisiert. Auch hier weiß Dr. Forsbach Rat und stärkt die Resilienz der Schreibinteressierten, bevor sie aufzeigt, wie man das Buchprojekt organisiert. 

Hier sollte man sehr aufmerksam lesen, auch was die Datensicherung anbelangt. Wichtig sind  zudem die Anregungen zum Selbstmanagment. Wer schreibt, benötigt einen Arbeitsplan, braucht feste Termine für das Schreiben. Sehr schnell wird deutlich, dass man ohne Disziplin ein Buchprojekt vergessen kann. 

Man lernt den richtigen Titel für sein Werk zu finden, sich mit dem Thema "Coverfoto"   auseinanderzusetzen und ein Exposé zu schreiben. Es handelt sich dabei um einen konzeptionellen Entwurf für das geplante Buch. Die Autorin zeigt, wie ein solches Exposé aufgebaut sein sollte und erläutert diesen Aufbau sehr gut nachvollziehbar. 

Ziele sind wichtig. Je bewusster uns diese sind, umso eher kann man sie erreichen. Für die erfolgsverwöhnte Verlegerin steht fest, dass man in erster Linie  an sein Projekt glauben muss, wenn man Erfolg haben möchte.  Das stimme ich ihr, wie in so vielen anderen Punkten gerne zu. Dr. Beate Forsbach ist sehr klug. Von ihr kann man sehr viel lernen.

Man erfährt, wie man einen Verlag findet und lernt vor allem auf Fußangeln zu achten, wenn es um die Verträge mit Verlagen geht. Bei allem ist es notwendig, ein Buch zu bewerben und hier muss der Autor auch selbst aktiv werden, weil von Seiten der Verlage das Budjet begrenzt ist. 

Sehr gut lernt man die handwerklichen Schritte zur Erstellung des Manuskripts kennen und zwar von der Rohfassung über Überarbeitung hinweg, bis zum Druck und der Vermarktung. Bei der Überarbeitung  geht es um den inhaltlichen, formalen und sprachlichen Feinschliff. Was man darunter zu verstehen hat, wird bestens erläutert.

Mir gefällt, dass Dr. Forsbach neben der Vielzahl sehr hilfreicher Sach- Informationen zur Entstehung eines Buches, immer wieder auch die Psyche im Blick hat und in diesem Zusammenhang schließlich die Autorin #Ellen_Heidböhmer zu Wort kommen lässt. Sie erläutert wie man mit #Schreibfrust und Schreibblockaden umgehen kann. 

Gezeigt wird zudem, wie man sein Buch gut vermarktet. Hier spielen nicht zuletzt die sozialen Netzwerke eine entscheidende Rolle. Nicht nur Anne M. Schüller, auch Prof Dr. Lothar Seiwert heben hervor, dass Social Media einen sehr großen Anteil an ihrem Buchmarketing hat. Doch ich will nicht zu viel verraten. Gesagt werden kann, dass "Bücher schreiben mit Herz" für alle von großer Bedeutung ist, die sich als Experten ausweisen wollen und Wert darauf legen, fürs Bücherschreiben wohldurchdachte Strategien in die Hand zu bekommen. 

Verabsäumen Sie bitte nicht, das 10 Seiten umfassende "Kleine ABC des Bücherschreibens" zum Schluss zu lesen. Je mehr wir über ein Handwerk wissen, umso perfekter lernen wir es zu beherrschen. 

Dr. Beate Forsbach ist eine gute Lehrmeisterin.

Sehr empfehlenswert

Helga König
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Beate Forsbach- Edition Forsbach
Bücher schreiben mit Herz
Der kreative Weg zum eigenen Sachbuch
ISBN 978-3943134-66-7

Das Buch ist im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung:  buchhandel. de und Amazon 

und natürlich auch "Edition Forsbach"


Rezension: Nicht auf den Kopf- Meine persönlichen Erfahrungen mit #Gewalt in der #Familie- #Markus_Breitscheidel

Verfasser dieses Berichtes ist der investigative Journalist und Autor Markus Breitscheidel, dessen Buch "Abgezockt und totgepflegt" zum Bestseller wurde und für eine breite gesellschaftliche Diskussion sorgte. 

Der Autor berichtet in seinem neuen Werk von den Gewaltexzessen seines Vaters, einem typischen Psychopathen, der unter Alkoholeinfluss seine Familie tyrannisierte und auf Frau und Kinder einprügelte. Obschon Verwandte, Nachbarn und Lehrer von den Missständen wussten, half keiner den drangsalierten Kindern und der vielfach geprügelten Frau, sich  aus der Hölle zu befreien.

Die Traumatisierten wurden alleine gelassen und es dauerte Ewigkeiten bis sich die Familie von ihrem Peiniger, einem Bauingenieur übrigens, befreien konnte…  

Der Bericht ist phasenweise kaum zu ertragen. Wie kann ein Mensch nur so niederträchtig handeln, wie dieser Vater und Ehemann?

Im Nachwort fragt sich der Autor, was seine Eltern habe so werden lassen. Ob möglicherweise die katholische Erziehung seine Mutter habe nicht frühzeitig gehen lassen. Er überlegt, wo sie gelernt habe, sich in einer solchen Opferrolle zu bewähren und geht vielen anderen Fragen nach, die ihn und seine Herkunftsfamilie betreffen. 

Mittlerweile hat Breitschädel Menschen kennen gelernt, die angesichts des Elends anderer, "nicht wegsehen, sondern zupacken, helfen und aushalten". 

Zu diesen Personen zählt auch er heute und hat die Erfahrung gemacht, dass "jede und jeder seine Geschichte habe mit Schmerzen, körperlichen und seelischen, und jede und jeder daraus eine andere Qualität der Widerstandsfähigkeit entwickele."

Subtile Gewalt, Prügel und Psychoterror, so hebt der Autor hervor, sind Mittel der Kontrolle und Macht.  Das sollte sich jeder bewusst machen, wenn sie uns begegnen.

Im Nachwort von Prof. Sabine Andresen und Cordula Lasner-Tietze vom Deutschen Kinderschutzbund erfährt man, dass viele gepeinigte Kinder erst im Erwachsenenalter über Misshandlungen, Demütigungen und Erniedrigungen sprechen können. Je zeitiger Kinder Hilfe erhielten, desto eher könne weitere Gewalt verhindert werden, desto mehr Zeit haben Betroffene, Verletzungen zu verarbeiten, umso mehr Gelegenheit böte sich, heilsame Beziehungserfahrungen zu erleben. 

Der Heilungsprozess benötige viel Zeit. Heute sprechen sich 90% der Eltern in Deutschland für eine gewaltfreie Erziehung aus. Doch leider zeige die Realität, dass körperliche, seelische und sexuelle Gewalt an Kindern hierzulande nach wie weit verbreitet sei. Zwei bis drei Millionen Kinder hätten mindestens einmal in ihrem Leben erinnerbare Formen von Misshandlungen durch ihre Eltern erfahren. Da die Dunkelziffer hoch sei, sei die Quote der Misshandelten vermutlich noch weitaus höher. 

Die beiden Damen vom Kinderschutzbund berichten u.a. darüber, wie ein Kind mit Gewalterfahrung lebt und was es benötigt. Auch wird erläutert wie man das positive, aktive Selbstbild stärkt und was erforderlich sei, um Gewalt an Kindern zu erkennen. Die Bedeutung von Beratung wird thematisiert, auch welche Hilfe es gibt und wie Beratung funktioniert. Neben weiteren anderen Punkten lernt man die Forderungen des Deutschen Kinderschutzbundes zum Schutz der Kinder vor Gewalt kennen und erhält eine Fülle von Kontaktdaten zu Kinderschutzzentren. 

Ein mutmachendes,  wichtiges Buch. 

Sehr lesenswert. 

Helga König

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Rezension: Die Kunst mit Schwerem leicht zu leben- Eine Lebensschule- Beate Scherrmann-Gerstetter, Manfred Scherrmann- Herder

Das Autorenteam Beate Scherrmann-Gestetter (Diplompädagogin und Theologin) und Manfred Scherrmann (Paar- und Familientherapeut) zeigen im vorliegenden Buch wie man innere Stärke gewinnt, wenn unsere Lebenssituation diese besonders erforderlich macht. 

Das Buch  ist in fünf Teile untergliedert: 
Teil 1: Innere Stärke gewinnen 
Teil 2: Loslassen was war 
Teil 3: Neues einüben 
Teil 4: Grundlegendes, um innerlich frei zu werden 
Teil 5: Wenn uns sehr Schweres herausfordert. 

Die beiden Autoren haben die Kapitel gemeinsam geschrieben. In den ersten  drei Teilen zeigen  sie wie Menschen es sich durch das Missachten einfacher Verhaltensregeln im Alltag unnötig schwer machen. Zugleich wird erläutert wie man es sich leichter machen kann und zwar, indem man seine Sichtweise verändert. Es wird darauf hingewiesen, dass Fehler zu machen zum Menschsein gehört, es aber nicht nötig sei, stets die gleichen Fehler zu machen. Wichtig sei es, in Fehlern Lern- und Entwicklungschancen zu sehen.  Das ist nicht neu,  kann aber nicht oft genug   gesagt werden.

Es wird thematisiert wie man guten Gedanken Raum verleiht und hier auch, dass die Konzentration auf Schönes in der Natur der Seele gut tue. 

Wer ein seelisches Tief habe, halte sich weitgehend von anderen fern, selbst von guten Freunden. Man müsse sich jedoch bewusst werden, dass das Pflegen guter sozialer Kontakte unser Lebensgefühl entscheidend beeinflusst. Soziales Engagement unterstütze auch die geistige Leistungsfähigkeit im Alter. Auch das ist klar.

Immer wieder kann man sich anhand von Beispielen aus der Praxis einen guten Eindruck von dem verschaffen, was die Autoren raten. Warum das Loslassen wichtig ist, wird beleuchtet, auch weshalb man sich aus der Opferrolle herausentwickeln soll. Wer Ursachen für Leid erkennen möchte, muss sich seinen Problemen stellen und sich beispielsweise aus alten Mustern lösen. Wer feste Verhaltensmuster verändern möchte, benötigt Zeit. Ballast abwerfen, Schuldgefühle verabschieden und anders mehr sind oft wichtig, um erneut innere Stärke zu gewinnen. 

Auch trauern ist notwendig, damit das eigene Leben gut weitergeht und nicht auf Dauer vom erlittenen Verlust verdunkelt wird. Wie man Neues einübt, wird auch gezeigt. Danken und Achten verändert uns Menschen positiv, ganz ähnlich wie anerkennende Worte. Falls jemand damit bislang Probleme hatte, wird ihm nach der Lektüre klar, weshalb er es ändern möge. 

Dass man mittels Bewegung zur inneren Ruhe finden könne, hat der ein oder andere gewiss schon gehört und dass man innerlich Abstand nehmen soll, wenn uns etwas nicht gut  tut,  ebenso. 

Sofern es im Familiensystem, in der eigenen Lebensgeschichte oder in der aktuellen Lebenssituation viel Schweres gibt, dann sei Grundlegendes notwendig, um weiterzukommen.  Darüber erfährt man in Teil 4 mehr.  

Wie man Frieden mit der eigenen Geschichte schließt und die eigene Lebenssituation entlastet,   wird  gut beleuchtet. Das Motto lautet Hinschauen- Annehmen- Loslassen. 

Teil 5 zeigt eine weitere Möglichkeit mit Schwerem umzugehen. Hier wird auf spirituelle Ebenen verwiesen wie auch auf Meditation, mittels der man das Schwere im Leben vielleicht ein wenig erleichtern kann. 

Selbst, wenn uns mancherlei klar ist, benötigt man in Zeiten, wo vieles auf uns lastet, Bücher wie dieses, weil  sie Trost schenken und  uns erneut Mut verleihen, innerlich stark zu sein.

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Kunst der Gastlichkeit- 22 Anregungen aus der deutschen Geschichte und Gegenwart- Erwin Seitz

Der Autor dieses Buches ist Dr. Erwin Seitz. Der gelernte Metzger und Koch studierte Germanistik, Philosophie sowie Kunstgeschichte in Berlin und Oxford, um dann mit einer Arbeit über Goethes Biographie zu promovieren. Seitz war sechs Jahre lang Herausgeber von Cotta´s Kulinarischem Almanach und lebt heute in Berlin als freier Journalist, Autor und Gastronomiekritiker.

Das vorliegende Werk hat in erster Linie ästhetische Phänomene der Gastlichkeit im Fokus nicht aber moralische Gebote. Es gehe um die Kunst der Gastlichkeit, das Können des Connaisseurs und generell um das Delikate und Entzückende wie er zusammenfasst. Zur Sprache gebracht werden Entwicklungen, die zu bürgerlicher Gastfreundschaft,  aber auch zu gewerblicher Gastronomie führten. 

Nach einer umfangreichen Einleitung mit dem vielversprechenden Titel "Erfindung der Gastlichkeit" kann man sich in 22 Kapiteln von dem Autor vielschichtig in puncto Gastlichkeit anregen lassen. Diese Eigenschaft, so Seitz, beginnt dort, wo zwei Menschen zusammen sind und gemeinsam speisen. Deshalb auch bilden Begriffe wie Mahlzeit, Tischgemeinschaft und Gastmahl fließende Übergänge. 

Von der ursprünglichen Verzauberung des Menschen ist die Rede, die offenbar in der Handhabung des Feuers lag und man liest zudem alsbald von Orten der kreativen Muße, die man schützen müsse, nicht zuletzt auch deshalb, weil Eliten, die keinen allgemein menschenwürdigen Lebensstil entwickeln, keine Eliten bleiben, sie ihrer  Kulturlosigkeit wegen demnach zur Bedeutungslosigkeit verurteilt werden. 

Man muss die Kapitel des Buches nicht chronologisch lesen, sondern kann beispielsweise mit dem Kapitel "Kunst des Tischgesprächs" beginnen. Ich zitiere den Anfang, um daran aufzuzeigen, was dieses Buch so spannend macht: "Wenn sich Goethe nicht gerade unpässlich fühlte, war er ein wunderbarer Gastgeber, voll von Bonhomie, Menschenfreundlichkeit. Wie bereits berichtet, nutzte er zuweilen, noch bevor der Service begann Utensilien auf dem Tisch, um für zwanglose Gespräche zu sorgen. Er stellte, was bis dahin unüblich war, Blumenvasen auf die Tafel, und siehe da: "Die Unterhaltung ging gleich auf die Blumen" wie es Charlotte von Stein im Brief an Charlotte Schiller bezeugte…." 

Diese kleine Textstelle macht deutlich, worum es dem Autor im Buch geht: Um das Glück der Gastlichkeit, die sich darin dokumentiert, dass die Tafelrunde für eine Weile der gewöhnlichen Welt enthoben ist, sei es im Kloster, beim Staatsbankett, im arkadischen Landhaus oder anderenorts. 

Empfehlenswert 

Helga König

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